Landwirtschaftliches Dreirad

Diese landwirtschaftliche Anhänger, der mir vor ein paar Tagen vor die Linse kam (man entschuldige bitte die Bild-„Qualität“, aber für ne Fahraufnahme (im doppelten Wortsinne) finde ich sie gar nicht so schlecht) …

… ist ja schon wegen seines Hinterachsdifferentials interessant: anscheinend ein passend abgelängter Lastwagen — aber besonders lustig finde ich, daß nur drei Räder bis zum Boden reichen.  Sowas hab ich zuletzt bei meinem ersten Käfer gesehen …

…, der rollte aber nicht mehr.  (Leider habe ich davon kein größeres Bild, bis mal das Negativ oder ein Abzug auftauchen in meinem Chaos hier.)

Kommunikationsprobleme

Heute fand ich mich auf einer, nun, wie nennen wir das, Hafenzubringerstraße wieder, die wg. Baustelleritis ein wenig enger war als normal.  Und da von einem Seehafen mitunter auch mal größere Brocken gen Landesinneres zu transportieren sind, war vor mir ein Schwertransport mit Überbreite und Polizeibegleitung.  Jene, in einem Sprinter, fuhr an den engeren Abschnitten meist bis zu deren Ende vor, setzte dort einen Freund-und-Helfer mit Kelle zum Sperren der Straße für den Gegenverkehr ab, fuhr dann zurück und dann mit dem Schwertransport und dessen Begleitfahrzeug (und uns in der Schlange dahinter) gemeinsam durch die Engstelle.  Manchmal blieben sie aber auch am anderen Ende der Engstelle stehen, und der Schwertransport fuhr dann ohne sie durch.  Soweit, so unspektakulär — trotz Krawallbeleuchtung.

Irgendwann schwenkte dann der Schwertransport auf die Linksabbiegerspur, der blausilberne Sprinter war nicht mehr zu sehen, und es gab genug Platz, um mit Ziel geradeaus am Schwertransport vorbeizufahren.  Und was erblicken dann die entzündeten Äuglein nach weiteren vier Kilometern Baustelle mit seltsam wenig entgegenkommendem Verkehr?  Richtig: den Sprinter, der höchst wichtig die Gegenfahrbahn sperrte — nicht nur mit der Kelle, sondern unter vollem Einsatz seiner ganzen drei Tonnen Lebendgewicht, sämtlichen blauen Lampen und roten Leuchtschriftzügen und allen vier Insassen.

Wie lange die da wohl gestanden haben, bis die Sache jemandem komisch vorkam?  Der Stau auf der Gegenfahrbahn reichte jedenfalls schon bis an den Horizont, und zumindest die, die da ganz vorn standen und miterleben durften, wie ein Polizeisprinter mit Leuchtschriftzug „ÜBERBREITE“ anscheinend völlig grundlos minutenlang die Fahrbahn blockierte, waren darüber sicher auch weniger amüsiert als ich …

Über alle Maaßen hirnlos

Da ist der Mann nun also Verfassungsschutzpräsident und fällt mit … eher … weniger verfassungskonformen Äußerungen zwar nicht aus der Rolle, denn so kannten wir ihn schon länger, aber doch unangenehm auf.  So unangenehm, daß unverhofft schnell Einigkeit entsteht: diesen Job soll er nicht weiter machen dürfen.

Das allein war ja schon eine Überraschung.  Seit wann hat denn rechtes Gebrabbel in diesem Land Konsequenzen?

Die zunächst angedachten Konsequenzen — Beförderung zum Staatssekretär im Innenministerium nebst einer Gehaltserhöhung, deren Summe so manchem als Gehalt ganz lieb wär — waren dann schon eher wieder erwartungsgemäß.  Doch oh Wunder, auch dazu sollte es nicht kommen, weswegen schnell ein neues Pöstchen (Sonderberater im Innenministerium) geschaffen werden mußte zwegens Endlagerung zum bisherigen Einkommenssatz.

So.  Versetzt Euch jetzt mal in Herrn Maaßens Lage.  Ohne Einkommenseinbußen und auch sonst ohne jedwedes blaues Auge aus dem Skandal rausgekommen!  Also wenn das kein Dusel ist, dann weiß ich auch nicht.  Was würdet Ihr in so einer Situation tun?  Ich wüßte, was ich täte: Bloß die Fresse halten, zumindest bis ein bißchen Gras über die Sache gewachsen ist.

Und was macht Hans-Georg Maaßen?  Das nächste Faß auf macht er.

Und dann wurde es sogar seinem designierten Dienstherrn, einem gewissen Heimat-Horst, zu blöd, und Maaßen war sein Pöstchen noch vor Antritt desselben wieder los.  Was eigentlich die noch größere Überraschung ist — seit wann hat denn Herr Seehofer ein Problem mit rechter Hetze?

Es geschehen noch Zeichen und Wunder.  Viel zu selten, aber immerhin.

 

Müllvermeidung, kreativ

An meiner Stammtankstelle gibt es seit einiger Zeit ein tolles tolles Angebot: Wer einen Porzellan-To-Go-Kaffeebecher erwirbt, zum Spottpreis von nur 11,99 €, der bekommt fortan auf jeden To-Go-Kaffee Rabatt.  Und zwar die unglaubliche Summe von vollen 10 Cent!

Kein Witz.  Nach nur 120 Kaffee hat man die Kohle wieder drin.

Nun ist es ja nicht so, daß es nicht auch andere gute Gründe zum Erwerb eines Porzellan-To-Go-Kaffeebechers gäbe.  Steht sogar auf dem anpreisenden Werbeaufsteller: 1. Geld sparen, 2. Genießen, 3. Müll vermeiden.  Und deswegen besitze auch ich seit ein paar Wochen so einen Becher.  Meinen habe ich allerdings nicht an der Stammtankstelle gekauft, sondern an einer solchen des Hoyer-Konzerns, denn dort kostet er erstens ein bißchen weniger (9,50 €), und zweitens gibt es dort dann nicht nur läppische 10 Cent Rabatt, sondern 50.

Prozent.

