Freitagstexter IX komma drölf: a.K.-Pokalverleihung

Huch?  Kaum gibt es nur einen a.K-Pokal zu verleihen, schon gibt es jede Menge Kontestanten.  Sollte es am Ende so sein, daß die Ehre, den nächsten Wettbewerb ausrichten dürfen zu müssen, Menschen von der Teilnahme abhält?  Wenn dem so sein sollte: Kinners, dafür gibt’s doch die a.K.-Möglichkeit!  Es stimmt schon, nicht jeder Ausrichter verleiht auch den a.K.-Pokal, aber hey, deswegen müßt Ihr doch nicht mit Eurer Idee hinter dem Berg halten!

Naja, wie auch immer.  Es gibt diese Woche nur den a.K.-Pokal zu verleihen, wie letzte Woche erläutert, also machen wir das mal:

Professor J.K.Fitzpatrick fiel es wie Schuppen von den Augen: Der wahre Grund warum noch nie jemand Außerirdische gesehen hatte war, dass sie klitzeklein waren – wie ein Blick auf ihr leicht ramponiertes Raumgefährt offenbarte.

Na huch, den hattich glatt vergessen. Eine Pokalverleihung ohne Pokal! Wieso sagt mir das denn keiner? Ich blamier mich doch hier!

Gewonnen hat diesmal der Herr wvs — mit einem seiner zwei Vorschläge, was kein bißchen unfair ist, denn auch die Anzahl der Vorschläge ist nicht begrenzt, genausowenig wie Inhalt, Länge oder Form.  Zum Thema der klitzekleinen Aliens hat auch Douglas Adams mal eine nette Idee in einem Nebensatz des Hitch Hikers eingeflochten, von der Alien-Kampfflotte, die kreischend in die Atmosphäre der Erde eintrat, nur um wegen einer heftigen Fehlberechnung der Größenverhältnisse von einem kleinen Hund verschluckt zu werden — und unabhängig von der Freude an diesem netten Gag: ja, ich denke schon, daß eine Interaktion zwischen Erdlingen und Aliens schon an solch grundsätzlichen Differenzen wie Größe, Lebenserwartung (ist es nicht höchst wahrscheinlich, daß interstellare Entfernungen vermutlich zuerst von Lebewesen mit zigtausend Jahren Lebenszeit überwunden werden?  Und was wären wir für die anderes als Eintagsfliegen für uns?) oder auch nur völlig andere Frequenzen für die bevorzugten Kommunikationskanäle scheitern würde.  Wenn die sich überhaupt für unseren völlig insignifikanten kleinen blaugrünen Planeten am weniger modischen Ende einer total insignifikanten kleinen Spiralgalaxis interessieren würden.

Jedenfalls find ich es schon klasse, daß mein albernes kleines Makrofoto einer undefinierbaren Metallscherbe am Strand von Rømø beim Herrn wvs dieselben Assoziationen auszulösen vermag wie bei mir.  Was die Beiträge der restlichen Teilnehmer ausdrücklich nicht abwerten soll!

Vielen Dank jedenfalls an alle Teilnehmer dieses a.K.-Freitagstexters.  Nächsten Freitag gehts weiter beim Blick Ableiter!

Freitagstexter IX komma drölf

Da der stolze Sieger des dieswöchigen Freitagstexters, der Kollege Blick Ableiter, leider diese Woche keine Zeit zum Ausrichten des Wettbewerbs hat, sondern erst nächste — bißchen ungeschickt, zugegeben, aber herrjeh, ist jetzt halt so –, dachte ich mir, ach komm, damit die versammelte Gemeinde nicht aus der Übung kommt, schieb ich eben noch einen außerkonkurrenzlichen Bewerb dazwischen.

Betextet bitte dieses Bild hier:

(Nein, es ist nicht erforderlich, zu erkennen, was es zeigt.  Ist ja kein Ratespiel hier.)

Die Regeln sind heute ergo etwas einfacher als sonst: Inhaltlich und formal ist wie immer alles erlaubt, aber es gibt außer dem a.K.-Pokal nix zu gewinnen, insbesondere auch nicht die Ausrichtung des Freitagstexters nächste Woche, denn der ist ja nun schon vergeben.  Seht es einfach als Training zum Warmbleiben … und macht gerne trotzdem zuhauf mit!

Pokalisation ist wie immer nächsten Mittwoch.

Freitagstexter IX: Pokalverleihung

Hach, endlich mal wieder so richtig Qual der Wahl!  Vier Beiträge gab es, immerhin, mehr als die letzten Male — und alle vier waren auf ihre Art großartig und verdienen deswegen eine ausführliche Würdigung.

Da ist zunächst der Herr wvs zu nennen mit seinem höllisch guten „Die Spur des vom Papst exorzierten Teufels waberte noch lange entlang der Strecke die er zurück zur Hölle gewählt hatte ….“, an dem eigentlich nur auszusetzen ist, daß Braunschweig-Weststadt, wo die gezeigte Straße hinführt, zwar nun nicht gerade ein Himmel auf Erden ist, aber Hölle ist dann doch etwas arg übertrieben dafür.

