Freitagstexter III: Pokalverleihung

Naja, „frühe Morgenstunden“ war als versprochener Termin für die Freitagstexter-Prämierung vielleicht doch ein wenig optimistisch, aber hier ist sie nun!

Vier Kommentare waren es diesmal, die das Bild von der schmalen Ente inspiriert hat.  Mit zweien davon konnte ich sogar was anfangen.  Für nehalennias Kommentar war ich anscheinend einfach zu doof: „2 Pferde und ein Traktor in Sachunion gewannen den ersten Preis bei der diesjährigen Frühlingsparade!“  Die deux chevaux habe ich noch erkannt, aber alles andere bleibt mir ein Buch mit sieben Siegeln, tut mir leid.  Und auch bee hat mein armes kleines Hirn entweder über- oder unterfordert mit „Sonntags fuhren Jacques und Jill gerne mal im Zweisitzer nach Besançon“ — vielleicht ist das ja ein brillantes Film- oder Romanzitat, das ich zu googeln einfach zu blöde bin, aber so ist es nun mal.

Schmunzeliger war da schon derchristoph mit „Schmalhans‘ erste Ausfahrt.“  Der sprichwörtliche Küchenchef hat sich also ein zu seinem Namen passendes Automobil gegönnt, wie nett.  Aber den Sieg trägt diesmal trotzdem der Kulturflaneur nach Hause:

Warum heisst diese Zitrone eigentlich Ente?

Warum heisst diese Zitrone eigentlich Ente?

Gute Frage.  Die tatsächliche Antwort ist nicht witzig, soll hier aber trotzdem nicht unterschlagen werden: man bezeichnete den Wagen hierzusprachraum als „häßliches Entlein“, und wie so manch andere Beleidigung von Minderheiten (man denke an das N-Wort für dunkelhäutige oder das S-Wort für homosexuelle Menschen) nahm der Döhschwo beziehungsweise seine Fahrer den Namen an und machten ihn zu ihrem.  Dem Käfer ging es da ja ganz ähnlich — die Legende besagt, daß sein Name aus einem Henry-Ford-Spruch entstand, der nach einer Volkswagenwerksführung meinte, am Band habe ihn einer der Wagen angefahren, und später habe dann der Werksarzt diesen Käfer aus der Wunde gezogen.

Aber ich schweife ab, es geht ja um des Kulturflaneurs Zitrone — bemerkenswert vielschichtig, denn nicht nur Farbe und Markenname erinnern hier daran, sondern auch des Fahrzeugs Form, in diesem Fall allerdings an eine ausgequetschte Hälfte einer solchen.  Kurz, knackig, kreativ und komisch — das ist eines Pokals würdig:

Bitteschön!  Und übermorgen geht’s dann beim Kulturflaneur weiter.

Freitagstexter III

Na, den war ich ja nur kurz los, den Freitagstexter-Pokal.  Axel war der Ansicht, mein Beitrag sei (trotz einem kleinen, ihm wohl nicht aufgefallenen Fehler) der preiswürdigste, obwohl (oder gerade weil?) er kein bißchen witzig war.  Was man durchaus als Hinweis verstehen mag: Freitagstexter müssen nicht unbedingt witzig sein!  (Dürfen sie aber natürlich.)

Herzlich willkommen beim Freitagstexter! Die tun nichts. Die wollen nur schreiben.

Nochmal kurz die Regeln: Jeder Blogger (oder auch jeder, der einen Blogger kennt, bei dem er einen Gastbeitrag schreiben darf) ist aufgerufen, sich eine Bildunterschrift auszudenken — egal wie lang, witzig, wirr, lehrreich oder themen- bzw. bildbezogen sie sein mag.  Es gibt genau gar keine inhaltlichen Limits!  Zeitliche aber schon, denn nur was bis Dienstagmitternacht mit Blogadresse in den Kommentaren verewigt ist, hat eine Chance auf den begehrten Pokal.  Den verleihe ich dann am Mittwoch in den frühen Morgenstunden, und der hoffentlich stolze Sieger möge dann am folgenden Freitag einen neuen Wettbewerb in seinem Blog ausrichten.

Ein weiteres Mal soll es in der heutigen Folge um Gummibereiftes gehen. Das Bild ist sogar mal von mir, die Art der Veranstaltung dürfte ebenfalls zu erkennen sein.  Es sei versichert, daß bis auf ein paar Verpixelungen nichts an diesem Bild verändert worden ist!

Also denn, ran an die Tasten, sie beißen nicht!

Mal wieder ne brillante Idee aus der CSU

Ja, doch, der neue Verkehrsminister gibt sich alle Mühe, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.  Mühsam verkneife ich mir die naheliegenden Namenswitze, obwohl, wieso eigentlich?  Bescheuerter als die Ideen des Doofrinds sind die auf keinen Fall.  Der erste Vorschlag seines Parteifreunds und Nachfolgers auch nicht, aber der hat ja auch noch Zeit, sich warmzulaufen.  Zumindest dürfte Herrn Scheuers erste Glanzleistung keinen Schaden anrichten, und das ist ja schon was, worüber man froh sein muß bei Ideen aus dem Dunstkreis der CSU: Elektro-LKW von der Maut befreien!

Hab ich nicht mal was gegen.  Aber die Begründung, die ist schon nett: Um die Luft in den Städten zu verbessern.  Weil dort ja ohnehin keine LKW-Maut anfällt.  Äh.  Was?  Achso.  Äh.  Nee, is klar.

