Neue alte Artikel (Teil 1: Testlauf)

Wie Ihr ja inzwischen mitgekriegt haben werdet, bin ich dabei, alte Artikel aus der Zeit vor diesem Blog in selbiges zu importieren.  Und nein, die sind noch nicht da.  Was aber nun da ist, sind vier andere alte Artikel, die früher nicht Teil von Schlabonskis Welt waren, sondern in der Newsgroup (die Älteren werden sich ans Usenet erinnern) de.etc.fahrzeug.auto gepostete Fahrberichte, die aber wie ich finde einigermaßen hierherpassen — und das ist eine günstige Gelegenheit, auf die neue Kategorie „Hysterisch wertvoll“ hinzuweisen, der außer diesen vieren auch die weiteren 223 noch zu importierenden angehören werden, wenn sie denn mal importiert sind.

Ich glaub es fängt an oder was

Geht los:

Dafür strebt [Thomas de Maizière] zwar keine „gemeinsamen Anträge, Gesetze oder Initiativen […] mit der AfD“ an, betont aber gleichzeitig, man könne „nicht allein deswegen den guten Vorschlag unterlassen, weil vielleicht die AfD zustimmt“. Ähnlich äußerte sich CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, der gegenüber der Welt meinte, man werde die „parlamentarische Arbeit wegen der komplizierten Mehrheitsfindung nicht einstellen, nur weil die AfD im Parlament sitzt“, auch wenn man „nicht verhindern könne“, dass sich die neu in den Bundestag eingezogene Partei „Anträgen anschließt“.

Gefunden bei Telepolis, Hervorhebung von Schlabonski.

So, liebe Kinder, sieht es aus, wenn die „bürgerliche Mitte“ leise und unauffällig anfängt, sich an die Rechten heranzuwanzen.  Demnächst in diesem Theater dann: von den Nazis geduldete Minderheitsregierungen, Koalitionen und so weiter.  Und es behaupte keiner, das habe doch niemand kommen sehen können.

Ich bin dann mal kotzen.

Tortengrafik im wahren Leben

Dann spiel ich nicht mehr mit!

Soso, nun hat also die FDP die Jamaika-Koalitionsverhandlungen hingeschmissen.  Moment — die FDP?!  Warum dieses?

Es gab ja in den letzten Tagen hauptsächlich Clinch zwischen CSU und Grünen, wegen den Flüchtlingen und Seehofers Obergrenze einerseits und dem Klimaschutz und den schon wieder gekippt gewesenen Grünen-Forderungen nach Kohleausstieg und Verbrennungsmotorenverbot andererseits.  Und kurz bevor die beiden zugeben, daß das nix wird, kommt die FDP daher und plärrt: Ey! Ich habe hier auch Forderungen! Keiner berichtet über mich! Dann spiel ich nicht mehr mit, werdet schon sehen was Ihr davon habt! *fußaufstampf* *förmchenausdemsandkastenwerf*

Verstehen kann man das schon.  Von den Forderungen der FDP hat niemand was mitgekriegt, und so ganz eindeutig kann sie auch jetzt nicht sagen, woran konkret es denn gescheitert sei.  Und genug Leute zum Mitregieren hat sie eigentlich auch nicht.

Und jetzt?

Jetzt gibt es im Wesentlichen vier Möglichkeiten, nur leider ist keine davon realistisch und wünschenswert:

  1. Rotrotgelbgrün, was zumindest nach dem aktuellen Gegreine der FDP, Jamaika sei ja nur „Groko-Politik mit etwas ökologischem Landbau für die Grünen“, für selbige kein Problem sein sollte.  Aber mit Schulz als Kanzlerkandidat?  Irgendwie seh ich das nicht.  Also so gar nicht.
  2. Minderheitsregierung, wäre dann wohl Schwarzgelb.  Immer noch mein Favorit, daß sich die Regierung zu jedem Sachthema Mehrheiten suchen müßte — mehr Sachdebatten im Bundestag wären doch mal eine gute Sache.
  3. Doch wieder Groko.  Muß sich die SPD halt noch einen Schritt weiterdemontieren, fällt jetzt auch nicht mehr auf.  Daß das (nicht nur für die SPD) keiner wollen kann, hat die ja noch nie gehindert.
  4. Neuwahlen.  Was für die SPD natürlich genauso Scheiße wäre, denn dann steht sie mit runtergelassenen Hosen da — mit Schulz als Kanzlerkandidat wird das doch garantiert nix, und sonst, wer solls denn machen?