Schon mehr ins Grübeln brachte mich Frau liuea mit „Den Schallknallern entkomme ich eindeutig nur mit Lichtgeschwindigkeit, dachte J. und fort war sie. Endlich vorbei das Getöse von endlos aufeinanderprallenden Staubkörnern!“  Wer ist diese J., wo hat sie den Antrieb her, und was ist so schlimm am Geräusch kollidierender Staubkörner?  Wenn das so unerträglich wäre, könnte ich mich in meiner Wohnung nicht mehr aufhalten … 😉

derChristoph erzählte eine ganze Geschichte, die mich nachhaltig ins Schmunzeln brachte und bringt: „Armin war zum ersten Mal mit den Kollegen mit beim Chinesen. Als Neuling ließ er sich nicht lumpen und hat die erste Runde Singha-Bier gezahlt – Ehrensache. Auch beim Ordern wollte er nicht als Weichei gelten uns bestellte die Tom Yang Gung Suppe. Das zweimalige Nachfragen der netten Kellnerin: „Thai scharf, wirklich?“ machte Armin nicht stutzig. „Jaja, das passt schon.“ Klar, er war ja nicht irgendwer und hat ja mächtig Brustpelz unterm Hemd. Beim Essen kam er dann doch ordentlich ins Schwitzen, was er noch auf seine Duftstäbchenallergie schieben konnte – ist ja auch wirklich gemein sowas. Abends, daheim, wollte er sich einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher machen, nur noch mal kurz aufs den Thron, bevor der „Tatort“ anfängt. Was dann geschah, ist Armin nur schemenhaft in Erinnerung. Fix ist, und das hat er mit der örtlichen Polizei geklärt, dass er die Blitzerfotos behalten darf.“  Toilettenhumor vom Allerfeinsten, genau mein Ding!

Und so fiel es mir ausgesprochen schwer, all diese feinen Beiträge nicht zu pokalisieren, sondern den hier:

Auf Grund von Platzmangel verlegt die Salzgitter AG ihre Stahlproduktion auf die Straße.

Der Herr Blick Ableiter trifft den Nagel auf den Kopf.  Die optische Ähnlichkeit ist wirklich verblüffend, und selber bin ich nicht mal ansatzweise auf diese Idee gekommen (gut, auf die anderen zugegebenermaßen auch nicht).  Der Gedanke von über die Straße peitschenden, armdicken, glühenden Stahlwürsten von mehreren Dutzend Metern Länge ist natürlich nur als Gedanke schön, real möchte ich sowas bitte nie erleben — aber egal, hier ist der Pokal:

Herzlichen Glückwunsch!

Nachzutragen ist dann noch der a.K.-Beitrag von Axel: „Der neuste Hype der Automobil-Industrie: 3D-Bremslichter“.  Auch da mußte und muß ich kichern: beim Gedanken, wie so ein Audifahrer in die Eisen geht, und mit einem bedrohlichen „BZUMMM“ werden drei rote Lichtschwerter aus seinen Bremslichtern ausgefahren und schützen ihn durch einfache Verflüssigung des dahinter drängelnden BMW vor dem drohenden Heckaufprall.  Was wohl der TÜV dazu sagen würde?  Hier hat Axel sich auf jeden Fall den a.K.-Pokal, Ihr erinnert Euch vielleicht, verdient:

Weiter geht*s am Freitag dann aber beim Blick Ableiter.  Ich freu mich, verneige mich und übergebe mich zurück in die Sendezentrale.  Machts gut!

Freitagstexter IX

Der Freitagstexter ist derzeit etwas am Straucheln, aber immerhin, es geht weiter, und der Herr Boomerang der Zweite hat mir auch mal wieder den Pokal anvertraut.  Aus arbeits- und netzabdeckungstechnischen Gründen heute etwas später als gewohnt, aber hey, noch ist Freitag!  Und hier ist das zu betextende Bild:

Gesucht ist nun eine Bildunterschrift, und da kommt Ihr ins Spiel.  Regeln gibt es nicht viele, insbesondere keine zu Form oder Inhalt — die geltenden Gesetze gelten natürlich auch hier, was sollen sie auch sonst machen.  Wichtig ist nur einerseits der Einsendeschluß, und zwar Mitternacht des kommenden Dienstages (5.3.2019, 24:00 MEZ), und andererseits die Bedingung, daß nur Teilnehmer mit einer Blogadresse zur Pokalisation zugelassen sind, alldieweil der, die oder das Sieger* (um den endlosen Sermon mal abzukürzen) in seinem, ihrem oder seinem Blog dann den nächstwöchigen Freitagstexter-Wettbewerb auszurichten hat.  Schließlich gibt es diese Tradition schon seit mindestens 13 Jahren, was in Internetzeit schon mehrere Jahrhunderte sein dürften — Weitermachen ist sozusagen alternativlos.

Also wärmt Euer Hirnschmalz vor und laßt es mal ordentlich krachen!

Lärmschutz

So stand es auf den Schildern am Eingang des Ortes im Schwäbischen geschrieben, in den ich eines Nachts hineinrollte, mit einem MAN TGX vor einem Auflieger voll Autoteilen.  Was folgt, ist ein Protokoll der Kommunikation zwischen den verschiedenen Systemen dieses Lastwagens, den Fahrer und Unterzeichneten eingeschlossen, in der guten Tradition von Ottos „Leber an Großhirn“ — Ehre, wem Ehre gebührt.

Tempomat an alle: Okay, Leute, sekündlicher Systemcheck, wie sieht’s aus?

Tacho an Tempomat: Geschwindigkeit konstant 50 km/h.

Tempomat an Tacho: Sollgeschwindigkeit 45 km/h zzgl. 5 km/h Bergab-Toleranz, alles gut.