Herr Scheuer, Sie sind offensichtlich noch nicht damit fertig, sich in Ihr neues Amt einzulesen.  Lassen Sie sich helfen:  LKW-Maut wird, im Gegensatz zum Stammtischprojekt „Ausländermaut“ Ihrer Partei, tatsächlich nur für gefahrene Kilometer fällig, außerorts auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen.  Genau dort also, wo es genau gar keinen Unterschied für die Luft in den Städten macht, was die LKW so an Schadstoffen rausmölmen.  Was, nebenbei bemerkt, erheblich weniger ist als bei PKW vergleichbaren Alters.

Und wer heute einen E-LKW kauft, wird damit kaum mautpflichtige Straßen befahren, da ist allein schon die mangelnde Reichweite vor — bis die Dinger fernverkehrstauglich sind, vergeht, egal was Elon Musk verspricht, noch mindestens eine Legislaturperiode, darüber brauchen Sie sich also eigentlich überhaupt keinen Kopp zu machen.  Gäbe ja auch wahrlich wichtigere Themen, gell.  Von denen muß anscheinend abgelenkt werden?

Netter Versuch.  Weitermachen, Sie haben Potential.  Als Komiker, versteht sich.

Freitagstexter II: Pokalverleihung

Bei meinem zweiten Freitagstexter war die Resonanz etwas bescheidener; vielleicht lag’s am Bild, vielleicht hatten auch alle anderen an Ostern so schon genug um die Ohren.  Sei’s drum — kommen wir zur Prämierung.

Herzlich willkommen beim Freitagstexter! Wer schreibt, dem bleibt nichts erspart.

la-mamma lieferte eine brauchbare Bildbeschreibung ab: „Bauer Ferke beim Transport seiner neuen Bridge to Nowhere“.  Da hätte sich die Redaktion doch noch etwas mehr Kreativität gewünscht; so bleibt nur der undankbare vierte Platz, was mir zwar leid tut, aber einen muß es ja schließlich treffen, gell.

bee fand eine unerwartete Wendung mit „Vor allem im Osten stieß das Modell Pontifex Maximus auf unerwarteten Widerstand“.  Das war schon mehr Futter für die Gehirnzellen, aber so richtig wollte der Funke auch hier nicht überspringen, gab es doch auch zum Aufnahmezeitpunkt noch gar keinen Osten.  Trotzdem eine verdiente Bronzemedaille!

Vom Kulturflaneur kam mitten in den Feiertagen noch ein österlicher Beitrag: „Die Auto-Arche Noah rettet Staugeplagte aus dem Osterstau.“  Vorm inneren Auge entstand das Bild von einem Pärchen Käfer, einem Pärchen Isettas, einem Pärchen Barockengel etc. oben auf der Konstruktion, vom Hanomag heldenhaft gerettet aus den Fluten des Verkehrs — doch, das machte mich schon schmunzeln, und dafür gibt es die Silbermedaille.

Aber den Sieg und damit den begehrten Pokal trägt — schon wieder, aber was will man machen — Axel nach Hause:

Als die neue Egge angeliefert wurde, kam bei Bauer Henke so langsam der Verdacht auf, daß er bei den Größenangaben irgendwas falsch gemacht hatte.

Da lief und läuft ein Film auf meiner ganz persönlichen Leinwand im Kopf, über den ich immer noch kichern muß.  Was bestellt er seine Egge auch in Amerika, wo sie inch lesen, wenn wir Millimeter meinen?  Und wie soll der arme alte Hanomag das auf dem Acker schaffen?  Herrlich.  Nee, das war völlig alternativlos, und so gibt es halt schon wieder einen güldenen Pott für Axel: Bitteschön!

Und am Freitag ab sofort geht es natürlich auch dort wieder weiter.  FreitagsnexterVielen Dank fürs Mitmachen an alle Teilnehmer!

Freitagstexter II

Herzlich willkommen beim Freitagstexter! Die tun nichts. Die wollen nur schreiben.

Na sso!  Da hab ich doch glatt mit einer Brösel-Parodie den Freitagstexter abgestaubt, drüben beim Boomerang.  Herzlichen Dank, auch wenn er mich „das Schablonski“ nennt — ich bin da ja Kummer gewohnt, das nehm ich keinem übel.

Kurz nochmal die Regeln: Der Sieger des Wettbewerbs — das bin im Moment ich — stellt freitags ein Bild in seinen Blog, das dann andere Blogger kommentieren können.  Lang oder kurz, lustig oder nicht, pointiert oder wirr — das alles ist Geschmackssache.  Aus diesen Kommentaren wählt der Ausrichter dann nach Dienstagmitternacht streng subjektiv den besten aus, verkündet des selbigen Autoren am frühen Mittwoch als Sieger — und am Freitag ist dann jener dran, in seinem Blog das gleiche auszurichten.

Was impliziert, daß man zur Teilnahme ein eigenes Blog haben muß (oder ein fremdes, wo man als Gastautor den Wettbewerb ausrichten darf, versteht sich).  Und dieses bitte ich dann auch im Kommentar zu vermerken; am einfachsten als Link im Feld „Webseite“.

Doch der Worte sind genug gewechselt!

Sso — nun textet mal schön.

Ausgezwitschert

Nur für den Fall, daß es doch ein Leser bemerken sollte (immerhin hat ein einziger auch mal draufgeklickt, jaha, das ist die Resonanz, wie ich sie kenne!): es gibt hier keine Twitter-Böppel mehr.  Und es gibt zwar rein technisch meinen Account noch, allein schon damit ihn keiner feindlich übernimmt und damit Unfug anstellt (ist ja ein attraktives Ziel so mit vollen 10 Followern), aber gelesen und bezwitschert wird er zumindest bis auf weiteres nicht mehr.

