Hilfloses Wechselblinken

Es begab sich aber zu einer Zeit, da der Blinker den mechanischen Winker sich abzulösen anschickte, daß sich die meisten Automobilhersteller dachten: Hei, das wäre doch ein gelungenes Feature, wenn sich der Blinker nach der Kurve automagisch abschölte. Sodenn ersonnen sie eine fabulöse Mechanik, woselbst ein Nippel an der Lenkradnabe den Blinkerhebel, so er denn in Blinkstellung eingerastet war, beim Vorbeidrehen des ersteren am letzteren in die mittlere Ruhestellung drückte. Und die Hersteller sahen, daß es gut war, und mit ein paar Jahrzehnten Verspätung adoptierte selbst Citroën diese sinnige Idee, und alles war eitel Freude.

Rund eine Dekade später aber dachte sich manch ein Automobilproduzent: Welch erschröcklich komplexe Mechanik doch solch einem Blinkerhebel innewohnt! Da hat es Federn, Nippel, Mitnehmer, lauter Zeugs, das nur darauf wartet, zu verschleißen und kaputtzugehen. Das geht doch bestimmt auch in Software, geht es nicht? Und so verwendeten sie einen Haufen Hirnschmalz auf Blinkerhebel, die immer in die Mittelstellung zurückfederten, wenn man sie losließ, mit je einem Schließkontakt am Ende, und programmierten die automagische Blinkerrückstellung nun eben mit Auswertung des ohnehin fürs ABS oder watweißich verbauten Lenkwinkelgebers in irgendein Steuergerät hinein, somit sicherlich mehrere Cent pro Kraftwagen einsparend zum Frohlocken des Aktionärs.

Aber wie, so frug sich der geneigte Autler, wie solle er denn nun den Blinker manuell ausschalten? Der Hebel stehe doch nun schon in der Mitte, auch wenn es blünke? Alles kein Problem, salbaderte darauf der Hersteller die Betriebsanleitung voll: wenn Du den Blinkerhebel für weniger als sachtkommadrölf Zehntelsekunden an den entgegengesetzten Anschlag drückst, dann schaltet die Blinkfunktion ab; drückest Du aber länger, so wird der Richtungsblinker für die andere Seite sich einschalten.

Und so begonn die Zeit der hilflos wechselblinkenden Autowägen auf den mehrspurigen Kraftfahrstraßen dieser Welt, und weithin schallten die Flüche ihrer Lenker beim Versuch, das zu tun, was Generationen von Käfer-, Trabant- und Entenfahrern noch konnten, ohne nachzudenken: den Blinker auszuschalten.

(Zuerst veröffentlicht als Usenet-Posting in de.alt.talk.unmut.)

Freitagstexter XI: a.K.-Pokalverleihung

Leicht verspätet sind die beiden leider außerkonkurrenzlichen Beiträge zum aktuellen, nun verlängerten Freitagstexter-Bewerb zu würdigen.  Axel bot einen Klassiker der deutschen Musik-Hochkultur zum besten, der zwar irgendwie auch gar nicht schlecht paßte, aber naja, irgendwie war mir das dann doch zu rübennasig 🙂

Ganz anders der Herr wvs:

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis: In der vierten Dimension kehren sich die Gegebenheiten um, ‚ziehen‘ wird zu ‚drücken‘, was aber nicht bedeutet, dass Sie tatsächlich ans Ziel kommen.

Wir müssen eben alle lernen, vierdimensional zu denken!  Und dafür gibt’s dann auch diesen schicken, wenn auch nur knapp mehr als zweidimensionalen Pokal ohne anhängende Verpflichtungen:

Herzlichen Glückwunsch!

Fromme Wünsche

Dialog beim Papiere-Abholen nach dem Laden einer Viertelladung Autoteile in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb.

Schlabonski: „Na dann bis nächstes Mal.  Dann vielleicht sogar mit funktionierendem Trailer.“

Staplerfahrer: „Und ohne umgeworfenen Leergutstapel.“

Büromensch I: „Und ohne Papierstau.“

Büromensch II: „Und ohne Verbindungsabbruch bei der Datenübertragung.“

Naja.  Zumindest haben wir noch nicht alle Hoffnung verloren.