Getriebesteuerung an Tempomat: 11. Gang ist eingelegt, geht anscheinend ziemlich steil bergab hier.

Motorsteuerung an Tempomat: Drehzahl bummelig 1100/min, wann gibts endlich mal wieder was zu tun hier?

Retarder an Tempomat: Noch kann ich ihn halten, aber für mehr Verzögerung bräucht ich einen kleineren Gang.

Tempomat an Retarder: Nicht nötig, läuft doch prima alles.

Fahrer: Oh, 50 km/h wegen Lärmschutz?  Geht wahrscheinlich gleich los mit dem Dorf hier, mal zart beibremsen.

Bremse an alle: Alarm!!! Er bremst!

Tempomat an alle: Achtung! Bremsmanöver bergab! Alarmstufe ROT!

Tempomat an Getriebe: Runterschalten, sofort, alles was geht!

Tempomat an Retarder: Grenzlast!

Getriebesteuerung an Tempomat: Schalte in den 8. Gang, standby.

Tempomat an Bremse: Druckluft bereithalten!

Retarder an Tempomat: Grenzlast, verstanden.

Getriebesteuerung an Tempomat: 8. Gang liegt an, Kupplung geschlossen.

Motorsteuerung an Tempomat: 2400/min, knapp vor dem roten Bereich, yeah! YOLO!!!

Tacho an Tempomat: Geschwindigkeit langsam fallend: 49 … 48 … 47 km/h.

Tempomat an Bremse: Wie doll bremst er denn inzwischen?

Bremse an Tempomat: Eigentlich streichelt er mich eher.

Tempomat an alle: Gut gemacht, Leute.  Alles im Griff.  Reduziere Alarmstufe auf GELB!

Motorsteuerung an alle: Yippie, 2350/min! Endlich ist mal was los in diesem Laden!

Anwohner: Hörsch Gertrud, dr Lärm von de verfluuchde Laschdwage wiedr.

Anwohnerin: Schlaf weidr, Horschd.

Fahrer: Tschuldigung, tschuldigung, das wollte ich doch gar nicht!

Und das auf’n Freitagnachmittag

Normalerweise ist man ja als Berufskraftfahrer aus gutem Grunde bemüht, die zwei erlaubten Überschreitungen der 13stündigen sogenannten „Schichtzeit“ pro Woche nicht gleich am Anfang derselben zu verballern, sondern sich mindestens eine davon für den Freitag aufzuheben.  Idealerweise ohne daß der Disponent das weiß.  Denn so hat man auch bei Verdaddelungen, wie sie wegen eines gewissen Herrn Murphy (nein, nicht Eddie, der andere) bevorzugt freitags auftreten, trotzdem noch zwei Stunden gut — und die machen öfter mal den Unterschied zwischen freitagabends oder samstagvormittags ins Wochenende starten.

Diese Woche hat das bei mir wegen eines für mich recht unrühmlichen, aber mit viel unverdientem Dusel bemerkenswert glimpflich ausgegangenen Mißgeschick, von dem noch zu berichten ich einem Stammleser versprochen habe, nicht hingehauen.  Und so stand ich dann in einer gewissen nicht wirklich existierenden Stadt an einem demzufolge ebenfalls nicht wirklich existierenden Blechpreßwerk, hatte noch genau 73 Minuten Schichtzeit und dachte mir: Scheiße.  Das klappt doch nie.

„Schafft Ihr das in einer Stunde?“  Eine Stunde, ward mir beschieden, werde es allein schon dauern, die Ladung zusammenzusuchen.  Was dann schnell geändert wurde in: 30 Minuten, dann kannste reinfahren.  „Darf ich dann auf Eurem Parkplatz stehenbleiben?“  Keinesfalls.  Die nächsten legalen LKW-Parkplätze seien dann übrigens wohl an der Autobahn.  Etwa 10 km von hier also.

Verflucht.  Schichtzeitüberschreitung mit Ansage.

Soweit, so normal.  Aber der geneigte Leser (was, ich muß es gelegentlich betonen, auch alle Leserinnen, Leser*innen, LeserInnen, Lesx und sonstige geneigte Personen, Intelligenzen und Maschinen einschließt) sei gewarnt: jetzt kommt nämlich der unglaubwürdige Teil.

Nicht nur hat sich der Verlader dermaßen beeilt, daß ich kaum mit Gurte-über-die-Ladung-Fädeln hinterherkam, und nicht nur hatte ich in der Folge tatsächlich beim Wiedereinmarsch ins Versandbüro noch volle 14 Minuten Schichtzeit — was nix gebracht hätte, denn Papiere holen und einen legalen Parkplatz irgendwo am Straßenrand einer nicht wirklich existierenden Stadt zu finden ist in 14 Minuten genauso unmöglich wie in einer –, nein: die gute Dame vom Versandbüro sprach nach Erledigung aller Formalitäten auf meine leicht hundeäugig wiederholte Frage, ob ich denn wirklich nicht auf ihrem Parkplatz nächtigen könne, jene Worte, die ich nie zuvor erhörte:

Dann bleiben Sie halt stehen.  Aber nur ausnahmsweise!

Lüge?  Sowas gibt’s doch gar nicht wirklich?  Diesen Schluß werden die mitlesenden Kollegen Berufskraftfahrer wohl zwangsläufig ziehen.  Und ich kann es ihnen kaum verdenken, schließlich konnte ich es selber kaum glauben.