Damit kostet dann ein Kaffee bei Hoyer … ja, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, denn sein Preis geht beim Kauf von Frühstücksbackwerk im Rauschen unter.  Vielleicht einen Euro oder so.

Aber wie gesagt, es geht ja nicht nur ums Geld.  Und deswegen war ich dann heute morgen mit meinem Hoyer-Becher in meiner Stammtankstelle und wollte einen Kaffee, in selbigen bitte.  Und was sehen meine koffeïnmangelbedingt noch leicht verquollenen Augen?  Die Thekendame stellte einen Pappbecher unter die Maschine, ließ dort den Kaffee hineinlaufen und kippte ihn dann aus dem Papp- in meinen Porzellanbecher.

Als ich die mir fehlenden Worte wiedergefunden und nach dem Sinn der Prozedur gefragt hatte, ward mir beschieden, das sei so Vorschrift, man dürfe aus hygienischen Gründen keine fremden Becher unter die Maschine stellen.

Die zehn Minuten, die ich brauchte, um mich wieder abzuregen, überspringen wir mal.

Dabei ist die Lösung so einfach, daß ich sogar in meiner das logische Denken recht zuverlässig hemmenden Mischung aus Ungläubigkeit, Wut über soviel Dummheit und, ja, ich gebe es zu, perversem Amüsement über die Menschheit an sich nur wenige Minuten brauchte, um drauf zu kommen: Ihre eigenen Porzellantassen zum Hiertrinken dürften sie doch unter die Maschine stellen, oder?  Ja, meinten sie, das dürfen wir.  Schön, sag ich, und warum nehmt ihr dann nicht so eine zum Befüllen mitgebrachter To-Go-Becher?

Die zehn Minuten, bis sie sich von der Erkenntnis erholt hatten, nicht selber drauf gekommen zu sein, überspringen wir mal auch.

Ich bin gespannt, ob diese Idee sich dort auch durchsetzt oder ob man weiterhin Pappbecher spart, indem man sie zum Befüllen von Porzellanbechern benutzt und dann direkt wegwirft, statt sie dem Kunden zu geben.  Ich werde beobachten und berichten.  Und ansonsten soll mir mal bitte jemand das Bakterium oder den Virus zeigen, die es schaffen, den Strahl heißen Kaffees aus dem Becher in die Maschine hochzuschwimmen.  Hygienische Gründe, daß ich nicht lache!

Der geschenkte Feiertag

… war gestern.  Und nein, ich rede nicht davon, daß wir in Nordwestdeutschland jetzt mit dem Reformationstag oder, wie der Volksmund sagt, Halloween einen neuen Feiertag haben; solange sie überall anders mehr Feiertage haben als wir Sturmfesten und Erdverwachsenen hier, hab ich da kein bißchen schlechtes Gewissen dabei, da einen Ausgleich zu fordern.  Nein, der Witz dabei ist, daß dieser gestrige Feiertag überhaupt kein LKW-Fahrverbot beïnhaltete, weil die Dölmer in Berlin es mal wieder nicht geschafft haben, ihre Arbeit fristgerecht zu erledigen: die dafür erforderliche Änderung der Straßenverkehrsordnung hat zumindest bis jetzt nicht stattgefunden.

Wenn wir so arbeiten würden wie die, wäre der Sitzungssaal mangels Baumaterial noch nicht fertig, und es würde durch die Kuppel regnen, weil das Glas noch nicht verladen ist.

Man darf gespannt sein, ob sie es bis nächstes Jahr schaffen.

(Nein: das hatte auf mich keine praktischen Auswirkungen; die Kunden arbeiten eh alle nicht, und somit war auch für mich Feiertag.  Aber trotzdem finde ich diese Trödelei des Gesetzgebers einfach unbegreiflich.)

Freitagstexter VIII: Pokalverleihung

Und schon wieder war Dienstag, und damit ist Zeit für eine leicht verspätete Pokalverleihungszeremonie.  Aber dafür findet die jetzt bei frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein an einem Feiertag statt und nicht nachts in einem Sturm, das ist doch auch schön.

Gewonnen hat den jüngsten Freitagstexter, um nicht groß um den heißen Brei herumzureden, der Herr wvs mit einer saisonal vielleicht ein wenig frühen, aber um so überraschenderen Idee:

Der Weihnachtsmann hat mit Freude sein hier abgebildetes Einsatzfahrzeug zur Dachbesteigung in Augenschein genommen – nun kann es los gehen mit der Geschenkeverteilung durch die Schornsteine!

Und hier kommt er dann auch schon, der Pokal:

Herzlichen Glückwunsch!

Auf die Verleihung des a.K.-Pokals wird diese Woche verzichtet, denn ehrlich gesagt hat mir nicht nur deschristophs 😉 Einwand zu dieser Praxis ein wenig zu denken gegeben, sondern fand ich auch den a.K.-Kommentar bei aller unzweifelhaften Kreativität ein wenig zu weit hergeholt.  Trotzdem sei aber allen Einsendern herzlich für ihre Beiträge gedankt — von der Hoffnung, daß es mal wieder mehr werde als die paar Leutchen, die hier die altehrwürdige Tradition hochhalten, mal abgesehen haben mir Eure Kommentare auch alle wirklich Spaß gemacht!  Wir sehen uns am Freitag wieder — beim …

Wie Tiere

Angesichts eines ziemlich … unüberlegt agierenden Iveco-Daily-Pritschenwagenfahrers vorhin ist mir mal wieder ein Spruch meines LKW-Fahrlehrers damals eingefallen, den ich hier glaub ich noch nicht zum besten gegeben habe:

Verkehrsteilnehmer unter 7,5 to zulässigem Gesamtgewicht betrachten wir mit ähnlichem Argwohn wie Tiere.  Sie sind mitunter ganz putzig, kennen aber keine Regeln und verhalten sich darum oft erratisch.  Aber wir wollen natürlich trotzdem nicht drüberfahren, also Obacht!