Zusammenfassend: Alles Scheiße.  Wie immer.

Das einzige was mich gerade aufmuntert ist mir vorzustellen wie sich Petry jetzt fühlt.

) auf

Da hat er allerdings recht, der Simon.  Allein das wär mir schon die Neuwahlen wert: Zu wissen, daß wir zumindest die Schnepfe dann endgültig los sind.  Auf das Wahlergebnis darf man eh schon jetzt gespannt sein: Wird die FDP für ihren „Mut“, dem Trauerspiel Jamaikasondierung ein Ende zu machen, belohnt oder doch eher fürs Hinschmeißen der Förmchen bestraft?  Werden die Jamaika-Parteien, nachdem sie ja schon beim ersten Mal die Wahlverlierer waren, weiter einbüßen?  Und wer kriegt dann all diese Stimmen?  Werden ja nicht alle gleich die Nazis wählen deswegen.

Hoffe ich.

Es bleibt jedenfalls spannend.  Und nein, natürlich wird deswegen nicht alles gut, vermutlich sogar nix besser — aber ich bleibe dabei: schlimmer als noch ne Große Koalition kann’s eigentlich nicht werden, zumindest bis die Zeit reif ist für Schwarzbraungelb, also die Farben des Kloschlüsselinhalts.  Denn daß das nie passieren wird, darauf würde ich auch nicht mehr wetten.

Sprachfilterschild

Da hängt es traurig an der Gitterboxpalette neben der Zufahrt zum Leergutplatz einer traditionsreichen norddeutschen Lastwagenfabrik, eingehüllt in Folie und trotzdem öfter mal durchweicht vom Regen, und außer verwirrten ausländischen Fahrern hat keiner, der es ansah …

… je gemerkt, daß „Continue until prompted“ und, wenn man dem Gugelübersetzer soweit trauen kann, auch „Kontynuuj, aź pojawi się monit“ eben genau nicht „Weiterfahrt erst nach Aufforderung“ bedeuten, sondern im Gegenteil „Weiterfahrt bis zur Aufforderung“, was natürlich wenig Sinn macht.  Zumindest das Englische kann man aber auch als „Fahren Sie weiter, bis Sie zum Anhalten aufgefordert werden“ lesen, und da hilft dann auch das darüber angebrachte Stopschild kaum, denn auch draußen im öffentlichen Verkehr fordert es ja nur zu einem kurzen Halt zwecks Gewährens der Vorfahrt auf und nicht zu längerer Wartezeit.

Anscheinend haben die fremdländischen Kollegen aber auch das Prinzip allen Navigierens auf Firmengelände verinnerlicht: Im Zweifel stehenbleiben, da wird man allenfalls angehupt oder -raunzt, wo falsches Weiterfahren mitunter richtig Ärger bringen kann.  Vermutlich auch trotz falsch übersetzter Schilder, die man mit etwas bösem Willen auch als Filter ansehen könnte: wer kein Deutsch kann, kriegt einen aufs Dach.

Teslas Sattelschlepper: Eher nur Show

Tesla und sein CEO Elon Musk sind ja immer für volle Münder gut bei ihren Ankündigungen.  Jetzt also einen Sattelschlepper — und nein, man konkurriert nicht mit den niederen Nutzfahrzeugen, die es heute schon bei fast jedem einschlägigen Hersteller zumindest als seriennahe Studie oder Erprobungsfahrzeug gibt, man gibt sich nicht mit schnödem Nah- oder Verteilerverkehr zufrieden.  Für Musk ist die Spitze gerade gut genug: Fernverkehr soll es sein, 800 Kilometer Reichweite auch bei 40 Tonnen Gesamtgewicht!

Dazu gibt es einen futuristischen Prototypen, der alle Anlagen als „Postertruck“ hat – aber besonders praxistauglich sieht das, mit Verlaub, nicht aus.  Zugespitzte Schnauze – schnittig sicher, windschnittig vielleicht auch, aber der Platz in der Kabine leidet.  Das tut er ja schon bei z.B. Volvo, obwohl die gegen den Tesla aussehen wie Brotkästen neben Bügeleisen.  Fahrerplatz in der Mitte – schön unübersichtlich in alle Richtungen, fast wundert man sich, daß das Fahrzeug keine Peilstangen hat, bestimmt hat es zumindest elektronische solche.  Schön breite Türen bis zum Boden – viel Spaß beim Aussteigen an der Rampe.  Und die Innenaufnahmen zeigen auch eher ein Designer-Loft als einen Arbeitsplatz.