Meine einzige Ausrede ist, daß die Stadt, das Blechpreßwerk und in letzter Logik also auch die Dame vom Versandbüro gar nicht wirklich existieren.  Aber meine Fresse, wenn ich mich hier so umkuck: Die Simulation taugt was.  Sogar die dann wohl ebenfalls nicht wirklich existierenden vierundzwanzigkommasiebenneundrei Tonnen Blech auf meiner Ladefläche sehen nicht nur täuschend echt aus, nein, mein Actros bemerkt sie auch deutlich beim Beschleunigen.  Ich bin wirklich ziemlich beeindruckt.  Nicht mal in den winterlich kahlen Baumkronen sind JPEG-Artefakte zu sehen.

Und wenn solch Freundlichkeit — auch der Staplerfahrer und der Verwieger waren ausgesprochen nett — und solch Eingehen auf die Bedürfnisse von Berufskraftfahrern tatsächlich nicht wirklich existieren, sondern nur Fehler sind, mit denen SIE sich dann doch verraten — ganz ehrlich: Scheiß drauf, dann bin ich eben ab jetzt auch einer von IHNEN.  😉

BÄM! Angeliefert.

Diesen Schwank habe ich nicht selber erlebt, sondern vor Jahren irgendwo gelesen.  Deswegen ist er auch witzig.  Ich erzähle ihn gern und häufig, aber Ihr Leser sollt auch mal in den Genuß kommen, finde ich.

Es begab sich einst, daß ein mittelständisches deutsches Maschinenbauunternehmen einen größeren Auftrag aus China erhielt.  Gegenstand desselben war eine Anzahl, sagen wir: zehn hochempfindliche, hochpräzise Fertigungsanlagen für … Dinge, die in Deutschland dann nach einer gewissen Zeit einzeln in Container verpackt und im vielleicht zweiwöchigen Abstand nach China versandt wurden.  So weit, so gut — aber was in China ankam, war jedesmal kaputt, also dejustiert oder was auch immer, jedenfalls unbrauchbar wegen offensichtlichen Transportschadens.

Die Frage war nun: Wo entstand der?  Zwischen Versender und Empfänger wurde der Container ja einige Male angefaßt.

Zur Klärung versah man einen der Container mit einem GPS-gestützen Erschütterungssensor nebst Protokollgerät und genug Batterien für die mehrwöchige Reise.  Als diese Apparatur in China angekommen war, zusammen mit einer weiteren defekten Fertigungsanlage, war natürlich die Neugierde groß.

Verladen auf LKW in Deutschland, Fahrt zum Hafen, Abladen vom LKW, Verladen aufs Schiff: alles im grünen Bereich.  Schiffsreise: nur Geschaukel, aber keine starken Erschütterungen, woher auch.  Abladen vom Schiff, Verladen auf die chinesische Eisenbahn, diverse Rangiermanöver, Zugfahrt: schon wackeliger, aber nicht schlimm.  Abladen vom Zug, wieder auf den LKW zum Zielort: Auch kein Problem.  Ankunft, Runterheben des Containers vom LKW zum Entladen: Alles gut.  Abstellen des Containers auf dem Hallenboden:

Uuund Schrott.  🙂

(„BÄM! Angeliefert“ ist eine stehende Redewendung (und auch ein Sticker) aus dem Umfeld des C3LOC, also des Chaos Computer Club Logistics Operation Center, für die ich beim letzten Chaos Communication Congress Lastwagen zu fahren die Ehre hatte.  Diese Geschichte hat sonst nix mit dem CCC zu tun, aber der Titel paßte halt zu gut.)

Ökobrötchen und PowerPCs

Ein neuer Lastwagen, ein neuer Artikel über Assistenzsysteme.  Denn auch wenn Mercedes so ziemlich kein Teil unberührt gelassen hat beim auch schon wieder sieben Jahre alt gewordenen „neuen“ Actros, den sie alle MP4 nennen, obwohl er gar nicht die vierte Modell-Phase des alten Actros ist, sondern wie in diesem Satz schon mal gesagt ein völlig neues Auto, ist doch die „driver experience“, also das Fahrerlebnis, bemerkenswert ähnlich.  Das vorherrschende Gefühl ist: Gelassenheit.

Was für ein Arbeitsgerät im Wahnsinn des deutschen Straßenverkehrs ja nicht das Schlechteste ist.

Leiser ist er geworden, und er hat ein paar neue Arbeitserleichterungen bekommen.  Eine davon, „EcoRoll“ (was das Brötchen im Titel erklären helfen sollte), hatte auch „mein“ alter Actros MP3 schon, allerdings in einer eher vorsintflutlichen Variante: Wenn das Auto merkt, daß es von selber schneller wird (also bergab), und wenn es dabei auch schon mindestens so schnell ist wie vom Tempomat verlangt oder meint, das auch allein durch die Hangabtriebskraft zeitnah erreichen zu können, dann nimmt es den Gang raus und rollt im Leerlauf zu Tal.  Und wenn es ohne Tempomat und ohne Gas rollen darf, zum Beispiel in ein Tempolimit rein oder auf eine rote Ampel zu, ebenso.

Anscheinend spart das beim Lastwagen Sprit, obwohl ich für den PKW gelernt habe, daß Schubabschaltung (also mit eingelegtem Gang und ergo Nullverbrauch rollen lassen) effektiver sei.  Na, Mercedes wird sich was dabei gedacht haben.

