Freitagstexter IV

Hinweis: Da lange keine Kommentare kamen, hatte ich die Abgabefrist bis Dienstag, den 22. Mai, 24:00 MESZ verlängert.  Bis dahin dürft Ihr also noch mitmachen!  Dieser Beitrag bleibt solange oben angepinnt.

Schon wieder ein Freitag, schon wieder ein Freitagstexter!  Als „intimer Kenner der 2CV-Szene“ (ja, Axel, Du darfst lachen) fiel es mir anscheinend leicht, des Bebals Bild fachgerecht zu kommentieren.  Ich glaube ja eher, daß es an der mangelnden Beteiligung lag, daß ich den Pott schon wieder abgestaubt habe, aber egal.

Wir machen jedenfalls diesmal nix mit Enten, und intime Kenner der Bulliszene lesen hier glaubich auch keine mit, obwohl, vielleicht halten sie auch nur die Klappe.  Mal sehen, ob ich sie aus der Reserve locken kann hiermit:

Auch diesmal geht’s nicht ohne Regeln, aber es sind immer dieselben: Wer ein Blog hat oder eins kennt, in dem er Gastartikel schreiben darf, der darf mitmachen (alle anderen auch, aber sie haben keine Chance auf dem Pokal).  Dazu einfach einen Bildtext ausdenken — der muß nicht zwingend lustig sein, aber meist werden sie es dann doch.  Und auch alles andere, ob nun Thema, Länge, Versmaß oder Wirrheit, sind egal. Nicht egal ist die Adresse des Blogs — dafür gibt es in den Kommentaren das Feld „Webseite“.

Der Ausrichter des dieswöchigen Wettbewerbs, jetzt also mal wieder ich, prämiert dann irgendwann nach Dienstagmitternacht streng subjektiv und garantiert nicht einklagbar den Sieger — und jener muß darf hat die Ehre muß dann am darauffolgenden Freitag im eigenen Blog einen neuen Wettbewerb gleicher Art ausrichten.

So lasset die Spiele beginnen!

Hättich sonst nicht erkannt

Aus der Abteilung „so weit, so offensichtlich“:

Tender auf Abstand

Nein, das ist kein Beitrag aus meinem anderen Leben bzw. Modellbahn-Blog, der versehentlich hier gelandet ist.  Sondern der Betreff einer Mail, die bei mir natürlich genau diese Assoziation hervorrief: daß es um den Abstand zwischen (Dampf-)Lokomotive und (Schlepp-)Tender gehe.

Doch weit gefehlt: es geht um meine Strumpfbedürfnisse!

TENDER auf Abstand

Liebe
Wir Agri-Food-Produkte der Discounter und wir wollen wissen, wenn Sie irgendwelche Strumpf Bedürfnisse haben.
Wir nehmen Ihre Aktien und verkaufen sie für den Export, Afrika, Ost-Länder
Als Spezialist der Transaktionen und den Abruf der Logistik.
Unsere Firma <Name gelöscht> hat viel Erfahrung auf dem Gebiet der Lagerabbau von Artikeln Endziel Öffentlichkeit.
Schnelle Entführung (innerhalb von 8 Tagen) auf unsere Kosten
Die finanzielle Unabhängigkeit, die eine schnelle Transaktionen erlaubt
Wenn Sie Bedarf Lagerabbau , senden Sie uns eine Liste und Ihren Tarif.
Für weitere Informationen, kontaktieren Sie uns bitte.

Als freie Prosa durchaus nicht erfolglos bei der Humorigkeit, das muß man der Übersetzungsmaschine schon lassen.  „Wir nehmen Ihre Aktien und verkaufen sie für den Export“, den Teil glaube ich ihnen sogar.  „Schnelle Entführung auf unsere Kosten“?  Nee, den nicht.  Man muß ja nicht gleich das Schlimmste denken.

