Die Angst vor der blauen Plakette

Ehrlich, ich versteh’s nicht.  Immer wieder winseln Politiker und Industrievertreter beschwörend, neinnein, man wolle aber auf gar keinen Fall eine blaue Schadstoffplakette und so die Fahrer von Dieseln mit heute grüner solcher „kalt enteignen“, dieses Problem der Stickoxid- und Feinstaubschleudern (also nur der Diesel jetzt, bei den Benzindirekteinspritzern interessiert es immer noch keine Sau, was die rausmölmen) dürfe sowas von keinesfalls „auf dem Rücken der Autofahrer ausgetragen“ werden.

Auf wessen denn sonst?

Was ich mich frage: Woher der Sinneswandel?  Die Regierung ist quasi ununterscheidbar dieselbe wie zur Einführung des Plakettenwahns 2007, das kann’s nicht sein.  Die Industrie ist auch dieselbe.  Und damals war die „kalte Enteignung“ kein Problem.  Kucken wir doch mal auf die Zahlen — nein, keine Bange, jetzt kommen keine Gramm pro Kilometer oder so, nur ein paar Jahreszahlen.

Die Feinstaubplakettenstufen Rot, Gelb und Grün gelten je nach Ballungsraum seit verschieden langer Zeit, aber grob über die Tabelle der Einführungsdaten in der Wikipedia augapfelnd sagen wir mal verallgemeinernd und zirka, genauer brauchen wir es nicht: Rot seit 2008, Gelb seit 2009, Grün seit 2011.  Die ab dann dort nicht mehr willkommenen Diesel waren zuletzt zugelassen worden: für Rot 2001, für Gelb 2006, für Grün gibt’s kein solches Datum.  (Das muß man sich aus dieser und jener Tabelle zusammensuchen.)  Und so kommen wir auf das Fazit: Bei Einführung der Umweltzonen waren die jüngsten Wagen, die das Verbot betraf, bei Rot noch sieben, bei Gelb nurmehr drei Jahre alt, mit einer Vorwarnzeit von bei Rot einem und bei Gelb zwei Jahren zwischen Beschluß und Inkrafttreten.

So.  Und was bedeutet das nun für die blaue Plakette?

Wenn wir heute den Autofahrern keine schlimmere Härte zumuten wollen als damals, dann können wir uns ja mal in etwa an den Vorwarnzeiten und Altersklassen der vorhandenen Plaketten orientieren, gell?  Mit einem Jahr Vorwarnzeit können wir also, wenns nicht unfairer sein soll als damals bei den plakettenlosen Dieseln bei Einführung der roten Umweltzonen, dann sieben Jahre alte Diesel aussperren — Autos bis Baujahr 2011 also, das wäre Schadstoffklasse Euro 4.  Also kriegen die Diesel ab Euro 5 blaue Plaketten, und die grünplakettierten dürfen ab 2019 nicht mehr in entsprechend beschilderte Umweltzonen.

Meinetwegen können wir ab da auch gleich die entsprechenden Benziner mit wegreglementieren.  Da schneide ich mir als Youngtimerfahrer ins eigene Fleisch, aber für meinen 1991er Euro-1-Benziner dann ernsthaft ne blaue Plakette zu wollen, nur weil er einen G-Kat hat, käme mir schon auch ein bißchen schuftig vor.

Und mit zwei Jahren Vorwarnzeit können wir sogar drei Jahre junge Autos aussperren — wenn wir der Einfachheit halber mal den Euro-6-Autos violette Plaketten geben, um’s nicht zu kompliziert zu machen, wären die Euro-5-Kisten bis Baujahr ’15 ab 2020 raus, für deren Halter sogar weniger schlimm als für die der rotplakettierten Autos anno 2009.

Das müßte man nur mal demnächst beschließen, wegen der Vorwarnzeit.  Und schwupp, wird das Problem überschau- und vor allem planbar.

Die nächste Stufe, sagen wir mal die noch bis September dieses Jahres zulaßbaren Euro-6b-Diesel, bekommt dann pinkfarbene Plaketten mit einer 7 drauf und darf ab 2023, wenn sie fünf werden, nicht mehr in entsprechend gekennzeichnete Zonen.  Euro 6d-TEMP, zulässig bis 2021, bekommt mintfarbene Plaketten und ist ab 2026 raus.  Und auch den Euro-6d-Neuwagen kleben wir schon mal Plaketten in dezentem Hellblö, damit man sie zu gegebener Zeit als Stinker brandmarken und aussperren kann.  Und so weiter.

Das einzige Problem wäre, daß uns irgendwann die Plakettenfarben ausgehen.  Aber bis dahin gibt es ja dann vielleicht doch mal genug Elektroautos, daß man dann gleich alle Verbrenner in Bausch und Bogen aus den Ballungsräumen werfen kann.

Ansonsten wäre das logisch, begründbar, planbar.  Wenn man es rechtzeitig beschließt und verkündet.  Da hat die Bundesregierung, wie so oft, den Finger nicht rechtzeitig aus dem Hintern bekommen, aber das ist wie gezeigt nix, was man nicht reparieren könnte.  Und wohlgemerkt: Städte, die ihre Schadstoffsituation nicht für allzu prekär halten, können ja ihre Umweltzonen problemlos auch für grüne, blaue etc. Plaketten zugänglich halten, wenn sie möchten.  Nicht mal Umweltzonen einführen müssen sie ja.