Die Gründe?  Nun, zum einen ein ziemlich beschissenes Aufwand/Nutzen-Verhältnis, und das trotz minimalem Aufwand (bei Nutzen=0 bleibt das Verhältnis trotzdem unendlich groß, nicht wahr), und zum anderen die durch diesen Text von Shamus Young beflügelte, aber auch schon vorher gefühlte Erkenntnis, daß dieses ganze Filterblasen-Ding nix für mich ist.

Der Blogosphäre (ein Wort, das mich automatisch in die Jungsteinzeit des Mediums datiert, aber was solls, da gehör ich halt auch hin) bleibe ich aber selbstredend erhalten.

Man sieht sich dort, vorfreut sich grüßend:
Euer Dieter Schlabonski.

Die Angst vor der blauen Plakette

Ehrlich, ich versteh’s nicht.  Immer wieder winseln Politiker und Industrievertreter beschwörend, neinnein, man wolle aber auf gar keinen Fall eine blaue Schadstoffplakette und so die Fahrer von Dieseln mit heute grüner solcher „kalt enteignen“, dieses Problem der Stickoxid- und Feinstaubschleudern (also nur der Diesel jetzt, bei den Benzindirekteinspritzern interessiert es immer noch keine Sau, was die rausmölmen) dürfe sowas von keinesfalls „auf dem Rücken der Autofahrer ausgetragen“ werden.

Auf wessen denn sonst?

Was ich mich frage: Woher der Sinneswandel?  Die Regierung ist quasi ununterscheidbar dieselbe wie zur Einführung des Plakettenwahns 2007, das kann’s nicht sein.  Die Industrie ist auch dieselbe.  Und damals war die „kalte Enteignung“ kein Problem.  Kucken wir doch mal auf die Zahlen — nein, keine Bange, jetzt kommen keine Gramm pro Kilometer oder so, nur ein paar Jahreszahlen.

Die Feinstaubplakettenstufen Rot, Gelb und Grün gelten je nach Ballungsraum seit verschieden langer Zeit, aber grob über die Tabelle der Einführungsdaten in der Wikipedia augapfelnd sagen wir mal verallgemeinernd und zirka, genauer brauchen wir es nicht: Rot seit 2008, Gelb seit 2009, Grün seit 2011.  Die ab dann dort nicht mehr willkommenen Diesel waren zuletzt zugelassen worden: für Rot 2001, für Gelb 2006, für Grün gibt’s kein solches Datum.  (Das muß man sich aus dieser und jener Tabelle zusammensuchen.)  Und so kommen wir auf das Fazit: Bei Einführung der Umweltzonen waren die jüngsten Wagen, die das Verbot betraf, bei Rot noch sieben, bei Gelb nurmehr drei Jahre alt, mit einer Vorwarnzeit von bei Rot einem und bei Gelb zwei Jahren zwischen Beschluß und Inkrafttreten.

So.  Und was bedeutet das nun für die blaue Plakette?

Wenn wir heute den Autofahrern keine schlimmere Härte zumuten wollen als damals, dann können wir uns ja mal in etwa an den Vorwarnzeiten und Altersklassen der vorhandenen Plaketten orientieren, gell?  Mit einem Jahr Vorwarnzeit können wir also, wenns nicht unfairer sein soll als damals bei den plakettenlosen Dieseln bei Einführung der roten Umweltzonen, dann sieben Jahre alte Diesel aussperren — Autos bis Baujahr 2011 also, das wäre Schadstoffklasse Euro 4.  Also kriegen die Diesel ab Euro 5 blaue Plaketten, und die grünplakettierten dürfen ab 2019 nicht mehr in entsprechend beschilderte Umweltzonen.

Meinetwegen können wir ab da auch gleich die entsprechenden Benziner mit wegreglementieren.  Da schneide ich mir als Youngtimerfahrer ins eigene Fleisch, aber für meinen 1991er Euro-1-Benziner dann ernsthaft ne blaue Plakette zu wollen, nur weil er einen G-Kat hat, käme mir schon auch ein bißchen schuftig vor.

Und mit zwei Jahren Vorwarnzeit können wir sogar drei Jahre junge Autos aussperren — wenn wir der Einfachheit halber mal den Euro-6-Autos violette Plaketten geben, um’s nicht zu kompliziert zu machen, wären die Euro-5-Kisten bis Baujahr ’15 ab 2020 raus, für deren Halter sogar weniger schlimm als für die der rotplakettierten Autos anno 2009.

Das müßte man nur mal demnächst beschließen, wegen der Vorwarnzeit.  Und schwupp, wird das Problem überschau- und vor allem planbar.

Die nächste Stufe, sagen wir mal die noch bis September dieses Jahres zulaßbaren Euro-6b-Diesel, bekommt dann pinkfarbene Plaketten mit einer 7 drauf und darf ab 2023, wenn sie fünf werden, nicht mehr in entsprechend gekennzeichnete Zonen.  Euro 6d-TEMP, zulässig bis 2021, bekommt mintfarbene Plaketten und ist ab 2026 raus.  Und auch den Euro-6d-Neuwagen kleben wir schon mal Plaketten in dezentem Hellblö, damit man sie zu gegebener Zeit als Stinker brandmarken und aussperren kann.  Und so weiter.

Das einzige Problem wäre, daß uns irgendwann die Plakettenfarben ausgehen.  Aber bis dahin gibt es ja dann vielleicht doch mal genug Elektroautos, daß man dann gleich alle Verbrenner in Bausch und Bogen aus den Ballungsräumen werfen kann.