Aber wenn man schon mit „Endziel Öffentlichkeit“ agiert — ist es echt so schwer, einen Muttersprachler zu finden, der mal drüberlesen kann?  Oder einfach mal einen guten Online-Übersetzer zu benutzen?  Der französische Originaltext stand freundlicherweise dabei, da konnte ich gleich mal ein Experiment anschließen und meinen Lieblingsübersetzer DeepL bemühen.  Und siehe da:

ANGEBOTE auf Déstockage aufrufen

Madam, Sir,
Wir sind Lebensmittel-Discounter und möchten gerne wissen, ob Sie einen Bedarf an Lagerabbau haben.
Wir nehmen Ihre Bestände zurück und verkaufen sie für den Export, Afrika, die östlichen Länder.
Als Spezialist für Transaktions- und Lagerlogistik.
Unsere Firma <Name gelöscht> hat viel Erfahrung auf dem Gebiet des Lagerabbaus von Artikeln für die Endverbraucher.
Schnelle Entführungen (weniger als 8 Tage) auf unsere Kosten
Eine Finanzautonomie, die schnelle Transaktionen ermöglicht.
Wenn Sie Bedarf an Lagerabbau haben, senden Sie uns eine Auflistung und Ihre Preisliste.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Bis auf die Entführungen, im Original „enlèvements“, was laut LEO auch, aber eben nicht nur „Abholungen“ bedeuten kann und hier offensichtlich auch tut, schon viel verständlicher.  Um nicht zu sagen: erstmals verständlich.  „Déstockage“, im Betreff nicht automatisch übersetzt, im Fließtext aber schon, scheiterte nur am großen D — mit einem kleinen wird die Überschrift zu einem perfekten „ANGEBOTE zum Lagerabbau einholen“.

Nun bin ich leider gottseidank überhaupt gar kein Lebensmittelhändler und habe also nix von diesem neugewonnenen Verständnis dafür, was diese Leute eigentlich von mir wollen.  Aber zumindest hatte ich so mal Gelegenheit, die Links zu meinem Lieblingsübersetzer und meinem Lieblingswörterbuch unter die Leser zu bringen.

Und sollte ich jemals irgendwelche Strumpf-Bedürfnisse haben, ich Ferkel, werde ich mich natürlich gern an den Absender wenden.

Verklickt? Pech gehabt.

Bekanntlich kann man bei der elektrischen Bucht ja seinen Handelspartner bewerten — positiv, neutral oder negativ, zusätzlich als Käufer auch noch mit je ein bis fünf Sternen für Artikelbeschreibung, Versandkosten, Lieferzeit und Verkäuferkommunikation.  Und wie das so ist: obwohl druntersteht, daß einmal abgegebene Bewertungen nicht mehr zu ändern seien, ist es mir dann neulich doch passiert, bei einer positiven Bewertung versehentlich viermal einen Stern vergeben zu haben statt derer viermal fünf.

Naja, denkt man sich.  Schreibste denen halt ne Mail, das wird sich ja lösen lassen.

Als Antwort kam eine automatische, völlig unformatierte Bleiwüste ohne innewohnenden Erkenntnisgewinn.  Aber es gibt ja noch die Hilfeforen.  Denen entnahm ich mit etwas Rumsuchen, daß der Käufer da leider nix machen könne außer, wie ich es sofort getan hatte, die abgegebene Bewertung nochmal erklärend zu kommentieren — daß aber der Verkäufer eine Überarbeitung der Bewertung beantragen könne, woraufhin ich die Chance bekäme, den Fehler zu korrigieren.

Dieses habe ich dann also per Nachricht den Verkäufer gebeten zu tun.  Mit nur einem Teilerfolg: er tat, allein das System lehnte diesen seinen Antrag ab.  Ohne Angabe von Gründen.

Es folgte eine Exkursion ins Menüsystem der Online-Hilfe, bis ich den Themenpunkt „Bewertungen abgeben und erhalten“ gefunden hatte (ohne Thema gibt’s keine Telefonnummer).  Und das Ergebnis des längeren Gesprächs mit der (immerhin freundlichen) Kundenberaterin?

Eine Änderung ist leider nicht möglich.

Weil es ja schon eine positive Bewertung sei, warum solle man die ändern?

Tja, lieber Verkäufer, tut mir leid.  Ich hab’s versucht.  Und verstehen muß ich das eh nicht — das wäre ein einziges Datenbankupdate, wer ich bin und um welchen Artikel es geht weiß die Website eh, vermutlich könnte ich die Funktionalität schneller einprogrammieren als herausfinden, daß es sie nicht gibt.

Drecksladen.