Nun mag sich vom Präsentationsstück zum Serienprodukt noch einiges ändern.  Aber zumindest für Europa mit seinen strikten Längenbeschränkungen muß da sicher zumindest eine komplett neue Kabine her, und für Amerika mit seinen Riesen-Sleepern zumindest alternativ ein längeres Fahrgestell mit Platz für einen solchen.

Aber das ist auch gar nicht der Punkt.

Der Punkt ist, daß LKW-Fernverkehr so ziemlich das unpassendste Betätigungsfeld für batterieelektische Antriebe ist, das mir grad so einfällt.  Denn auch in Amerika gibt es harte Gewichtsbeschränkungen – härtere sogar als hier, dort ist bei 36 Tonnen Schluß –, und Akkus wiegen nun mal mehr pro Energieeinheit als ein Tank voll Diesel.  Oder Wasserstoff, denn natürlich ist ansonsten der Elektroantrieb schon etwas, was man haben will: allein schon die schweren und kraftfressenden Getriebe loszuwerden, ist sicher sinnvoll.  Aber das geht ja auch mit Brennstoffzellen als Stromquelle – leichter, vermutlich in der Serie auch billiger, schneller nachzutanken sowieso.

Oder vielleicht liegt die Zukunft auch im Stromversorgen während der Fahrt?  Ob nun induktiv über Spulen in der Straße oder klassisch mit Oberleitung darüber — Konzepte gibt es auch da mehrere, bestimmt auch welche, die sich mein armes kleines Hirn noch gar nicht vorstellen kann.

Und klar, einen Akku brauchen all diese Systeme trotzdem, zum Fahren abseits elektrifizierter Straßen und die Brennstoffzellenversion zumindest, um bergab anfallende Bremsenergie für den nächsten Anstieg zwischenzuspeichern – allein hier ist schon ein bemerkenswertes Energiesparpotential, das derzeit in Form von Abwärme aus den Retardern weggekühlt werden muß.  Schon dieser eine Punkt spricht für Elektroantriebe auch beim Fernlastwagen, da bin ich schon bei Herrn Musk, so ist das nicht.

Aber jetzt schon mit dem batterieelektrischen Langstrecken-Fernlaster vozupreschen, in der Pressemitteilung dann auch noch Augenwischerei mit „solargespeisten Megachargern“ zu betreiben (man rechne mal aus, wieviele Quadratkilometer Sonnenkollektoren so ein Autohof bräuchte, wo schon nicht mal für genug Parkplätze Raum ist) und wie üblich mit schickem, aber praxisfremdem Design von den vermutlich selbst intern noch nicht wirklich feststehenden Eckdaten abzulenken, gar trotz alledem schon Vorbestellungen für angeblich 2020 zum Preise von 5.000 Dollar entgegenzunehmen – das alles ist mal wieder typisch Musk und typisch Tesla.

Es ist schön, daß es auch faszinierende Paradiesvögel mit großen Visionen gibt.  Sport- und Luxuswagen kann man mit dem entstehenden Rummel, wie sich zeigt, auch ganz gut verkaufen.  Aber „normale“ Autos wie den Mittelklassewagen Model 3 und mehr noch Nutzfahrzeuge verkauft man nicht in diesem Maße über das Bauchgefühl, zumindfest nicht nach dem ersten Hype – die müssen sich rechnen, und sie müssen im Alltag funktionieren.

Und da hat Tesla noch einen sehr weiten Weg vor sich.  Ich bin gespannt, wie weit sie auf demselben kommen werden.

Die Zukunft ist endlich da

Ihr erinnert Euch an die 80er?  In „Zurück in die Zukunft 2“ rauschten die Hovercars, -bikes und -boards durchs Hill Valley des Jahres 2015, und in der c’t spekulierte man über Quantencomputer.

Naja, vielleicht seid Ihr auch zu jung.

Aber meine und der anderen alten Säcke Zukunft ist da!

Zeit wird’s!