Und auch wenn’s natürlich heillos übertrieben ist: manchmal hilft mir diese Weisheit wirklich.  Nicht nur beim Unfälle-Vermeiden, sondern auch beim Nicht-drüber-Aufregen.  „Ooch, jetzt hupt der Kleine!  Ist er nicht niedlich?“  😉

Gesparte Minuten und vertrödelte Stunden

Es ist Donnerstagnachmittag.  Ich tuckere gemütlich in der Spätnachmittagssonne auf die Stadt zu, die heute mein Ziel ist, als eine SMS eintrifft: Morgen Möbelhaustour, Auflieger tauschen also nahe der Heimat und dann in den Norden zum Entladen.  Entladetermin: 15:00 Uhr.

Mist.

Denn drei Stunden kann das Entladen da schon mal dauern.  18:00 da weg, hat sich also was mit Stammtisch morgen abend.  Naja, andererseits, da steht ja vielleicht immer noch dieser außerplanmäßige leere Trailer von uns rum, vielleicht kann ich ja tauschen.  Die Dispo, danach befragt, meint: nö, da kommt noch ein Kollege mit 18:00-Termin, der darf dann tauschen.  Okay, seh ich ein: die arme Sau hat ja nun wirklich die noch größere Arschkarte gezogen als ich selber.

Aber er hat damit, das muß ich ihm lassen, besser gepokert als ich.

Freitag, 13:00.  Ich komme am Logistikzentrum an und meld mich an, „heute mal nicht zum Trailertauschen“, ja, sagen die, wissen wir, hat dein Kollege grad schon gemacht — der müßte dir doch entgegengekommen sein?  Äh.  Bitte was?  Naja, er war zu früh, aber wenn er tauscht, kann er ja trotzdem …

Schönen Dank auch.  Ich bin 2 h zu früh, in der (irrigen) Hoffnung, daß ich vielleicht auch etwas eher wegkomme, und er kommt 5 h zu früh und nimmt den leeren Trailer mit?  Grummel.

Bis dahin war aber noch alles okay, zumal unsere Dispo dann auch meinte, ja, dumm gelaufen, aber kannst ja mal kucken, ob der andere Trailer vielleicht eher leerwird als deiner, dann nimmste halt den.  So verbrachte ich dann einen bummeligen Nachmittag mit gelegentlichen Blicken in den linken Außenspiegel (ist meine Rampenampel schon grün?) und in einen strategisch auf dem Armaturenbrett verkeilten Handspiegel (ist die Rampenampel des anderen Trailers schon grün?). Letzteres trat zuerst ein.  Das alleine ist ja auch schon etwas stirnrunzelig: warum entladen die die 18:00-Tour, wo keiner auf den Trailer wartet, schneller als meine 15:00-Tour?  Da mein Trailer aber zu dem Zeitpunkt auch nur noch etwa viertelvoll war (wieder der Handspiegel, ein wahrhaft nützliches Utensil zum Spionieren!), habe ich aufs Umsatteln zunächst verzichtet.

Lustig wurde es bald darauf, als mein Trailer nun schon wirklich fast leer war, so gegen 16:00.  Anruf von der Dispo: Außer dir steht noch ein Trailer von uns ohne Zugmaschine an der Rampe, richtig?  Ja, sag ich, außer dem und mir steht hier sonst auch gar nix mehr auf dem Hof, und über den haben wir doch schon gesprochen vorhin.  Achja, sagt er, aber kannste mal bitte kucken, was damit ist?  Die meinen, sie können ihn nicht fertig entladen, der „steht scheiße“, was immer das bedeuten mag.  Klar, sag ich, ich kuck.

Links die Rampe, rechts der Auflieger, Blickrichtung in Fahrtrichtung von rechts nach links. Der blau markierte Anschlagpuffer des Aufliegers sollte fast am grün markierten der Rampe anliegen — und zwar beidseitig: die rote und gelbe Linie sollten deckungsgleich, zumindest aber nah zusammen und leidlich parallel sein.

Scheiße bedeutet also: Schräg, zu weit weg und außerdem auch vorne nicht weit genug hochgekurbelt.  Das fiel dem Entlader aber erst auf, als der zu zwei Dritteln entladene Trailer irgendwann so weit aus der Horizontalen kam, daß die Rampe nicht mehr bis auf den Trailer reichte.  Glücklicherweise ist er nicht mit dem Stapler in die Lücke gefallen.

Ich wußte zu dem Zeitpunkt noch von nichts und dachte, der wär halt nun leer.  Nach dem Anruf, einer kurzen Beaugapfelung der Situation und einem Gespräch mit den Staplerfahrern kam dann folgender Plan zustande: „in ein paar Minuten“, wenn mein Trailer leer wäre, möge ich doch bitte absatteln, unter den anderen fahren und den richtig hinstellen.  Den werde man dann auch „schnell“ entladen, dann könne ich den gleich mitnehmen statt des meinen?  Klar, sag ich, kein Ding, aber warum soll ich den nicht gleich wieder abstellen, wenn er richtig steht?  Ja, meint er, das ginge im Prinzip natürlich, aber da sei so schweres Zeug drauf vorne, das sei ihm ohne Zugmaschine drunter zu wacklig, und eigentlich dürften sie Trailer ohne Zugmaschine eh nicht mit dem Stapler entladen.

Dann nimm halt ne Ameise, denk ich bei mir und stimme aber trotzdem zu — jetzt ist auch egal, wann ich hier wegkomme, auf ne halbe Stunde mehr oder weniger sei nun auch geschissen.  Also geh ich erstmal zur Anmeldung — mein Trailer ist ja eh noch nicht ganz leer — und lasse mir dort den ausgeheckten Plan genehmigen.  Das dauert auch ein Viertelstündchen oder zwei, jedenfalls ist bei meiner Rückkunft an der Rampe mein Trailer leer.  Also sattel ich den ab und fahr unter den anderen.

Dabei kuckt man im Außenspiegel bei Schleichfahrt rückwärts dabei zu, wie die Hinterreifen der Zugmaschine unter der Unterkante des Trailers verschwinden.  Wenn auch die Tankdeckel verschwinden, ist die Position erreicht, in der man komfortabel Kabel und Schläuche anschließen kann.  Alles Routine.  Umso ungläubiger mein Blick, als stattdessen die Unterkante des Trailers im Spiegel hinter der Oberkante der Hinterreifen verschwindet — warte, was ist jetzt los?

