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Wieder da

Es wird allmählich zu einer häßlichen Gewohnheit, laut zu brüllen „Ich bin wieder da“. Zumal es vermutlich eh kaum wen interessiert. Sei’s drum.

Manch Kommentierenswertes ist in der Auszeit mal wieder heillos veraltet: der beinahe jüngste, aber mit Sicherheit schwärzeste designierte Präsident der Vereinigten Staaten von Neandertal etwa holt schon jetzt, lange vor Amtsantritt, keinen Hund hinter dem Ofen mehr hervor (was Wunder bei dem Mistwetter), und auch der mit Sicherheit sowohl jüngste als auch schwärzeste Formel-1-Weltmeister kommt in den Medien kaum noch vor. Vorkommen tun dort stattdessen überwiegend Hiobsbotschaften: von Rezession ist da die Rede, von Weltwirtschaftskrise, von demnächst dann wohl wieder mal steigenden Arbeitslosenzahlen und natürlich von Frau Merkel, die ja an sich schon eine personifizierte Hiobsbotschaft darstellt.

Wirklich glorreich ihre (?) Idee, Neuwagenkäufer zwecks Wirtschaftsankurbelung von der Kfz-Steuer zu befreien (und dann noch nicht mal wie einst Onkel Adolf für immer, sondern bloß für läppische 1-2 Jahre, wo man doch das Zehnfache des so gesparten Geldes schon als Rabatt in der Tasche hat, bevor das „Guten Morgen“, das man in den Schohruhm des Autohauses erschallen ließ, verhallt ist). Da sparen dann also Käufer eines politisch korrekten Polo oder Punto oder sowas ein paar läppische Euros, und den Cayenne-, Q7- und 750iL-Käufern werden Hunderte in den Arsch geblasen — was beide etwa gleich wenig dazu verleitet haben dürfte, ausgerechnet jetzt ihren Hermann unter den Kaufvertrag zu setzen, aber ökologisch klar das falsche Signal setzt und außerdem trotz der vermuteten Ineffektivität trotzdem in der Summe ein Heidengeld kostet, das dieser unser Staat eigentlich nicht hat.

Ja. Was war noch? Achja, Orwell.exe ist mehr oder weniger vor den Ofen gelaufen, wie einst von mir prophezeit (schulterklopf). Merkwürdig mutet dabei nur das Ministerwort an, entweder komme das Gesetz doch noch dieses Jahr, oder es komme dann eben gar nicht mehr. Was passiert so Entscheidendes am Ende dieses Monats, daß man das Gesetz danach leichten Herzens ganz aufgibt? Verschwörungstheoretiker vor!

Und ansonsten klebt nur schon wieder überall dieser Weihnachtssirup. Er glibbert aus den Lautsprechern von allem, was irgendwie mit einem Radiosender oder einer Konsumtempelbeschallungsanlage verbunden ist, er trieft von den romantischen Lichterketten in den Fußgängerzonen und an den Einfamiliendoppelhaushälften, er matscht einem aus dem Briefkasten entgegen und, wenn man den Fehler macht, es einzuschalten, aus dem Fernsehgerät sowieso. Und das Schönste ist: in zwei Wochen ist es damit auch schon wieder vorbei.

In diesem Sinne wünscht eine besinnliche Vorweihnachtszeit:
  Euer Dieter Schlabonski.

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