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Diese bösen Killerspiele

Man kennt es ja zur Genüge: da konsumiert ein Jugendlicher auf seinem Computer sogenannte „Killerspiele“, also meistens First-Person-Shooter. Und dann schnappt er sich ne Knarre, zieht los und schießt Leute tot. Und auch wenn das nur ein kleiner Bruchteil eines Millionstels aller „Killerspiel“-Konsumenten tut, geht danach jedesmal das Theater los: Waah, diese bösen bösen Killerspiele müssen endlich verboten werden, die verführen unsere Kinder zu Gewalttaten!

Ja. Vorgestern früh hat in Hannover jemand zwei Leute in den Kopf geschossen. Auch wegen eines Killerspiels: Fußball. Die Streithähne konnten sich nicht einigen, wie oft Italien bislang Weltmeister geworden ist. Also holt der (deutsche) Täter eigens seine Knarre, geht zurück in die Kneipe und schießt seine (italienischen) Kontrahenten über den Haufen. Einer davon ist tot, der andere arbeitet noch dran. Update: Mittlerweile hat er’s geschafft.

Wetten, daß das keine Sau in die Forderung umbauen wird, Fußball zu verbieten?

Und, nebenbei bemerkt: Mobiles Internet für alle kann auch Leben retten. Mich hat es eben gerade genau 38 Sekunden gekostet, festzustellen, daß die Italiener in diesem Streit recht hatten: Italien hat viermal die Weltmeisterschaft gewonnen, Deutschland nur dreimal. Schau mal einer kuck. In der Zeit hätte ich nicht mal dann meine Knarre holen können, wenn ich eine hätte.

Nachdenkliche Grüße,
    Euer Dieter Schlabonski.

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