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Manche Probleme lösen sich selbst

Daß ein zum Tode Verurteilter stirbt, ist nichts sonderlich Ungewöhnliches. Leider immer noch. Daß er aber, wie neulich in den United States of Neandertal, im zarten Alter von 94 Jahren eines natürlichen Todes stirbt, ist schon seltener.

Und es ist ein hübscher Anlaß, mal zu überlegen, ob man diese primitive Strafmethode nicht vielleicht doch endlich mal abschaffen sollte. Nicht so sehr wegen ihrer Unmenschlichkeit, und auch nicht, weil man dabei einmal gemachte Fehler nicht mehr korrigieren kann — beides ist den Amis ja traditionell egal –, sondern aus einem Grund, der vielleicht mehr Gehör finden wird: es kostet einfach zuviel.

Denn es ist ja nicht wegen Schlamperei, daß der Senior da seit 27 Jahren im Knast saß und auf seine Hinrichtung wartete. Ich weiß nicht, was der an Anwalts- und Gerichtskosten generiert haben mag im letzten Vierteljahrhundert, aber davon könnte man vermutlich einige Verbrecher bis an ihr Lebensende im Kittchen durchfüttern. Todesstrafe ist teuer, nicht wegen des Stroms für den elektrischen Stuhl, sondern wegen der -zig Sicherheitsnetze, die seinen fälschlichen Gebrauch vermeiden sollen. (Daß das trotzdem nicht immer so toll klappt mit dem Vermeiden, steht auf einem anderen Blatt.)

Es ist also teuer, fehlerbehaftet, nicht korrigierbar, und es sorgt obendrein für ein schlechtes Image in der zivilisierten Welt, wenn man Leute von Staats wegen umbringt. Und gelegentlich, zum Beispiel im aktuellen Fall, sorgt es außerdem auch noch für mildes Gespött. Ich bin ja mal gespannt, wann sie es einsehen da in USAnien. Mein Tip: das wird noch dauern. Mal kucken, wieviele ihrer Todeskandidaten bis dahin noch die Geduld verlieren und von alleine wegsterben.

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