Boah, ist der tief, Mann. (Das Weiße ist der Trailer.)

Hrmpf.  Und jetzt?  Hochkurbeln unter Last geht nicht, das hatte auch der Staplerfahrer schon versucht.  Jetzt hilft nur noch das Hebelgesetz: Was hinten runter kommt, kommt vorne hoch.  Also hinten Luft aus der Federung — was nicht viel bringt.  Bremse los, vielleicht ist da was verspannt?  Nachdem der Trailer mit zwei Unterlegkeilen gesichert ist, wage ich es, die Bremse zu lösen (ja, da gibt’s einen Knopf für, auch ohne Luft von der Zugmaschine) — nix.  Erst als der hilfreiche (keine Ironie, der Mann war wirklich nett) Staplerfahrer die Rampe mit einer Ecke auf den gerade noch erreichbaren Trailer legte, besann sich dieser auf die Schwerkraft und hob im Zeitlupentempo die Nase, während sein Hintern sich senkte.

Mittlerweile hatte sich auch ein Kollege (einer anderen Spedition, huhu Michael, falls Du das liest!) dazugesellt und half mir netterweise bei den -zig Gängen um die Fuhre — Bremse raus, Bremse rein, Stützen hoch, Stützen runter, hier kucken, da schätzen, da kommt was zusammen!  So dauerte es nur eine Dreiviertelstunde, bis ich endlich den Trailer auf der Zugmaschine hatte.  Gerade und bündig an die Rampe stellen war danach wieder Routine — 5 Minuten vielleicht.

Wer mitgerechnet hat: So ca. 17:15 war es also inzwischen wohl.

Leer war der Trailer dann um 18:20.  Hach, Leute.  Echt.  Da reißt man sich für euch den Arsch auf, und zum Dank laßt ihr einen noch eine Stunde warten?  Ernsthaft?  Ich mein, mir war’s egal, ich hab mit Michael gequatscht und, als dann der Regen einsetzte, angefangen diesen Artikel zu schreiben, aber ein ganz klein bißchen hättet ihr euch schon beeilen können.  So als Dank?  Vielleicht?

Mein ja nur.

Aber gut, der Staplerfahrer konnte ja am Ende nix dafür.  Richtig sauer bin ich deswegen auch nur auf den Kollegen mit der 18:00-Tour.  Nicht, weil er die Trailer getauscht hat — das hat er von der Dispo so gesagt bekommen, und die hätten ja auch stattdessen sowas ansagen können wie „wer zuletzt kommt, darf tauschen“.  Aber dann den Trailer so scheiße hinzustellen, das ist weder mangelnde Routine noch fehlendes Augenmaß, das ist einfach nur Wurschtigkeit und arschlochhafte Nach-mir-die-Sintflut-Attitüde, und sowas kann ich echt nicht ausstehen.

Naja, Kollege.  Ich weiß nicht wie du heißt, und ich weiß nicht für welchen Subunternehmer du arbeitest, aber du bist mir entgegengekommen in der Zufahrtsstraße, und ich kenne deine Zugmaschine und dein Gesicht.  Man trifft sich immer zweimal im Leben, an der Rampe eines gewissen Logistikzentrums im Norden.  Und nein, das ist natürlich keine Gewaltandrohung, ich bin ja Pazifist, aber ein paar harte Worte wirst du dir dann trotzdem anhören müssen.

Freitagstexter VIII

Wieder einmal habe ich den Freitagstexter weniger gewonnen als mich seiner erbarmt, aber was soll’s, es ist jedenfalls wieder Zeit, ein Bild zu betextuieren.  Dieses hier:

Hier könnte Dein Text stehen.

Die Regeln sind auch immer noch dieselben, aber wie jeder gute Moderator erkläre ich sie auch zum achten Mal noch gern: Gesucht ist eine Bildunterschrift zum obigen Bilde.  Die darf so lang, kurz, lustig, ernst, bizarr oder was auch immer sonst sein, wie es ihrer Autorenschaft gefällt — diesbezüglich gibt es genau keine Regeln.  Eine unumstößliche andere Regel allerdings gibt’s: es muß außer dem Text selbst auch eine Blogadresse (normalerweise die des eigenen Blogs natürlich) angegeben werden, in dem man im Siegesfalle den Wettbewerb am kommenden Freitag fortzuführen gedenkt.  Bei mehreren Einsendungen entscheidet nicht das Los, sondern ich, sprich der Ausrichter des dieswöchigen Bewerbs.  Und das war’s auch schon.  Tat doch gar nicht weh.

Was dieser in letzter Zeit beteiligungstechnisch unangenehm schwächelnden Tradition wieder auf die Beine helfen könne, das frug ich mich dieser Tage ein paarmal.  Eine Idee wäre: Mehr Followerpower!  Nicht daß ich da welche disponieren könnte — aber vielleicht kann es ja meine Leserschaft?  Wenn ja: Hier ist der Twitteraccount des Freitagstexters, und hier ist seine Homepage beim Wortmischer.  Rührt doch mal ein bißchen die Werbetrommel!

Und laßt mich bitte nicht so hängen wie meinen Vorgänger Rudolf und gebt mir Texte!  Ich will Texte!  🙂

Zauderers Siegeszug

Als ich meinen PKW-Führerschein gemacht habe, so Ende der 80er Jahre war das, war Überholen auf der Landstraße noch eine Kunstform — zumindest mit den lahmen Hebben, die wir damals so fuhren.  Da reichte es nicht aus, einfach rauszuziehen und draufzutreten, da wollte die Lücke im Gegenverkehr noch sauber abgepaßt sein: etwas zurückfallen lassen, dritter Gang, Vollgas und dann genau in dem Moment mit einem Dutzend km/h Geschwindigkeitsüberschuß auf den zu Überholenden hinter diesem rausziehen, wenn der Gegenverkehr vorbei ist.  Sonst konnte man es meistens gleich lassen.