Der neue Actros hat aber nun neben einem Wust weiterer TLAs …

… auch PPC, was nicht wie seinerzeit zu meiner Zeit für PowerPC steht, sondern für „predictive powertrain control“.  Das Prädiktive muß man sich da aber weniger als künstlich intelligenten Blick in die Zukunft vorstellen, sondern eher als einen Abgleich mit dem GPS und einer hinterlegten Straßenkarte mit Höhenangaben.

Der Effekt ist zunächst etwas verwirrend: in hügeligem Gelände nimmt das Auto nicht mehr wie früher den Gang raus, wenn es die Kuppe überwunden hat und wieder schneller wird, sondern schon vor dem Brechpunkt.  Dadurch verliert es natürlich an Tempo (wieviel maximal, kann man einstellen, aber weniger als 3 km/h kann man da nicht einstellen, allenfalls die Funktion komplett deaktivieren), überquert die höchste Stelle also im Leerlauf rollend und legt dann bergab wieder an Tempo zu, bis die ebenfalls einstellbare Höchstüberschreitung der Tempomat-Sollgeschwindigkeit erreicht ist, woraufhin es einen Gang einlegt und die Fuhre mittels Retarder einbremst.

Die ersten paar Male dachte ich beim Einlegen des Leerlaufs, da wär was kaputt.

Aber man gewöhnt sich schnell dran.  Und wenn jemand an die Hintermänner und -frauen denkt: wer so dicht auffährt, daß die paar km/h Handlungsbedarf bedeuten, der hat es nicht besser verdient. 😛

Wirklich erstaunlich wird PPC aber erst im vermeintlichen Flachland, wo es oft kilometerweit im Leerlauf rollt an Stellen, die man mit einem PKW oder einem „normalen“ Lastwagen als völlig topfeben empfindet.  Und das bringt anscheinend auch tatsächlich was: nicht nur ist der Actros in sämtlichen Vergleichstests, die ich gelesen habe, der Sparsamste gewesen — auch mein Verbrauch, obwohl natürlich nach nun knapp 3000 km im neuen Auto und wegen wechselnder Ladung ohnehin nur gefühlt, hat nach meinen Schätzungen um mindestens einen, eher mehrere l/100 km abgenommen gegenüber dem alten Actros.

Ansonsten noch bemerkenswerte Neuerungen: Kriechmodus im Automatikgetriebe (das ja eigentlich nur ein vollautomatisiertes Schaltgetriebe mit Kupplung ist, sich mit Kriechmodus aber noch ein bißchen mehr nach Wandlerautomatik anfühlt und auch das Rangieren sehr viel komfortabler macht) und vor allem der Stauassistent.  Das ist ein aufgebohrter Abstandsregeltempomat, der nicht wie im alten Actros bei Unterschreitung von IIRC 20 km/h abschaltet, sondern tatsächlich bis 0 km/h funktioniert, also hinter dem Vordermann auch anhält — und durch leichtes Antippen des Gaspedals auch wieder losfährt.  Das tut er zwar ruppiger und weniger vorausschauend, als ich es täte, aber sei’s drum — oft helfe ich ihm ein bißchen mit dem Hebel des Retarders, der verschleißfreien Bremse, mit dem man ihn prma von absehbar sinnlosen Beschleunigungsvorgängen abhalten kann.

Und im Gegensatz zum alten Actros, bei dessen Abschied ich doch schon fast ein Tränchen verdrücken mußte, weil mir der klassische alte Kasten mit seinem 70er-Jahre-Taxistand-Nageln doch ein bißchen ans Herz gewachsen war, freu ich mich aber auch schon auf den nächsten neuen Actros.  Allein schon wegen der Kameraspiegel, die ja nicht nur nachts und beim Rangieren sehr viel bessere Bilder liefern und außerdem wertvollen Sichtwinkel nach schrägvorn freiräumen, weil die Displays innen an der A-Säule sitzen, sondern von denen ich mir auch weniger Verwirbelung und damit sauberere Seitenscheiben bei Schmuddelwetter verspreche.  Denn das — die schnell verdreckenden Seitenscheiben — ist der einzige Nachteil am neuen Actros, den ich bis jetzt gefunden habe.  Naja, und Kleinkram: die hellbraunen Innenverkleidungen (ohne 70er-Jahre-Zitat geht’s bei Mercedes anscheinend nicht) und die Hupe in Lenkradmitte, die man mit Laptop auf dem Lenkrad und Zündung an schon mal versehentlich auslöst beim Tippen.  *BRAAAAP*!  Tschulljung, tschulljung, war nich so gemeint 🙂

Und weil nur Lob ja auch öde ist, folgt zum Schluß noch ein kleiner Rant auf diesen Mist Aus Nürnberg, diese ruppige, nervige, unkomfortable, ja stellenweise gefährliche Schrottkiste von verficktem MAN TGX, die ich zwischen den Actrosen (inoffizieller Plural, gesprochen wie „Athrosen“, falls das der Plural von Athrose ist) bewegen durf mußte.  Der hatte zwar weder Ökobrötchen noch PowerPC, logisch, gibts für die Dreckskiste AFAIK auch noch gar nicht, nur einen altmodischen Abstandsregler — aber was der mir an hektischen Zwischenbremsungen und Fehlalarmen um die Ohren gehauen hat!  Ich dachte, der Verkehr sei während meiner Auszeit viel ruppiger geworden.  Ist er gar nicht, das war nur dieser MAN-Schrott, der auf jeden kleinen Furz gleich maximal hektisch reagiert hat.