Ansonsten wäre das logisch, begründbar, planbar.  Wenn man es rechtzeitig beschließt und verkündet.  Da hat die Bundesregierung, wie so oft, den Finger nicht rechtzeitig aus dem Hintern bekommen, aber das ist wie gezeigt nix, was man nicht reparieren könnte.  Und wohlgemerkt: Städte, die ihre Schadstoffsituation nicht für allzu prekär halten, können ja ihre Umweltzonen problemlos auch für grüne, blaue etc. Plaketten zugänglich halten, wenn sie möchten.  Nicht mal Umweltzonen einführen müssen sie ja.

Und im Gegensatz zu den derzeit diskutierten punktuellen Fahrverboten ist eine Plakettenlösung auch überwachbar.  Wie darf ich mir das denn vorstellen eigentlich — heute und morgen dürfen in der Dingensstraße nur Diesel ab Euro 6c fahren?  Und dann stellt sich die Polizei hin und kontrolliert jedes einzelne Auto, ob auch die entsprechende Schadstoffklasse im Schein steht und der Wagen ggf. schon bei einer Rückrufaktion wegen Schummelsoftware war?  Das könnt Ihr doch Eurer Großmutter erzählen.  Bei der Plakettenvergabe kann man sowas prüfen, kein Ding, aber wenn man das im Rahmen einer Verkehrskontrolle flächendeckend machen wollte, würde allein der entstehende Stau mehr Schadstoffe verursachen, als die dabei entdeckten „Stinker“ rausgehauen hätten, wenn man es gelassen hätte.

Also, wer erklärt mir mal bitte, warum es denn nun so schlimm wäre, blaue Plaketten für alle Diesel ab Euro 5 zu vergeben und ab nächstes Jahr nur noch die in die am schlimmsten versmogten Umweltzonen zu lassen?  Ich versteh’s nämlich, wie gesagt, nicht.

Glumm

Da die Blickrolle (der Blick in die Blogrolle) schon lange nicht mehr jeden Sonntag erscheint, und wer hätte von mir auch erwartet, daß es anders sei, muß sie, so beschloß ich, nun auch nicht mehr sonntags oder verschämt montags erscheinen, sondern wann immer es sich ergibt, warum also nicht heute.  Denn heute hat der Herr Glumm unter dem Titel „Jahre mit Hund“ mal wieder einen epischen Beitrag rausgehauen, der schon ganz alleine einen Link wert wäre — aber sowas macht er öfter, also, wer ihn wider Erwarten noch nicht kennen sollte, auf auf, Glumm lesen, das befreit!

Man sollte allerdings nicht allzu zartbesaitet sein, das eine oder andere derbe Wort oder auch mal eine krasse Story findet man dort durchaus, aber das kann man ja auch als Qualitätskriterium sehen, wenn etwas nicht so angepaßt und weichgespült ist.  Vergleiche mit dem Kiezneurotiker seligen Angedenkens drängen sich hier auf, auch wenn dort beide Regler noch etwas weiter aufgedreht waren, und diese Vergleiche sind ausdrücklich nur positiv gemeint.

Und weil der Trend ja bekanntlich zum Zweitblog geht, hat auch der Herr Glumm ein solches mit dem etwas kryptischen Titel „500 Beine“.  Nach welchen Kriterien ein Text im einen oder im anderen landet, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, aber eigentlich ist es auch völlig egal, man will ja ohnehin beide abonnieren.

SSL

Wollte nur rasch kundtun, daß dieses Blog ab jetzt nicht nur mit dem HTTPS-Protokoll erreichbar ist, sondern auch alle seine Links auf sich selber auf HTTPS umgestellt sind.  Das geht unter WordPress sehr schön mit dem Plugin „Better Search Replace“, nur für den Fall, daß solch Tun den einen oder anderen mitlesenden Bloggerkollegen wünschenswerterweise zum Nachahmen animieren täte.

HTTP geht aber natürlich auch noch.  Schlabonskis Welt hatte ja schon immer ein Herz für antike Hardware: der Rechner, auf dem diese Zeilen entstehen, wird zum Beispiel nächste Woche acht Jahre alt.

In dem Zusammenhang: wenn hier irgendwas nicht so funktioniert, wie es soll, bitte nicht zögern, dies kundzutun!  Wenn ich mit vertretbarem Aufwand was dran ändern kann, werde ich das auch tun.  Wollt Ihr vielleicht zum Beispiel eine Seite für Smartphones, so breitenvariabel?  Da gibts auch WordPress-Themes, die das können.  Bei genug Nachfrage würde ich mal kucken, ob man mit mehreren WordPressen in derselben Datenbank herumschaben kann, mit dem mobilen und mit dem normalen halt, und wenn nicht, tät ich eventuell auch doch mal über einen Theme-Wechsel nachdenken.  Nur sagen müßt Ihr mir sowas halt, ich selber mag die Seite so, wie sie ist, sonst wäre sie ja anders.

Ende der Durchsage, ich übergebe mich zurück in die Sendezentrale zum gewohnten Programm.

Zitate für die Ewigkeit

Aus aktuellem Anlaß.  Nein, nicht alle dieser Lügen wurden am Ende dann gebrochen, insbesondere ist uns Herr Martin „wann haben Sie mich das denn gefragt“ Schulz als Außenminister erspart geblieben — aber alle diese Zitate würden ihre Urheber sicher gern der Vergessenheit anheimfallen lassen.

Genau darum stehen sie hier.

 

Wenn inzwischen fast jede zweite Neueinstellung befristet ist, läuft etwas gehörig schief.

Martin Schulz, Februar 2017

 

Die paritätisch finanzierte Bürgerversicherung ist ein wichtiges Projekt.

Martin Schulz, Februar 2017

 

In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten.

Martin Schulz, September 2017

 

Ich bin Bürgermeister dieser Stadt und ich werde das bleiben.