Und im Gegensatz zu den derzeit diskutierten punktuellen Fahrverboten ist eine Plakettenlösung auch überwachbar.  Wie darf ich mir das denn vorstellen eigentlich — heute und morgen dürfen in der Dingensstraße nur Diesel ab Euro 6c fahren?  Und dann stellt sich die Polizei hin und kontrolliert jedes einzelne Auto, ob auch die entsprechende Schadstoffklasse im Schein steht und der Wagen ggf. schon bei einer Rückrufaktion wegen Schummelsoftware war?  Das könnt Ihr doch Eurer Großmutter erzählen.  Bei der Plakettenvergabe kann man sowas prüfen, kein Ding, aber wenn man das im Rahmen einer Verkehrskontrolle flächendeckend machen wollte, würde allein der entstehende Stau mehr Schadstoffe verursachen, als die dabei entdeckten „Stinker“ rausgehauen hätten, wenn man es gelassen hätte.

Also, wer erklärt mir mal bitte, warum es denn nun so schlimm wäre, blaue Plaketten für alle Diesel ab Euro 5 zu vergeben und ab nächstes Jahr nur noch die in die am schlimmsten versmogten Umweltzonen zu lassen?  Ich versteh’s nämlich, wie gesagt, nicht.

Glumm

Da die Blickrolle (der Blick in die Blogrolle) schon lange nicht mehr jeden Sonntag erscheint, und wer hätte von mir auch erwartet, daß es anders sei, muß sie, so beschloß ich, nun auch nicht mehr sonntags oder verschämt montags erscheinen, sondern wann immer es sich ergibt, warum also nicht heute.  Denn heute hat der Herr Glumm unter dem Titel „Jahre mit Hund“ mal wieder einen epischen Beitrag rausgehauen, der schon ganz alleine einen Link wert wäre — aber sowas macht er öfter, also, wer ihn wider Erwarten noch nicht kennen sollte, auf auf, Glumm lesen, das befreit!

Man sollte allerdings nicht allzu zartbesaitet sein, das eine oder andere derbe Wort oder auch mal eine krasse Story findet man dort durchaus, aber das kann man ja auch als Qualitätskriterium sehen, wenn etwas nicht so angepaßt und weichgespült ist.  Vergleiche mit dem Kiezneurotiker seligen Angedenkens drängen sich hier auf, auch wenn dort beide Regler noch etwas weiter aufgedreht waren, und diese Vergleiche sind ausdrücklich nur positiv gemeint.

Und weil der Trend ja bekanntlich zum Zweitblog geht, hat auch der Herr Glumm ein solches mit dem etwas kryptischen Titel „500 Beine“.  Nach welchen Kriterien ein Text im einen oder im anderen landet, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, aber eigentlich ist es auch völlig egal, man will ja ohnehin beide abonnieren.

SSL

Wollte nur rasch kundtun, daß dieses Blog ab jetzt nicht nur mit dem HTTPS-Protokoll erreichbar ist, sondern auch alle seine Links auf sich selber auf HTTPS umgestellt sind.  Das geht unter WordPress sehr schön mit dem Plugin „Better Search Replace“, nur für den Fall, daß solch Tun den einen oder anderen mitlesenden Bloggerkollegen wünschenswerterweise zum Nachahmen animieren täte.

HTTP geht aber natürlich auch noch.  Schlabonskis Welt hatte ja schon immer ein Herz für antike Hardware: der Rechner, auf dem diese Zeilen entstehen, wird zum Beispiel nächste Woche acht Jahre alt.

In dem Zusammenhang: wenn hier irgendwas nicht so funktioniert, wie es soll, bitte nicht zögern, dies kundzutun!  Wenn ich mit vertretbarem Aufwand was dran ändern kann, werde ich das auch tun.  Wollt Ihr vielleicht zum Beispiel eine Seite für Smartphones, so breitenvariabel?  Da gibts auch WordPress-Themes, die das können.  Bei genug Nachfrage würde ich mal kucken, ob man mit mehreren WordPressen in derselben Datenbank herumschaben kann, mit dem mobilen und mit dem normalen halt, und wenn nicht, tät ich eventuell auch doch mal über einen Theme-Wechsel nachdenken.  Nur sagen müßt Ihr mir sowas halt, ich selber mag die Seite so, wie sie ist, sonst wäre sie ja anders.

Ende der Durchsage, ich übergebe mich zurück in die Sendezentrale zum gewohnten Programm.

Zitate für die Ewigkeit

Aus aktuellem Anlaß.  Nein, nicht alle dieser Lügen wurden am Ende dann gebrochen, insbesondere ist uns Herr Martin „wann haben Sie mich das denn gefragt“ Schulz als Außenminister erspart geblieben — aber alle diese Zitate würden ihre Urheber sicher gern der Vergessenheit anheimfallen lassen.

Genau darum stehen sie hier.

 

Wenn inzwischen fast jede zweite Neueinstellung befristet ist, läuft etwas gehörig schief.

Martin Schulz, Februar 2017

 

Die paritätisch finanzierte Bürgerversicherung ist ein wichtiges Projekt.

Martin Schulz, Februar 2017

 

In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten.

Martin Schulz, September 2017

 

Ich bin Bürgermeister dieser Stadt und ich werde das bleiben.

