Das Denken ist nicht jedem gegeben

Lieber Mercedes-SL-Fahrer …

.. wenn Dir in einer leichten Linkskurve auf einer engen Dorfstraße ein Lastzug entgegenkommt, würde Dir da ein Zacken aus der Krone brechen, wenn Du die Kurve ausnahmsweise mal nicht schneiden tätest?  Der braucht nämlich ein bißchen Platz zum Ausholen, sonst muß er Deinetwegen voll in die Eisen, Du Dumpfbratze.

Liebe Hyundai-Tucson-Fahrerin …

… Du darfst ja gern auf der Autobahn Sattelzüge überholen, soviel Du willst, auch in der Baustelle, und auch mit weniger als einem km/h Differenzgeschwindigkeit.  Aber wenn Du dann vorbei bist und drei Meter weiter vorn fährst, könntest Du dann bitte wenigstens vermeiden, langsamer zu werden und gleichzeitig nach rechts zu driften, Du Knackwurst?

Lieber VW-Touran-Taxi-Fahrer …

… natürlich bedeutet „80“ nicht, daß Du mindestens 80 fahren mußt.  Aber wenn Du schon 75 fährst morgens um 4 auf einer menschenleeren Stadtautobahn mit einem Sattelzug in (automatisch geregeltem großzügigem) Sicherheitsabstand hinter Dir — würde es Dir da übermäßig schwerfallen, nicht an jeder Ausfahrt auf 65 runterzubremsen, während Dein armes kleines Hirn darüber nachdenkt, ob Du hier abfahren möchtest, Du Pansen?

Liebe Pedelec-Treterin …

… wenn ein Lastzug an  Dir, die Du auf dem Radweg mit vielleicht 20 km/h gemütlich dahinradelst, vorbeifährt und 50 Meter weiter vorn rechts zu blinken beginnt und so seine Abbiegeabsicht kundtut, wäre es da zuviel verlangt, wenn Du nicht plötzlich kraft Deines Akkus voll beschleunigst, um noch wenige Zentimeter vor der vorderen rechten Ecke der Zugmaschine laut fluchend über die schon seit geraumer Zeit rote Fahrradampel zu preschen, Du potentielle Selbstmörderin?

Lieber 3er-BMW-Cabrio-Fahrer …

… wenn Du schon einen Lastzug so knapp überholst, daß der in die Eisen muß, um Deinen Arsch vor dem Zerschellen am entgegenkommenden Sprinter zu retten, hättest Du dann wenigstens die Güte, nicht noch zu hupen und den Mittelfinger zu strecken, Du Arschloch?

Lieber Ford-Transit-Fahrer …

… es ist ja schön, wenn Du vor diesem auf Einfahrt zu einer Ladestelle wartenden Lastzug noch ein Plätzchen auf dem Seitenstreifen ergatterst, aber mußt Du da unbedingt vorwärts einparken und dann so schräg drin stehenbleiben, daß der partout nicht um die hintere Ecke Deines Gefährts herummanövrieren kann, wenn er denn endlich reinfahren darf?  Oder meinst Du, der wartet gern auf Dich, Du Pißnelke?

Lieber Iveco-Stralis-Fahrer …

… sicher verschafft es Dir eine tiefe innere Befriedigung, den überholenden MAN TGX durch Beschleunigen von Deiner üblichen Reisegeschwindigkeit von 78 km/h auf die für uns alle gleichen abgeregelten 89 am Beenden des Überholvorgangs zu hindern, nur um ihn nach seinem Wiedereinscheren hinter Dir wieder auf 78 herunterzubremsen, aber ganz ehrlich: wird Dir das nach dem dritten Mal nicht selbst langweilig, Du Kollegenschwein?

Lieber Kradler …

… natürlich hast Du genauso ein Recht auf Deine Fahrspur wie wir alle, aber hey, willst Du wirklich behaupten, Du bräuchtest die vollen drei Meter, auch wenn Dir auf den anderen drei Metern ein Lastzug entgegen kommt, der wegen überhängender Äste gern ein klein wenig weiter mittig führe — und meinst Du, es ist Deiner Lebenserwartung förderlich, den lieber zu einer Notbremsung zu zwingen, als ein kleines bißchen weiter rechts zu fahren, Du Sackratte?

