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„Fuck this facebook shit“

Facebook sperrt mal eben eine FPÖ-kritische Satireseite. Ja und, denken wir, das ist ja nun nicht das erste Mal, daß Facebook jemanden sperrt.  Oder daß jemandem auf mysteröse Weise die Facebook-Freunde abhanden kommen.  Stimmt, ist es nicht — und wie immer ist Facebook sehr sehr leise, wenn man es nach den Gründen fragt.  Vielleicht (aber ich bezweifle das) wissen sie es selber nicht, weil es kein Mensch war oder gar ein Gremium, das da die Entscheidung gefällt hat, sondern ein freidrehender Computer, der lernen soll, was zu sperren sei, und jetzt gerade in einer überenthusiastischen Phase seiner Lernkurve ist.  Vielleicht ist es aber auch tatsächlich so, wie es aussieht: daß, wer nur reich oder mächtig genug ist, bei Facebook sich seiner Kritiker entledigen kann.

Ist aber auch egal.

Die Lehre, die wir daraus ziehen sollten, hat Amanda Palmer auf Twitter in ihrer so typischen höflichen und zurückhaltenden Art schon vor knapp zwei Wochen gezogen:

i just posted to my old forum, (YES ITS STILL THERE), for the first time in like 5 years. fuck this facebook shit. who’s with me. go over and show yourself. BRING BACK THE INTERNET. etc.

auf Twitter am 1. Dezember 2017

Entstaubt Eure Blogs!  Wenn Ihr keins habt, klickt Euch ne Domain mit PHP und MySQL und setzt ein WordPress auf!  Oder macht ein kostenloses Blog bei einem nicht weltbeherrschenden Anbieter auf, was weiß ich.  Jedenfalls: Nehmt Euer Internet-Dasein in die eigenen Hände, statt Euch von einem intransparenten, politisch zumindest dubiosen Weltkonzern abhängig zu machen, der Eure Inhalte so von jetzt auf gleich verschwinden lassen kann.

Klar ist das mehr Arbeit für vermutlich weniger Reichweite.  Und Ihr könnt ja trotzdem auch auf Facebook präsent sein, solange es Euch läßt.  Aber wie hier schon vor Jahren verkündet: Wenn Du für etwas nichts bezahlst, dann bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt.  Und mittlerweile lernen wir: Produkte werden auch schon mal ausgelistet.

Also tut was dagegen.

 

Update vom 15.12.2017: Und das alles gilt natürlich nicht nur für Facebook: Storify macht dicht und löscht alles.

Wer also seine Inhalte nicht nach einer Weile verlieren will, sollte sich überlegen, ob er nicht seine Inhalte selbst hosten will. Statt einem Storify hätte man auch ein normales Blog mit eingebundenen Tweets nutzen können. Dann ist man nicht von einem Dienstleister abhängig, der je nach wirtschaftlicher Lage den Dienst einfach einstellt. Wer seinen Krams selbst hostet und darauf aufpasst, wird keine bösen Überraschungen erleben. Gebt nicht die Kontrolle über eure Inhalte ab, denn kein Anbieter hat sich dieses Vertrauen verdient!

Michael Schmalenstroer auf, logisch, schmalenstroer.net und nicht Facebook (gefunden via BildBlog)

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