Lifted

Daß Menschen mit der Bedienung eines scheinbar so simplen Geräts wie eines Aufzuges überfordert sind, läßt sich ja jeden Tag beobachten. Wie die Lemminge stürmen sie die Kabine, auch und gerade dann, wenn der kleine leuchtende Pfeil in eine andere Richtung weist als in die angestrebte. Vermutlich hat man Angst, der Lift könnte auf dem Weg nach unten einen anderen Weg nehmen, und kapert ihn deswegen schon auf dem Weg nach oben (oder umgekehrt) — selbstverständlich ohne zunächst die am Ziel Angelangten aussteigen zu lassen.

Ich befürchte ja, daß der gemeine Liftlegastheniker, nach Verbesserungsvorschlägen befragt, sich getrennte Aufzüge wünschen würde: je einen für nach oben und nach unten. Der Paternoster als Alternative hat nicht funktioniert, da war dann zwar nicht das Denkvermögen, wohl aber die Koordinationsfähigkeit der Benutzer überfordert, was abgetrennte Gliedmaßen zur Folge hatte. Und so werden wir wohl auch weiterhin mit dem Gemecker der Lemminge leben müssen, wenn sie mal wieder die Kabine zu früh geentert haben und dann, wenn sie sich in Bewegung setzt, die Augen verdrehen: Oh Mann, jetzt fährt der auch noch in die falsche Richtung, das blöde Ding!

Was mich aber wirklich aus dem Konzept gebracht hat, war die Erkenntnis, daß es den Programmierern von Aufzugsteuerungen offensichtlich ähnlich schwerfällt, zweidimensional zu denken (rauf/runter ist hier die eine Dimension, Zeit die andere). Kam doch gerade ein Lift auf dem Weg nach oben an mir vorbei, der ich nach unten wollte, und öffnete auf meiner Etage die Türen, um Leute rauszulassen, die hierher wollten. Ich bin natürlich nicht eingestiegen. Und was mußte ich sehen, als der Lift sich auf den weiteren Weg nach oben machte? Meine Halt-Anforderung war gelöscht worden. Entweder haben die Programmierer tatsächlich mitgedacht, also die Blödheit der Benutzer berücksichtigt — wer nach unten wollte, ist eh schon eingestiegen, als der Lift auf dem Weg nach oben hielt, s.o. —, oder die haben es genausowenig begriffen wie die Benutzer. Was ich ehrlich gesagt leider für wahrscheinlicher halte.

Seufz.

Dieser Beitrag erschien zuerst am 21. September 2009 als Gastbeitrag in Tobias Meyers leider eingestelltem Blog „Gut gemeint“ und erscheint nun hier, minimal umformuliert, mit seiner freundlichen Genehmigung, obwohl ich die gar nicht bräuchte, weil er von mir ist. ;-)

Volks vs. Wagen

Huch, alles so neu hier?

Willkommen zum Rielohnsch von Schlabonskis Welt!

Naja, okay, eigentlich war der Anlaß „nur“ ein WordPress-Update.  Ein laaange überfälliges, wie ich zu meiner Schande gestehen muß.  Wie überfällig es war, konnte die letzten Monate jeder an Bergen von Fehlermeldungen sehen — ist doch peinlich, sowas.

Der Umzug des alten Blogs ist nun abgeschlossen.  Oben im Menü findet sich eine Todo-Liste mit den Sachen, die ich trotzdem noch vor mir habe, erstens damit ich nix vergesse und zweitens damit Ihr wißt, was unfertig ist und was schlicht kaputt.  Denn auch wenn ich inzwischen nix Kaputtes mehr finde, bin ich einigermaßen sicher, daß da noch was kaputt ist — das Ding ist viel zu komplex, um fehlerfrei zu sein.

Fehlermeldungen, Wünsche und Vorschläge sind immer willkommen — in den Kommentaren oder auch gerne per Email.

Man sieht sich!

Seltsame Effekte

„Ich hatte mal einen Heisenberg GLX. Aber immer, wenn ich auf den Tacho gekuckt habe, hab ich mich verfahren.“

„Ich hatte mal einen Schrödinger 1500. Aber wenn ich die Motorhaube aufgemacht habe, ist ziemlich oft genau dann der Motor verreckt.“

„Pah! Bei meinem Lorenz 200 E damals sind die attraktiven Damen, statt einzusteigen, immer nur in endlosen Achten ums Auto gerannt.“

„Das geht doch alles noch. Ich hatte mal ein Einstein-Planck-Motorboot, und auf jeder Welle fielen Teilchen ab.“

Schon wieder Verschrottungsgebrabbel

Naja, es war ja klar, daß wieder jemand die Verschrottung der „alten“, „dreckigen“ Diesel fordern würde. Also jener bis einschließlich Abgasnorm Euro 4 — eingeführt 2005, nicht mehr aktuell seit 2009. Acht Jahre alte Autos also, die dreimal soviel Stickoxide und fünfmal soviel Feinstaub rauspusten dürfen wie aktuelle.

