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Was vorbei is, is vorbei, Baby Blue

Nun ist es also offiziell: Microsoft stellt den Support ein für Windows 98 und bei der Gelegenheit auch gleich für das durchaus zu recht schon fast vergessene „Windows? Me?!“, äh, Windows ME. Und empfiehlt natürlich, aus Sicherheitsgründen zu moderneren Systemen, „z.B. Windows XP“, zu wechseln.

Ja. Na klar.

Hallo? Geht’s noch? Diese Zeilen entstehen auf einem Pentium-1-MMX (damals war -MMX noch was Besonderes) mit sage und schreibe 233 MHz Taktfrequenz. (Ein MHz, liebe Kinder, ist ungefähr ein tausendstel GHz. Und auch wenn Euch 0,233 GHz unglaubwürdig vorkommen: mein erster Computer hatte 0,016 GHz und lief auch gut.) Was würde ein Windows XP wohl zu dieser Kiste sagen? Wenn das Installationsprogramm die Soundhardware erkennen sollte, erscheint mir schallendes Gelächter als realistische Voraussage.

Soll ich den jetzt also wegwerfen? Wenn’s nach Microsoft und deren Kumpanen aus der Hardwarebranche ginge, sicherlich. Und wenn’s nach den Open-Source-Jüngern ginge, hätte ich schon vor Jahren Linux installieren sollen, schon klar. Aber wißt Ihr was? Mein Windows 98 funktioniert auch (oder gerade) ohne Microsofts Support schon seit Jahren ganz gut, danke der Nachfrage. Da werd ich doch jetzt nix ändern. Und was wär schließlich eine Dose (okay, eine Windose) ohne DOS?

Und darum kriegt die nächste Kiste, die hier schon rumliegt (Pentium 2! 400 MHz! Booah!), jetzt erst recht schon aus Prinzip wieder ein Windows 98. So.

Schönen Dank an Falco für die Titelzeile und an Symlink für den Link.

Update vom 16.7.06: Den Kommentarschreibern (danke!) sei gesagt, daß ich mir sehr wohl der Tatsache bewußt bin, daß Windows 2000 auf solchen Kisten läuft, und auch glaube, daß Windows XP auf ihnen zum Krabbeln zu bekommen ist. Mein Punkt war eher, daß es aus meiner Sicht schlicht nicht nötig ist, Windows 98 loszuwerden, nur weil Microsoft das für nötig hält.

Update vom 8.7.15: Mittlerweile benutze ich auf einem deutlich schnelleren Rechner Windows XP, auch schon wieder ein paar Jahre. Am Tenor des Artikels ändert das aber nix — mittlerweile hat Microsoft nämlich auch für XP den Support eingestellt, und ich benutze es nicht nur trotzdem weiter, sondern finde es sogar ausgesprochen entspannend, daß diese Firma nicht mehr zu jedem Patch-Day in meinem Betriebssystem herumbastelt. :-)

4 Kommentare

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  1. xizor

    Was soll denn das Geschrei, Pentium MMX dürfte für WinXP kein Problem sein, siehe auch hier: http://www.winhistory.de/more/386/xpmini_eng.htm
    Ich kenne jemanden, der seit Jahren einen PII (200-300 MHz) mit WinXP betreibt und damit prima arbeiten kann.
    Kritisch ist vor allem das RAM, mit weniger als 128 MB machts garantiert kein Spass, da das Betriebssystem selbst schnell mal soviel belegt.

  2. line

    och .. Windows XP hatte ich durchaus schon mal auf einem Pentium 1 am Laufen .. 100 MHZ, 80MB RAM. Lief durchaus annehmbar. Muss man aber etwas dran rumschrauben, bis des in den Speicher passt. Naja. Wenn ich nicht schon mal ein paar Nachmittage freihätte, würde ich sowas ja garnichterst probieren ^^

  3. Christoph

    Moin Dieter,

    also ich hab gerade ’n 350er PII wiederbelebt … mit Win2000 und OpenOffice 2 … funktioniert auch … außerdem war da noch was im Raum stehend … … hmmm … crusade bei Pizza?

    Gruß

    Christoph

  4. KaiL

    Die haben Windows 98 wohl vor allem entsorgt, damit man nicht mehr zwei technisch KOMPLETT unterschiedliche Systeme pflegen muss, denn Windows 9x und die NT-Reihe haben unter der Haube gar nichts miteinander zu tun. Davon abgesehen: seit inzwischen 8 Jahren gibt es SD-RAM. Und jeden PC dieser Ära kann man zumindest mal auf 256MB aufrüsten (sehr wahrscheinlich sogar mehr), damit kommen dann Windows 2000 oder diverse Linuxe problemlos zurecht und selbst XP wird nur leicht zäh – die CPU ist nämlich bei solch alten Kisten ziemlich total scheißegal! Ich glaube, so gut wie heute sah es bei dem Thema „aktuelle Software auf uralter Hardware“ noch nie aus, insofern kann man das ja auch nicht gerade wirklich stabile Windows 98 nun wirklich mal entsorgen.

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