Olaf Scholz, September 2017

 

Es ist offenkundig, dass die SPD auf Bundesebene auf absehbare Zeit nicht regierungsfähig ist.

Angela Merkel, Oktober 2017

 

Die SPD steht für den Eintritt in eine große Koalition nicht zur Verfügung.

Martin Schulz, November 2017

 

Die Wahrheit ist: Wir wollen die Klimaziele erreichen, und die Wahrheit ist auch, das geht einher mit dem Ende der Kohleverstromung.

Martin Schulz, Dezember 2017

 

Auf den Ausbau der erneuerbaren Energien legen wir noch einen oben drauf!

Martin Schulz, Januar 2018

 

Sigmar Gabriel hat eine sehr gute Arbeit als Außenminister geleistet, aber ich habe mich entschieden, in die Bundesregierung einzutreten und zwar als Außenminister.

Martin Schulz, Februar 2018

 

Respekt, Herr Schulz, Respekt.  Wären Sie angetreten, die SPD und ihre wie Ihre Glaubwürdigkeit möglichst schwungvoll vor den Ofen zu fahren, Sie hätten kaum erfolgreicher agieren können, als Sie es getan haben.

Hilf-, weil fahrerlos

Nach meinem letzten viel zu langen Elaborat über die Probleme „autonomer“, also selbstfahrender Autos, dort mit Fokus auf die technischen, will ich heute mal einen Blick auf die menschlichen werfen.  Und damit meine ich nicht die u.U. fatal lange Zeit, die der Mensch braucht, um notfalls doch noch das Steuer zu übernehmen, wenn das Auto mit der Situation überfordert ist — das war schon im ersten Teil.  Ich sag’s dazu, denn den haben bestimmt nicht alle bis zum Ende gelesen, gell. 😉

Aber gehen wir mal optimistisch davon aus, daß das selbstfahrende Kraftfahrzeug diese Hürde überwindet und irgendwann tatsächlich gut genug funktioniert, um jede Strecke bei jeder Witterung und jede Verkehrssituation problemlos bewältigen zu können.  Auch wenn ich es mir immer noch nicht vorstellen kann, daß und wie das gehen soll — nehmen wir mal an, daß es geht, und betrachten wir im Weiteren nur noch voll-autonome Fahrzeuge ohne Möglichkeit für die Passagiere, lenkend oder sonstwie einzugreifen — einen Notbrems-Knopf will ich ihnen mal zugestehen, und natürlich eine Eingabemöglichkeit fürs Ziel und vielleicht noch die bevorzugte Route dorthin.

Dann ist, soweit es den privaten PKW betrifft, doch alles in Butter?  Nnnaja.  Zu klären wäre da noch, was passiert, wenn diese privaten PKW dann mal was älter werden.  Denn alte Autoelektronik versagt ab und zu schon mal, wie man als Ge- und Verbrauchtwagenfahrer weiß.  Im menschengelenkten Auto nicht so schlimm — man kommt auch mit den allermeisten Fehlfunktionen noch ans Ziel, zum nächsten Parkplatz oder zumindest auf den Pannenstreifen.  Aber wenn jetzt im selbstfahrenden Auto eins der vielen Systeme ausfällt, die es zum sicheren Fahren braucht?  Dann verweigert es die Weiterfahrt und ruft sich einen Techniker oder Abschlepper, was soll es sonst groß machen.  Es ist ja kein Fahrer an Bord, der sich denken kann: Hupsi, der Reifendrucksensor ist ausgefallen, hm, fährt aber noch normal, fahr ich morgen mal in der Werkstatt vorbei.  Wenn einem selbstfahrenden Auto ein Sensor ausfällt, der nicht redundant vorhanden ist, muß es stehenbleiben, denn kompensieren kann es den nicht.  Insofern sollte ich als Berufskraftfahrer vielleicht über eine Umschulung zum Pannenhelfer nachdenken, davon wird es dann mehr brauchen.

Bei den üblichen Träumereien über autonome Autos ist aber auch immer die Komponente des Autos nach Bedarf dabei: Man braucht ein Auto, man bestellt sich eins, es kommt angefahren, man steigt ein, es bringt einen ans Ziel, man steigt aus, es fährt weg.  So wie heute ein Taxi, nur billiger, weil ohne Fahrer.

Billiger?

Erstens: was verdient son Taxifahrer?  Weit über Mindestlohn kommt der nicht.  Und was kostet so ein vollautonomes Auto mehr als ein menschengesteuertes?  Mit Wartung und Reparatur der teuren Zusatzhardware?  Weiß man noch nicht, gibt ja keine.  Aber ob man von den paar zehntausend Euro im Jahr, die eine Zweimann-Besatzung für Rund-um-die-Uhr-Einsatz so verdient, die teurere Hardware samt Wartung bezahlen kann und dann immer noch hinreichend viel günstiger ist als ein normales Privatauto oder auch die Kosten fürs Carsharing, daß die Leute sich das leisten können und wollen, das darf m.E. durchaus bezweifelt werden.

