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Das allerletzte Ziel

Final Destination: Death Trip. Originaltitel: The Final Destination. Derzeit im Kino, demnächst dann wohl auch als DVD, Werbungsunterbrechung im TV, Bluhräidisk, Videothekenverlegenheitsauswahl und Kaugummisammelbildchen.

Ja, haben wir alle gedacht, ganz toll, vierter Aufguß, die brauchen wohl Kohle? Klar, mag schon sein, aber um das Fazit vorwegzunehmen: wer das mit dem vierten Aufguß so angeht wie die Macher von „The Really, Truly, This-time-we-mean-it, Like, You Know, ***FINAL*** Destination, Honest!“, der hat sich die Kohle aber auch redlich verdient.

Wer mit der Story nicht vertraut ist: Am Anfang passiert ein schwerer Unfall mit vielen Toten, der sich aber als Vision eines der Charaktere entpuppt. Jener rettet dann eine Handvoll Freunde wie Fremder vor dem natürlich trotzdem passierenden Unfall, nur um erleben zu müssen, wie Gevatter Tod, offenbar sauer ob der unbefugten Einmischung, sich seine Opfer dann einzeln trotzdem holt, bis man „die Kette durchbricht“ und die noch verbleibenden Überlebenden rettet. Oder auch nicht. Oder so.

Das Strickmuster ist für alle vier Filme dasselbe, aber dieser hier ist der erste, der sich das epische Auswalzen der innewohnenden Erkenntnisse weitgehend spart. Keine unheimlichen schwarzen Männer, die in irgendwelchen schummerigen Katakomben ihrem Job als amtlich bestellter Leichenbeschauer nachgehen (ja nee, is klar); keine (oder zumindest fast keine) ermüdenden Gruppengesprächsrunden der Überlebenden, in denen die Überzeugten die Zweifler zu erretten versuchen; kurz: kein unnötiger Ballast, der vom Wesentlichen ablenkt: Gemetzel!

Und auch hier spart sich der neue Film einige der minutenlangen Vorspiele, die den Tod in den vorherigen zum Teil zur willkommenen Erlösung werden ließen. Klar, so ganz aus heiterem Himmel kommt der finale Splash auch hier nur selten (dann aber umso überraschender), aber die Choreographie scheint mir im neuen Film doch schwungvoller, weniger hölzern zu sein. Und mit ganz wenigen Ausnahmen wirken auch die Unfall-Abläufe ziemlich realistisch, lange nicht so konstruiert wie etwa die Sonnenstudio-Szene aus einem der Vorläufer, ich glaube dem dritten.

Sonderpunkte gibt’s dann noch für den Vorspann, der auf grafisch sehr elegante Art die drei Vorgängerfilme zitiert (also nicht zu spät zur Vorstellung kommen, sondern die blöde Pizzeriareklame einfach mal erdulden) und für die Tatsache, daß der Film sich meist die vordergründigen Splattereffekte verkneift. (Meist, nicht immer. Aber es geht. Meine Magennerven haben bei „Inglorious Basterds“ mehr gelitten.)

Insgesamt also eine gelungene Wiederaufnahme eines zwar alten, aber deswegen ja nicht notwendigerweise schlechten Konzepts. Ich sag mal 7 von 10 Sternchen; Filmkunst darf man nicht erwarten, aber solide Unterhaltung fürs Geld gibts allemal.

Eine neue Kategorie bei Schlabonski! Sagt ruhig, was Ihr davon haltet. Mir ist jedenfalls keine andere Kippe für Ergüsse dieser Art eingefallen, und immer nur witzig sein fällt mir auch zunehmend schwerer. Also muß ich diversifizieren, wenn der Blog hier nicht total einschlafen soll. Meinungen willkommen!

1 Kommentar

  1. Daniel

    „Final destination“ = „das allerletzte Ziel“???

    Haben wir uns nicht eben noch über schlechter Übersetzungen mockiert?

    ;-) Daniel

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