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Schnellkasse

Ein recht alter Text, der aber nach dem allfälligen Ersetzen der Währungseinheiten nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat und deswegen trotzdem hier zu Ehren kommen möge.

Das Wort „Schnellkasse“ vermittelt dem Ungeübten den Eindruck, hier werde man schneller abgefertigt werden als an all den normalen Kassen. Dieser Eindruck aber täuscht.

Denn leider ist es diesseits des Dreiwocheneinkaufs einer Großfamilie nicht wirklich der bestimmende Faktor für die Dauer eines Kassiervorgangs, ob da nun acht, siebzehn oder auch mal einunddreißig Artikel über das Scannerfeld wandern. Da spielen leider auch ganz andere Faktoren rein, die Art der Bezahlung etwa, die Intelligenz des Bedienpersonals oder auch und vor allem die des Kunden.

Die drei Euro dreiundachzich habbich genau passend, glaubich, Moment, irgendwo hatte ich hier noch ein Zweizenntstück…

Von den Dölmern, die sich mit voller Einkaufskarre kackfrech an die Schnellkasse stellen, will ich gar nicht erst anfangen. „Huch, das habbich ja gar nicht gesehen“, logisch, steht ja auch in nur 30 cm hohen Lettern an der Wand. „Ich hab’s aber eilig“, achso, dann ist das schon in Ordnung, wir anderen sind ja nur zum Spaß hier. „Willse paar auf Fresse?“, och, wenn Du so fragst, lieber nicht — klär das man mit der Kassiererin.

Die klärt dann auch brav, was zwar genauso lange dauert, wie den Typen abzukassieren, aber diesem wenigstens die verdiente Demütigung verschafft, sich wieder rückwärts aus der Kassenschneise manövrieren und anderswo anstellen zu müssen — und die ist auch zum Beruhigen der wartenden Schlange dringend nötig, diese Demütigung.

Leider widerfährt sie nicht den Pappnasen, die an der Schnellkasse mit Karte zahlen wollen. Und das ist eigentlich auch mein Hauptkritikpunkt: warum die Dinger bloß nicht nur Höchstens-acht-Artikel-Kassen, sondern auch und vor allem Barzahlerkassen sind?

Am besten dann noch Payback-freie Barzahlerkassen, um das weinerliche Gejaule all jener gleich mit zu eliminieren, die mal wieder vergessen haben, ihre Knauserkarte rechtzeitig rauszurücken, und deswegen jetzt den entgangenen sechsunddreißig Zennt lautstark und ausdauernd nachweinen.

Irgendwie sind diese Payback-Karten doch ziemlich schlau benamst, so im Nachhinein. Dachte ich mir und schwor, was auf den Dingern draufsteht: Rache. Jaaaaaah! RACHE! Wie weiland Mel Gibson würde ich mordend und brandschatzend durch den Realkauf ziehen, aber immer schön höflich, „nein, ich will nur mein Geld“.

Aber das Leben ist nun mal kein Hollywood-Film. Zum Glück aller Schnellkassenbenutzer bei Real in Braunschweig.

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