„Dieter, halt die Klappe.  Was soll das werden?  Opa erzählt vom Krieg?“, schallt es aus den turbogeladenen Plasteimern allenthalben.  Äh, nö.  Nicht ganz.  Die Einleitung war nur nötig, um das Folgende zu verstehen.

Denn damals war es aber auch ganz normal, alles zu überholen, was nicht mindestens 100 fuhr.  Gut, okay, Zauderer gab es auch damals schon, weißhaarige Herr- und Damschaften in blankpolierten elfhunderter B-Kadett oder die letzten versprengten Hippie-Bullis, die mit asthmatischen knapp 50 PS sich schwertaten, ein paar hundert Kilo Batiktücher, Hasch und Wasserpfeifen mehr als nur meßbar zu beschleunigen.  Aber normale Leute?  Die wären nie länger als nötig hinter einem Laster hergegondelt.

Diese Zeiten sind vorbei.

Heute teilt sich das Volk der Vierrädrigen im Wesentlichen in zwei Kategorien: Zauderer und Wahnsinnige.  Die einen fahren (und dieser Satz ist ausnahmsweise mal keine Übertreibung) trotz kilometerlanger, schnurgerader, absolut leerer Straße vor mir brav im Gänsemarsch mit 65 hinter meinem Lastzug her, und die anderen preschen ab und zu mit 140 links an diesen Gänsemärschen vorbei, auch vor Kurven und Kuppen, über Sperrflächen und im Überholverbot.

Das Interessante dabei: Motorisch unterscheiden die sich kaum.  Heute gibt es ja eh keine lahmen Hebben mehr, außer ein paar Überlebenden von damals natürlich — auch ein moderner Kompaktwagen mit Basismotor schnellt vergleichsweise geradezu brachial vorwärts, wenn man den richtigen Gang wählt und ihm dann mal ordentlich auf den Kopp tritt.  Und trotzdem: sobald am Horizont, und sei er noch so weit weg, die Scheinwerfer des Gegenverkehrs auch nur zu erahnen sind, denken die Zauderer „och nöö, lieber nicht“.  Ich mein, ich hab da kein Problem mit, die Länge der Schlange hinter mir ist mir ja wurscht, aber ich versteh’s halt nicht und verstünde es gern.

Hm.  Vielleicht liegts ja an der (Un-)Sitte, auch am hellichten Tag mit Abblendlicht zu fahren?  Haben wir damals einfach überholt, weil wir den Gegenverkehr noch nicht so deutlich kommen sahen?

Erklärungsversuche wären mir jedenfalls willkommen.  Mehr Gelassenheit und weniger Zeitdruck können es ja eigentlich nicht sein, oder?

Das Denken ist nicht jedem gegeben

Lieber Mercedes-SL-Fahrer …

.. wenn Dir in einer leichten Linkskurve auf einer engen Dorfstraße ein Lastzug entgegenkommt, würde Dir da ein Zacken aus der Krone brechen, wenn Du die Kurve ausnahmsweise mal nicht schneiden tätest?  Der braucht nämlich ein bißchen Platz zum Ausholen, sonst muß er Deinetwegen voll in die Eisen, Du Dumpfbratze.

Liebe Hyundai-Tucson-Fahrerin …

… Du darfst ja gern auf der Autobahn Sattelzüge überholen, soviel Du willst, auch in der Baustelle, und auch mit weniger als einem km/h Differenzgeschwindigkeit.  Aber wenn Du dann vorbei bist und drei Meter weiter vorn fährst, könntest Du dann bitte wenigstens vermeiden, langsamer zu werden und gleichzeitig nach rechts zu driften, Du Knackwurst?

Lieber VW-Touran-Taxi-Fahrer …

… natürlich bedeutet „80“ nicht, daß Du mindestens 80 fahren mußt.  Aber wenn Du schon 75 fährst morgens um 4 auf einer menschenleeren Stadtautobahn mit einem Sattelzug in (automatisch geregeltem großzügigem) Sicherheitsabstand hinter Dir — würde es Dir da übermäßig schwerfallen, nicht an jeder Ausfahrt auf 65 runterzubremsen, während Dein armes kleines Hirn darüber nachdenkt, ob Du hier abfahren möchtest, Du Pansen?

Liebe Pedelec-Treterin …

… wenn ein Lastzug an  Dir, die Du auf dem Radweg mit vielleicht 20 km/h gemütlich dahinradelst, vorbeifährt und 50 Meter weiter vorn rechts zu blinken beginnt und so seine Abbiegeabsicht kundtut, wäre es da zuviel verlangt, wenn Du nicht plötzlich kraft Deines Akkus voll beschleunigst, um noch wenige Zentimeter vor der vorderen rechten Ecke der Zugmaschine laut fluchend über die schon seit geraumer Zeit rote Fahrradampel zu preschen, Du potentielle Selbstmörderin?

Lieber 3er-BMW-Cabrio-Fahrer …

… wenn Du schon einen Lastzug so knapp überholst, daß der in die Eisen muß, um Deinen Arsch vor dem Zerschellen am entgegenkommenden Sprinter zu retten, hättest Du dann wenigstens die Güte, nicht noch zu hupen und den Mittelfinger zu strecken, Du Arschloch?

Lieber Ford-Transit-Fahrer …

… es ist ja schön, wenn Du vor diesem auf Einfahrt zu einer Ladestelle wartenden Lastzug noch ein Plätzchen auf dem Seitenstreifen ergatterst, aber mußt Du da unbedingt vorwärts einparken und dann so schräg drin stehenbleiben, daß der partout nicht um die hintere Ecke Deines Gefährts herummanövrieren kann, wenn er denn endlich reinfahren darf?  Oder meinst Du, der wartet gern auf Dich, Du Pißnelke?