Olaf Scholz, September 2017

 

Es ist offenkundig, dass die SPD auf Bundesebene auf absehbare Zeit nicht regierungsfähig ist.

Angela Merkel, Oktober 2017

 

Die SPD steht für den Eintritt in eine große Koalition nicht zur Verfügung.

Martin Schulz, November 2017

 

Die Wahrheit ist: Wir wollen die Klimaziele erreichen, und die Wahrheit ist auch, das geht einher mit dem Ende der Kohleverstromung.

Martin Schulz, Dezember 2017

 

Auf den Ausbau der erneuerbaren Energien legen wir noch einen oben drauf!

Martin Schulz, Januar 2018

 

Sigmar Gabriel hat eine sehr gute Arbeit als Außenminister geleistet, aber ich habe mich entschieden, in die Bundesregierung einzutreten und zwar als Außenminister.

Martin Schulz, Februar 2018

 

Respekt, Herr Schulz, Respekt.  Wären Sie angetreten, die SPD und ihre wie Ihre Glaubwürdigkeit möglichst schwungvoll vor den Ofen zu fahren, Sie hätten kaum erfolgreicher agieren können, als Sie es getan haben.

Hilf-, weil fahrerlos

Nach meinem letzten viel zu langen Elaborat über die Probleme „autonomer“, also selbstfahrender Autos, dort mit Fokus auf die technischen, will ich heute mal einen Blick auf die menschlichen werfen.  Und damit meine ich nicht die u.U. fatal lange Zeit, die der Mensch braucht, um notfalls doch noch das Steuer zu übernehmen, wenn das Auto mit der Situation überfordert ist — das war schon im ersten Teil.  Ich sag’s dazu, denn den haben bestimmt nicht alle bis zum Ende gelesen, gell. 😉

Aber gehen wir mal optimistisch davon aus, daß das selbstfahrende Kraftfahrzeug diese Hürde überwindet und irgendwann tatsächlich gut genug funktioniert, um jede Strecke bei jeder Witterung und jede Verkehrssituation problemlos bewältigen zu können.  Auch wenn ich es mir immer noch nicht vorstellen kann, daß und wie das gehen soll — nehmen wir mal an, daß es geht, und betrachten wir im Weiteren nur noch voll-autonome Fahrzeuge ohne Möglichkeit für die Passagiere, lenkend oder sonstwie einzugreifen — einen Notbrems-Knopf will ich ihnen mal zugestehen, und natürlich eine Eingabemöglichkeit fürs Ziel und vielleicht noch die bevorzugte Route dorthin.

Dann ist, soweit es den privaten PKW betrifft, doch alles in Butter?  Nnnaja.  Zu klären wäre da noch, was passiert, wenn diese privaten PKW dann mal was älter werden.  Denn alte Autoelektronik versagt ab und zu schon mal, wie man als Ge- und Verbrauchtwagenfahrer weiß.  Im menschengelenkten Auto nicht so schlimm — man kommt auch mit den allermeisten Fehlfunktionen noch ans Ziel, zum nächsten Parkplatz oder zumindest auf den Pannenstreifen.  Aber wenn jetzt im selbstfahrenden Auto eins der vielen Systeme ausfällt, die es zum sicheren Fahren braucht?  Dann verweigert es die Weiterfahrt und ruft sich einen Techniker oder Abschlepper, was soll es sonst groß machen.  Es ist ja kein Fahrer an Bord, der sich denken kann: Hupsi, der Reifendrucksensor ist ausgefallen, hm, fährt aber noch normal, fahr ich morgen mal in der Werkstatt vorbei.  Wenn einem selbstfahrenden Auto ein Sensor ausfällt, der nicht redundant vorhanden ist, muß es stehenbleiben, denn kompensieren kann es den nicht.  Insofern sollte ich als Berufskraftfahrer vielleicht über eine Umschulung zum Pannenhelfer nachdenken, davon wird es dann mehr brauchen.

Bei den üblichen Träumereien über autonome Autos ist aber auch immer die Komponente des Autos nach Bedarf dabei: Man braucht ein Auto, man bestellt sich eins, es kommt angefahren, man steigt ein, es bringt einen ans Ziel, man steigt aus, es fährt weg.  So wie heute ein Taxi, nur billiger, weil ohne Fahrer.

Billiger?

Erstens: was verdient son Taxifahrer?  Weit über Mindestlohn kommt der nicht.  Und was kostet so ein vollautonomes Auto mehr als ein menschengesteuertes?  Mit Wartung und Reparatur der teuren Zusatzhardware?  Weiß man noch nicht, gibt ja keine.  Aber ob man von den paar zehntausend Euro im Jahr, die eine Zweimann-Besatzung für Rund-um-die-Uhr-Einsatz so verdient, die teurere Hardware samt Wartung bezahlen kann und dann immer noch hinreichend viel günstiger ist als ein normales Privatauto oder auch die Kosten fürs Carsharing, daß die Leute sich das leisten können und wollen, das darf m.E. durchaus bezweifelt werden.

Und für Nutzfahrzeuge gilt das entsprechend.  Zusätzlich aber kommt der Aspekt hinzu, wer die denn dann be- und entladen soll, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.  Ich fahre Lastwagen, und ich weiß: das ist meistens der Job des Fahrers, und von Sonderfällen abgesehen ist es auch ziemlich harte Arbeit, für die man auch oft Improvisationstalent, Augenmaß und dergleichen Dinge mehr braucht, die eine Maschine meistens nicht hat.  Beladung bleibt also Menschensache — und wenn dieser beladende Mensch ein anderer ist als der, der dann auch damit fährt, dann ist man als Fahrer heute gut beraten, die Ladung und ihre Sicherung nochmal zu überprüfen, bevor man losfährt — denn das ist den Beladern oft alles ziemlich egal.  Der selbstfahrenden Zugmaschine, die dann kommt und den beladenen Auflieger anklinkt, aber auch — wer soll es dann also machen, das Überprüfen?