Freitagstexter XI — Verlängerung mit neuem Bild

Funklochbedingt verspätet, aber immerhin noch am Freitag derselben Woche, was ja inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr ist, leider, weil diese schöne Tradition es ja, wie schon mehrfach erwähnt wurde, keinesfalls, zumindest nach Ansicht des Unterzeichneten, auszusterben verdient, in der mir der Herr Boomerang der Zweite ein weiteres Mal, wenn auch wiederum alternativlos, den Pokal hat zukommen lassen, ist es also nun nach einiger Zeit wiederum an mir, den Freitagstexter auszurichten.

Leider mit nur außerkonkurrenzlichen Beiträgen, deren Pokalisation hier nachzulesen ist.  Deswegen gibt es heute ein neues Bild, vielleicht inspiriert es ja mehr?

Und hier das zu betextende Bild:

Die Regeln sind einfacher zu verstehen als der einleitende Satz.  Es geht darum, eine Bildunterschrift zu finden.  Die darf gern witzig sein, muß es aber durchaus nicht, wie auch sonst keinerlei außer den gesetzlichen Einschränkungen gelten.  Wer bis zum nächsten Dienstag um Mitternacht die streng subjektiv nach Meinung des Unterzeichneten beste Bildunterschrift hier als Kommentar abgegeben und auch seine Blogadresse hinterlassen hat, an dem ist dann die verdammte Pflich hohe Ehre, den Wettbewerb des kommenden Freitags auszurichten.

Und wer mitmachen will, ohne wirklich zu konkurrieren, der darf das natürlich auch — ohne Blogadresse oder mit dem Hinweis „außer Konkurrenz“, kurz „a.K.“.

Also, frisch ans Werk!

Zeigen wir der Ladung doch mal die Halle 23

Die geplante Tour ist vollbracht, aber es sind noch ein paar Stunden Zeit bis Feierabend.  Was macht man da als Disponent?  Man sucht „seinem“ LKW-Fahrer noch irgendeinen Kleinkram.  Kann ja nicht angehen, daß der mal früher als nötig Feierabend hätte — schon gar nicht am letzten Arbeitstag vor einem (Kurz-)Urlaub.

Ein anderer Fahrer hatte hingegen zwar Feierabend, aber seine Tour noch nicht beendet — Teilladungen verteilen in der weltältesten Filiale des hier wohlbekannten, aber weiterhin ungenannten Automobilkonzerns mit zwei Buchstaben.  Also kriegt der eine Fahrer — ich — den Auflieger des anderen und darf die Tour weiterfahren.  Kein Ding.

Und so steh ich dann vor Halle 23 — Batteriefertigung für Elektroautos — und warte.  Ne Stunde.  Anderthalb.  Fast zwei.  Dann endlich darf ich in die Halle fahren, öffne meine Plane und bekomme dabei vom Teamleiter die Frage gestellt, wem ich denn meine Papiere ausgehändigt hätte vor zwei Stunden, die hätten sie nämlich grad erst zufällig gefunden.

Na immerhin haben sie sie gefunden.

Was sie nicht gefunden haben, ist allerdings die zugehörige Palette.  Obwohl sie den halben Auflieger ab- und wieder aufgeladen haben.

Naja.  Hat die Ladung wenigstens auch mal die Halle 23 gesehen.  Drei Stunden für nix.

Aber immerhin: Danach durfte ich dann nicht auch noch die verbleibenden beiden Entladehallen abklappern, sondern wurde zurück zum Speditionshof beordert, auf daß der nunmehr dritte Fahrer sich mit dieser Katastrophentour (die Worte meines Disponenten, nicht meine) herumärgern dürfe.  Und so hatte ich dann doch noch ein paar Stunden früher Feierabend als nach der Lenk- und Ruhezeitenverordnung nötig gewesen wäre — nur halt bloß zwei und nicht fünf.

Super, oder?

Dann freßt halt Müll

Containern bleibt verboten.

Nein, das hier ist kein Gummibahn-Cargo-Artikel, es geht um den Diebstahl von Lebensmitteln aus Abfallcontainern des Einzelhandels in Tateinheit mit Hausfriedensbruch.  Das wollte irgendein Landtags-Grüner legalisieren lassen, hat sich aber bei den Justizministern der anderen Bundesländer, besonders den schwarzen, eine Abfuhr geholt.