Klar, weg damit. Für die Umwelt ist uns nix zu teuer!

Ich will jetzt gar nicht wieder von der Sache mit der Umweltzerstörung und dem Energieaufwand durch die Herstellung und Verschrottung anfangen, das hatten wir oft genug, und na klar, das ignorieren die Hersteller und ihre Lobby ja sowieso. Aber die Forderungen in der jüngsten Runde der „Alt“-Wagen-Entsorgung zugunsten der Industrie Umwelt gehen noch einen Schritt weiter.

„Alte Diesel verschrotten, nicht verschieben!“ Das fordert nicht etwa der VDA, nein, das fordert Oliver Krischer, seines Zeichens Ex-Obmann der Grünen im Abgas-Untersuchungsausschuß, und weiter: „Wenn ein alter Diesel irgendwo auf der Welt weiterbetrieben wird, verlagert sich das Problem nur, wird jedoch nicht gelöst.“

Ääähm … nein.

Wenn ein Euro-4-Diesel aus Deutschland nach sagenwirmal Nahost oder Rußland oder Nordafrika verhökert wird, dann macht er dort zwar auch dreimal soviele Stickoxide und fünfmal soviel Feinstaub wie der Euro-6-Diesel, der ihn hier ersetzt hat, aber die Alternative dort ist doch kein neuer Euro-6-Diesel — sondern im Extremfall ein uralter Euro-1-Diesel, der selbst wenn er top in Ordnung sein sollte nochmal ein Mehrfaches an Dreck raushaut!

Zudem sind die beiden großen Problemschadstoffe der „alten Dreckschleudern“, eben Stickoxide und Feinstaub, mitnichten ein globales Problem. Das bißchen Feinstaub (verglichen mit dem, was Reifen und Bremsen so verursachen, von Holzheizungen mal ganz zu schweigen) schlägt sich irgendwo nieder, und die Stickoxide werden in der Atmosphäre binnen Stunden bis höchstens Tagen abgebaut.

Im Gegensatz, übrigens, zum CO2 — das bleibt in der Atmosphäre, trägt zum globalen Treibhauseffekt bei und wird, übrigens, von den derzeit noch ach so sauberen Benzinern deutlich mehr rausgekloppt als von Dieseln gleich welcher Abgasnorm. Das also ist wirklich ein globales Problem, und der möglichst lange Weiterbetrieb der so ziemlich sparsamsten Autos, die es derzeit so gibt, ist dagegen keine so blöde Idee.

Aber daß Grün was mit Umweltschutz zu tun hat, ist ja sowieso schon was länger her. Bezeichnend auch, von wem der Beifall kommt: VDA und AvD. Die natürlichen Partner der Grünen, sozusagen.

Können wir nicht irgendwann mal aufhören, Industrieförderung als Umweltschutzmaßnahmen zu verkleiden?

In 120 Jahren interessiert das keinen mehr

Das ist ja schnell wieder unter dem Teppich gelandet, Respekt. Oder interessiert noch jemanden, daß und warum ein Bericht des hessischen Verfassungsschutzes für den NSU-Untersuchungsausschuß für 120 Jahre in den Giftschrank geschlossen wird, länger immerhin als selbst die Akten zum Kennedy-Mord? Wer immer noch glaubt, das sei rechtsstaatlich bestimmt alles in Ordnung so, der möge sich vielleicht mal diesen Heise-Artikel über das Plädoyer der Bundesanwaltschaft im Zschäpe-Prozeß durchlesen. Bringt aber ein bißchen Zeit und gute Nerven mit.

Nein, ich habe ausnahmsweise mal keine eigene Theorie, dazu hab ich das Verfahren nicht genug verfolgt — aber wo dermaßen viel Rauch ist, da schmurgelt mit Sicherheit irgendwas ganz nett vor sich hin, auch wenn unser Rechtsstaat das alles unter einer dicken stinkenden Brandschutzdecke zu ersticken versucht. Und solange das so ist, solange werden die Ermahnungen unserer Herrschenden in Richtung Erdogan und Putin, so gerechtfertigt sie inhaltlich auch sind, immer doch auch ein bißchen hohl und schleimig klingen.