Und für Nutzfahrzeuge gilt das entsprechend.  Zusätzlich aber kommt der Aspekt hinzu, wer die denn dann be- und entladen soll, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.  Ich fahre Lastwagen, und ich weiß: das ist meistens der Job des Fahrers, und von Sonderfällen abgesehen ist es auch ziemlich harte Arbeit, für die man auch oft Improvisationstalent, Augenmaß und dergleichen Dinge mehr braucht, die eine Maschine meistens nicht hat.  Beladung bleibt also Menschensache — und wenn dieser beladende Mensch ein anderer ist als der, der dann auch damit fährt, dann ist man als Fahrer heute gut beraten, die Ladung und ihre Sicherung nochmal zu überprüfen, bevor man losfährt — denn das ist den Beladern oft alles ziemlich egal.  Der selbstfahrenden Zugmaschine, die dann kommt und den beladenen Auflieger anklinkt, aber auch — wer soll es dann also machen, das Überprüfen?

Und mit dem „egal“ ist dann auch schon das nächste Stichwort gefallen zum Thema Auto on demand, denn bitte wer kümmert sich denn eigentlich um deren Sauberkeit und schützt sie vor Vandalismus?  Bei Taxis tut das der Fahrer, bei Carsharing-Autos fällt es schon beim Abholen auf — notfalls steigt man halt nicht ein und nimmt die Tram stattdessen.  Aber wenn ich ein Auto bestelle, und wenn es kommt, ist es vollgekotzt oder sonstwie eklig — was dann?  Okay, da kann man Überwachungssysteme einbauen.  Noch mehr Hardware, noch mehr Kosten.  Noch mehr Krempel, den der Fahrgast sabotieren kann.

Das machen vernünftige, erwachsene Menschen nicht?  Man sehe sich in öffentlichen Verkehrsmitteln und sonstigen Räumen, insbesondere Bedürfnisanstalten, um: es gibt genug andere, schon heute, wo noch Fahrer und andere Bedienstete in der Nähe sind.  Das wird ohne dieselben sicher nicht besser werden.  Der Hygienestandard solcher autonomen Taxis wird, so meine Prognose, kaum über dem einer Autobahntoilette auf einem menschenleeren Parkplatz liegen.

Und im Verkehr wird es nicht besser.  Als Verkehrsrowdy (schönes Wort eigentlich, aber vom Aussterben bedroht) muß man sich heute ja immer noch vorsehen, daß einem der Bedrängte, Geschnittene oder sonstwie unfair benachteiligte andere Verkehrsteilnehmer nicht aus Unachtsamkeit oder Rache doch noch in die Karre fährt oder tritt, geschweige denn daß man an einen Artgenossen gerät, der es einem mit Gleichem vergilt.  Das werden selbstfahrene Autos sicher nicht tun, sondern zurückstecken im Sinne der Sicherheit.  Was ja auch richtig ist — was aber die Rowdies nur ermutigen wird, schließlich werden sie die Konfrontation ja sicher gewinnen.  Und das wird, so pessimistisch darf man wohl sein, Schule machen: de facto werden autonome Autos keine Vorfahrt haben, egal in welcher Situation, sondern sich von Notbremsung zu Notbremsung hangeln.

Immer vorausgesetzt, daß es überhaupt so weit kommt, daß die selbstfahrenden Selbstfahrer (das ist nicht doppelt gemoppelt!) einen nennenswerten Anteil am Verkehrsgeschehen erreichen.  Ich weiß es natürlich nicht, aber ich denke, die gegenwärtige Euphorie allenthalben wird nach ein paar richtig schweren Unfällen erstmal einen gehörigen Dämpfer erhalten.  Und danach?  Keine Ahnung.  Schaun wir mal.

Christian Buggischs Blog

„Über Internet und echtes Leben“ ist das heute in der Blickrolle zu beäugende Blog von Christian Buggisch betitelt.  Ein weites Feld also, das der Autor auch abwechslungsreich beackert.  Meinung wechselt mit Lehrhaftem, Geschichtliches mit Aktuellem, stets mit aufrechter Haltung und klarer Kante, aber dabei immer angenehm lesbar und bisweilen auch ein bißchen schmunzelig.  Erkennbar kein Spaßblog, das der Herr Buggisch da betreibt, aber das muß ja nicht heißen, daß man als Leser dort keinen Spaß haben kann.  Ich jedenfalls habe ihn dort, fast immer und, Kennzeichen eines guten Autoren, auch dann, wenn mich das Thema eigentlich nicht interessiert.  Oder zumindest vor dem Lesen nicht interessiert hat.

Dichtung und Wahrheit

Sorry für die schlechten Bilder.  Bessere gibts im Supermarkt.  Aber klingt doch lecker, oder?

Und sogar „100% deutsche Kartoffeln“.  Ein tolles Produkt.  Nur gute Sachen drin.  Jaja.  Bis man das Kleingedruckte liest:

14 % Kartoffeln.  Und die vollmundig gepriesene Pilzfüllung?  Da muß man schon bis in die dritte Zeile vordringen: 0,6 % Butterpilze.  Nullkommasechs Prozent!  Das sind, selbst wenn man das Steinpilzpulver weiter unten großzügig dazunimmt, nicht mal zwei Gramm Pilze, gefühlt dieselbe Größenordnung also wie die für den Schriftzug „gefüllt mit Pilzen“ auf der anderen Seite der Verpackung verwendete Druckfarbe.  Mehr Salz als Pilze!  (Nicht vom jodierten Speisesalz kurz vor Schluß irritieren lassen, vor den Butterpilzen ist noch ein Speisesalz, diesmal anscheinend ohne Jod.  Schlauer Trick für die, die sowas nur überfliegen, gell?)  Aber die Kräuter, also die paar Promille Kräuter — die sind aus nachhaltigem Anbau.  Naaa toll.

