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Mögt Ihr Eure Erste noch?

Nein, nicht was Ihr denkt, ich rede von Schallplatten.

Meine erste Nicht-Kinder-Schallplatte (also keine Blödelhits, kein Udo Jürgens oder Karel Gott) war immerhin Simon & Garfunkels „Greatest Hits“. Eine Platte, für die ich mich heut noch nicht schämen müßte, wenn ich sie noch hätte, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen, sie mir nach Ausmusterung des Vinyls als CD neu zu kaufen. Wozu auch, wenn alle Simon & Garfunkel-Alben hier eh im Regal stehen.

Und meine erste CD war „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. Was zugegebenermaßen aber nicht viel über mich aussagt, denn diese Platte ist keine von denen, die ich damals oder seither besonders oft gehört hätte — ich hatte offenbar irgendwie das Gefühl, daß man die haben müßte und daß es einen guten Eindruck machen würde, wenn das die CD mit der Nummer 1 wäre.

Irgendwann in den 20ern (also zwischen Nummer 20 und 30, nicht in den 20er Jahren, soo alt bin ich denn doch nicht, außerdem gab’s da auch noch keine CDs, glaubich) hab ich das mit dem Numerieren dann aber eh aufgegeben, wodurch mir auch so krampfhafte Handlungen wie die Anschaffung von Depeche Modes „101“ als einhundertunderster CD erspart geblieben sind. Das haben eh schon zuviele meiner Kumpels gemacht, als daß es noch irgendwie originell gewesen wäre.

Und heute? Frag mich bloß keiner, wieviele CDs ich besitze. Mehr als ne grobe Schätzung käme dabei nicht rüber. Und eigentlich müßt ich gar keine mehr kaufen, es sind genug dabei, die ich eh nur einmal angehört habe, und das vor Jahren. So in eine Platte vertiefen wie als Tiehnäitscher kann ich mich eh nicht mehr. Schade eigentlich — damals war Musikhören etwas, bei dem ich alles andere wirklich komplett vergessen konnte. Heute geht das nur noch beim Sex.

Aber wahrscheinlich ist das auch wieder nur eine ganz normale Folge des Alterns. Genau wie der fehlende Biß in Artikeln wie diesem, die Unfähigkeit, wie damals 72 Stunden am Stück wachzubleiben oder auch 16 Stunden am Stück zu schlafen (wobei ich letzteres mehr vermisse) und der allgemeine Mangel an Begeisterungsfähigkeit für egal was. Mann, es wird Zeit, daß endlich Frühling wird. Dann werden vielleicht auch die Artikel hier wieder lesenswerter.

Danke fürs Trotzdem-Lesen sagt
  Euer Dieter Schlabonski.

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