Naja.  Endlich wieder ein vernünftiger Lastwagen.  Es lebe die Gelassenheit!

Ein Stück Fleisch von Schwamm

Nicht jeder Name eignet sich zur Benamsung eines jeden Geschäfts.  Hier das heutige Beweisstück:

Da kriegt man doch gleich Appetit auf einen schönen Salat von Feinkost Schneck & Welk, oder?

(Und nein, das da rechts ist kein Malermeister, sondern ein echter Autobahnbul Freund und Helfer. ;-))

Vergeblich …

… mühte ich mich all die Jahre, zu vermeiden, daß der Titel des Blogposts in dem Kasten da rechts zweizeilig werde, und ärgerte mich über jeden Post, dessen Titel dazu zu lang wurde.  Und jetzt erfahre ich, daß meine Posts deswegen sogar uncharmant geworden sind!

Sowas.

Suchgut

Es wurde schon mal hier thematisiert, das Sammelgut, also das gemeinsame Befördern von weniger-als-einer-LKW-ladungsgroßen Sendungen mit derselben Fuhre.  Macht ja auch Sinn und normalerweise auch nicht besonders viel mehr Streß als der Ladungsverkehr.  Ich darf das mal kurz illustrieren:

Wir sehen den Sattelzug in der Draufsicht.  Die hellgrauen Kästchen sind physikalisch nicht da, sondern sogenannte „Stellplätze“, hier im Beispiel 1,0*1,2 m groß (und leider, wie ich beim Schreiben bemerke, zwei zuwenig.  Egal!). Und die bunten Kästchen sind Ladungsstapel für die verschiedenen Kunden.

So wie in den oberen Bildern läuft es dann also normalerweise: Man fährt halt erst zu Mister Red, dann zu Mister Blue und dann zu Mister Green, und jeder kriegt, was ihm zusteht was er bestellt hat.  Und wenn man Pech hat, sammelt man dann anschließend auch noch bei mehreren Kunden ein:

Erst bei Mister Green, und ja, das ist derselbe wie oben, dann bei Mister Yellow (wo man die eine Palette von Mister Green aus ladungssicherungstechnischen Erwägungen nochmal rausnimmt und hinten dranstellt) und zuletzt zu Mister Pink.

Ja.  Toll.  Und wo ist jetzt der Erkenntnisgewinn dieses Artikels?  Das Fazit vorwegnehmend sei gesagt, daß es dazu ausgesprochen hilfreich ist, wenn der Lastwagen auch richtig sortiert beladen ist.  Wenn man seinen Auflieger morgens „vorgeladen“, also von der Nachtschicht des Logistikers, in dessen Auftrag die Tour passiert, beladen übernimmt, kann es durchaus sein, daß das der Fall ist.

Muß aber nicht.

Diesmal dann also nicht, wie mir schon beim Blick durch die zwegens Abfahrkontrolle (ist überhaupt sowas wie Ladungssicherung erkennbar?) geöffneten Türen auffällt.  Ich bin ja kein ganz großer Behälter-nach-Typnummern-Zuordnungs-Experte, aber Stahlwannen von Plastikboxen auf Stahlpaletten mit Plastikdeckel unterscheiden kann sogar ich.  Papiere konsultieren: Ah, anscheinend muß ich dann also erst zu Mister Blue.  Paar Kilometer Umweg, kein Drama.  Dort dann beim Abladen von der linken Seite in Fahrtrichtung, im Bild also unten, noch die kleine Stirnrunzeligkeit eines Frachtbriefs ohne dazugehörig auffindbare Behälter, aber herrjeh, auch das kommt vor.

Also flugs weiter zu Mister Red, der leider lieber von hinten an der Rampe ablädt.  Da die Behälter aber dachhoch gestapelt sind, bleibt nix weiter, als eine Seitenplane zu öffnen und das Dach auf dieser Seite hochzupumpen.  Viertelstunde Arbeit, und danach nochmal zehn Minuten zum Zumachen.  Kein Ding.  Mister Red entlädt dann auch fröhlich, bis er die im Bild grünen Behälter erblickt: „Die sind nicht für mich.“

Was zum …

*papierewälz*  Okay, die sind für Mister Green.  Kannste die eben schnell runternehmen und dann wieder draufstellen?  „Nein,“ sagt er, „bzw. ich kann schon, aber ich darf nicht.“  Versicherungsrechtliche Gründe, wissen schon.  Na toll.

Ich bau also meinen Auflieger wieder in den Fahrzustand um und gurke zu Mister Green, wiederum 20 Kilometer oder so in die Richtung, in der etwas weiter auch Mister Blue sein Domizil hat, leise fluchend ob der Sackratte, die den Trailer beladend offensichtlich die Behälter nach Sorte und nicht nach Adressat sortiert hat.  Bei Mister Green läuft alles normal, aber natürlich wieder mit Plane auf und Dach hoch, obwohl auch er nach hinten entlädt, denn auch seine Behälter sind dachhoch gestapelt — was sie nicht sein müßten: hätte man Mister Blues Blechwannen höher gestapelt, wäre mehr als genug Platz gewesen, die anderen Behälter nur zu zweit übereinanderzustellen.

