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Über die Verteilung des Verstandes

„Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand: Jeder glaubt, er habe genug davon.“ Das soll angeblich der gute Descartes gesagt haben; egal wer’s war, der Schöpfer dieses Ausspruchs jedenfalls hatte in der Tat genug davon. Was nicht unbedingt auf jeden zutreffen mag, aber auch damit erzähl ich ja nix Neues.

Was ich aber erst dieser Tage las, und zwar hier, ist folgende Beobachtung:

* Wer schlau ist, schätzt seine eigene Schlauheit meist ziemlich korrekt ein.
* Wer dumm ist, überschätzt seine eigene Schlauheit.
* Wer dumm ist, unterschätzt aber auch die Schlauheit der anderen.
* Wer schlau ist, überschätzt hingegen die Schlauheit der anderen.

Mit anderen Worten: Dieser Studie zufolge tendieren schlaue Leute eher dazu, zu denken „wenn ich das begreife, begreift es ja wohl jeder, is doch nich so schwer“, wohingegen dumme Leute eher in die Richtung von „mann sind die alle blöd, die begreifen es nicht, dabei isses doch so einfach“ denken (und dabei natürlich falsch liegen: es ist nicht so einfach, und die anderen begreifen es vermutlich sogar, bloß denken sie eben genau deswegen anders drüber).

Das ist natürlich eine eher ungesunde Tendenz, weil es die Dummen zumindest leicht bevorteilt. Viel besorgniserregender fand ich aber, daß ich selber tendenziell auch eher die anderen für blöd halte — das spricht demnach nicht unbedingt dafür, daß ich so schlau bin, wie ich zu sein glaube.

Ach Quatsch — die Leute, die diesen Schwachsinn rausgefunden haben wollen, haben doch alle keine Ahnung!

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