Und mit dem „egal“ ist dann auch schon das nächste Stichwort gefallen zum Thema Auto on demand, denn bitte wer kümmert sich denn eigentlich um deren Sauberkeit und schützt sie vor Vandalismus?  Bei Taxis tut das der Fahrer, bei Carsharing-Autos fällt es schon beim Abholen auf — notfalls steigt man halt nicht ein und nimmt die Tram stattdessen.  Aber wenn ich ein Auto bestelle, und wenn es kommt, ist es vollgekotzt oder sonstwie eklig — was dann?  Okay, da kann man Überwachungssysteme einbauen.  Noch mehr Hardware, noch mehr Kosten.  Noch mehr Krempel, den der Fahrgast sabotieren kann.

Das machen vernünftige, erwachsene Menschen nicht?  Man sehe sich in öffentlichen Verkehrsmitteln und sonstigen Räumen, insbesondere Bedürfnisanstalten, um: es gibt genug andere, schon heute, wo noch Fahrer und andere Bedienstete in der Nähe sind.  Das wird ohne dieselben sicher nicht besser werden.  Der Hygienestandard solcher autonomen Taxis wird, so meine Prognose, kaum über dem einer Autobahntoilette auf einem menschenleeren Parkplatz liegen.

Und im Verkehr wird es nicht besser.  Als Verkehrsrowdy (schönes Wort eigentlich, aber vom Aussterben bedroht) muß man sich heute ja immer noch vorsehen, daß einem der Bedrängte, Geschnittene oder sonstwie unfair benachteiligte andere Verkehrsteilnehmer nicht aus Unachtsamkeit oder Rache doch noch in die Karre fährt oder tritt, geschweige denn daß man an einen Artgenossen gerät, der es einem mit Gleichem vergilt.  Das werden selbstfahrene Autos sicher nicht tun, sondern zurückstecken im Sinne der Sicherheit.  Was ja auch richtig ist — was aber die Rowdies nur ermutigen wird, schließlich werden sie die Konfrontation ja sicher gewinnen.  Und das wird, so pessimistisch darf man wohl sein, Schule machen: de facto werden autonome Autos keine Vorfahrt haben, egal in welcher Situation, sondern sich von Notbremsung zu Notbremsung hangeln.

Immer vorausgesetzt, daß es überhaupt so weit kommt, daß die selbstfahrenden Selbstfahrer (das ist nicht doppelt gemoppelt!) einen nennenswerten Anteil am Verkehrsgeschehen erreichen.  Ich weiß es natürlich nicht, aber ich denke, die gegenwärtige Euphorie allenthalben wird nach ein paar richtig schweren Unfällen erstmal einen gehörigen Dämpfer erhalten.  Und danach?  Keine Ahnung.  Schaun wir mal.

Christian Buggischs Blog

„Über Internet und echtes Leben“ ist das heute in der Blickrolle zu beäugende Blog von Christian Buggisch betitelt.  Ein weites Feld also, das der Autor auch abwechslungsreich beackert.  Meinung wechselt mit Lehrhaftem, Geschichtliches mit Aktuellem, stets mit aufrechter Haltung und klarer Kante, aber dabei immer angenehm lesbar und bisweilen auch ein bißchen schmunzelig.  Erkennbar kein Spaßblog, das der Herr Buggisch da betreibt, aber das muß ja nicht heißen, daß man als Leser dort keinen Spaß haben kann.  Ich jedenfalls habe ihn dort, fast immer und, Kennzeichen eines guten Autoren, auch dann, wenn mich das Thema eigentlich nicht interessiert.  Oder zumindest vor dem Lesen nicht interessiert hat.

Dichtung und Wahrheit

Sorry für die schlechten Bilder.  Bessere gibts im Supermarkt.  Aber klingt doch lecker, oder?

Und sogar „100% deutsche Kartoffeln“.  Ein tolles Produkt.  Nur gute Sachen drin.  Jaja.  Bis man das Kleingedruckte liest:

14 % Kartoffeln.  Und die vollmundig gepriesene Pilzfüllung?  Da muß man schon bis in die dritte Zeile vordringen: 0,6 % Butterpilze.  Nullkommasechs Prozent!  Das sind, selbst wenn man das Steinpilzpulver weiter unten großzügig dazunimmt, nicht mal zwei Gramm Pilze, gefühlt dieselbe Größenordnung also wie die für den Schriftzug „gefüllt mit Pilzen“ auf der anderen Seite der Verpackung verwendete Druckfarbe.  Mehr Salz als Pilze!  (Nicht vom jodierten Speisesalz kurz vor Schluß irritieren lassen, vor den Butterpilzen ist noch ein Speisesalz, diesmal anscheinend ohne Jod.  Schlauer Trick für die, die sowas nur überfliegen, gell?)  Aber die Kräuter, also die paar Promille Kräuter — die sind aus nachhaltigem Anbau.  Naaa toll.

Stärkeknödel.  Gefüllt mit Salz.  Das wäre ehrlich gewesen.

Weil Schlabonskis Welt aber eine Serviceseite ist, hier nun der Haushaltstip dazu: Einfach nach dem Kochen ein paar Wochen neben dem Herd stehenlassen.  Dann werden es zumindest mehr Pilze.

