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Schildbürger im Einsatz

Unfaßbar, was da abgeht. Die Kassen sind leer, die Straßen nach dem harten Winter im Eimer, und was hat Vorrang? Das Austauschen der alten Verkehrsschilder, die nach einer Übergangsfrist nun laut StVO ungültig sind. Das ist auf gleich zwei Arten der Irrwitz schlechthin: Zum einen, daß es überhaupt nötig ist, diese Übergangsfrist zu begrenzen (als ob die alten Schilder nun plötzlich unverständlich geworden wären!), zum anderen aber, und das wird in den allfälligen Berichten komischerweise nicht kritisiert: daß die es mal wieder erst kurz nach dem letzten Moment gemerkt haben, daß die Übergangsfrist abgelaufen ist!

Ich mein, wenn ich als Straßenverkehrsamt (oder wie auch immer sich die zuständigen Sesselfurzer heutzutage schimpfen mögen) erfahre, huch, in drölf Jahren gelten nur noch die neuen Schilder — dann mache ich doch vielleicht mal ne Zählung, wieviele alte Schilder da noch rumstehen, und eventuell sogar nen Plan, dann jedes Jahr ein Drölftel davon auszutauschen!

Es einfach auf mich zukommen lassen, das kann ich als Privatmann mit solchen am Horizont dräuenden Sachen vielleicht machen, wenn ich Spaß dran habe und dann auch die Konsequenzen tragen mag (und ja, da hab ich ein Talent für) — aber wenn das einem Amt (oder einer Abteilung, was auch immer) passiert, dann ist das ein ganz klares Zeichen dafür, daß ein Verantwortlicher es versäumt hat, mal den Finger aus dem Hintern zu nehmen und seinen verdammten Job zu machen.

Nicht, daß das irgendwie ungewöhnlich oder überraschend wäre. Aber es mußte halt mal wieder gesagt werden.

Und es stimmt schon: daß jetzt Hunderttausende tadellos erhaltener alter Verkehrsschilder sinnlos verschrottet werden müssen und durch neue ersetzt, ist der größere Skandal. Wenn der Staat, der das verbockt hat, den Kommunen wenigstens im Rahmen des Konjunkturpaketes eine Abwrackprämie zahlen täte … gut, letztlich müßten wir auch dafür alle zahlen, aber so wäre es wenigstens nicht ganz so hart für die Kommunen und in der Folge für unsere Fahrwerksfedern. Zumal ja ein nichtrepariertes Schlagloch vom Aufschieben der Reparatur auch nicht besser wird: die jetzt für den Schildertausch an Reparaturen eingesparten paar hundert Millionen Euro werden sich sicherlich auch noch vermehren durch verzögerungsbedingte Folgeschäden.

Mann, muß uns das gutgehen, wenn wir uns solche Kracher leisten können.

6 Pings

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