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1984 war gestern

Ich hab ja lange versucht, Onkel Schäuble und seine Trojaner-Pläne geflissentlich zu ignorieren. Aber irgendwie erweist sich der Scheiß als zäher denn erwartet.

Nun soll also mal wieder das Grundgesetz geändert werden, um diesen lästigen nicht zu überwachenden „Kernbereich privater Lebensführung“ loszuwerden. Zunächst wohl nur, soweit es die Computer-Festplatte betrifft — aber wenn die komplett auf Verdacht durchsucht werden kann, weil die bösen Terroristen ja sonst klug genug wären, ihre Daten genau in diesen vor dem Zugiff geschützten Bereichen zu verstecken, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis irgendeiner damit kommt, daß die doch bestimmt auch klug genug sind, diese Daten auf, sagenwirmal, Papier zu verstecken. Oder gar *gasp* im eigenen Hirn! Wir brauchen Zugiff! Sofort! Auf ALLES!

Gut: ich gebe zu, bei mir würde der Bundestrojaner, so er denn auf meiner antiken Hardware nebst ebensolchem Betriebssystem überhaupt liefe, nicht viel Subversiveres finden als die Entwürfe für diese Weppßait hier. Und auch ’ne Durchsuchung würde nicht viel mehr zutage fördern. Aber verdammt nochmal, das heißt doch nicht, daß mir das egal sein kann! Nennt mich meinetwegen blauäugig oder altmodisch, aber ich finde, daß das, was in meiner Wohnung, meiner Festplatte und meinem Hirn abgeht, erstmal nur mich was angeht.

Naja. Noch gibts ja einige Chancen dafür, daß Orwell.exe kläglich versanden wird: im Parlament, in der Softwareentwicklung, vorm Bundesgerichtshof, an seinen Systemvoraussertzungen oder zur Not halt daran, daß ich dann doch mal den ollen Atari TT wieder abstaube, hochfahre und mal kucke, wie man damit ins Netz kommt. Klar hab ich nix zu verbergen, aber das muß ja nu nicht jeder wissen.

4 Pings

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