Stärkeknödel.  Gefüllt mit Salz.  Das wäre ehrlich gewesen.

Weil Schlabonskis Welt aber eine Serviceseite ist, hier nun der Haushaltstip dazu: Einfach nach dem Kochen ein paar Wochen neben dem Herd stehenlassen.  Dann werden es zumindest mehr Pilze.

Autonome Gefahren

Nein, hier geht es nicht um politisch Autonome, keine Bange. Aber eigentlich ist es doch komisch, daß die Autoindustrie sich für ihre selbstfahrenden Kaleschen einen derartig negativ besetzten Begriff ausgesucht hat — wer will schon ein tatsächlich autonomes Auto? Das müßte ja nicht mal mit Molotowcocktails werfen, um zu nerven. Aber ich schweife ab, und überhaupt ist es vermutlich wieder nur so eine faule Übersetzung von engl. „autonomous“, man kennt das ja.

Jedenfalls ist das, glaubt man den Protagonisten sowohl aus der klassischen Autoindustrie wie auch aus dem Silicon Valley, die Zukunft. Die Zukunft! Sie versprachen uns fliegende Autos, und tatsächlich müssen wir uns damit begnügen, daß wir wenigstens unbelästigt in die Schlaufönlis kucken dürfen, während wir im Stau stehen.

Fahrassistenzsysteme werden in fünf Klassen unterschieden. Am Anfang stehen so Dinger wie Abstandsregeltempomat oder Spurassistent, die sich nur um eine Teilaufgabe der Fahrerei kümmern, den menschlichen Fahrer also nur entlasten und nicht ablösen. Stufe zwei ist das, was Tesla schon vollmundig „Autopilot“ nennt: das Auto kann selber beschleunigen, bremsen und lenken, aber der Fahrer muß immer noch aufpassen wie ein Luchs, zumindest theoretisch.

Im mittleren Bereich der Klassifikation kommen dann Systeme wie Stauassistent oder automagisches Einparken, die zeitweise die komplette Kontrolle übernehmen, aber immer noch nicht erlauben, daß der Fahrer sich derweil anderen Dingen widme. Da ungefähr sind wir jetzt, wenn freilich auch die Hersteller suggerieren, wir seien schon weiter, und zumindest Autobahnfahren auch schon technisch weitgehend gelöst ist — bloß halt noch zu teuer, will man Systeme haben, die zuverlässig kreuzende Lastwagen von über der Straße hängenden Verkehrsschildern unterscheiden können.

Der nächste Schritt von Stufe drei nach vier klingt unspektakulär, ist allerdings der größte: Systeme, die die komplette Arbeit von Start bis Ziel zumindest im Regelfall übernehmen können, und zwar so gut, daß sie es ein paar Sekunden vor dem eigenen Versagen merken, daß sie versagen werden, und so den menschlichen Fahrer mit angemessener Reaktionszeit alarmieren können, wenn sie überfordert sind. Das erweist sich als unerwartet schwierig. Oder vielleicht auch nicht unerwartet — man versuche mal beim Autofahren, konsistent fünf Sekunden in die Zukunft zu schauen. Wird das SUV da vorne ausscheren? Läuft die Frau am Straßenrand los oder nicht? Macht der Radfahrer einen Schlenker? Hält der zurücksetzende Müllwagen an und läßt mich durch? Schwierig bis unmöglich, sowas. Und das mit dem Wissen um die Welt, das man als Mensch so einfach hat und das ein Computer erst mühsam lernen muß. Da hilft es ihm auch kaum, daß er besser kucken kann. Wenn nicht gerade Schnee vorm Sensor klebt, wendet der diesbezüglich leidgeprüfte Berufskraftfahrer mit Abstandsassistent im Actros ein.

Aber gut, gehen wir mal davon aus, daß diese Stufe erreichbar ist. Dann ist doch aber alles gut? Kaum. Denn dann haben wir dasselbe grundsätzliche Problem wie im Flugverkehr, wo der Autopilot im Gegensatz zu Tesla seinem zu recht so heißt, weil er im Prinzip alles von Start bis Landung auch alleine kann: denn was die Maschine kann, verlernt der Mensch. Natürlich nicht völlig, aber in der Praxis fehlt es ihm schlicht an Routine — am Steuer ist und bleibt er ein Anfänger, denn wo soll denn die Übung herkommen, wenn die Maschine ihm die Routinetätigkeiten abnimmt? Das ist bequem, sicher, aber es ist auch nicht ungefährlich. Im Flugverkehr begegnet man dem mit regelmäßigen Schulungen und Prüfungen, und zwar trotzdem mit durchaus diskussionswürdigem Erfolg — aber im Straßenverkehr? Seh ich nicht.

Und wenn das Ding dann Alarm schägt, „hallo, Mensch, wachwerden, hier wird es gefährlich!“, dann wird also ein Mensch, der eben noch mit der oder dem Liebsten plauschte, einen spannenden Film sah oder mit geschlossenen Augen zu feiner Musik leise vor sich hindöste, ins kalte Wasser geschmissen: er weiß nicht, wo er ist, oder wie schnell er ist, oder was gerade um ihn herum passiert, geschweige denn was es ist, wovon sein Auto meint, daß es allein nicht damit klarkommen wird. Er hat, um es rauszukriegen, sich einen Plan zu machen und diesen umzusetzen, bestenfalls ein paar Sekunden Zeit — selbst derer zehn, m.E. völlig utopisch viel, wären da eher knapp für. Und er hat auch keine Übung darin, all dies zu erkennen und zu tun, weil es idealerweise recht selten passiert und er sonst nur seinem Navi sagt, wo er hinmöchte. Im schlimmsten Fall hat er noch nie bei 140 schnell am Lenkrad gedreht oder bei 80 voll in die Bremse getreten und wird schon von der Reaktion des Wagens überrascht. Hey — was soll da schon schiefgehen?