Und so werden wohl weiterhin soviele Millionen Tonnen Lebensmittel, daß ich mir die Zahl nicht merken kann, oder umgerechnet ein Lastzug voll pro Minute, oder war es Sekunde?, weggeschmissen.  Private Haushalte, Marktbeschicker und Restaurationsbetriebe vielleicht eingerechnet, vielleicht aber auch nicht.  Wer genaue Zahlen braucht, google gefälligst selber.

Und natürlich ist das ein Skandal.  Was?  Ja, das Wegwerfen natürlich auch.  Aber ich meinte eigentlich die Unverfrorenheit zu suggerieren, die Bedürftigen sollen sich doch bitte am Müll bedienen.  Das ist das Sollen-sie-doch-Kuchen-essen einer längst verdient vergangen geglaubten Zeit, das hier fröhliche Urständ feiert.  Warum ALG2 erhöhen, soll der Pöbel halt containern gehen.

Frankreich macht vor, wie es richtig geht: Einzelhändler dürfen (nicht verdorbene, denk ich mal) Lebensmittel nicht mehr entsorgen, sondern sind dazu verpflichtet, sie Bedürftigen zur Verfügung zu stellen.

Vermutlich waren hierzulande die Lobbyvertreter von REWEKALDIDL einfach finanziell überzeugender aufgestellt.

Ich könnte kotzen.

Rabattverarschung

Manchmal muß man ja, wenn man was Warmes essen will, auf Bringdienste zurückgreifen in meinem Job.  Das ist nicht immer die helle Freude, meistens aber okay.  Wenn es denn überhaupt zur Bestellung kommt, denn mit dieser Preisfindungspolitik …

… wird das nix mit uns beiden.  1,10 Rabatt abziehen, um dann auf den noch nicht erreichten Mindestbestellwert zu verweisen?  Ich wollte keinen Rabatt von Euch, ich hab nix angegeben, nix angeklickt und nix eingelöst.  Glaubt Ihr im Ernst, mich damit zu einer Zusatzbestellung nötigen zu können?

Von wegen.  Ich hab dann Pizza bestellt.  War auch okay.

I’d have liked to read on, my dear

Eins der Blogs auf meiner Blogrolle, nämlich Read on my dear, read on, ist in den letzten Tagen noch ein bißchen bekannter geworden als sowieso schon, und zwar weil rauskam, daß seine Autorin, eben das Fräulein Read On, es anscheinend mit der Wahrheit nicht so genau genommen hat.

Und zwar schon auch auf einem anderen Level als der Unterzeichnete, der, und hoffentlich fällt jetzt kein Leser aus allen Wolken, hier die eine oder andere Geschichte auch ein wenig ausgeschmückt oder auch vereinzelt frei erfunden hat.  Das Fräulein, so man dem Tagesspiegel zum Beispiel glauben mag, hat sich ihre komplette jüdische Vergangenheit samt Holocaust-Opfern ausgedacht — das ist schon ein anderes Kaliber.  Und diese erfundenen ermordeten Verwandten dann auch noch einem Opferarchiv zu melden, ist dann spätestens nicht mehr entschuldbar, auch und gerade gegenüber den echten Opfern.

Entsprechend großzügig fällt jetzt der Shitstorm aus, Artikel des Fräuleins werden depubliziert, Preise werden aberkannt, Menschen schreiben Übersichten über ihre Verfehlungen, das Blog ist offline, und Twitter will ich mir daraufhin gar nicht ankucken.

Denn eigentlich ist es mir egal.

Der Grund, warum ich Fräulein Read On damals in meine Blogrolle hievte und einen Artikel darüber schrieb, war nicht ihre jüdsche Verwandschaft, nicht ihre angebliche Flüchtlingsaufklärungspraxis und auch nicht ihr vielleicht angebliches Engagement in Afrika, sondern die schönen Alltagsgeschichten, die tiefen Gedanken und die kleinen Beobachtungen, die uneinladend langen Absätze, die es einem doch immer wieder mit schönen Worten vergalten, wenn man sich die Mühe machte, sich dann doch „hineinzufräsen“, wie ich damals schrieb.

Und all das finde ich auch heute noch genauso schön.

