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Yps I did it again

Ja, der Gag ist aus dem vorherigen Artikel geklaut, aber ich dachte mir, ich klarifiziere doch noch mal lieber meine Meinung zu dem rot-rot-grünen Hessendebakel (als ob’s wen interessieren würde … aber egal).

Ad 1: Ich finde es mittlerweile nicht mehr lächer-, sondern vielmehr höchst ärgerlich, wie sich durch die Bank alle etablierten politischen Parteien in diesem unseren Lande nach wie vor erdreisten, die Linke von vornherein als Koalitionspartner ausschließen zu können. Ich mein, die Wählerzahlen sind doch deutlich! Wie lange kann man einen solchen Anteil des Volkes und seinen Willen bei der Regierungsbildung eigentlich ignorieren? Zumal, solange man solches tut, die Chance für funktionsfähige nicht-Große Koalitionen eher mau ist, weil genau die Stimmen, die jedes der Lager zu einer funktionierenden Mehrheit braucht, eben bei den Linken gelandet sind. Das haben wir ja auch in Hessen schön beobachten können.

Ad 2: Unabhängig davon hat sich das Yps, wie ich Frau Ypsilanti mittlerweile als Kurzform nenne, aber selbstverständlich an die eigenen Wahlversprechen zu halten. Und wenn sie eben bescheuert genug ist, zu versprechen, nix mit den Linken anzufangen, dann ist es schon ziemlich schuftig, sich dann anschließend mit deren Stimmen zur Ministerpräsidentin wählen lassen zu wollen. Wohlgemerkt: ich fände eine rot-grüne Minderheitsregierung mit linker Duldung nicht unkuhl, aber nicht, wenn man vorher groß getönt hat, sowas komme ja üüüberhaupt nicht in Frage käme das ja nicht.

Ad 3: Die Art, wie das ganze dann gescheitert ist, nämlich an fehlenden Stimmen aus den eigenen Reihen, ist schon ganz in Ordnung so. Leicht stirnrunzelig wird mir nur bei der Frage, inwieweit man den Beschluß des eigenen Parteitags, der ja mit überwältigender Mehrheit für die geduldete Minderheitsregierung war, hätte berücksichtigen müssen. Tritt man nicht üblicherweise eher als Abgeordneter zurück, wenn die Partei in eine andere Richtung will als man selber? Eleganter wäre es jedenfalls gewesen, vor dem Parteitag klarzustellen, daß die Chose an der Zustimmung einiger SPD-Abgeordneten scheitern wird, damit solch Beschlüsse dann gar nicht erst hätten gefaßt werden müssen. So hintenrum abmurksen ist jedenfalls nicht die feine englische Art.

Fazit: Nein, mit Ruhm bekleckert hat sich in diesem Debakel echt keiner. Hoffen wir mal, daß die Hessen jetzt nicht die Schnauze voll haben von Rot in allen Tönungen und wieder diesen Herrn Koch wählen als Strafe. Naja, obwohl, andererseits, damit bestraften sie sich ggf. ja selber. Und das wäre dann ja auch wieder in Ordnung so.

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