Bei Mister Green gibt es dann auch die erste Palette der Rückladung, die ich ab jetzt bei jeder weiteren Ladestelle losgurten, rausfahren, reinfahren und wieder festgurten muß.  Aber darauf kommt’s jetzt auch nicht mehr an.

Vorher aber flugs zurück zu Mister Red, der ja noch drei Stapel zu kriegen hat.  Komisch, denk ich mir unterwegs, da stehn doch noch vier Stapel vor der grünen Palette?  Und Tatsache: der vierte ist der vorhin bei Mister Blue vermißte, und er steht natürlich nicht ganz vorn, sondern so, daß er beim Entladen von Mister Reds restlichen drei Stapeln im Weg steht.

Wer jetzt denkt, ich hätte also nochmal zu Mister Blue gemußt, den einen Stapel abgeben, und dann nochmal zu Mister Red, der unterschätzt des letzteren Menschlichkeit: er hat — nach dem dritten Öffnen der Seite und Anheben des Dachs — den einen blauen Stapel dann doch selbst ein Stückchen vorgezogen und seinen letzten Stapel elegant dran vorbei vom Trailer gefahren, so daß ich danach nur noch den Stapel für Mister Blue und die Palette von Mister Green dabeihatte, als ich zum dritten Mal über dieselbe Autobahn nach Westen fuhr, den letzten blauen Stapel auch noch abzugeben.

Aber immerhin: Das Beladen klappte dann ganz nach dem oben schon gezeigten Plan.  Logisch, da war die oben genannte Sackratte ja auch nicht mehr involviert, um mir das Leben schwerzumachen.

Statt Rot – Blau – Grün – Gelb – Pink durfte ich also Blau – RotGrünRot – Blau – Gelb – Pink abklappern und an den kursiv geschriebenen Stellen jeweils nochmal ne knappe halbe Stunde basteln, um die Heckentladung von dachhoch gestapelten Behältern zu ermöglichen.  Das waren locker 100 km und einige Stunden mehr Arbeit als nötig.  Damit ein nicht gerade mit Hirn gesegneter, mir zu seinem Glück unbekannt gebliebener Staplerfahrer vielleicht 10 Minuten weniger Arbeit hat.

Schönen Dank auch, du Arschloch.

Einfach lauter schreien, das hilft

Anmeldefenster bei einer Container-Be-und-Entladefirma in Bremen.  Während ich auf Papiere warte, kommt ein osteuropäischer Kollege rein und fragt den Schaltermenschen, ob er hier richtig sei.  War er nicht: Richtige Firma, falsche Straße.  „Nein, hier falsch, Containerstraße“, entgegnete auch der Schaltermensch so freundlich wie eloquent.  „Wo ist Containerstraße?“, frug sodann der Kollege — eine völlig verständliche Frage also, wie ich sie in seiner Muttersprache nicht zustandegebracht hätte.  Und bekommt zur Antwort was?

„DU — HIER — FALSCH!    FAHREN — CONTAINERSTRASSE!“

Ah, das macht’s doch gleich viel klarer, oder?

Nach weiteren zwei Iterationen dieses erfüllenden Diskurses schalte ich mich ein und bitte den Schaltermenschen um ein Blatt Papiers, auf daß ich dem zunehmend verzweifelten Kollegen aufmalen könne, wie er in die Containerstraße komme.  Und ich kriege auch eins — eine Fotokopie eines Ausschnitts aus Gugelmäpps, den Weg zwischen dem aktuellen Standort und der Containerstraße bereits vor dem Kopieren eingezeichnet.  Trotzdem zeige ich ihn dem Kollegen noch mal — „wir sind hier, ja?  Diese Richtung, dann links, links, rechts am großen Haus vorbei, vor der Schranke links parken, Anmeldung hier“ — und sehe zu, wie er mit Dankesworten zurück zu seinem Lastwagen geht, den wertvollen Zettel in Händen.

„Und“, frage ich den Schaltermenschen, „war das nun so schwer?“  Und er meint allen Ernstes: „Da kommen so viele jeden Tag, die müssen das doch mal lernen!“

Manchmal fehlen dann sogar mir die Worte.

 

Nachtrag: Die gelungenste Erwiderung hatte mal an einem anderen Anmeldeschalter ein anderer, eher südeuropäischer Kollege parat, der auf die übliche Ansage in Nicht-ganz-Babysprache, was er zu tun habe, deutlich akzentgefärbt und nicht ganz grammatisch trittsicher, aber leise und sehr höflich erwiderte:

„Entschuldigung, ich habe nicht verstanden, können Sie bitte wiederholen auf Deutsch?“

Leider weiß ich nach all den Jahren nicht mehr, ob ich selber dabei war und ob, und falls ja wo, das bereits aufgeschrieben wurde, deswegen muß ich es hier leider nacherzählen, statt es zu verlinken.  Hinweise sind willkommen!

Wertvolles Exportgut II

Nach dem Sand neulich hatte ich heute schon wieder faszinierend hochwertige Ladung: Schrott.  In einem großen Industriebetrieb war anscheinend eine größere Maschine demontiert worden, eine Vierpunkt-Kurbelpresse laut Papieren.  Zwei Kollegen haben die beiden großen 20-Tonnen-Brocken bekommen und ich die 22 Tonnen „Klein“-Teile: ein paar Paletten mit öligen Brocken drauf, die dann natürlich gleich inkontinenzbedingt des Trailers Haupt Ladefläche mit Öl gesalbt haben, ein halbes Dutzend Gitterboxen mit Kabeln und Steuerungsteilen, zwei große Pleuel.  Soweit, so unspektakulär — bis aufs Reiseziel: Nicht Schrott-Biskupek im nächsten Industriegebiet, sondern der Bremerhävener Überseehafen.