Lieber Opel-Corsa-Fahrer …

… natürlich gibt es innerorts kein generelles Überholverbot, aber es gibt Einmündungen, und auch auf der linken Straßenseite.  Da kommen manchmal auch Lastwagen raus und biegen rechts ab.  Wenn Du also überholst, zum Beispiel einen anderen Lastzug, zum Beispiel meinen, dann kommen die Dir entgegen.  Und ihre Fahrer kucken vielleicht gerade in den Spiegel, um keine Radler zu überfahren (s.o.), wenn Du ausscherst.  Und wenn dann der von Dir überholte Lastwagen hupt, dann heißt das nicht zwingend oder zumindest nicht zwingend nur „ey Du Pappnase, was überholst Du mich“, sondern eventuell auch oder sogar überwiegend „hey Kollege, mich überholt grad einer, bleib mal stehen“.  Und Du wirst lachen: das funktioniert auch, und weil dann beide Laster in die Eisen gehen, bleiben nicht nur Deine Knochen, sondern sogar Deine Kotflügel heil.  Zum Dank mit der Faust zu drohen ist nicht wirklich eine angemessene Reaktion, Du (ich wiederhole es gern) Pappnase.

Und ja, ich weiß, die meisten von Euch fahren rücksichtsvoll, viele sogar ausgesprochen höflich.  Und ich will auch keinesfalls Ausreden liefern, warum viele meiner Kollegen Euch gegenüber auch nicht gerade ein Ausbund an Höflichkeit und Rücksicht sind.  Aber trotzdem: das da oben ist die Ausbeute eines einzigen Tages — ich finde, es grenzt an ein Wunder, daß uns nicht öfter der Kragen platzt.

Denkt mal drüber nach.

Die Nö-Ente kommt in Wallung

„Nö-Ente“ ist nur mal wieder der Spitzname für eine in deren eigenem Interesse ungenannt bleiben sollende Firma im nördlichen Niedersachsen, Eingeweihte werden die Namenswahl verstehen.  Und das Entige im Namen paßt da auch ganz gut, denn unter ein paar Stunden machen die es da nicht beim Beladen.  So auch letzten Freitag.

Ich komme auf den Hof, parke den Sattelzug elegant rückwärts ein und betrete sodann die Anmeldung.  Beziehungsweise den Raum für die Fahrer mit dem Fenster zur Anmeldung hin.  Natürlich keinerlei Sitzgelegenheiten, Getränkeautomaten oder sonstige Komfortmerkmale, wie sie in anderen Firmen nicht immer, aber durchaus öfter mal vorzufinden sind — obwohl sie bei der Nö-Ente schon ziemlich sinnvoll wären, denn beim Anmelden nehmen die sich Zeit dort.

Eine halbe Stunde später bin ich auch schon dran, moin, Firma Schn*ecke, ich soll laden für Kassel.  Eine Info, die bemerkenswerte Konsternation hervorruft und erstmal ein paar Minuten verarbeitet werden muß, eh mir eine Rampe zugewiesen wird.  Zehn Minuten und ein weiteres elegantes Rückwärtseinparkmanöver später steh ich in der Halle und warte.

Und warte.

Irgendwann klingelt das Telefon.  Dran ist mein Disponent bei Schn*ecke, na, meint er, wie läufts denn.  Naja, sag ich, zwei Paletten, die so aussehen, als wären es meine, sind schon hier.  Okay, meint er, ich ruf da mal an.

Ne gute halbe Stunde später: Sechs der sieben zu ladenden Paletten stehen auf dem Auflieger, nach der siebten wird gerade gefahndet.  Die 15 Stahlbehälter, die außerdem noch draufsollen, haben sich noch nicht gezeigt.  Okay, meint mein Disponent, die eine Palette nehmen wir noch mit, die Stahlbehälter sind eh ein anderer Lieferschein, die lassen wir dann halt da.

