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Ein Europa, nicht vom kleinen Bergvolk getrieben

Mann mann mann.  Da dachte ich noch, als Seehofer endlich nicht mehr CSU-Chef bayerischer Ministerpräsident war: Das hätten wir überstanden.  Und jetzt dreht er als Heimatminister dermaßen leer, daß einem der Herr Trump dagegen nahezu vernünftig vorkommt.  An der Grenze abweisen lassen will er alle anderswo in der EU bereits registrierten Flüchtlinge, gegen den erklärten Willen der Kanzlerin, die ja immerhin seine Chefin ist und die Richtlinien der Politik auch seines Ressorts vorgibt.  Und wenn keiner von beiden bis Montag noch umkippt, könnte dabei sogar ein Koalitionsbruch rauskommen: Seehofer setzt seinen „Masterplan“ per Ministererlaß durch, Merkel feuert Seehofer, und die CSU haut in den Sack.  Neuwahlen!  Party bei den Nazis von der AfD, besser wäre für die nur noch ein Merkel-Rücktritt.  Und dann?

Wenn die CDU schlau ist, gründet sie dann ganz schnell einen bayerischen Landesverband und tritt getrennt von der häßlichen schwarzbraunen Schwesterpartei in ganz Deutschland an.  Das wäre ein Kraftakt, sicher, aber auch erheblich einfacher zu wuppen als dasselbe für die CSU in den restlichen 15 Bundesländern.  Und egal, ob jene dann an der 5%-Hürde scheitert oder nicht: sie kann dann in ganz Deutschland schön der AfD Stimmen wegnehmen — teile und herrsche, wissenschon —, während die CDU keinen rechtsnationalen Klotz mehr am Bein hat, der sie bei Jamaika- oder Wasauchimmer-Koalitionsverhandlungen ausbremsen kann.

Natürlich stellt sich dann eine Spitzenkandidatenfrage, bei der so einige ziemlich belämmert aus der Wäsche kucken werden.  Schon wieder Merkel? Wenn nicht, wer dann? Und Nahles? Ernsthaft?  Aber egal, das sei erstmal deren Problem, darüber mach ich mir keinen Kopp — denn so richtige Sympathieträger kann ich in der ganzen Bande ohnehin keine mehr ausmachen, also ist auch eher wurscht, wessen Visage dann von den Plakaten grinsen muß.

Doch, ich glaube, mir gefiele das gut.

Mal sehen, woran diese hoffnungsvolle Vision scheitern wird.  Denn daß es so kommt — nein, den Glauben habe ich schon vor Jahrzehnten verloren.  Aber man wird ja noch träumen dürfen, oder?

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