Autonome Gefahren

Nein, hier geht es nicht um politisch Autonome, keine Bange. Aber eigentlich ist es doch komisch, daß die Autoindustrie sich für ihre selbstfahrenden Kaleschen einen derartig negativ besetzten Begriff ausgesucht hat — wer will schon ein tatsächlich autonomes Auto? Das müßte ja nicht mal mit Molotowcocktails werfen, um zu nerven. Aber ich schweife ab, und überhaupt ist es vermutlich wieder nur so eine faule Übersetzung von engl. „autonomous“, man kennt das ja.

Jedenfalls ist das, glaubt man den Protagonisten sowohl aus der klassischen Autoindustrie wie auch aus dem Silicon Valley, die Zukunft. Die Zukunft! Sie versprachen uns fliegende Autos, und tatsächlich müssen wir uns damit begnügen, daß wir wenigstens unbelästigt in die Schlaufönlis kucken dürfen, während wir im Stau stehen.

Fahrassistenzsysteme werden in fünf Klassen unterschieden. Am Anfang stehen so Dinger wie Abstandsregeltempomat oder Spurassistent, die sich nur um eine Teilaufgabe der Fahrerei kümmern, den menschlichen Fahrer also nur entlasten und nicht ablösen. Stufe zwei ist das, was Tesla schon vollmundig „Autopilot“ nennt: das Auto kann selber beschleunigen, bremsen und lenken, aber der Fahrer muß immer noch aufpassen wie ein Luchs, zumindest theoretisch.

Im mittleren Bereich der Klassifikation kommen dann Systeme wie Stauassistent oder automagisches Einparken, die zeitweise die komplette Kontrolle übernehmen, aber immer noch nicht erlauben, daß der Fahrer sich derweil anderen Dingen widme. Da ungefähr sind wir jetzt, wenn freilich auch die Hersteller suggerieren, wir seien schon weiter, und zumindest Autobahnfahren auch schon technisch weitgehend gelöst ist — bloß halt noch zu teuer, will man Systeme haben, die zuverlässig kreuzende Lastwagen von über der Straße hängenden Verkehrsschildern unterscheiden können.

Der nächste Schritt von Stufe drei nach vier klingt unspektakulär, ist allerdings der größte: Systeme, die die komplette Arbeit von Start bis Ziel zumindest im Regelfall übernehmen können, und zwar so gut, daß sie es ein paar Sekunden vor dem eigenen Versagen merken, daß sie versagen werden, und so den menschlichen Fahrer mit angemessener Reaktionszeit alarmieren können, wenn sie überfordert sind. Das erweist sich als unerwartet schwierig. Oder vielleicht auch nicht unerwartet — man versuche mal beim Autofahren, konsistent fünf Sekunden in die Zukunft zu schauen. Wird das SUV da vorne ausscheren? Läuft die Frau am Straßenrand los oder nicht? Macht der Radfahrer einen Schlenker? Hält der zurücksetzende Müllwagen an und läßt mich durch? Schwierig bis unmöglich, sowas. Und das mit dem Wissen um die Welt, das man als Mensch so einfach hat und das ein Computer erst mühsam lernen muß. Da hilft es ihm auch kaum, daß er besser kucken kann. Wenn nicht gerade Schnee vorm Sensor klebt, wendet der diesbezüglich leidgeprüfte Berufskraftfahrer mit Abstandsassistent im Actros ein.

Aber gut, gehen wir mal davon aus, daß diese Stufe erreichbar ist. Dann ist doch aber alles gut? Kaum. Denn dann haben wir dasselbe grundsätzliche Problem wie im Flugverkehr, wo der Autopilot im Gegensatz zu Tesla seinem zu recht so heißt, weil er im Prinzip alles von Start bis Landung auch alleine kann: denn was die Maschine kann, verlernt der Mensch. Natürlich nicht völlig, aber in der Praxis fehlt es ihm schlicht an Routine — am Steuer ist und bleibt er ein Anfänger, denn wo soll denn die Übung herkommen, wenn die Maschine ihm die Routinetätigkeiten abnimmt? Das ist bequem, sicher, aber es ist auch nicht ungefährlich. Im Flugverkehr begegnet man dem mit regelmäßigen Schulungen und Prüfungen, und zwar trotzdem mit durchaus diskussionswürdigem Erfolg — aber im Straßenverkehr? Seh ich nicht.

Und wenn das Ding dann Alarm schägt, „hallo, Mensch, wachwerden, hier wird es gefährlich!“, dann wird also ein Mensch, der eben noch mit der oder dem Liebsten plauschte, einen spannenden Film sah oder mit geschlossenen Augen zu feiner Musik leise vor sich hindöste, ins kalte Wasser geschmissen: er weiß nicht, wo er ist, oder wie schnell er ist, oder was gerade um ihn herum passiert, geschweige denn was es ist, wovon sein Auto meint, daß es allein nicht damit klarkommen wird. Er hat, um es rauszukriegen, sich einen Plan zu machen und diesen umzusetzen, bestenfalls ein paar Sekunden Zeit — selbst derer zehn, m.E. völlig utopisch viel, wären da eher knapp für. Und er hat auch keine Übung darin, all dies zu erkennen und zu tun, weil es idealerweise recht selten passiert und er sonst nur seinem Navi sagt, wo er hinmöchte. Im schlimmsten Fall hat er noch nie bei 140 schnell am Lenkrad gedreht oder bei 80 voll in die Bremse getreten und wird schon von der Reaktion des Wagens überrascht. Hey — was soll da schon schiefgehen?

Und wenn es dann vorhersagbar schiefgeht, ist der Mensch schuld, denn das Auto hat ihm ja „rechtzeitig“ die Kontrolle übergeben.

