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Shitstorm mit Ansage

Na klar, jetzt krabbeln sie wieder alle aus den Löchern, wo es doch was zu geifern gibt. Schließlich darf man es ja auch wirklich nicht sagen, daß unsere Freunde in Israel eigentlich schon ziemlich arg leerdrehen. Ich mein, man stelle sich mal vor, irgendein anderes Land — China, Argentinien, meinetwegen Weißrußland, scheißegal — würde allen Ernstes in Erwägung ziehen, einem Nachbarland die von der internationalen Gemeinschaft weder genehmigten noch geprüften Atomanlagen wegzubomben — und zwar mit den eigenen genausowenig genehmigten oder geprüften Atomraketen. Hei, was da los wäre! Aber Israel? Israel darf das.

Gut, das Ziel dieser derzeit noch nur verbalen israelischen Aggression ist jetzt auch nicht gerade der Inbegriff von Vertrauenswürdigkeit und Charisma. Aber rechtfertigt das einen atomaren Angriffskrieg, und sei es nur in der Theorie? Ich könnte kotzen!

Naja, und dann kommt der Herr Grass und formuliert derlei Bedenken ein gutes Stück öffentlicher und eine wirklich ordentliche Portion verschwurbelter als der Unterzeichnete, und was passiert? Na klar fallen sie über ihn her und nennen ihn, wie von ihm selber vorausgesagt, einen Antisemiten. Und schlimmeres.

Wie eigentlich in jeder Diskussion, wo jemand Israel zu kritisieren wagt, früher oder später (meistens früher) jemand die große Antisemitismuskeule rausholt und damit alles, was so ähnlich aussieht wie ein Argument, plattkloppt. Das ist inzwischen dasselbe wie bei Gassner’s Law: danach ist die Diskussion beendet, und es kommt nur noch Dünnschiß, vorzugsweise ins Gesicht des Gegenübers.

Den Unterschied zwischen Antisemitismus (Haß auf Juden) und Antizionismus (Ablehnung des israelischen Staates) haben die offensichtlich alle noch nicht verstanden. Und selbst des Antizionismus würde ich Herrn Grass nicht zeihen wollen. Umso lächerlicher ist aber der Antisemitismus-Vorwurf!

Andererseits ist es aber auch kein Wunder, daß ausgerechnet wir Deutschen (zumindest die, die in diesem unseren Lande was zu sagen haben zu meinen) uns mit der Kritik an Israels Atompolitik schwertun. Was? Nein, nicht wegen des Holocaust. Weil wir die U-Boote gebaut haben, von denen die ihre Raketen dann abfeuern werden.

Naja. Vielleicht ist dann ja erstmal Ruhe da in der Gegend. Alles eine Frage der Sprengkraft — vielleicht reichts ja, um die Ecke komplett in eine lebensfeindlich verstrahlte Trümmerlandschaft zu verwandeln. Dann wenigstens wäre da endlich mal Frieden.

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