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Und die Kinder singen für dich

Kinder und -chöre in der Popmusik sind ja nun keine Erfindung der Neuzeit.  Kanonisches Beispiel ist natürlich Pink Floyds „Another Brick in the Wall Part 2“, das als Popmusik zu bezeichnen vermutlich auch ein mit Prügelstrafe bedrohter Fauxpas ist.  Und da machte der Kindergesang ja durchaus auch thematisch Sinn, forderten die Gören doch ihren dunkelsarkastischen Lehrer dazu auf, sie endlich in Ruhe zu lassen.

Aber in neuerer Zeit sind die Kinder mit deutlich anderen Textzeilen unterwegs.  Besonders penetrant fräsen sich momentan folgende zwei Verse in mein gequältes Hirn:

In my mind, in my heart
This is where we all came from
The dreams we have, the love we share
This is what we’re waiting for

Leider besteht das ganze sogenannte Lied nur aus diesen vier Zeilen, wiederholt bis das Erbrochene aufsteigt.  (Oder sollte man hier korrekterweise vom Zu-Erbrechenden reden?  Bzw. nach deformierter Rechtschreibung vom „zu Erbrechenden“?)  Aber schlimmer noch finde ich das hier:

All I ever wanted was to find you
Find a love I never knew
I can feel the pain inside me fading
While I’m fading into you

Nennt mich von mir aus altmodisch, aber solche Zeilen aus Kindermund will ich nicht hören.  Wobei ja zur Ehrenrettung der Protagonisten (um nicht irreführend von Musikern zu sprechen) zuzugeben ist, daß es gar nicht so sicher ist, ob da wirklich Kinder an der Produktion beteiligt waren — vielleicht sind das auch nur mit Computerhilfe zu Kinderstimmen umgefilterte Damenstimmen, künstlich genug klingen sie jedenfalls.

Und nein, ich sorge mich ohnehin nicht um das Seelenheil der vielleicht dort singenden Kinder — die hören auf dem Schulhof jeden Tag Schlimmeres.  Angst macht mir nur der Gedanke, es könne sich hier vielleicht um einen Trend handeln, und nach den Stimmchen vor einiger Zeit und den Kindern heute halte dann demächst Babygeplärre Einzug in die schwerrotierten Superhits unserer Zeit.

Wobei, zur Intelligenz der Texte würde das schon ganz gut passen dann.

2 Pings

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