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Fernsehgeld

Offensichtlich kommt es also tatsächlich, das „Betreuungsgeld“. Das ist (wie vielleicht nicht jeder weiß) die von Seiten unserer Regierung geplante finanzielle Belohnung für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kindertagesstätte schicken (und somit die Schaffung teurer Kita-Plätze sparen).

Darüber kann man sich gleich auf mehreren Ebenen aufregen. Selbst wenn einem (wie bekanntlich mir) Kinder an sich eher wurscht sind.

Erstens nämlich ist der Besuch einer Kita ja nicht nur für die Eltern gut, weil das Blag dann zumindest zeitweise nicht rumnervt, sondern auch und besonders fürs Kind, das im Zusammensein mit Altersgenossen und (hoffentlich) ausgebildeten Betreuern sicher mehr Sozialverhalten lernt als zuhause vorm Fernseher.

Eineinhalbtens muß man nun wirklich kein Mathegenie sein, um sich auszurechnen, daß die Kosten einer Kita-Betreuer-Stelle geteilt durch die Anzahl der Kinder nicht besonders viel Geld pro Kind und Monat sind, und daß es den Eltern kaum möglich sein wird, davon den eigenen Verdienstausfall oder den Babysitter in einem Maße zu finanzieren, das gleichwertige Betreuung zuhause sicherstellt. Mit anderen Worten: in der Kita gibt’s bessere Betreuung pro Euro und Kind.

Zweitens ist nichtmal gewährleistet, daß das Betreuungsgeld auch nur mittelbar den Kind zugute kommt. Ich denke, bei den allermeisten Haushalten wird das genauso im allgemeinen Budget versickern wie auch das Kinder- bzw. Elterngeld.

Drittens ist es eine bodenlose Frechheit, wie einige unserer Politiker selbstverständlich davon auszugehen, daß es vor allem die Hartz-4-Empfänger wären, die das Betreuungsgeld versaufen und die Kleinen derweil vor dem Fernseher parken würden, weshalb man ihnen am besten gleich nur einen Gutschein geben sollte anstatt der Asche in bar. Zweiklassendenken in Reinkultur. Widerlich.

Alles in allem ist das Ganze mal wieder ein deutliches Zeichen in die falsche Richtung: man will Eltern für etwas belohnen, was aus mehreren Gründen nicht wünschenswert ist. Wenn sogar ich das sehe, obwohl mir Kinder an sich eher egal sind, warum sehen das dann Leute wie unsere Bundesvermehrungsministerin nicht?

Nein, das war keine rhetorische Frage. Leider.

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