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Lieber NDR!

Euch fehlt da ein Radiosender. Einer für Leute, die deutsches Geschnulze weder von Xavier Naidoo noch von Jürgen Drews ertragen können. Die weder auf das mitgrölkompatible Geplärre von Oceana (Endless Summer, wo-ho-ho-ho, hey-ey-ey-ey) stehen noch auf die siebzehn Variationen des immer selben Liedes von Milow. Und die ihre dumpf wummernden Bässe lieber als (gern auch kräftig verstärkten) gezupften Darm dargeboten bekommen denn als endlosgeschleiftes Sample.

Mit anderen Worten: Da fehlt was zwischen NDR 2 und NDR 1 Radio Niedersachsen. Sowas, wie es das in anderen Bundesländern durchaus gibt, teils öffentlich-rechtlich (HR 1, SWR 1, WDR 2), teils privat (Landeswelle Thüringen, Harmony FM).

Wer in Niedersachsen und umzu keinen deutschen Schlager mag und die ewigen Werbetiraden der Privaten nicht tagein, tagaus ertragen will, der ist nach Eurer Meinung offenbar zwangsläufig Fan modernen Liedguts. Und entweder kann er dann gelegentlich auch mal einen Oldie ertragen — dann hört er NDR 2 –, oder er kann es nicht und hört N-Joy.

Bin ich da echt der einzige, dem da was dazwischen fehlt?

Und es ist ja auch nicht so, daß es sooo irrsinnig viele Radioprogramme gäbe beim NDR. Außer 1, 2 und N-Joy gibt es noch NDR-Info und einen anscheinend nur in Hamburg zu hörenden Oldiesender namens NDR 90.3, das war’s. Okay, NDR 1 gibt’s anscheinend in drei Geschmacksrichtungen: Radio Niedersachsen, Radio MV und Welle Nord. Ob die komplett verschieden sind, wer weiß? Ich werd sie mir nicht anhören, um das rauszukriegen.

Egal, so um die sieben Programme machen die anderen großen Landesrundfunkanstalten doch auch alle: Der WDR macht sechs. Der HR auch. Der BR sieben. Der SWR acht. Der MDR auch. Also bitte. Unmöglich sollte ein neues Programm eigentlich nicht sein. Die anderen schaffen es doch auch, diversifiziert genug zu sein, daß ich sie ohne Ohrenbluten hören kann.

Und wo ich schon dabei bin, noch ein kleiner Meckerpunkt am Rande: Für Euch da in Hamburg ist es ja schön und gut, nach dem Ansagen des Wetters „für Ihre Region“ dann den Hamburger Wetterbericht zu hören. Oder den Bremer. Oder meinetwegen den schleswig-holsteinischen. Seh ich alles ein. Aber Niedersachsen erstreckt sich von Holland bis zum Harz, von der Nordsee bis hinter Göttingen — das ist mehr als eine Region, und auch mehr als ein Wetter. Da wären ein paar mehr regionale Wetterberichte doch schon nett, oder?

Findet jedenfalls und hört Euch (genauer: NDR 2) trotzdem fast täglich:
  Euer Dieter Schlabonski.

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