Und wenn es dann vorhersagbar schiefgeht, ist der Mensch schuld, denn das Auto hat ihm ja „rechtzeitig“ die Kontrolle übergeben.

Prognosen sind schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen, und erst recht, wenn Computer am zu prognostizierenden Ding einen Anteil haben. Die Güte von Alexas Spracherkennung oder Teslas Autopilot hätte noch 2013 kein Mensch für in fünf Jahren zu prognostizieren gewagt. Vielleicht gilt das auch für Fahrassistenzsysteme; vielleicht liege ich falsch, und in fünf Jahren sind 20 Sekunden Vorwarnzeit möglich, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie das gehen soll. Am grundsätzlichen Problem — mangelnde Routine und dadurch anfängerhafte Reaktion auf Situationen, die der Maschine zu gefährlich scheinen, um selber damit klarzukommen — ändert das nichts. Im Gegenteil: je besser das Auto selber fahren kann, umso seltener und umso gefährlicher werden die Situationen, in denen es seinen Fahrer weckt, auf daß der die Kohlen aus dem Feuer hole. Und je seltener und gefährlicher diese Situationen, umso unwahrscheinlicher ist es, daß der Fahrer das dann auch kann.

Und trotzdem kündigt GM bereits an, 2019 — nächstes Jahr! — Autos der Stufe fünf in Verkehr bringen zu wollen, die gar kein Lenkrad mehr haben, also komplett autonom fahren sollen. In allen Situationen. Immer. Ja nee, is klar. Was die dann wohl machen werden, wenn sie nicht mehr weiterwissen? Vermutlich Warnblinker an, möglichst viel Tempo abbauen und, sollte dies unfallfrei gelingen, rechts ranfahren, anhalten und um Hilfe rufen.

Eine Idee für einen möglichen Ausweg gibt es freilich auch schon: menschliche Fahrer, die nicht im Auto sitzen, sondern angestellt in einer Notfallzentrale, und dann die nötigen Kamera- und sonstigen Daten auf den Bildschirm bekommen und die Karre ferngesteuert aus der Bredouille fahren. Da das hoffentlich hochgradig geschulte und mit der Zeit auch routinierte Fachleute sein werden und nicht Leiharbeiter mit Führerschein –, ähm, nee: falls das hochgradig etc. –, könnte das schon besser funktionieren als das Modell mit dem Fahrer-Wecken. Dafür wird’s aber auch wieder teurer, denn die Notfallzentrale und die Leiharbeiter mit Führerschein wollen ja auch erstmal bezahlt werden, und eine 100% stabile und schnelle Datenverbindung zum fahrenden Auto braucht es auch. Am Rande: „100%“ bedeutet hier nicht 99,99%, und „schnell“ nicht bis zu 50 MBit/sec.

Und auch dann besteht immer noch die Gefahr, daß das ins Schleudern kommende Auto keinen anderen Ausweg weiß, als mit einem „Ping“ folgende Fehlermeldung einzublenden:

WICHTIGER HINWEIS - Leider sind alle Notfallmitarbeiter derzeit belegt. Bitte warten Sie oder bringen Sie das Fahrzeug selbst wieder unter Kontrolle. - Die Abschaltung der automatischen Steuerung erfolgt in 4 Sekunden. - [ OK ]

Und über das andere Problem mit der goldenen Zukunft, in der man sich statt eines teuren Taxis ein vollständig autonomes Auto ruft, um davon an ein jedes Ziel gefahren zu werden, und deswegen auch gar kein eigenes mehr braucht, was jede Menge Umweltschäden, Flächenverbrauch und was nicht noch alles sparen soll, reden wir dann demnächst mal. Sollte eigentlich jetzt und hier kommen, aber dieser Artikel ist eh schon wieder zu lang. Und nein, es ist nicht ganz so gefährlich, aber dafür auf andere Art unangenehm.

Nachtrag, zwei Tage später: Anscheinend liege ich mit meinen Sorgen nicht völlig falsch — Heise hat auch einen Artikel zum Thema.

Buddenbohm & Söhne

Ja, ich weiß, außer der Blickrolle passiert hier nicht viel im Moment, was soll man auch schreiben, wenn man krank zuhause liegt und alles außer Liegen wehtut. Groko? Erdogan? Trump? Das ist doch alles deprimierend, das nervt doch schon beim Lesen, da muß ich nicht auch noch drüber schreiben.

Und deswegen ist heute in der Blickrolle der Herr Buddenbohm an der Reihe. Maximilian Buddenbohm, allein schon dieser Name ist doch ein Traum. Und schreiben kann er auch, und tut es momentan auch sehr fleißig, täglich sogar. Das war nicht immer so, aber zu den regelmäßigeren Bloggern gehörte er stets in den letzten Jahren. Thematisch ist er auch sehr vielseitig, außer dem großen Ganzen kommt da immer auch wieder ein bißchen Familie und Persönliches, und in letzter Zeit nimmt der Kleingarten einen großen Platz im Blog ein.

