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Huddel 2.0: Jetzt auch ohne Spaß

Dies ist eine Fortsetzung des ersten Smart-Fahrberichts von 2015.

Fahrbericht Smart Fortwo mhd (zweite Generation)

Schon wieder ein Smartie als Werkstatt-Ersatzwagen für ein Gefährt vom anderen Ende der Größenskala bei Mercedes.  Nein, ich bin nicht unter die GLS-, R- oder S-Klassen-Fahrer gegangen, ich rede wie üblich von „meiner“ Sattelzugmaschine, die gerade ihren ersten Geburtstag und damit auch ihren ersten TÜV-Termin hatte, welchletzterer Anlaß war für den Werkstattaufenthalt.

Und da der Smart Zwo ja ein völlig neues Auto ist gegenüber dem Smart Eins von damals, der übrigens immer noch bei besagtem Daimler-Dealer als Werkstatt-Ersatzwagen läuft (Respekt!), dachte ich, das sei dann ja auch mal wieder Material für einen Fahrbericht.

Ist es aber nicht wirklich.

Denn objektiv hat sich gar nicht so viel geändert.  Fahr- und Schaltverhalten, Fahrleistungen und so weiter könnt Ihr demzufolge im oben verlinkten alten Text nachlesen; hier kommen nur die Unterschiede zu damals.

Erwachsener ist er geworden.  Also nicht äußerlich, die Unterschiede zur ersten Generation sind marginal, auseinanderhalten kann man sie als Nicht-Fan eigentlich nur an den Rückleuchten: der erste Smart hatte pro Seite drei, der zweite zwei und der dritte eine, praktisch.  Von innen aber sieht der Smart Zwo aus wie ein Auto: kein Teppich mehr am Armaturenbrett, keine aufgepfropften Zusatzinstrumente, kein Extrakästchen für den Beifahrerairbag, Cupholder, Klimaautomatik, sogar Schaltpaddel für das nach wie vor automatisch geschaltete (aber eben nicht: Automatik-) Getriebe und ein zentraler Infotainment-Tatschscreen samt Navi.

Allet janz schnieke, wa.

Aber damit ging zumindest mir auch der Spaß an dem putzigen kleinen Motocoupé verloren.  Denn was beim Blickeschweifenlassen über den Innenraum aussieht wie ein normales Auto, von dem erwartet man dann innerlich auch, daß es so zu fahren habe.  Und das, insbesondere beim Fahrkomfort, tut es eben immer noch nicht.

Und auch das in meiner Erinnerung ganz niedliche „sonore Pröpeln“ des Dreizylinderchens im Heck des Ur-Smart ist bei seinem Nachfolger, zumindest gefühlt, einem ziemlich dröhnigen und unangenehm lauten, aber überhaupt nicht mehr niedlichen Lärm gewichen.  Das mag aber auch der verklärenden Wirkung von vier Jahren geschuldet sein — meine Geräusch-Referenz ist allerdings dieselbe wie damals, ein Citroën BX halt.

Naja, dachte ich, ist ja ein „mhd“, was ich mit „Mild-Hybrid-Diesel“ übersetzt hatte — Diesels sind halt was lauter, machste nix dran.  Überraschung beim Tanken: der Smart mhd ist gar kein Diesel, und „mhd“ steht für „Micro Hybrid Drive“.  Und ein Hybrid ist er auch nicht, nicht mal ein ganz kleiner; er hat, soweit ich das ergründen und nachlesen konnte, nur eine Stop-Start-Automatik, die der Gedenksekunde beim Anfahren wegen des automatisierten Getriebes gleich noch ein paar Zehntelsekunden zum Anschmeißen des Motörchens hinzufügt.  Wenn man sie nicht abschaltet.

Die Schaltpaddel an der Lenksäule sind aber eine gute Idee.  Dachte ich — bis ich merkte, daß ein Betätigen derselben die Getriebesteuerung wieder in den manuellen Modus zurückwirft.  Ich fahre aber gern im automatischen Modus, das bin ich vom Actros so gewohnt — und dort kann man mit dem Schalthebel an der Lenksäule aber auch hoch- und runterschalten, ohne daß die Automatik daraufhin beleidigt die Weiterarbeit verweigert.  Warum geht das im Smart nicht, zumindest optional?

Fazit: Nee.  Lauter Komfortextras, die kein Mensch braucht, solange nicht das größte Komfortproblem — die Federung — in Angriff genommen wurde.  Mehr Fahrzeugbreite, die aber gefühlt komplett in den dickeren Türen versickert, jedenfalls ist es da drin immer noch recht eng in der Breite.  Wenn auch nur in der Breite, sonst ist das Platzangebot nach wie vor wirklich okay, nicht nur für einen Kleinstwagen.  Und eben kein bißchen Spaß, kein Augenzwinkern im Design mehr, nur noch zwar optisch nicht unansehnliche, aber eben langweilige Innenoptik von heute.

Vielleicht krieg ich ja beim nächsten Mal nochmal den alten Smart zum Vergleichen meiner Erinnerungen mit den Fakten.  Oder einen ganz neuen für den dritten Teil dieser Saga.  Ich werde berichten.

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