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Wer sich über die Bahn beschwert, …

… hat viel zu selten mit der Post zu tun. Dieses (vermutlich) alte Sprichwort gewinnt dieser Tage mal wieder an Bedeutung, denn trotz der immerwährenden Probleme bei der Berliner S-Bahn und anderswo ist es die Post, die mit einem grandiosen Hirnfick für nachhaltige Kopfschmerzen sorgt.

Aufgabe war: ein E-Mail-System zu schaffen, über das jeder vertrauliche Daten sicher austauschen kann. Nicht so schwierig, sollte man meinen. Verschlüsselung existiert, eigentlich muß man nur das Schlüsselsignieren hinkriegen. Könnt man ja auf dem Postamt (oder wie die Dinger diese Woche heißen) machen, mit Postident oder wie das heißt. Vielleicht noch ein paar andere Partner ins Boot holen, Tankstellen oder Händiläden oder so, damit man nicht extra zur Post tapern muß. Da kann dann jeder hin, sich seinen PGP-Key signieren lassen, und der Keks ist gegessen.

Problem: Daran kann man nicht viel verdienen. Paar Euro pro Person, einmalig. Vielleicht noch ein paar Euro mehr für die Eifon-Äpp (und ein paar weniger mehr für die Android-App) dazu.

Ist also doof.

Was macht die Post (und ihre Konkurrenten) also? Klar: ein komplett eigenes System aus dem Boden stampfen. (Also jeder eins, versteht sich. Bis jetzt sind es zwei: E-Brief von der Post und DE-Mail von der Telekom. Aber es sollen wohl noch mehr werden, hört man.)

Damit kann man keine Mail an normale Mailadressen schicken? Pff, dafür gibt’s normale Mailprogramme und -provider. Das ist nur für den Transport verschlüsselt, auf dem Server liegen die Daten im Klartext? Pff, na und, UNSERE Server sind SICHER. Und überhaupt, wer absolute Sicherheit braucht, kann seine Daten ja selber auch noch mal verschlüsseln, ne?

Das muß man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen: die wollen eine Sicherheitslösung verkaufen, die unsicher ist, und kommen mit dem „Argument“, daß man das ja selber sicher machen könne. Kostenlos. Ahem. Kollegen: Das kann ich auch mit ganz normaler E-Mail. Kostenlos.

Und zur Krönung kostet dann so ein E-Brief genauso viel wie ein richtiger Brief. Oder bei der Konkurrenz DE-Mail: fast, nämlich 39 Cent.

Das wird bestimmt ein Riie-sen-hit.

Prophezeit jedenfalls:
  Euer Dieter Schlabonski.

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