Aber eigentlich ist das auch ganz egal, denn der Herr Buddenbohm schreibt so schön flüssig, daß sich das alles entspannt wegliest, und am Ende hat man oder habe zumindest ich nie das Gefühl, darauf hätte ich jetzt auch verzichten können. Es macht einfach Spaß, das Blog von Buddenbohm & Söhne — auch wenn die Söhne oder ihre als Herzdame auftretende Mutter mal schreiben übrigens, meist sind das dann Spieletests und dergleichen. Wie überhaupt auch (gekennzeichnete) Werbung im Blog auftaucht gelegentlich, aber damit kann man ja auch leben, finde ich.

Also, wenn ich Euch zuwenig schreibe — Buddenbohm & Söhne mag die Lücke füllen helfen! Und wenn nicht, dann lest trotzdem mal rein. Es lohnt sich.

Astrodicticum Simplex

Das heute leicht verspätet (*hüstel*) im Blick in die Blogrolle, der sogenannten Blickrolle, vorgestellte Blog ist wieder eins der nicht so furchtbar persönlichen. Es heißt etwas sperrig „Astrodicticum Simplex“ und gehört Florian Freistetter, einem Astronomen aus Jena mit (in seinen Podcasts deutlich und sehr charmant hörbar) österreichischen Wurzeln, der dort hauptsächlich über Themen seines Fachs schreibt.

Aber das ist keinesfalls so trocken, wie es sein könnte und vielleicht auch jetzt klingen mag. Florian schreibt locker und allgemeinverständlich, und was er schreibt, ist zumindest für mich auch immer interessant. Denn die Astronomie ist schon eine spannende Sache mit vielen Facetten, von reiner Himmelsmechanik über Realitätsabgleich für Science Fiction bis zu den großen Wo-kommen-wir-her-wo-gehen-wir-hin-Themen, und das alles kommt in Florians Blog vor.

Und noch viel mehr als das. Der Mann ist wirklich fast schon unheimlich produktiv. Da gibt es den netten kleinen Astronomiepodcast „Sternengeschichten“, in dem immer ein Einzelaspekt kurz und super-verständlich drangenommen wird; da gibt es Buchkritiken nicht nur von Sachbüchern, sondern auch von Romanen; da gibt es ein jährliches Adventskalenderrätsel und einen ebenso jährlichen Blogposting-Schreibwettbewerb, an dem ich auch schon mal teilgenommen und immerhin geradesoeben nicht den letzten Platz belegt habe; da gibt es den WRINT-Wissenschaft-Podcast zusammen mit Holger Klein; und bestimmt hab ich noch ein paar Rubriken vergessen.

Und es ist nicht so, wie man jetzt denken könnte: der Herr Doktor sitzt den ganzen Tag an der Uni und schreibt Blog. Denn nebenbei ist Florian auch noch Teil der „Science Busters“, bekannt von Bühne und Fernsehen, und tourt mit denen auch noch regelmäßig durch die Lande. Wenn er nicht gerade Bücher schreibt oder Marathon läuft.

Puh.

Und unsereins fühlt sich fast schon damit ausgelastet, das alles zu lesen. Lohnt sich aber!

Freitagstexter: Pokalverleihung

Sieben Freitagstexter haben sich an meiner Aufgabe versucht, eine beachtliche Resonanz wie ich finde. Und klasse waren sie alle irgendwie, trotz wohl unvermeidlich teilweise ähnlicher Ideen. Die Wahl ist mir nicht leichtgefallen, aber hier ist der Sieger:

Ich kann auf einem Ball balancieren! Sogar ohne Ball!

Ich kann auf einem Ball balancieren! Sogar ohne Ball!

 

Disclaimer: Axel ist seit Jahrzehnten ein guter Freund von mir und auch nicht so ganz direkt ein Blogger im eigentlichen Sinn. Trotzdem habe ich nach langem inneren Kampfe beschlossen, daß der für mich witzigste Text, nämlich seiner, gewinnen möge. Ich weiß, ich muß mich hier nicht rechtfertigen, aber ich wollte es trotzdem nicht unerwähnt lassen.

Und die Konkurrenz war, wie gesagt, hart. Mit einer sehr ähnlichen Idee den zweiten Platz hat der mir ebenfalls persönlich bekannte Kollege Blick Ableiter erobert, aber schon beim dritten muß ich endgültig passen und kann die Beiträge nicht mehr in eine sinnvolle und reproduzierbare Rangfolge bringen.

Man gut, daß ich das auch gar nicht muß.

Meine Damen und Herren, kommen wir also nun zur feierlichen Pokalverleihung. *räusper* Axel? Fang!

Und weiter geht’s dann am Freitag ab jetzt drüben bei Axels „Blogging is futile“ auf noone.org.  Ich bin gespannt, verneige mich in die illustre Runde und wünsche auch dort fröhliches Freitagstexten!

Novemberregen

Ein wunderbar melancholischer Titel — irgendwie höre ich vorm inneren Ohr immer eine rauchige dunkle Frauenstimme einen traurigen Chanson singen, wenn ich ihn lese, obwohl ich kein Lied dieses Namens kenne* und auch meistens gar keine deutschen Chansons mag —, aber es ist gar nicht so melancholisch, das Blog, in das wir heute einen Blick werfen.

