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Ein nachträglicher Rücktritt

Hm. Manchmal weiß man echt nicht, was man denken soll.

Nicht mal einen Monat hat Mutti Merkels neugebasteltes schwarzgelbes Kabinett überlebt: Arbeitsminister Jung ist gestern zurückgetreten. Aber, und das ist das Merkwürdige daran: nicht weil er als Arbeitsminister schon so viel Mist gebaut hätte. Hätte ja auch verwundert, wenn der in der kurzen Zeit überhaupt schon soviel getan hätte, daß da genug Mist hätte beigewesen sein können, daß es für einen Rücktritt reicht. Nein, zurückgetreten ist er wegen des Mists, den er in der letzten Legislaturperiode gebaut hat — als Verteidigungsminister. Ohne daß jetzt deswegen sein Amtsnachfolger, Herr Tausend Vornamen zu Guttenberg, in dieser Sache mit weißer Weste dastünde — nicht mal das hat Herr Jung fertiggebracht.

Nun ist das Ausscheiden des Herrn Jung an sich sicherlich keine sonderlich beklagenswerte Sache. Mit Ruhm bekleckert hat er sich ja noch nie so richtig. Aber komisch ist es schon, daß man so quasi mit Verzögerung noch rausfliegen kann, auch wenn man längst was völlig anderes macht. Okay, es ist derselbe Arbeitgeber, und eine Versetzung in eine andere Abteilung bewahrt auch nicht vor dem Rausschmiß, wenn man in der alten was hat anbrennen lassen, aber irgendwie … hm.

Die schlechte Nachricht ist aber eher, daß Jungs Nachfolgerin im Arbeitsministerium ausgerechnet unsere alte Bekannte, die Zensursula, ist. Dabei war die doch als Familienministerin zumindest ansatzweise qualifiziert: Familien machen kann sie ja offensichtlich. Arbeiten hingegen … ;-) Naja, warten wir’s ab, was ihr so einfallen wird. Was Gutes wird’s kaum sein, aber das war ja auch von ihrem Vorgänger nicht zu erwarten, insofern ist es auch egal.

Politikverdrossene Grüße,
  Euer Dieter Schlabonski.

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