Die Geschichten um das Dorf in Irland, den Tierarzt, die Frau des Krämers und natürlich Kälbchen sind Kollateralschäden eines Shitstorms, der mir egal ist.  Einige von ihnen liegen noch im RSS-Feed auf meiner Platte, und dort werden sie bleiben — zum gelegentlichen genußbetonten Nachlesen.

Und vielleicht, und ich hoffe es wirklich, kommt dieses Blog ja irgendwann zurück — deutlich als fiktiv gekennzeichnet natürlich, selbst wo es das nicht ist.  Nächsten Monat wird ja bestimmt schon wieder eine andere Sau, oder sagen wir hier mal lieber: ein anderes Kälbchen durchs Dorf getrieben.

Fräulein Read On: Ich würde mich freuen, wieder von Ihnen zu lesen.  Und in meiner Blogrolle dürfen Sie auch bleiben.

Freitagstexter X: Pokalverleihung

Tja, besonders spannend ist es diesmal nicht gewesen, das gebe ich zu — aber trotzdem muß natürlich der Tradition Genüge getan und der Pokal weitergereicht werden, heute mal wieder an den Herrn wvs für diesen emotionalen Bildtext:

Eine Träne schoss mir ins Auge als ich in der Ferne ein letztes Winken von Gustav beobachtete: Ich würde ihn wohl nie wiedersehen.

Und da mag ja durchaus was dran sein, denn wenn Gustav noch ein paar Meter weiterfährt, wird er unweigerlich samt Gespann von der Kante des Modellbahn-Anlagenteilstücks („Moduls“) stürzen und in gut hundert Metern Tiefe auf dem Boden der Turnhalle zerschellen, in der dieses Modul-Arrangement des Fremo stand, als ich mal wieder mit meiner geliebten Nikon Coolpix 990 auf der Suche nach Makro-Motiven war.

Damit geht der Pokal ein weiteres Mal zu treuen Händen des Herrn wvs.  Applaus, Applaus, Applaus!

Und nächsten Freitag geht es dann natürlich auch dort wieder weiter.  Man sieht sich!

Freitagstexter X

X wie zehn, muß man ja heute dazusagen, fürchte ich.  Der Herr Boomerang der Zweite, der mich immer noch hartnäckig Schablonski nennt, hat mir ein weiteres Mal den Freitagstexter-Pokal zukommen lassen, vielen Dank dafür (auch wenn es diesmal ziemlich alternativlos war, so zu agieren)!  Und so ist es wiederum an mir, ein zu befreitagstextendes Bild zur Verfügung zu stellen.  Ich nehm mal dieses:

Die Regeln bleiben dieselben: Wer ein Blog hat, darin zu schreiben, der schreibe natürlich auch gern dort, aber der möge sich nun auch einen Text zu diesem Bild ausdenken und hier unten in die Kommentare schreiben, dabei aber bitte die eigene Blogadresse nicht vergessen!  Denn so der hier in die Kommentare geschriebene Text mein Favorit wird, so wird es an seiner Autorin, seinem Autor oder seiner sonstigen generierenden Entität sein, diesen Wettbewerb dann am folgenden Freitag mit einem neuen Bild im eigenen Blog auszurichten.  Der Text hingegen muß keinen weiteren Regeln außer den gesetzlichen genügen — laßt die Gedanken frei!

Ich freue mich auf Eure Ideen.

Democracy Fail

Heute wärs also soweit gewesen. Heute war beinahe der große Tag, an dem die Briten die EU hätten verlassen wollen. Vorerst gescheitert ist das nicht nur am kindergartenkindischen Abstimmungsstil des Unterhauses („Willst du Kartoffeln?“ — „Nein!“ — „Willst du Nudeln?“ — „Nein!“ — „Willst du Reis?“ — „Nein!“ — „…“ — „Nein! Nein! Nein!“) und auch nicht wirklich an den unmöglichen Vorgaben (GB will aus der EU raus, Irland nicht, aber die grüne Grenze zwischen beiden muß unbedingt erhalten bleiben), sondern an einem ganz einfachen Demokratieproblem: wenn es drei einander widersprechende Alternativen gibt, kann es passieren, daß keine eine Mehrheit findet.

Also gibt es weder einen harten noch einen geregelten noch gar keinen Brexit.