Aber es gibt ja genug andere Sauen durch die Dörfer zu treiben, gell?

Sportliche Ziele

Da hat sich die britische Regierung ja ehrgeizige Ziele gesetzt laut heise autos:

london2014.png

Spaß beiseite finde ich es aber viel bemerkenswerter, daß diese letzten neuen Verbrenner, die 2039 noch verkauft werden dürfen, anscheinend dann nur elf Jahre halten dürfen sollen. Elf Jahre! Ein so junges Automobil hatte ich nur einmal im Leben, und das auch nur, weil es verunfallt angestoßen und damit billig zu kaufen gewesen war.

Aber das Verschrotten von tadellos betriebsbereiten Kraftwagen „im Dienste der Umwelt“, sprich der Automobilindustrie, hat ja eine gute Tradition seit der Abfuckwrackprämie. Derzeit wird ja gerade mal wieder gegen den Diesel gestänkert, wohl um seine Besitzer schon mal mental weichzuklopfen für die nächste Runde Fahr- und/oder Besitzverbote.

Hei, wird das eine Überraschung, wenn die rauskriegen, daß moderne Benziner viel mehr rußen als moderne Diesel, und daß die dann auch dringend wegmüssen, um auch in den 20er Jahren wieder die nächste Generation in den Markt zu drücken!

Und jede Wette: wenn die Elektrokutschen sich dereinst durchgesetzt haben werden, fällt ihnen auch da ein Konzept zur geplanten Obsoleszenz ein. Natürlich „für die Umwelt“, ist doch klar.

Schwarzer Block, wir müssen reden

Ja, natürlich ist vieles, wenn nicht das meiste der Politik der größten 20 Industrienationen Scheiße. Klar sollte man dagegen protestieren. Gar keine Frage.

Ja, selbstverständlich ist es mindestens eine Provokation, wenn nicht Größenwahn oder — schlimmer noch — eiskalte Berechnung, so einen Gipfel ausgerechnet im friedlichen, verschlafenen Hamburg abzuhalten. Die Meisterfeier von Bayern München ist ja auch standardmäßig in Dortmund. Wissen wir ja.

Ja, klar hat die Polizei mit absurd hartem Vorgehen gegen friedliche, angemeldete, genehmigte Camps und Demos für reichlich Funken gesorgt, an denen sich die Krawalle entzünden mußten. Leugnet keiner außer denen.

Aber verdammt nochmal, Ihr Vollspacken, das müßt Ihr doch gemerkt haben, daß die Euch genau zu dem idiotischen Zerstörungswahn anzustiften versucht haben, den Ihr da jetzt, wo diese Zeilen entstehen, abzieht! Draußen plündert Ihr Supermärkte und steckt Familienautos in Brand, und drinn hört Mutti mit Trump und Putin die Ode an die Freude, grinst innerlich und feilt mental schon mal am Entwurf für das Gesetz zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Mit den Bildern frisch im Kopf kriegt sie das vielleicht sogar noch in dieser Legislatur durch, das wär doch ein schöner Erfolg fürs Stimmenfischen am rechten Rand!

Und nebenbei bemerkt: wenn Ihr dann tatsächlich Porsche Cayennes oder Polizeiwagen in Brand steckt, was genau soll das bewirken außer nem schicken Foto für die Bild-Schlagzeile am nächsten Morgen? Den Porsche zahlt die Kasko, also alle Autofahrer, und die Bullenkarre zahlt der Steuerzahler, also alle. Auch Ihr. Den ollen Jetta oder Fiesta, der danebensteht und der vielleicht nicht kaskoversichert ist, nur den zahlt sein Besitzer selber. Obwohl er es sich eigentlich nicht leisten kann.

Sinngemäß gilt für Tante-Emma-Läden und Sparkassenfilialen natürlich das Gleiche.

Aber entschuldigt bitte, soweit denkt Ihr ja nicht. Das erkennt man ja schon an so hirnverbrannten Formulierungen wie „Klirren ist der Beifall der Dinge“. Ja genau. Und Schmerzensschreie sind der Beifall der Menschen?

So, und jetzt geh ich kotzen. Es ist nötig.

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