Lieber Iveco-Stralis-Fahrer …

… sicher verschafft es Dir eine tiefe innere Befriedigung, den überholenden MAN TGX durch Beschleunigen von Deiner üblichen Reisegeschwindigkeit von 78 km/h auf die für uns alle gleichen abgeregelten 89 am Beenden des Überholvorgangs zu hindern, nur um ihn nach seinem Wiedereinscheren hinter Dir wieder auf 78 herunterzubremsen, aber ganz ehrlich: wird Dir das nach dem dritten Mal nicht selbst langweilig, Du Kollegenschwein?

Lieber Kradler …

… natürlich hast Du genauso ein Recht auf Deine Fahrspur wie wir alle, aber hey, willst Du wirklich behaupten, Du bräuchtest die vollen drei Meter, auch wenn Dir auf den anderen drei Metern ein Lastzug entgegen kommt, der wegen überhängender Äste gern ein klein wenig weiter mittig führe — und meinst Du, es ist Deiner Lebenserwartung förderlich, den lieber zu einer Notbremsung zu zwingen, als ein kleines bißchen weiter rechts zu fahren, Du Sackratte?

Lieber Opel-Corsa-Fahrer …

… natürlich gibt es innerorts kein generelles Überholverbot, aber es gibt Einmündungen, und auch auf der linken Straßenseite.  Da kommen manchmal auch Lastwagen raus und biegen rechts ab.  Wenn Du also überholst, zum Beispiel einen anderen Lastzug, zum Beispiel meinen, dann kommen die Dir entgegen.  Und ihre Fahrer kucken vielleicht gerade in den Spiegel, um keine Radler zu überfahren (s.o.), wenn Du ausscherst.  Und wenn dann der von Dir überholte Lastwagen hupt, dann heißt das nicht zwingend oder zumindest nicht zwingend nur „ey Du Pappnase, was überholst Du mich“, sondern eventuell auch oder sogar überwiegend „hey Kollege, mich überholt grad einer, bleib mal stehen“.  Und Du wirst lachen: das funktioniert auch, und weil dann beide Laster in die Eisen gehen, bleiben nicht nur Deine Knochen, sondern sogar Deine Kotflügel heil.  Zum Dank mit der Faust zu drohen ist nicht wirklich eine angemessene Reaktion, Du (ich wiederhole es gern) Pappnase.

Und ja, ich weiß, die meisten von Euch fahren rücksichtsvoll, viele sogar ausgesprochen höflich.  Und ich will auch keinesfalls Ausreden liefern, warum viele meiner Kollegen Euch gegenüber auch nicht gerade ein Ausbund an Höflichkeit und Rücksicht sind.  Aber trotzdem: das da oben ist die Ausbeute eines einzigen Tages — ich finde, es grenzt an ein Wunder, daß uns nicht öfter der Kragen platzt.

Denkt mal drüber nach.

Die Nö-Ente kommt in Wallung

„Nö-Ente“ ist nur mal wieder der Spitzname für eine in deren eigenem Interesse ungenannt bleiben sollende Firma im nördlichen Niedersachsen, Eingeweihte werden die Namenswahl verstehen.  Und das Entige im Namen paßt da auch ganz gut, denn unter ein paar Stunden machen die es da nicht beim Beladen.  So auch letzten Freitag.

Ich komme auf den Hof, parke den Sattelzug elegant rückwärts ein und betrete sodann die Anmeldung.  Beziehungsweise den Raum für die Fahrer mit dem Fenster zur Anmeldung hin.  Natürlich keinerlei Sitzgelegenheiten, Getränkeautomaten oder sonstige Komfortmerkmale, wie sie in anderen Firmen nicht immer, aber durchaus öfter mal vorzufinden sind — obwohl sie bei der Nö-Ente schon ziemlich sinnvoll wären, denn beim Anmelden nehmen die sich Zeit dort.

Eine halbe Stunde später bin ich auch schon dran, moin, Firma Schn*ecke, ich soll laden für Kassel.  Eine Info, die bemerkenswerte Konsternation hervorruft und erstmal ein paar Minuten verarbeitet werden muß, eh mir eine Rampe zugewiesen wird.  Zehn Minuten und ein weiteres elegantes Rückwärtseinparkmanöver später steh ich in der Halle und warte.

Und warte.

Irgendwann klingelt das Telefon.  Dran ist mein Disponent bei Schn*ecke, na, meint er, wie läufts denn.  Naja, sag ich, zwei Paletten, die so aussehen, als wären es meine, sind schon hier.  Okay, meint er, ich ruf da mal an.

Ne gute halbe Stunde später: Sechs der sieben zu ladenden Paletten stehen auf dem Auflieger, nach der siebten wird gerade gefahndet.  Die 15 Stahlbehälter, die außerdem noch draufsollen, haben sich noch nicht gezeigt.  Okay, meint mein Disponent, die eine Palette nehmen wir noch mit, die Stahlbehälter sind eh ein anderer Lieferschein, die lassen wir dann halt da.

Der Staplerfahrer ist nicht amüsiert.  Die Dame an der Anmeldung auch nicht.  Aber nach kaum einer weiteren halben Stunde Wartens habe ich die Papiere für die sieben Paletten und kann mich — viel zu spät — auf den Heimweg machen, wo ich nur deswegen noch am selben Tag eintrudele, weil ich eine der beiden legalen Schichtzeit-Überschreitungen noch nicht verbraten hatte in jener Woche.  Gut drei Stunden fürs Aufladen von sieben Paletten.  Die hätte man in der Zeit auch kartonweise von Hand in einen Sprinter verladen können, selbst wenn der 100 Meter von der Rampe weg gestanden hätte.

Heute dann: Wieder Nö-Ente und ein weiterer Kunde für die Rückladung.  Na prima, denk ich mir, das geht doch wieder in die Hose.  Naja, sagt die Disponentin, diesmal fahren wir aber wirklich weg, wenn Du nicht nach 45 min an der Rampe stehst oder wenn nach einer Stunde nicht die Beladung in vollem Gang ist.  Und: „Ich ruf da mal an und sag denen das.“

Und oh Wunder: ich komm in den Anmelderaum und werde begrüßt mit „Schn*ecke?  Fahr mal an Rampe 6!“  (Naja, fast, aber es hat keine 5 Minuten gedauert beim Anmelden.)  Ich tu wie mir geheißen, komme in die Halle und erblicke einen Mitarbeiter, der gerade die erste Palette am Tor abstellt.  Und nach genau 55 min sind alle 12 Paletten auf dem Auflieger, und auch die Papiere halte ich gerade 10 min später in Händen.