So wie seit über tausend Tagen.

Gut, andere Nationen schaffen es in tausend Tagen nicht mal, das Licht in einem Flughafen auszuschalten, aber herrjeh. Echt jetzt? Was haben die da eigentlich all die Jahre gemacht?

Klar, Frau May hat gehofft, daß sich, wenn der automatische harte Brexit nicht mehr nur am Horizont dräut, sondern in voller Fahrt auf alle Beteiligten zurollt, schon noch alle zusammenraufen werden und zähneknirschend Ja sagen. Hat jetzt schon zweimal nicht geklappt (trotz Verschiebungen der Abstimmung wegen absehbaren Scheiterns am ursprünglichen Termin), und wird heute, so prophezeihe ich {Nachtrag: korrekt, was aber auch keine große Leistung war}, auch noch ein drittes Mal scheitern. Obwohl sie ihren Rücktritt als zusätzliches Leckerli zur Belohnung für ein Ja mit anbietet — was wohl nicht viel wert ist, denn eine große Zukunft als Premierministerin gibt ihr wohl ohnehin keiner mehr.

Und dann? Bis zum 12. April müssen neue Vorschläge auf den Tisch. Das klappt bestimmt, da hab ich ein gutes Gefühl bei.

Mit einer der krassesten Widersprüchlichkeiten in dem ganzen Drama finde ich ja, daß eine zweite Volksbefragung („Damals habt ihr mit dem Bauch abgestimmt, verstehen wir, aber mit dem, was ihr jetzt alles wißt und damals noch nicht wußtet: Wollt ihr das ernsthaft immer noch?“) stets mit dem Hinweis „Abgestimmt ist abgestimmt“ abgelehnt wird, man kann ja nicht so oft abstimmen lassen, bis einem das Ergebnis paßt, nichtwahr — und im selben Atemzug dann die nächste Abstimmung über denselben Vertrag im Unterhaus vorbereitet.

Ich sehe realistisch nur noch 2 Möglichkeiten: Harter Brexit mit allen damit verbundenen Schmerzen und Katastrophen (und ich denke, die Chancen stehen nicht schlecht, daß sie in ein paar Jahren wieder angekrochen kommen und zurück in die EU wollen — meinetwegen gern, aber dann bitte ohne die Thatcherschen Sonderlocken), oder eben doch ein zweites Referendum:

1. Geregelter Brexit nach dem ausgehandelten Vertrag? (J/N)
2. Falls bei 1. N rauskommt: Harter Brexit? SRSLY? (J/N)

Und wenn sie dann tatsächlich 1. N und 2. J stimmen? Dann, und erst dann, haben sie es nicht besser verdient.

Freitagstexter IX komma drölf: a.K.-Pokalverleihung

Huch?  Kaum gibt es nur einen a.K-Pokal zu verleihen, schon gibt es jede Menge Kontestanten.  Sollte es am Ende so sein, daß die Ehre, den nächsten Wettbewerb ausrichten dürfen zu müssen, Menschen von der Teilnahme abhält?  Wenn dem so sein sollte: Kinners, dafür gibt’s doch die a.K.-Möglichkeit!  Es stimmt schon, nicht jeder Ausrichter verleiht auch den a.K.-Pokal, aber hey, deswegen müßt Ihr doch nicht mit Eurer Idee hinter dem Berg halten!

Naja, wie auch immer.  Es gibt diese Woche nur den a.K.-Pokal zu verleihen, wie letzte Woche erläutert, also machen wir das mal:

Professor J.K.Fitzpatrick fiel es wie Schuppen von den Augen: Der wahre Grund warum noch nie jemand Außerirdische gesehen hatte war, dass sie klitzeklein waren – wie ein Blick auf ihr leicht ramponiertes Raumgefährt offenbarte.

Na huch, den hattich glatt vergessen. Eine Pokalverleihung ohne Pokal! Wieso sagt mir das denn keiner? Ich blamier mich doch hier!