Zuviel Salz ist ungesund

Hach, die Qual der Wahl:

Geröstet & gesalzen.  Hmmmm, lecker!  Aber zuviel Salz ist ungesund, sagt man, und hey, pikant gewürzt klingt ja auch nicht schlecht.  Tun wir uns also was Gutes, verzichten auf die bevorzugte Geschmacksrichtung (klar, sicher, auf die ganzen Cashews zu verzichten wäre natürlich noch gesünder, aber wir wollen ja nicht übertreiben) und schnabulieren mal salzarm.

Ja.  Da hab ich ne kleine Überraschung parat:

„Pikant gewürzt“ enthält nicht nur genausoviel Salz wie „geröstet und gesalzen“ (wie, spätere Stichproben in anderen Läden ergaben’s, es bei den meisten anderen Anbietern der Fall ist), nein: „Pikant gewürzt“ enthält fast dreimal so viel Salz wie „geröstet und gesalzen“!  Und ja, das schmeckt man auch — selbst für mich bekennenden Salzjunkie schmecken die „pikanten“ Dinger hart an der Grenze zu versalzen.

Also immer schön aufs Kleingedruckte achten!

Vittel? Ham wa nich da.

Ich wußte gar nicht, daß „Vittel“ tatsächlich eine Mineralquelle ist und nicht nur eine Marke (wie übrigens, auch erst gerade gelernt, auch Évian, das Wasser für Naive, wie es schon in umgekehrter Reihenfolge auf dem Etikett steht).  Aber es ist, und das gleichnamige Dorf in Frankreich hat jetzt Wassermangel und zeiht Nestlé, den Besitzer von Quelle und Marke, der Überausbeutung.

Dabei wäre die Lösung doch so einfach: selbst in Vittel wird man doch Vittel-Wasser im Supermarkt kriegen, oder?  Einfach nachbestellen!

(Gefunden bei Fefe.)

Hallo Echo! Hallo? … Hallo?!

Der Musikpreis Echo ist tot.  Gut, das ist jetzt keine bahnbrechende Nachricht, und ein Drama ist es auch nicht, eher im Gegenteil, aber die Umstände seines Ablebens sind doch bezeichnend: da verleihen diese Vollhonks ihren schaseligen Preis ein paar merkbefreiten Deutschräppern, die zumindest sehr fragwürdige Texte vor sich hinbrabbeln*, und wundern sich dann über einen gepflegten Scheißsturm.  Und als der zu heftig wurde, haben sie halt die Reißleine ge- und den Schwanz eingezogen, die Förmchen aus dem Sandkasten geworfen und gebrüllt: Jetzt mach ich nicht mehr mit, so!

Herzlichen Glückwunsch.  Bessere PR hätten sich die Räppidioten nicht wünschen können.

Denn seien wir doch mal ehrlich: wer solche Texte schreibt, der macht das, um zu provozieren.  Und was Schöneres könnte es für einen Provokateur geben, als wenn man nicht nur einen Preis bekommt, und nicht nur daraufhin viele andere „Künstlerkollegen“ diesen Preis aus Protest empört zurückgeben, sondern wenn dann wegen dieses Protestes der ganze Preis als solcher im Klo runtergespült wird?  Das ist doch der feuchte Traum eines jeden Trolls.

Und daß der Preis auch vorher schon Scheiße war, weil er nämlich ein Kommerzpreis war und über die künstlerische Qualität (was immer das sein mag) genausoviel aussagte wie die diversen Goldenen oder sonstwie funkelnden Schallplatten an den Wänden von Helene Fischer oder Dieter Bohlen, spielt dabei eh keine Rolle.  Eigenartig eigentlich — hat schon mal wer seine Goldene Schallplatte zurückgegeben, weil irgendwer anders, mit dem er sich nicht gemein machen wollte, auch eine bekommen hatte?  Der Echo war doch ansich auch nix anderes.

Naja.  Die Runde geht jedenfalls an die beknackten Räpper.

Und wetten, daß es auch nächstes Jahr wieder eine tolle tolle Gala nebst Pokalverleihung für die besten meistverkauften Musiker Geräusch Lärmproduzenten geben wird?  Nur Echo wird sie wohl dann nicht mehr heißen.  Schade — der Name war angesichts des Resonanzraums in den hohlen Birnen der Versammelten eigentlich höchst angemessen.