Frau Novemberregen ist offenkundig eine selbstbewußte und patente Person mit einer beneidenswerten Schlagfertigkeit, und immer wenn sie Alltagsbegegnungen in Geschäften, auf der Straße oder am Arbeitsplatz beschreibt, freue ich mich auf ein amüsantes Stück und werde nie enttäuscht. Besonders bemerkenswert dabei: die Selbstverständlichkeit, mit der sie zugeben kann, etwas nicht zu können oder zu wollen, wie zuletzt bei „Zechpreller“, einer Geschichte über das Einparken — das können nicht viele! Absolute Spitze sind ihre Begegnungen mit „Oberchef“, auch eine coole Socke, danach sollte man ruhig mal suchen dort, oder meinetwegen googeln, es lohnt sich.

Wie in jedem Blog ist natürlich auch hier nicht jeder Artikel eine Sternstunde, wie sollte er auch. Besonders das Bemühen, wirklich jeden Tag ein Posting zu verfassen, über Jahre, das wurde gegen Ende hin deutlich … bemüht, schön daß sie damit aufgehört hat und nur noch schreibt, wenn es was zu schreiben gibt. Und das lese ich dann auch brav und gern — Frau N., Ihnen ist der Platz in meiner Blogrolle auch weiterhin sicher!

Fußnote: *Naja, bis auf „November Rain“ natürlich, aber das ist hier offensichtlich auf sämtlichen Ebenen nicht gemeint.

Freitagstexter

Wer hätte das gedacht? Da macht man zum ersten Mal im Leben bei den Freitagstextern mit, drüben beim Wortmischer war’s, und bekommt prompt den Pokal vor die Füße an den Kopf überreicht. Hach, welch Ehre!

Worum geht’s dabei? Wie viele große Ideen ist auch diese eigentlich simpel: Jemand stellt freitags ein Bild in sein Blog, jeder der mag schreibt einen passenden Bildtext dazu in die Kommentare (wie auch immer „passend“ definiert sein mag), und am folgenden Dienstag darf der Einsteller des Bildes den besten Text prämieren. Und der stolze Sieger, diese Woche also ich, stellt dann am Freitag ein Bild in sein Blog, und goto Absatzanfang.

Natürlich gibt es auch ausführliche Regeln. Wo sind wir denn hier? Also bitte.

Ja. Da mußte ich also plötzlich und unerwartet ein Bild suchen. Was böte sich besseres an als eines, zu dem mir schon all die Jahre die Worte fehlen, seit ich es mal vor ein paar Jahren vom Wandkalender eines Kunden abfotografiert habe? Die Qualitätsmängel bitte ich darob zu entschuldigen:

Hier könnte Dein Bildtext stehen!

 

Also, haut in die Tasten!

Read on my Dear, read on

War ja klar, daß bald mal ein Sonntag kommen würde, an dem ich die Blickrolle, also den Blick in die Blogrolle, verpennen würde.  Aber noch 2017?  Da kann ich nur das Wiegenfest des Sektenstifters als zugegeben magere Entschuldigung anführen.

Quasi als kleine Wiedergutmachung ist der neueste Beitrag im heute zu beblickrollenden Blog aber auch eine besonders bezaubernde, wie es die Autorin nennt, „fast schon eine Weihnachtsgeschichte“, bei der selbst mir zynischem alten Hund fast sowas wie warm ums Herz wurde.  Wie überhaupt das Fräulein Read On es versteht, auch eigentlich banale Alltagssituationen in allerdings oft bemerkens- und -neidenswerter Location so aufzuschreiben, daß sie den Leser förmlich einsaugen — zumindest wenn jener sich auf das Abenteuer einläßt, sich mutig in einen Absatz zu fräsen, der länger ist als hier viele Artikel.

Aber es lohnt sich, wenn man es tut.  Oder wie der dann doch überaus passende Blogtitel sagt: Read on my Dear, read on.

Abenteuerbad

Freudenstadt baut ein neues Freibad.  Und in einem seltenen Anfall von Zukunftszugewandtheit dachten die Stadtväter sich: Laß uns da gleich mal ein kostenloses WLAN aufbauen, damit die Badegäste alle schön umsonst wellenreiten, fratzbuchen, wasäppen, hölzen, instantwiegen, zwitschern und strömen können, dann kommen nämlich mehr.

Und dann die SPD so: Waaah, nein, das könnwer doch nich machen, die ganze Strahlung!!!11, da muß erstmal ein Gutachter her.

Weil ja, wer kein kostenloses WLAN vorfindet, stattdessen eher über LTE oder so direkt über den weiter entfernten Mobilfunkturm wellenreitet, fratzbucht, wasäppt, hölzt, instantwiegt, zwitschert und strömt.  Was, weil von nix halt nix kommt, weit mehr Strahlung verursachen dürfte, selbst wenn man überhaupt an deren Schädlichkeit in den mit handelsüblichen Mobilfunkapparaturen so verabreichten Dosen glaubt.  Und was aber völlig glaubensunabhängig die Kids mehr kostet, weswegen sie weniger Kohle für Freibadkarten haben werden.

Kannste dir echt nich ausdenken, sowas. m(

Ältere Beiträge «

» Neuere Beiträge

Mehr Einträge abrufen