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Tinnitus ist unsere Zukunft

Soso, da hat nun also das Bundeskabinett ein Gesetz beschlossen, in dem steht, daß Kindergeschrei rechtlich nicht als Lärm einzustufen sei, mit dem erklärten Ziel, es schwierig bis unmöglich zu machen, gegen den Bau von Kitas oder Spielplätzen in der Nachbarschaft zu klagen. Begründung: Kinder seien ja unsere Zukunft!

Nun, dazu mag man stehen, wie man will; Fakt ist jedoch, daß Kindergeschrei Lärm ist, auch wenn der Gesetzgeber was anderes sagt. Ich habe etwa ein Jahrzehnt lang neben einem Spielplatz gewohnt, ich weiß wovon ich rede — und auch wenn ich zumindest eingangs jenes Jahrzehnts selber noch Kind war, mir ging der Rabatz da tierisch auf die Nüsse. Ich kann jeden verstehen, der neben sowas nicht wohnen mag.

Ja dann zieh doch weg, sagen nun die Kinderfans. Ja hallo? Gut, da von neben dem Spielplatz bin ich weg, aber das Problem bleibt: es ist nicht möglich, in eine garantiert kinderlärmfreie Umgebung zu ziehen. Das liegt daran, daß man ein Kinderhaltungsverbot, anders als etwa Entsprechendes bezüglich Haustieren oder Autos, nicht in den Mietvertrag schreiben darf — Schwangerwerden ist schließlich ein Grundrecht! Und so passiert es mir immer wieder, daß das an sich ruhige Haus oder (in einem Fall) die an sich friedliche WG binnen weniger als Jahresfrist sich in einen weiteren Hort des plärrenden Vermehrungswahns verwandelt.

Vermutlich wird das auch noch so weitergehen, bis ich endlich alt genug bin fürs Seniorenheim. Da werden die Frauen wenigstens nicht mehr schwanger.

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