Fußnote: In einer bisherigen Version dieses Artikels stand hinter der Stelle mit den zumindest fragwürdigen Texten folgendes: „(ob nun antisemitisch oder nicht, darüber wage ich keine Aussage — dazu müßte man sich da erstmal reinhören oder -lesen, und das tu ich mir sicher nicht an —, aber ekelerregend sind die in den Medien zitierten Zeilen auf jeden Fall)“.  Von der verquollenen Formulierung des Klammertextes mal abgesehen, hat das mit dem Reinlesen inzwischen Peter Nowak bei Heise für mich erledigt in seinem Bericht über eine Strafanzeige gegen die Räpper wegen Volksverhetzung.  Es handelt sich bei der Textkritik anscheinend also um mehr als das übliche Gutmenschen-Mimimi.  Ich bleibe ansonsten bei meiner Aussage, daß ich die Texte ekelerregend finde und nicht lesen möchte — im verlinkten Bericht sind Beispiele, Lesen auf eigene Gefahr.

Nicht alles Verbrecher

Drüben beim Blick Ableiter habe ich den Link zu einem Rant auf Danika ´ s Blog (nur echt mit Leerzeichen-Akzent-Leerzeichen) gefunden, in dem sie deutliche Worte über einen Speditionsleiter findet, der von seinen Fahren drastisch illegale Aktionen einforderte, und in dem sie schlußfolgert: „Leider gibt es von solchen Verbrechern noch immer zu viele“.

Klar.  Jeder ist einer zuviel.

Aber zur Ehrenrettung der Branche: ich kenne ja nun auch schon einige Speditionen von innen, sowohl deutschlandweit bekannte wie auch kleine Klitschen, und ich habe nie erlebt oder auch nur gerüchteweise vernommen, daß dort ein Fahrer zum Gesetzesbruch genötigt wurde.  Manche der Kollegen haben es trotzdem gemacht, wohl aus falschverstandener Berufsehre der Geschmacksrichtung „wenn ich sage, das bringe ich heute noch dahin, dann mach ich das auch“, aber das geschah auf eigene Kappe.

Was jetzt nicht heißt, daß dort überall alles schnuffig war.  Besonders mein erster Arbeitgeber in dieser Branche hat eine bemerkenswerte Insolvenzverschleppung hingelegt, aus der ich auch ein paar eherne Regeln für die Firmenwahl abgeleitet habe, nämlich: Wenn der neue PKW des Geschäftsführers mehr PS hat als Dein Vierzigtonner; wenn eine Firma nicht mal ihren Namen auf die LKW klebt; wenn eine Tankkarte mangels Deckung nicht funktioniert; wenn Gehalt oder Spesen auch nur eine Woche zu spät überwiesen werden — renn, was das Zeug hält!  Sei die schlaue Ratte, die das sinkende Schiff als erste verläßt!

Aber sonst kann ich, wie gesagt, nur Gutes oder zumindest Gesetzeskonformes berichten.  Klar gabs auch mal nen Anschiß für Verspätungen, wenn die gefühlt von mir zu verantworten waren (und klar gab es über die Schuldfrage auch mal lautere Diskussionen); klar ist nicht jeder Chef verständnisvoll, wenn man irgendwas mit dem LKW angerempelt hat; und ja, klar gibt’s auch mal die Frage, ob man nicht mal die Pause „vergessen“ oder die zulässige Arbeitszeit überziehen könne.  Aber das Entscheidende im letzten Satz ist das Wort „Frage“, denn ja, es war immer eine, und keine rhetorische.

Es gibt zu viele Verbrecher in unserer Branche, keine Frage.  Aber die meisten sind keine.

Waldspaziergang? Viel zu gefährlich!

Und immer wenn man meint „blöder geht’s nicht mehr“, kommt von irgendwo … ein Ami her.  In dieser lange vernachlässigten Rubrik (die jetzt auch eine eigene Kategorie ist) heute: die Administration der Penn State University, die es dem dortigen „Outing Club“ verboten hat, mit Studenten Waldwanderungen und ähnliche Aktivitäten in Gebieten mit schlechter Händinetzabdeckungen anzubieten.

Wegen der Sicherheit.

Daß es in den 98 Jahren seiner Existenz bestimmt weniger Verletzungen im Wald gab als auf dem Football-Feld, tut dabei nichts zur Sache.  Das sind doch junge, fitte Erwachsene, die kann man doch nicht alleine in die Natur gehen lassen!  Was da alles passieren könnte!  Die armen Kleinen könnten dann ja im Wald gar nicht um Hilfe telefonieren (oder wottsäppt man heute auch schon Notrufe? Weiß ich gar nicht), das kann ja nicht angehen.

