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Endlich mal wieder ein Citroën

Na, da freu ich mich doch schon mal, mit meinem Abgesang auf Citroën neulich nicht recht behalten zu haben. Was ich nicht mehr für möglich hielt: Citroën baut einen neuen Citroën!

C4 Cactus heißt das Auto und sieht bis auf Details genauso aus wie die Studie, von der damals alle dachten, naja, ne Studie, da ist es ja einfach, mutig zu sein. Ja von wegen — die bauen den einfach wirklich! Okay, nicht mit den ganzen versenkbaren Fenstern, fehlenden B-Säulen und Türgriffen der Studie, das war klar — aber es ist wirklich genug übrig, um dieses Auto zu lieben. Oder zu hassen. In bester Tradition der Marke.

Auffälligstes Feature sind sicherlich die sogenannten „Airbumps“: luftgefüllte weiche Plastikkissen an Front, Heck und — sehr auffällig — den Flanken, die kleine Rempler spurlos wegstecken sollen. Das ist seit Saabs selbstreparierenden Stoßstangen der 80er ein wenig aus der Mode gekommen, aber grundsätzlich keine schlechte Idee, wenn auch besonders vorne noch viel zuviel glänzender Lack ist für meinen Geschmack. Aber Geschmack ist eh Geschmackssache — ein echter Citroën darf nicht jedem gefallen, und selbst seinen Fans nicht in jedem Detail. Gefällige Autos gibt’s anderswo genug.

Interessanter finde ich da schon den sehr schlicht gemachten Innenraum ohne den üblichen Wust von Schaltern und Instrumenten — zwei Displays, ein paar Knöppe auf dem Lenkrad, fertig. Toll. Noch toller die Bedienung der (optionalen) automatisierten Getriebe mit drei Tasten: D, R, P. Mehr braucht man ja auch nicht. Und entsprechend dann auch keine Mittelkonsole — nein, kein Sechssitzer, auch wenn es so aussieht, aber man wird in engen Parklücken recht bequem nach rechts rüberrutschen können. Oder auch zu anderen Zwecken, im Autokino vielleicht.

Und auch wenn das Ding aussieht wie ein weiteres kleines Super Unnecessary Vehicle (SUV) — es sieht wirklich nur so aus, und es ist ein bißchen höher als ein normaler Kompaktwagen, aber mit 4,18 Länge und 1,73 Breite dafür schmaler und kürzer als ein Golf. Und leichter — unter einer Tonne soll er wiegen, der Cactus, und damit stolze 200 Kilo weniger als der normale Citroën C4. Entsprechend kommt er dann auch mit kleinen und sparsamen Motoren aus.

Doch. Toll. Ich bin überrascht und beeindruckt. Jetzt muß das Ding nur noch eins können, damit ich begeistert bin: es muß anständig federn. Ich schreibe bewußt nicht „federn wie ein Citroën“, denn so sänftig wie eine Hydropneumatik geht mit Stahl als Federmaterial nun mal nicht, wenn man auch sicher um die Ecken kommen will, aber bitte, bitte, laßt ihn nicht so knüppelhart werden wie das neulich von mir mal gefahrene Citroën C4 Coupé. Das erklärte Ziel ist doch, ein unaggressives Auto zu bauen. Die „sportlichen“ Fahrer kaufen doch eh Citroën DS3 Racing stattdessen, wenn man sie von BMW und Audi weglocken kann — sollen sie, aber für uns andere, bitte macht den C4 Cactus komfortabel!

Dann kauf ich mir vielleicht sogar mal einen.

Update: Das geringe Gewicht ist eigentlich echt der Kracher an diesem Auto. Um das mal in Relation zu setzen: die bei VW gerade gezeigte, Golf-basierte Mini-SUV-Studie „T-ROC“, zwar 10 cm breiter als der C-Cactus, aber auch einen kürzer, soll laut VW stolze 1420 Kilo wiegen, also knapp das Anderthalbfache! Gut, da ist Allrad drin und ein dicker Diesel, aber das alleine macht den Golf auch nicht fett. Zumindest nicht so fett.

1 Kommentar

  1. Debe

    Wow, das ist mal ein Auto! Wenn er nicht ganz so SUV-mässig daherkäme… aber Schlaufen zum Schliessen der Türen, und die optische Verbindung von Fahrer- und Beifahrersitz – schick.

    Jetzt müsste ich nur noch das Kleingeld haben…

    Naja, und eigentlich ist mein Twingo ja auch ganz nett. Immerhin ist der zum Stadt-Parken echt angenehm.

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