Vielleicht sollte man einfach öfter mal ne Teilladung stehenlassen, das scheint heilsam zu sein.

Freitagstexter VII: Pokalverleihung

Sonderlich überraschen wird es wohl niemanden, daß der einzige Beitrag im diesmaligen Freitagstexterwettbewerb, der sich nicht durch ein schnödes „a.K.“ der Konkurrenz entzog, auch derjenige ist, der mit dem Freitagstexterpokal geehrt wird:

Prima – da hat sich die Ausgabe für das Nebelhorn doch gelohnt!

Prima – da hat sich die Ausgabe für das Nebelhorn doch gelohnt!

Und da ist er auch schon, der Pott der Begierde, der Eimer des Triumphes, ja was sag ich, der Humpen der Herrlichkeit!  Herzlichen Glückwunsch an Herrn wvs, der schon wieder einen Freitagstexter ausrichten darf!

Vielleicht überraschender ist, daß auch der erwähnte a.K.-Beitrag mit der phantasievollen Waschstraßen-Interpretation mit einem Pokal gewürdigt wird.  Diese schöne Idee hatte ebenfalls der Herr wvs, und ich übernehme sie gern und anrate höflichst, sie ebenfalls zur Tradition werden zu lassen.  Rechte und Pflichten allerdings gibt es damit keine.  Frau, Herr oder irgendwas anderes iGing?  Bitteschön!

Und weiter geht’s dann am Freitag wieder bei Herrn wvs in seinem Blog RelaTIEF.  Die Vorfreude ist mein!

Dachschäden und anderer Schrott

Nach einer längeren Krankheitspause (dies übrigens auch als Erklärung für die, wie einige Leser bemerkten, etwas verwaiste Rubrik „Gummibahn-Cargo“: die Durststrecke ist vorbei!) geht heute meine erste volle Arbeitswoche zuende, und sie war geprägt von … Schrott.  Den ich nicht fabriziert habe, wohlgemerkt — aber irgendwie scheine ich die kaputten Fahrzeuge magisch anzuziehen.

Es begann am ersten Arbeitstag mit einem Jumbo-Wechselbrückenzug und der Erkenntnis, daß irgendwann mal die vordere mit der hinteren Wechselbrücke (wie die Aufbauten im Jargon heißen) am oberen Ende kollidiert sein mußte: an der vorderen Brücke eine Ecke angeditscht, an der hinteren eine Beule mittig oben in der Stirnwand, das ist eindeutig und auch nicht weiter besorgniserregend (schon die Rostspuren zeigten, daß ich das nicht unbemerkt verursacht haben konnte, selbst wenn passende Rampen auf meiner Tour vorhanden gewesen wären).  Interessant war nur, daß der hintere Verschluß des Planenschiebedachs der vorderen Brücke links zu war und rechts offen — das ist eigentlich eine Klappe in Form eines L-Profils, also immer auf beiden Seiten gleich zu oder offen, aber das Teil war halt nun krumm, und rechts hätte es reingeregnet, wenn es geregnet hätte.  Also den Schaden gemeldet und die Geschichte erstmal vergessen, in der folgenden Woche (dieser) würde ich eh was anderes fahren.  Der Brückenzug ging dann am Folgetag in die Werkstatt, und davon wird weiter unten noch zu berichten sein.

Montag.  Mit einer alten Zugmaschine von meinem Arbeitgeber fahre ich zum Zentrallager eines großen Möbelhauses.  Dort soll ich einen beladenen Auflieger von der Spedition, als deren Subunternehmer diese Tour stattfindet, aufnehmen und das dort verladene Zeug (leere Paletten, 561 an der Zahl) zu einem anderen Lager fahren.  Habe ich auch gemacht, aber erst nachdem der Werkstattwagen da war, um den beim Ankuppeln undicht gewordenen Bremsluftschlauch an der Zugmaschine zu ersetzen.  Bis jetzt beteiligt also: vier Fahrzeuge, davon zwei kaputt.

Dienstag.  Mit einem leeren Auflieger dabei (Fahrzeug Nummer 5) steh ich wieder bei dem Zentrallager und tausche ihn gegen einen vollen (Nummer 6), an dem immerhin das ABS-Steuergerät im Eimer ist (Schaden 3).  Kleiner Spoiler: das 1:1-Verhältnis an heilen und kaputten Fahrzeugen bleibt nicht so.

Mittwoch.  Diesmal nichts mit dem Möbelhaus, dafür aber wieder ein Auflieger (Nummer 7) mit ABS-Fehler (Schaden 4), an dem aber auch, wie erst nach dem Entladen beim Kunden feststellbar, das Dach zwei krumme Streben und einen Riß hatte (Schaden 5).  Mangels Alternativen wieder über abwesenden Regen gefreut, auch wegen des fehlenden ABS war das trockene Wetter sehr willkommen, trotzdem die Rückladung gekriegt (Schwein gehabt, der Verlader hätte sich auch weigern können) und den zweiten Tag in Folge einen Reparaturzettel abgegeben bei der Spedition.  Leicht irritierte Blicke dort.

Zwischenzeitlich war der Brückenzug von oben in der Werkstatt repariert, nur um von einem meiner Kollegen beim Abholen von der Werkstatt wegen Bedienerfehler (Luftfederung hochgefahren -> Laster zu hoch) mit dem frischreparierten Dach an der Kante des Werkstattvordachs hängenzubleiben und nicht nur das Dach, sondern auch beide hinteren Türsäulen samt Türen der vorderen Brücke in grotesk verbogenen Schrott zu verwandeln (Schaden 6, wenn ich den einfach mal mitzählen darf).  Nicht mal eine Minute war das reparierte Fahrzeug somit im Einsatz … naja, muß eben der Ersatzwagen (Nummer 8) weiterfahren.  Und auch von dem wird noch zu berichten sein.