Stattdessen sollen die Studenten dann doch bitte „eine andere Art von Club“ gründen, sagt die Unileitung.  Nee, is klar.  Vielleicht spendiert ihnen die Uni ja auch ein schickes Fitness-Studio oder so.  Mich würde es indes nicht wundern, wenn die ihren Verein stattdessen dann halt uni-unabhängig neu gründen, das wäre vermutlich das einfachste und angemessenste.

Der verlinkte Artikel schließt aber mit einer wirklich grandiosen Idee: Vielleicht können sie ja auch demnächst Virtual-Reality-Waldläufe in einem Raum mit gepolsterten Wänden machen.  Falls es da drin Händinetz hat.

(Gefunden bei Fefe.)

Freitagstexter III: Pokalverleihung

Naja, „frühe Morgenstunden“ war als versprochener Termin für die Freitagstexter-Prämierung vielleicht doch ein wenig optimistisch, aber hier ist sie nun!

Vier Kommentare waren es diesmal, die das Bild von der schmalen Ente inspiriert hat.  Mit zweien davon konnte ich sogar was anfangen.  Für nehalennias Kommentar war ich anscheinend einfach zu doof: „2 Pferde und ein Traktor in Sachunion gewannen den ersten Preis bei der diesjährigen Frühlingsparade!“  Die deux chevaux habe ich noch erkannt, aber alles andere bleibt mir ein Buch mit sieben Siegeln, tut mir leid.  Und auch bee hat mein armes kleines Hirn entweder über- oder unterfordert mit „Sonntags fuhren Jacques und Jill gerne mal im Zweisitzer nach Besançon“ — vielleicht ist das ja ein brillantes Film- oder Romanzitat, das ich zu googeln einfach zu blöde bin, aber so ist es nun mal.

Schmunzeliger war da schon derchristoph mit „Schmalhans‘ erste Ausfahrt.“  Der sprichwörtliche Küchenchef hat sich also ein zu seinem Namen passendes Automobil gegönnt, wie nett.  Aber den Sieg trägt diesmal trotzdem der Kulturflaneur nach Hause:

Warum heisst diese Zitrone eigentlich Ente?

Warum heisst diese Zitrone eigentlich Ente?

Gute Frage.  Die tatsächliche Antwort ist nicht witzig, soll hier aber trotzdem nicht unterschlagen werden: man bezeichnete den Wagen hierzusprachraum als „häßliches Entlein“, und wie so manch andere Beleidigung von Minderheiten (man denke an das N-Wort für dunkelhäutige oder das S-Wort für homosexuelle Menschen) nahm der Döhschwo beziehungsweise seine Fahrer den Namen an und machten ihn zu ihrem.  Dem Käfer ging es da ja ganz ähnlich — die Legende besagt, daß sein Name aus einem Henry-Ford-Spruch entstand, der nach einer Volkswagenwerksführung meinte, am Band habe ihn einer der Wagen angefahren, und später habe dann der Werksarzt diesen Käfer aus der Wunde gezogen.

Aber ich schweife ab, es geht ja um des Kulturflaneurs Zitrone — bemerkenswert vielschichtig, denn nicht nur Farbe und Markenname erinnern hier daran, sondern auch des Fahrzeugs Form, in diesem Fall allerdings an eine ausgequetschte Hälfte einer solchen.  Kurz, knackig, kreativ und komisch — das ist eines Pokals würdig:

Bitteschön!  Und übermorgen seit Freitag geht’s dann beim Kulturflaneur weiter.

Freitagsnexter

Freitagstexter III

Na, den war ich ja nur kurz los, den Freitagstexter-Pokal.  Axel war der Ansicht, mein Beitrag sei (trotz einem kleinen, ihm wohl nicht aufgefallenen Fehler) der preiswürdigste, obwohl (oder gerade weil?) er kein bißchen witzig war.  Was man durchaus als Hinweis verstehen mag: Freitagstexter müssen nicht unbedingt witzig sein!  (Dürfen sie aber natürlich.)

Herzlich willkommen beim Freitagstexter! Die tun nichts. Die wollen nur schreiben.

