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Sommerferiensamstagsfahrverbot

Das Wortungetüm im Titel heißt eigentlich noch ungetümer „Verordnung zur Erleichterung des Ferienreiseverkehrs auf der Straße“ und verbietet es Lastwagen über 7,5 Tonnen, in der Ferienzeit samstags bestimmte Autobahnabschnitte zu benutzen. Was erstmal sinnvoll klingen mag, erwies sich für mich heute als ziemlich … hirnverbrannt.

Wenn der Verlader trödelt, dann kommt man mitunter ein paar Stunden später auf die Autobahn als geplant. Das ist samstagmorgens nicht soo dramatisch, es kostet nur ein bißchen mehr des eh schon vergeigten Wochenendes — man hat aber den ganzen Samstag Zeit, zuhause anzukommen, ein Problem ist das also nicht. Außer im Juli und August, wegen s.o. — nach 7 Uhr muß man schon sehr genau kucken, wo man langfährt.

Ich wollte da lang:

Aus Süden auf der A 81 kommend, kurz auf die A 6, um Würzburg herum auf die A 7 und Richtung Norden weg da.

Stattdessen mußte ich wegen des Sommerferiensamstagsfahrverbots und diverser ohnehin geltender LKW-Durchfahrverbote auf der B 27 (und der B 19) da lang:

Sieht jetzt nicht so schlimm aus, und Gugelmäpps phantasiert auch was von 1 Stunde, 5 Minuten — aber Gugelmäpps weiß offensichtlich nichts von maximal 60 km/h auf der Bundesstraße, malerischen, aber auch sauengen Ortsdurchfahrten, kräftigen Steigungen und Gefällen und anderen Dingen, die mit 16 mal 2,5 mal 4 Metern und gerade mal gut 20 PS pro Tonne etwas länger dauern. Ich hab jedenfalls knapp drei Stunden gebraucht für die knapp 70 Kilometer. Statt nicht mal einer für die sogar zwei Kilometer mehr, die ich eigentlich hätte fahren wollen.

Ja und? Dein Problem, denken jetzt viele.

Die gefühlt ein paar Dutzend Autofahrer, die hinter meinem außerorts maximal mit 60, innerorts meist nur mit 30 bis 40 km/h dahintuckernden Sattelschlepper vor sich hin stauten, sehen das bestimmt anders. Die Anwohner in den malerischen, aber sauengen Ortschaften ebenso. (Wirklich schön da. Irgendwann fahr ich da nochmal lang — mit offenem Cabrioverdeck oder wenigstens Schiebedach — und werde es wirklich genießen können.)

Leute, es tut mir leid. Eigentlich hätt ich auch was Besseres zu tun gehabt, als Euch im Weg rumzutuckern, über Eure Straßen zu poltern und aufzupassen, nicht an Euren Hausecken hängenzubleiben. Und auch wenn ich es verstehen kann, bringt es nix, mich dann anzulicht- oder -tonhupen, mich kopfschüttelnd oder sonstwie mißbilligend anzustarren oder sogar, wie ein altes Mütterchen in Arnstein, mit der Faust zu drohen — ich kann meine fahrende Schrankwand doch auch nicht weghexen.

Ob ich auf der (im Übrigen nördlich von Schweinfurt fast leeren) A7 wirklich genauso gestört hätte?

Ich weiß ja nicht, ob das hier jemand liest da im Bundesverkehrsministerium. Ich denke, ich werde es einfach mal ausdrucken, eintüten und hinschicken. Liebe Leute: Statt an der Flensburgpunktegeschichte herumzumurksen oder die Wechselkennzeichenidee bis zur Unbrauchbarkeit zu verunstalten, warum nehmt Ihr Euch nicht mal die Verordnung zur Erleichterung des Ferienreiseverkehrs auf der Straße zur Brust und schafft sie entweder ganz ab oder macht ein richtiges Samstagsfahrverbot draus? Letzteres hätte den gewissen Charme, auch Leuten wie mir wenigstens im Juli und August eine einstellige Anzahl vollständiger Sommerwochenenden zu garantieren.

Darüber würde sich arg freuen:
  Euer Dieter Schlabonski.

Nachtrag: Der zweite heutige Umweg von Göttingen über Northeim, Seesen, Salzgitter-Bad nach Braunschweig (statt A 7 und A 39 über B 3 und B 248) war nicht so schlimm und hat auch nur etwa eine bis anderthalb Stunden mehr Zeit verbraucht. An meinem Fazit ändert das aber nix.

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