Zwegens Exports nach Indien.

Das eröffnet nun natürlich zwei mögliche Narrative für das Schicksal der Brocken, ein optimistisches und ein realistisches.

Optimistisch könnte man davon ausgehen, daß die Apparatur in einem indischen Betrieb wieder aufgebaut und in Betrieb genommen wird, um dort noch viele Jahrzehnte gute Dienste zu leisten.

Realistisch denke ich eher, daß die Stahlbrocken in einen indischen Hochofen plumpsen werden und die Kabel an einem lauschigen Lagerfeuer von ihrer Isolierung befreit, auf daß dann zarte Kinderhände am nächsten Tag das wertvolle Kupfer aus der giftigen Asche klauben können.

Egal, welches Szenario nun zutrifft, eins dürfte jedenfalls wieder mal klar sein: Transporte sind viel zu billig!

Mutiger Maler

Seinerzeit zu meiner Zeit gab es mitunter richtig Ärger, wenn man ein gebrauchtes Polizeifahrzeug oder einen selber grünweiß lackierten Altwagen mit Schriftzügen wie „POPELEI“, „POLENTE“ oder auch „BULLIZEI“ zu versehen wagte (passende Fahrzeugtypen seien dem Leser als Übungsaufgabe überlassen) und damit am öffentlichen Straßenverkehr teilnahm.  Begründung: Verwechselungsgefahr mit echten Polizeifahrzeugen, damit Gefahr einer Amtsanmaßung.

Heute ist das anscheinend entspannter …

… und es wirkt zumindest insoweit, daß man dem blausilbergelben Audi instinktiv Platz macht, wenn man ihn aus dem Augenwinkel heranschießen sieht.  Um sich dann anschließend über seine anmaßende Lackierung zu ärgern.  Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich finde sowas nicht werbewirksam und habe deswegen außer dem Kennzeichen auch den URL verpixelt — Strafe muß sein 😉

Rückwärtsfahren will gelernt sein

Wenn man wie ich meistens Sattelzüge fährt, geht einem das Rückwärtsfahren mit denselben natürlich irgendwann in Fleisch und Blut über, und wenn man dann was anderes fährt, tut man sich naturgegeben schwer.  Das andere zerfällt bei normalgroßen Lastzügen in zwei Gruppen: einerseits „richtige“ Hängerzüge mit Deichsel, und andererseits Tandemhängerzüge.  Letztere haben den für Sattelschlepperfahrer unbestreitbaren Vorteil, sich auch rückwärts einigermaßen gleich zu benehmen.

Wenn man bei Sattel oder Tandem nämlich beim Rückwärtsfahren nach links lenkt, wandert das Heck des Zuges nach rechts — wie beim PKW-Anhänger.  Beim Deichselhängerzug (oder beim Gigaliner), der ja einen Drehpunkt mehr hat, wandert es nach links — und nein, das macht es nicht leichter.  Deichselhängerzug-Rückwärtsfahren ist die hohe Schule; und ich bin immer voller Bewunderung, wenn ich die DHL-Fahrer mit Deichselhängern ihre Wechselbrücken tauschen sehe — das fühlt sich für mich immer so an, wie sich normale Menschen beim Anblick von Ballett oder Eiskunstlauf fühlen.  Klar, ich würd das mit genug Zeit auch hinkriegen, aber eben ohne jede Eleganz; ich hab das nur in der Fahrschule ein paarmal gemacht, besser als ein blutiger Anhänger konnte ich das damals nicht und könnt ich das heute erst recht nicht mehr.

Sattel hingegen, oder eben auch Tandem: Geht schon.  Lieber fährt man natürlich Sattel, aber eigentlich eher wegen der weniger Arbeit: man muß halt nicht dauernd ab- und anhängen, wenn man von hinten beladen werden soll, sondern nur gelegentlich den Auflieger wechseln.

Bloß beim Rückwärts-an-die-Rampe-Fahren lauert auf den Sattelschlepperfahrer, der jetzt auf einmal Tandem fahren soll, ein unerwartetes Problem.  Mit Anhänger: kein Thema, benimmt sich ja fast wie ein Sattelzug.  Aber ohne Anhänger zwecks Beladens der Ladefläche des Lastwagens ist es unerwartet schwierig.  Da merkt man erstmal, wie sehr da Muskelgedächtnis und Unterbewußtsein übernehmen: das Heck wandert nach rechts von der Sollinie ab, man lenkt automatisch nach rechts (weil es dann mit Auflieger oder Hänger wieder nach links käme), und es wandert stattdessen noch schneller nach rechts!

Mit Auflieger oder Tandemhänger fahr ich meist im ersten oder zweiten, manchmal auch im dritten Versuch rückwärts an die Rampe.  Mit einem Lastwagen ohne Hänger sind fünf Versuche schon wenig.

Das Gespött der Kollegen ist einem da natürlich sicher.  Aber da muß man drüberstehen, auch mit Auflieger oder Tandemhänger übrigens.  Denn immer dran denken: Spott ist nach 5 Minuten vorbei.  Wenn man irgendwas anrempelt, dauert der Schreibkram viel viel länger.

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