Python lernen als PHP-Entwickler – wo's hakt und wo nicht
Ich hab Python nicht gelernt weil ich PHP satt hatte. Ich hab Python gelernt weil ich eine konkrete Aufgabe hatte die in Python einfach besser lösbar war. Das ist ein wichtiger Unterschied – ohne konkretes Ziel lernt man Sprachen schlecht, das gilt für Python genauso wie für alles andere.
Was sofort klappt
Die Syntax ist wirklich angenehm. Kein Semikolon am Zeilenende, keine geschweiften Klammern, Einrückung als Struktur statt als Stilfrage. Als PHP-Entwickler denkt man erstmal "das ist doch kein richtiger Code" – nach einer Woche denkt man "warum macht PHP das eigentlich so umständlich".
List Comprehensions sind elegant. [x*2 for x in range(10)] statt einer foreach-Schleife. String-Formatting mit f-Strings ist besser als alles was PHP hat. Die Standardbibliothek ist üppig – pathlib, csv, json, datetime ohne externe Pakete.
Was hakelt
Das Ökosystem für Abhängigkeiten ist ein Chaos. In PHP gibt es Composer – ein Tool, eine Konvention, fertig. In Python gibt es pip, conda, poetry, pipenv, virtualenv, venv... und alle haben leicht unterschiedliche Use Cases und leicht unterschiedliche Eigenheiten. Ich hab zwei Monate gebraucht um zu verstehen warum es überhaupt Virtual Environments gibt und wann ich welches Tool nehmen soll. Die Antwort: venv für die meisten Fälle, poetry wenn's ein richtiges Projekt wird.
Klassen fühlen sich in Python anders an als in PHP. self muss explizit übergeben werden, __init__ ist der Konstruktor, dunder-Methoden überall. Nicht schlecht, nur anders als man's kennt.
Fazit nach einem Jahr
Ich schreibe inzwischen regelmäßig Python und bereue den Lernaufwand nicht. Für Datenpipelines, Automatisierung und Skripte ist es PHP klar überlegen. Für Webanwendungen und bestehende PHP-Projekte bleibt PHP mein Werkzeug. Beides parallel zu können ist besser als religiös auf eine Sprache zu setzen.
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