Prognosen sind schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen, und erst recht, wenn Computer am zu prognostizierenden Ding einen Anteil haben. Die Güte von Alexas Spracherkennung oder Teslas Autopilot hätte noch 2013 kein Mensch für in fünf Jahren zu prognostizieren gewagt. Vielleicht gilt das auch für Fahrassistenzsysteme; vielleicht liege ich falsch, und in fünf Jahren sind 20 Sekunden Vorwarnzeit möglich, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie das gehen soll. Am grundsätzlichen Problem — mangelnde Routine und dadurch anfängerhafte Reaktion auf Situationen, die der Maschine zu gefährlich scheinen, um selber damit klarzukommen — ändert das nichts. Im Gegenteil: je besser das Auto selber fahren kann, umso seltener und umso gefährlicher werden die Situationen, in denen es seinen Fahrer weckt, auf daß der die Kohlen aus dem Feuer hole. Und je seltener und gefährlicher diese Situationen, umso unwahrscheinlicher ist es, daß der Fahrer das dann auch kann.

Und trotzdem kündigt GM bereits an, 2019 — nächstes Jahr! — Autos der Stufe fünf in Verkehr bringen zu wollen, die gar kein Lenkrad mehr haben, also komplett autonom fahren sollen. In allen Situationen. Immer. Ja nee, is klar. Was die dann wohl machen werden, wenn sie nicht mehr weiterwissen? Vermutlich Warnblinker an, möglichst viel Tempo abbauen und, sollte dies unfallfrei gelingen, rechts ranfahren, anhalten und um Hilfe rufen.

Eine Idee für einen möglichen Ausweg gibt es freilich auch schon: menschliche Fahrer, die nicht im Auto sitzen, sondern angestellt in einer Notfallzentrale, und dann die nötigen Kamera- und sonstigen Daten auf den Bildschirm bekommen und die Karre ferngesteuert aus der Bredouille fahren. Da das hoffentlich hochgradig geschulte und mit der Zeit auch routinierte Fachleute sein werden und nicht Leiharbeiter mit Führerschein –, ähm, nee: falls das hochgradig etc. –, könnte das schon besser funktionieren als das Modell mit dem Fahrer-Wecken. Dafür wird’s aber auch wieder teurer, denn die Notfallzentrale und die Leiharbeiter mit Führerschein wollen ja auch erstmal bezahlt werden, und eine 100% stabile und schnelle Datenverbindung zum fahrenden Auto braucht es auch. Am Rande: „100%“ bedeutet hier nicht 99,99%, und „schnell“ nicht bis zu 50 MBit/sec.

Und auch dann besteht immer noch die Gefahr, daß das ins Schleudern kommende Auto keinen anderen Ausweg weiß, als mit einem „Ping“ folgende Fehlermeldung einzublenden:

WICHTIGER HINWEIS - Leider sind alle Notfallmitarbeiter derzeit belegt. Bitte warten Sie oder bringen Sie das Fahrzeug selbst wieder unter Kontrolle. - Die Abschaltung der automatischen Steuerung erfolgt in 4 Sekunden. - [ OK ]

Und über das andere Problem mit der goldenen Zukunft, in der man sich statt eines teuren Taxis ein vollständig autonomes Auto ruft, um davon an ein jedes Ziel gefahren zu werden, und deswegen auch gar kein eigenes mehr braucht, was jede Menge Umweltschäden, Flächenverbrauch und was nicht noch alles sparen soll, reden wir dann demnächst mal. Sollte eigentlich jetzt und hier kommen, aber dieser Artikel ist eh schon wieder zu lang. Und nein, es ist nicht ganz so gefährlich, aber dafür auf andere Art unangenehm.

Nachtrag, zwei Tage später: Anscheinend liege ich mit meinen Sorgen nicht völlig falsch — Heise hat auch einen Artikel zum Thema.

Buddenbohm & Söhne

Ja, ich weiß, außer der Blickrolle passiert hier nicht viel im Moment, was soll man auch schreiben, wenn man krank zuhause liegt und alles außer Liegen wehtut. Groko? Erdogan? Trump? Das ist doch alles deprimierend, das nervt doch schon beim Lesen, da muß ich nicht auch noch drüber schreiben.

Und deswegen ist heute in der Blickrolle der Herr Buddenbohm an der Reihe. Maximilian Buddenbohm, allein schon dieser Name ist doch ein Traum. Und schreiben kann er auch, und tut es momentan auch sehr fleißig, täglich sogar. Das war nicht immer so, aber zu den regelmäßigeren Bloggern gehörte er stets in den letzten Jahren. Thematisch ist er auch sehr vielseitig, außer dem großen Ganzen kommt da immer auch wieder ein bißchen Familie und Persönliches, und in letzter Zeit nimmt der Kleingarten einen großen Platz im Blog ein.

Aber eigentlich ist das auch ganz egal, denn der Herr Buddenbohm schreibt so schön flüssig, daß sich das alles entspannt wegliest, und am Ende hat man oder habe zumindest ich nie das Gefühl, darauf hätte ich jetzt auch verzichten können. Es macht einfach Spaß, das Blog von Buddenbohm & Söhne — auch wenn die Söhne oder ihre als Herzdame auftretende Mutter mal schreiben übrigens, meist sind das dann Spieletests und dergleichen. Wie überhaupt auch (gekennzeichnete) Werbung im Blog auftaucht gelegentlich, aber damit kann man ja auch leben, finde ich.

Also, wenn ich Euch zuwenig schreibe — Buddenbohm & Söhne mag die Lücke füllen helfen! Und wenn nicht, dann lest trotzdem mal rein. Es lohnt sich.

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