Gewonnen hat diesmal der Herr wvs — mit einem seiner zwei Vorschläge, was kein bißchen unfair ist, denn auch die Anzahl der Vorschläge ist nicht begrenzt, genausowenig wie Inhalt, Länge oder Form.  Zum Thema der klitzekleinen Aliens hat auch Douglas Adams mal eine nette Idee in einem Nebensatz des Hitch Hikers eingeflochten, von der Alien-Kampfflotte, die kreischend in die Atmosphäre der Erde eintrat, nur um wegen einer heftigen Fehlberechnung der Größenverhältnisse von einem kleinen Hund verschluckt zu werden — und unabhängig von der Freude an diesem netten Gag: ja, ich denke schon, daß eine Interaktion zwischen Erdlingen und Aliens schon an solch grundsätzlichen Differenzen wie Größe, Lebenserwartung (ist es nicht höchst wahrscheinlich, daß interstellare Entfernungen vermutlich zuerst von Lebewesen mit zigtausend Jahren Lebenszeit überwunden werden?  Und was wären wir für die anderes als Eintagsfliegen für uns?) oder auch nur völlig andere Frequenzen für die bevorzugten Kommunikationskanäle scheitern würde.  Wenn die sich überhaupt für unseren völlig insignifikanten kleinen blaugrünen Planeten am weniger modischen Ende einer total insignifikanten kleinen Spiralgalaxis interessieren würden.

Jedenfalls find ich es schon klasse, daß mein albernes kleines Makrofoto einer undefinierbaren Metallscherbe am Strand von Rømø beim Herrn wvs dieselben Assoziationen auszulösen vermag wie bei mir.  Was die Beiträge der restlichen Teilnehmer ausdrücklich nicht abwerten soll!

Vielen Dank jedenfalls an alle Teilnehmer dieses a.K.-Freitagstexters.  Nächsten Freitag gehts weiter beim Blick Ableiter!

Freitagstexter IX komma drölf

Da der stolze Sieger des dieswöchigen Freitagstexters, der Kollege Blick Ableiter, leider diese Woche keine Zeit zum Ausrichten des Wettbewerbs hat, sondern erst nächste — bißchen ungeschickt, zugegeben, aber herrjeh, ist jetzt halt so –, dachte ich mir, ach komm, damit die versammelte Gemeinde nicht aus der Übung kommt, schieb ich eben noch einen außerkonkurrenzlichen Bewerb dazwischen.

Betextet bitte dieses Bild hier:

(Nein, es ist nicht erforderlich, zu erkennen, was es zeigt.  Ist ja kein Ratespiel hier.)

Die Regeln sind heute ergo etwas einfacher als sonst: Inhaltlich und formal ist wie immer alles erlaubt, aber es gibt außer dem a.K.-Pokal nix zu gewinnen, insbesondere auch nicht die Ausrichtung des Freitagstexters nächste Woche, denn der ist ja nun schon vergeben.  Seht es einfach als Training zum Warmbleiben … und macht gerne trotzdem zuhauf mit!

Pokalisation ist wie immer nächsten Mittwoch.

Freitagstexter IX: Pokalverleihung

Hach, endlich mal wieder so richtig Qual der Wahl!  Vier Beiträge gab es, immerhin, mehr als die letzten Male — und alle vier waren auf ihre Art großartig und verdienen deswegen eine ausführliche Würdigung.

Da ist zunächst der Herr wvs zu nennen mit seinem höllisch guten „Die Spur des vom Papst exorzierten Teufels waberte noch lange entlang der Strecke die er zurück zur Hölle gewählt hatte ….“, an dem eigentlich nur auszusetzen ist, daß Braunschweig-Weststadt, wo die gezeigte Straße hinführt, zwar nun nicht gerade ein Himmel auf Erden ist, aber Hölle ist dann doch etwas arg übertrieben dafür.

Schon mehr ins Grübeln brachte mich Frau liuea mit „Den Schallknallern entkomme ich eindeutig nur mit Lichtgeschwindigkeit, dachte J. und fort war sie. Endlich vorbei das Getöse von endlos aufeinanderprallenden Staubkörnern!“  Wer ist diese J., wo hat sie den Antrieb her, und was ist so schlimm am Geräusch kollidierender Staubkörner?  Wenn das so unerträglich wäre, könnte ich mich in meiner Wohnung nicht mehr aufhalten … 😉

