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Ach, Kinderkupieren ist aber okay?

Manchmal vergeht sogar mir die Lust, mich aufzuregen.

Da stellt endlich mal ein deutsches Landgericht fest, daß das Beschneiden von Säuglingen Körperverletzung und somit strafbar ist. Das war vorher erstaunlicherweise nicht so ganz klar, weswegen sich Ärzte und andere Schwänzeschnippler auf „Verbotsirrtum“ rausreden konnten. Ansich also ein erfreuliches Urteil, wenn auch vielleicht ein paar Jahrzehnte zu spät, aber okay, man soll ja auch dankbar sein für die kleinen Dinge im Leben.

Dann passiert erstmal zwei Wochen lang … nix.

Und dann ist es, man hätte es ahnen können, der Präsident der Konferenz Europäischer Rabbiner, der das Drama ins Rollen bringt, indem er ein lautes Klagelied anstimmt darüber, wie sehr dieses Urteil dem jüdischen Leben in Deutschland schade. Dabei baut der Mann dann nebenbei auch noch einen astreinen Godwin, womit er allerdings im Gegensatz zu allen anderen, die sich dazu entblöden, auch noch durchkommt. „Der schwerste Angriff auf jüdisches Leben seit dem Holocaust“ sei das. Kleiner geht’s wohl nicht, hm?

Und wie immer fällt die Politik prompt um und beeilt sich zu versichern, daß das Genitalverstümmeln kleiner Jungen aus religiösen Gründen selbstverständlich auch in Deutschland straffrei möglich sein müsse.

Muß es das?

Dann muß mir aber einer erklären, wie vor diesem Hintergrund eine gelegentliche Ohrfeige weiterhin off limits bleiben soll. Oder das Kupieren von Hundeschwänzen. Oder, um mal etwas drastischer zu werden, die Genitalverstümmelung von Mädchen.

Oder die Kreuzigung. Hey, das gehört auch zu einer jahrtausendealten religiösen Tradition! Nagut, Kreuzigung ist tödlich, aber notfalls könnte man sich ja auch mit dem Rausreißen der Zunge begnügen. War bestimmt vor gar nicht allzu langer Zeit auch nicht unüblich bei chronischer Gotteslästerei.

Ich bin gewiß, wie langjährige Leser dieser Seiten wissen, alles andere als politisch rechts. Aber bei der geradezu speichelleckerischen Willfährigkeit, mit der unsere Politik jederzeit sofort zur Stelle ist und auf alles und jeden eindrischt, der es wagt, irgendwas Israelisches oder Jüdisches zu kritisieren oder infragezustellen, könnt ich trotzdem kotzen. Nun ist also Freiheit der Religionsausübung schon wichtiger als die körperliche Unversehrtheit von Kleinkindern?

Und da soll einem noch ein knackiges Schlußwort einfallen?

Einen sachlicheren Artikel zum Thema mit vielen weiterführenden Links habe ich bei Internet-Law.de gefunden. Sowas lese ich? Nee: gefunden habe ich ihn nämlich beim Schockwellenreiter.

1 Kommentar

  1. V. aus G.

    Ich nehme an, wenn ich jetzt meinen Hund aus religiösen Gründen kupieren lassen will, ist das straffrei möglich. Oder?

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