Nochmal kurz die Regeln: Jeder Blogger (oder auch jeder, der einen Blogger kennt, bei dem er einen Gastbeitrag schreiben darf) ist aufgerufen, sich eine Bildunterschrift auszudenken — egal wie lang, witzig, wirr, lehrreich oder themen- bzw. bildbezogen sie sein mag.  Es gibt genau gar keine inhaltlichen Limits!  Zeitliche aber schon, denn nur was bis Dienstagmitternacht mit Blogadresse in den Kommentaren verewigt ist, hat eine Chance auf den begehrten Pokal.  Den verleihe ich dann am Mittwoch in den frühen Morgenstunden, und der hoffentlich stolze Sieger möge dann am folgenden Freitag einen neuen Wettbewerb in seinem Blog ausrichten.

Ein weiteres Mal soll es in der heutigen Folge um Gummibereiftes gehen. Das Bild ist sogar mal von mir, die Art der Veranstaltung dürfte ebenfalls zu erkennen sein.  Es sei versichert, daß bis auf ein paar Verpixelungen nichts an diesem Bild verändert worden ist!

Also denn, ran an die Tasten, sie beißen nicht!

Mal wieder ne brillante Idee aus der CSU

Ja, doch, der neue Verkehrsminister gibt sich alle Mühe, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.  Mühsam verkneife ich mir die naheliegenden Namenswitze, obwohl, wieso eigentlich?  Bescheuerter als die Ideen des Doofrinds sind die auf keinen Fall.  Der erste Vorschlag seines Parteifreunds und Nachfolgers auch nicht, aber der hat ja auch noch Zeit, sich warmzulaufen.  Zumindest dürfte Herrn Scheuers erste Glanzleistung keinen Schaden anrichten, und das ist ja schon was, worüber man froh sein muß bei Ideen aus dem Dunstkreis der CSU: Elektro-LKW von der Maut befreien!

Hab ich nicht mal was gegen.  Aber die Begründung, die ist schon nett: Um die Luft in den Städten zu verbessern.  Weil dort ja ohnehin keine LKW-Maut anfällt.  Äh.  Was?  Achso.  Äh.  Nee, is klar.

Herr Scheuer, Sie sind offensichtlich noch nicht damit fertig, sich in Ihr neues Amt einzulesen.  Lassen Sie sich helfen:  LKW-Maut wird, im Gegensatz zum Stammtischprojekt „Ausländermaut“ Ihrer Partei, tatsächlich nur für gefahrene Kilometer fällig, außerorts auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen.  Genau dort also, wo es genau gar keinen Unterschied für die Luft in den Städten macht, was die LKW so an Schadstoffen rausmölmen.  Was, nebenbei bemerkt, erheblich weniger ist als bei PKW vergleichbaren Alters.

Und wer heute einen E-LKW kauft, wird damit kaum mautpflichtige Straßen befahren, da ist allein schon die mangelnde Reichweite vor — bis die Dinger fernverkehrstauglich sind, vergeht, egal was Elon Musk verspricht, noch mindestens eine Legislaturperiode, darüber brauchen Sie sich also eigentlich überhaupt keinen Kopp zu machen.  Gäbe ja auch wahrlich wichtigere Themen, gell.  Von denen muß anscheinend abgelenkt werden?

Netter Versuch.  Weitermachen, Sie haben Potential.  Als Komiker, versteht sich.

Freitagstexter II: Pokalverleihung

Bei meinem zweiten Freitagstexter war die Resonanz etwas bescheidener; vielleicht lag’s am Bild, vielleicht hatten auch alle anderen an Ostern so schon genug um die Ohren.  Sei’s drum — kommen wir zur Prämierung.

Herzlich willkommen beim Freitagstexter! Wer schreibt, dem bleibt nichts erspart.

la-mamma lieferte eine brauchbare Bildbeschreibung ab: „Bauer Ferke beim Transport seiner neuen Bridge to Nowhere“.  Da hätte sich die Redaktion doch noch etwas mehr Kreativität gewünscht; so bleibt nur der undankbare vierte Platz, was mir zwar leid tut, aber einen muß es ja schließlich treffen, gell.

bee fand eine unerwartete Wendung mit „Vor allem im Osten stieß das Modell Pontifex Maximus auf unerwarteten Widerstand“.  Das war schon mehr Futter für die Gehirnzellen, aber so richtig wollte der Funke auch hier nicht überspringen, gab es doch auch zum Aufnahmezeitpunkt noch gar keinen Osten.  Trotzdem eine verdiente Bronzemedaille!

