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Zum (Mit-)Brüllen

Ich hab mich ja schon neulich über eins dieser schrecklichen Fußball-Lieder aufgeregt, Oliver Pochers „Zweitausendzehn“ oder wie das nun mit vollem Namen heißen mag. Leider aber etwas verfrüht. Denn nun wo die Wehemm richtig am Laufen ist, hört man nicht nur des Pochers Gejaule allerorten, nein, man hört kaum noch was anderes als Fußballhymnen. Und eine ist schlechter als die andere.

Und nein, damit meine ich jetzt gar nicht mal so sehr die internationalen Hits wie das recht penetrante „Waving Flags“ oder das noch viel penetrantere „Waka Waka (This Time for Africa)“. Klar sind die auch schlimm, klar haben die auch ziemlich blödsinnige Texte … gut, bei Waka Waka war ich mir nicht sicher, das ist ja irgendwie ausländisch, und Tsaminamina eh eh wakawaka eh eh tsaminamina Hühnerleber (oder was auch immer die Shakira da trällert) mag ja eine furchtbar tiefe Bedeutung haben.

Dachte ich. Hat es aber nicht. Sondern, laut dieser Seite jedenfalls: Komm, eh eh, mach die Arbeit, eh eh, woher kommst du? Nuja.

Wo war ich?

Achja. Um diese Lieder, nervig wie sie sein mögen, geht es mir aber gar nicht. Die sind nicht besser, aber auch nicht schlimmer als das, was heutzutage eh rauf und runter durch die Tscharts dröhnt. Mir gehts um den wirklich schmerzhaften Scheiß eine Stufe tiefer, von dem frisch riehßaikelten „54, 74, 90, 2010“ über das bereits lamentierte andere „2010, 2010, 2010“ bis hin zu meinem persönlichen Negativ-Favoriten: der Verballhornung der ansich ja schon brechreizinduzierenden deutschen Schnulze „Hello again“ zu der Brüll-Hymne „Pokal again“. Nein, das ist leider kein Witz. Hier ist der Text.

Und da hab ich mich dann gefragt: Ist das eigentlich ein rein deutsches Phänomen? Und mal kurz nach sowas Ähnlichem bei den Engländern gegoogelt. Nicht weil die deutsche Rumpelelf als nächstes gegen die spielt, sondern weil ich da die Sprache verstehe.

Und ich kann Euch beruhigen: Nein, es ist kein deutsches Phänomen. Sowas haben die auch (Youtube). Besonders nett, wenn auch untypisch, fand ich allerdings den hier (auch Youtube). Besonders der stolz mit Englandflaggen beklebte Citroën Berlingo zeugt von einem überwältigenden Nationalstolz. Somewhat.

Naja. Bald isses vorbei. Und das ist auch gut so.

2 Kommentare

  1. emel

    na ja….Matze Knop ist Kaberettist- ob er „Pokal again“ ernst gemeint hat?

  2. Dieter Schlabonski

    Mir doch egal, ob er das ernst gemeint hat. Helge Schneider hat „Katzeklo“ sicher auch nicht ernst gemeint, und es würde mir trotzdem auf die Nüsse gehen, wenn ich das täglich mehrmals hören müßte. Ab und zu mal, so alle paar Jahre, sind beide Stücke ja vielleicht sogar ganz witzig …

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