Donnerstag.  Ich bekomme wieder einen beladenen Auflieger (Nummer 9) und merke wieder erst beim Entladen beim Kunden, daß eine von dessen seitlichen Dachrungen (der Laie würde wohl eher „Säule“ dazu sagen) sich nicht entriegeln läßt (das macht man, um bei seitlicher Beladung mit dem Stapler überall hinzukommen: die Rungen sind entriegelt verschiebbar.  Verriegelt natürlich nicht.  Schaden 7, übrigens.)  Der Staplerfahrer bei der Entladung nimmts mit Humor und zeigt seine Künste beim Behälter-um-die-Ecke-Schieben: schon wieder Schwein gehabt.  Die Rückladung entfällt wegen Zeitmangel, und so kann ich diesmal einen immerhin leeren Auflieger mit Reparaturbedarf telefonisch ankündigen.  Abgeben aber noch nicht, denn ich schaffe es innerhalb der zulässigen Fahrzeit zwar in die Stadt, aber nicht mehr auf den Hof der Spedition.

Unterdessen hat es übrigens dann der Entlader geschafft, einen Behälter ins Dach des Ersatzwagens für den Brückenzug zu drücken: krumme Streben, gerissene Dachplane, Schaden 8.  Pissedness as usual.

Freitag.  Gestern.  Ich will meinen leeren, kaputten Trailer von Donnerstag gegen einen leeren, heilen tauschen.  Leider sind keine verfügbar.  Die Dispo rotiert, Zettel flattern durch die Luft, Telefondrähte glühen, und ich bekomme stattdessen einen beladenen Auflieger (Nummer 10), der sich aber leider wegen Bremsluftverlust nicht von der Stelle bewegen läßt (Schaden 9).  Erneut Rotation, Flattern und Glühen: Dann soll ich eben mit einem anderen beladenen Auflieger (Nummer 11) auf den Speditionshof kommen, dort entladen und dann leer nach Hamburg, die eigentlich als Rückladung vorgesehen gewesene Ladung abholen.  (Das rechnet sich so bestimmt nicht, aber das kann mir und meinem Arbeitgeber ja egal sein.)  Und ja, auch dieser Auflieger war kaputt: mehrere der Planenspannschnallen an der Seite waren krumm und damit unbenutzbar, eine fehlte sogar ganz, und auch die Plane selber war bei diesem offensichtlichen Rangierstreifschuß in Mitleidenschaft gezogen worden (Schaden 10).  So kam ich zum Abschluß der Schrottwoche in den seltenen Genuß, an einem Tag drei Reparaturzettel ausfüllen zu dürfen … meine persönliche Bestleistung! 🙂 Über den Irritationsgrad der Blicke will ich mal lieber nix sagen, aber immerhin: jetzt hab ich einen Vorrat Reparaturzettelvordrucke in der Schublade und muß nicht jedesmal nachfragen.

Und quasi zur Belohnung gab es dann für die Montagstour einen niegelnagelneuen Auflieger (Nummer 12).  573 km, noch nie beladen und natürlich auch noch nix kaputt.  Ich nehm das mal als Hoffnungsschimmer für nächste Woche.  Vielleicht sind da ja mal nicht über 80% aller Fahrzeuge, mit denen ich es zu tun bekomme, werkstattreif … und wenn, dann hoffentlich auch weiterhin ohne mein Zutun *aufholzklopf*.  Drückt mir mal die Daumen!

Freitagstexter VII

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß es heute leichter ist als früher, einen Freitagstexter-Pokal abzustauben — wie sonst könnte ausgerechnet ich bereits zum siebten Mal mit stolzgeschwellter Brust einen solchen präsentieren?  Diesmal für diesen Beitrag bei Herrn wvs in seinem Blog RelaTIEF, die Siegerehrung ist hier.  Und auch wenn diese Sätze vielleicht nicht danach klingen mögen: ich bin darauf wirklich genauso stolz wie auf den ersten!

Nun aber auf ein Neues:

Ausnahmsweise gibt es heute ein selbstgeschossenes Bild eines spannenden Wetterphänomens.  Retuschiert ist da nur das hintere Kennzeichen des weißen PKW, von dem ich jetzt nach dem Retuschieren gar nicht mehr so genau sagen kann, was für einer es war, vielleicht ne A-Klasse?  Ist aber glaube ich auch egal … neumodischer Plasthaufen halt 🙂

Hier könnte Dein Text stehen, wenn dies schon die Siegerehrung wäre 🙂

Fehlt noch wie immer das Regelwerk: Gesucht ist eine Bildunterschrift, mehr nicht.  Ob sie lustig ist oder ernst, wirr, nachdenklich, bizarr oder deprimierend, ob sie aus einem Wort besteht oder aus hunderttausend, ob in Prosa oder Versform, all das ist dem Geschmacke ihres Autors (oder ihrer hier wie immer mitgemeinten Autorin, oder ihres Autorenkollektivs, oder was auch immer) überlassen.  Mir hingegen ist es überlassen und gegeben, am kommenden Dienstag nach Mitternacht (oder vielleicht am Mittwoch tagsüber, mal sehen) völlig uneinklagbar und streng subjektiv den Sieger zu küren.  Und jener ist dann der Ausrichter des nächsten Wettbewerbs am folgenden Freitag, wofür selbstredend ein Blog erforderlich ist, in dem man schreiben darf — es muß ja nicht zwingend das eigene sein, aber es muß zwingend im Kommentar im Feld „Webseite“ eingetragen und damit am Kommentar verlinkt sein.  (Wer das vergißt, kann es aber auch in einem Folgekommentar nachtragen.  Und wer kein eigenes Blog hat und auch keins kennt, der darf auch gern seinen Wettbewerb hier ausrichten.  Und wer nicht am Wettbewerb teilnehmen will, darf das selbstverständlich auch mit einem „a.K.“ wie „außer Konkurrenz“ kundtun und muß also seine Blogadresse nicht weglassen deswegen.)

Sodann, genug sermoniert — die Kommentarspalte harrt Eurer Eingebungen.  Kommet zuhauf!

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