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Des is doch ned mei Müll!

Es gibt Ladungen, bei denen die allgemein üblichen und deswegen mitgeführten Ladungssicherungsmittel — Gurte, Antirutschmatten und Kantenschoner — versagen oder nicht ausreichen. Holzladungen etwa werden oft mit zusätzlichen Kanthölzern unterlegt, besonders schwere Einzellasten mit Palettenstapeln nach vorn zur Bordwand hin abgestützt; in leichteren Ladungen sind zum Lückenfüllen auch große, aufblasbare Kissen nicht unüblich. Mitunter wird die Ladefläche zum Schutze der Ladung vor Verschmutzung komplett mit Papier ausgelegt; Schaumstoffrollen werden mit Einweggurten im Auto verzurrt oder, so wie für diesen Kunden, liegend verladen und mit Schaumstoffkeilen am Wegrollen gehindert.

Nie zuvor hatte ich ein Problem, diese zusätzlichen Sachen dann beim Empfänger auch wieder loszuwerden. Bis heute, als der sonst recht nette Lagermeister auf mein diesbezügliches Ersuchen den Satz aus der Überschrift zum besten gab. „Wie, meiner etwa?“ war meine naheliegende Antwort. Die aber genausowenig brachte wie die folgende Diskussion, die sich zusammenfassen läßt in seinem Standpunkt „Wenn es nicht auf dem Lieferschein steht, muß ich es auch nicht annehmen“ und meinem „Wenn ich damit zum nächsten Kunden komme, schicken die mich gleich wieder weg“ (was vermutlich nicht mal übertrieben ist — der nächste Kunde war einer dieser Laderaum-mit-Papier-Ausleger, also extrem auf Sauberkeit im Laderaum bedacht).

Letztlich gab ich dann zunächst nach und rief meine Dispo an, um mich „fast leer“ zu melden und mein Leid zu klagen. „Ja, Moment. Ich klär das mal ab.“ Gute Idee. Macht das mal unter Euch aus.

Eine halbe Stunde später hatte ich die Adresse einer Entsorgungsfirma, bei der ich meinen Schaumstoff (insgesamt gut eine Mülltonne voll und mehrere Kilo schwer) loswerden sollte, auf Rechnung meiner Spedition. Grad wollte ich losfahren, da klingelt das Telefon nochmal: „Warte nochmal kurz, jetzt wo das Geld kosten soll bewegen die sich doch.“ Und in der Tat: ne weitere halbe Stunde später mußte ich nur noch einmal um die Firma des Kunden herumlaufen zum Büro, dort dieselbe Diskussion nahezu wortgleich mit dem Betriebsleiter nochmal führen, mir dann erklären lassen, er (der Kunde) werde diese Entsorgung seinem Lieferanten aber in Rechnung stellen — hallo? Das ist mir doch egal. Irgendwann reichte mir der fränkische Wortschwall, und ich würgte ihn ab mit den Worten „Wissen Sie was? Darüber brauch ich mit Ihnen gar nicht zu reden, ich sollte längst beim nächsten Kunden sein.“ (War ebenfalls kaum gelogen, ich hätte schon Stunden eher da sein sollen — wußte der aber, daß ich später käme, drum wars egal, aber das muß der ja nu nicht wissen.) Letztlich haben sie die Schaumstoffkeile dann aber genommen — ein Lagerarbeiter, genau gesagt, mit den Worten „Na, dann schmeiß ich sie halt zu den dreitausend anderen.“

Ja. Toll. Und dafür red ich mir den Mund fusselich, und die Telefondrähte der halben Republik glühen? Damit da nur dreitausend liegen und nicht dreitausendzwölf?

1 Kommentar

  1. emel

    Schön! Hab‘ sehr gelacht!

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