derChristoph erzählte eine ganze Geschichte, die mich nachhaltig ins Schmunzeln brachte und bringt: „Armin war zum ersten Mal mit den Kollegen mit beim Chinesen. Als Neuling ließ er sich nicht lumpen und hat die erste Runde Singha-Bier gezahlt – Ehrensache. Auch beim Ordern wollte er nicht als Weichei gelten uns bestellte die Tom Yang Gung Suppe. Das zweimalige Nachfragen der netten Kellnerin: „Thai scharf, wirklich?“ machte Armin nicht stutzig. „Jaja, das passt schon.“ Klar, er war ja nicht irgendwer und hat ja mächtig Brustpelz unterm Hemd. Beim Essen kam er dann doch ordentlich ins Schwitzen, was er noch auf seine Duftstäbchenallergie schieben konnte – ist ja auch wirklich gemein sowas. Abends, daheim, wollte er sich einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher machen, nur noch mal kurz aufs den Thron, bevor der „Tatort“ anfängt. Was dann geschah, ist Armin nur schemenhaft in Erinnerung. Fix ist, und das hat er mit der örtlichen Polizei geklärt, dass er die Blitzerfotos behalten darf.“  Toilettenhumor vom Allerfeinsten, genau mein Ding!

Und so fiel es mir ausgesprochen schwer, all diese feinen Beiträge nicht zu pokalisieren, sondern den hier:

Auf Grund von Platzmangel verlegt die Salzgitter AG ihre Stahlproduktion auf die Straße.

Der Herr Blick Ableiter trifft den Nagel auf den Kopf.  Die optische Ähnlichkeit ist wirklich verblüffend, und selber bin ich nicht mal ansatzweise auf diese Idee gekommen (gut, auf die anderen zugegebenermaßen auch nicht).  Der Gedanke von über die Straße peitschenden, armdicken, glühenden Stahlwürsten von mehreren Dutzend Metern Länge ist natürlich nur als Gedanke schön, real möchte ich sowas bitte nie erleben — aber egal, hier ist der Pokal:

Herzlichen Glückwunsch!

Nachzutragen ist dann noch der a.K.-Beitrag von Axel: „Der neuste Hype der Automobil-Industrie: 3D-Bremslichter“.  Auch da mußte und muß ich kichern: beim Gedanken, wie so ein Audifahrer in die Eisen geht, und mit einem bedrohlichen „BZUMMM“ werden drei rote Lichtschwerter aus seinen Bremslichtern ausgefahren und schützen ihn durch einfache Verflüssigung des dahinter drängelnden BMW vor dem drohenden Heckaufprall.  Was wohl der TÜV dazu sagen würde?  Hier hat Axel sich auf jeden Fall den a.K.-Pokal, Ihr erinnert Euch vielleicht, verdient:

Weiter geht*s am Freitag dann aber beim Blick Ableiter.  Ich freu mich, verneige mich und übergebe mich zurück in die Sendezentrale.  Machts gut!

Freitagstexter IX

Der Freitagstexter ist derzeit etwas am Straucheln, aber immerhin, es geht weiter, und der Herr Boomerang der Zweite hat mir auch mal wieder den Pokal anvertraut.  Aus arbeits- und netzabdeckungstechnischen Gründen heute etwas später als gewohnt, aber hey, noch ist Freitag!  Und hier ist das zu betextende Bild:

Gesucht ist nun eine Bildunterschrift, und da kommt Ihr ins Spiel.  Regeln gibt es nicht viele, insbesondere keine zu Form oder Inhalt — die geltenden Gesetze gelten natürlich auch hier, was sollen sie auch sonst machen.  Wichtig ist nur einerseits der Einsendeschluß, und zwar Mitternacht des kommenden Dienstages (5.3.2019, 24:00 MEZ), und andererseits die Bedingung, daß nur Teilnehmer mit einer Blogadresse zur Pokalisation zugelassen sind, alldieweil der, die oder das Sieger* (um den endlosen Sermon mal abzukürzen) in seinem, ihrem oder seinem Blog dann den nächstwöchigen Freitagstexter-Wettbewerb auszurichten hat.  Schließlich gibt es diese Tradition schon seit mindestens 13 Jahren, was in Internetzeit schon mehrere Jahrhunderte sein dürften — Weitermachen ist sozusagen alternativlos.

Also wärmt Euer Hirnschmalz vor und laßt es mal ordentlich krachen!

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