Vom Kulturflaneur kam mitten in den Feiertagen noch ein österlicher Beitrag: „Die Auto-Arche Noah rettet Staugeplagte aus dem Osterstau.“  Vorm inneren Auge entstand das Bild von einem Pärchen Käfer, einem Pärchen Isettas, einem Pärchen Barockengel etc. oben auf der Konstruktion, vom Hanomag heldenhaft gerettet aus den Fluten des Verkehrs — doch, das machte mich schon schmunzeln, und dafür gibt es die Silbermedaille.

Aber den Sieg und damit den begehrten Pokal trägt — schon wieder, aber was will man machen — Axel nach Hause:

Als die neue Egge angeliefert wurde, kam bei Bauer Henke so langsam der Verdacht auf, daß er bei den Größenangaben irgendwas falsch gemacht hatte.

Da lief und läuft ein Film auf meiner ganz persönlichen Leinwand im Kopf, über den ich immer noch kichern muß.  Was bestellt er seine Egge auch in Amerika, wo sie inch lesen, wenn wir Millimeter meinen?  Und wie soll der arme alte Hanomag das auf dem Acker schaffen?  Herrlich.  Nee, das war völlig alternativlos, und so gibt es halt schon wieder einen güldenen Pott für Axel: Bitteschön!

Und am Freitag ab sofort geht es natürlich auch dort wieder weiter.  FreitagsnexterVielen Dank fürs Mitmachen an alle Teilnehmer!

Freitagstexter II

Herzlich willkommen beim Freitagstexter! Die tun nichts. Die wollen nur schreiben.

Na sso!  Da hab ich doch glatt mit einer Brösel-Parodie den Freitagstexter abgestaubt, drüben beim Boomerang.  Herzlichen Dank, auch wenn er mich „das Schablonski“ nennt — ich bin da ja Kummer gewohnt, das nehm ich keinem übel.

Kurz nochmal die Regeln: Der Sieger des Wettbewerbs — das bin im Moment ich — stellt freitags ein Bild in seinen Blog, das dann andere Blogger kommentieren können.  Lang oder kurz, lustig oder nicht, pointiert oder wirr — das alles ist Geschmackssache.  Aus diesen Kommentaren wählt der Ausrichter dann nach Dienstagmitternacht streng subjektiv den besten aus, verkündet des selbigen Autoren am frühen Mittwoch als Sieger — und am Freitag ist dann jener dran, in seinem Blog das gleiche auszurichten.

Was impliziert, daß man zur Teilnahme ein eigenes Blog haben muß (oder ein fremdes, wo man als Gastautor den Wettbewerb ausrichten darf, versteht sich).  Und dieses bitte ich dann auch im Kommentar zu vermerken; am einfachsten als Link im Feld „Webseite“.

Doch der Worte sind genug gewechselt!

Sso — nun textet mal schön.

Ausgezwitschert

Nur für den Fall, daß es doch ein Leser bemerken sollte (immerhin hat ein einziger auch mal draufgeklickt, jaha, das ist die Resonanz, wie ich sie kenne!): es gibt hier keine Twitter-Böppel mehr.  Und es gibt zwar rein technisch meinen Account noch, allein schon damit ihn keiner feindlich übernimmt und damit Unfug anstellt (ist ja ein attraktives Ziel so mit vollen 10 Followern), aber gelesen und bezwitschert wird er zumindest bis auf weiteres nicht mehr.

Die Gründe?  Nun, zum einen ein ziemlich beschissenes Aufwand/Nutzen-Verhältnis, und das trotz minimalem Aufwand (bei Nutzen=0 bleibt das Verhältnis trotzdem unendlich groß, nicht wahr), und zum anderen die durch diesen Text von Shamus Young beflügelte, aber auch schon vorher gefühlte Erkenntnis, daß dieses ganze Filterblasen-Ding nix für mich ist.

Der Blogosphäre (ein Wort, das mich automatisch in die Jungsteinzeit des Mediums datiert, aber was solls, da gehör ich halt auch hin) bleibe ich aber selbstredend erhalten.

Man sieht sich dort, vorfreut sich grüßend:
Euer Dieter Schlabonski.

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