Der Staplerfahrer ist nicht amüsiert.  Die Dame an der Anmeldung auch nicht.  Aber nach kaum einer weiteren halben Stunde Wartens habe ich die Papiere für die sieben Paletten und kann mich — viel zu spät — auf den Heimweg machen, wo ich nur deswegen noch am selben Tag eintrudele, weil ich eine der beiden legalen Schichtzeit-Überschreitungen noch nicht verbraten hatte in jener Woche.  Gut drei Stunden fürs Aufladen von sieben Paletten.  Die hätte man in der Zeit auch kartonweise von Hand in einen Sprinter verladen können, selbst wenn der 100 Meter von der Rampe weg gestanden hätte.

Heute dann: Wieder Nö-Ente und ein weiterer Kunde für die Rückladung.  Na prima, denk ich mir, das geht doch wieder in die Hose.  Naja, sagt die Disponentin, diesmal fahren wir aber wirklich weg, wenn Du nicht nach 45 min an der Rampe stehst oder wenn nach einer Stunde nicht die Beladung in vollem Gang ist.  Und: „Ich ruf da mal an und sag denen das.“

Und oh Wunder: ich komm in den Anmelderaum und werde begrüßt mit „Schn*ecke?  Fahr mal an Rampe 6!“  (Naja, fast, aber es hat keine 5 Minuten gedauert beim Anmelden.)  Ich tu wie mir geheißen, komme in die Halle und erblicke einen Mitarbeiter, der gerade die erste Palette am Tor abstellt.  Und nach genau 55 min sind alle 12 Paletten auf dem Auflieger, und auch die Papiere halte ich gerade 10 min später in Händen.

Vielleicht sollte man einfach öfter mal ne Teilladung stehenlassen, das scheint heilsam zu sein.

Freitagstexter VII: Pokalverleihung

Sonderlich überraschen wird es wohl niemanden, daß der einzige Beitrag im diesmaligen Freitagstexterwettbewerb, der sich nicht durch ein schnödes „a.K.“ der Konkurrenz entzog, auch derjenige ist, der mit dem Freitagstexterpokal geehrt wird:

Prima – da hat sich die Ausgabe für das Nebelhorn doch gelohnt!

Prima – da hat sich die Ausgabe für das Nebelhorn doch gelohnt!

Und da ist er auch schon, der Pott der Begierde, der Eimer des Triumphes, ja was sag ich, der Humpen der Herrlichkeit!  Herzlichen Glückwunsch an Herrn wvs, der schon wieder einen Freitagstexter ausrichten darf!

Vielleicht überraschender ist, daß auch der erwähnte a.K.-Beitrag mit der phantasievollen Waschstraßen-Interpretation mit einem Pokal gewürdigt wird.  Diese schöne Idee hatte ebenfalls der Herr wvs, und ich übernehme sie gern und anrate höflichst, sie ebenfalls zur Tradition werden zu lassen.  Rechte und Pflichten allerdings gibt es damit keine.  Frau, Herr oder irgendwas anderes iGing?  Bitteschön!

Und weiter geht’s dann am Freitag wieder bei Herrn wvs in seinem Blog RelaTIEF.  Die Vorfreude ist mein!

Dachschäden und anderer Schrott

Nach einer längeren Krankheitspause (dies übrigens auch als Erklärung für die, wie einige Leser bemerkten, etwas verwaiste Rubrik „Gummibahn-Cargo“: die Durststrecke ist vorbei!) geht heute meine erste volle Arbeitswoche zuende, und sie war geprägt von … Schrott.  Den ich nicht fabriziert habe, wohlgemerkt — aber irgendwie scheine ich die kaputten Fahrzeuge magisch anzuziehen.

Es begann am ersten Arbeitstag mit einem Jumbo-Wechselbrückenzug und der Erkenntnis, daß irgendwann mal die vordere mit der hinteren Wechselbrücke (wie die Aufbauten im Jargon heißen) am oberen Ende kollidiert sein mußte: an der vorderen Brücke eine Ecke angeditscht, an der hinteren eine Beule mittig oben in der Stirnwand, das ist eindeutig und auch nicht weiter besorgniserregend (schon die Rostspuren zeigten, daß ich das nicht unbemerkt verursacht haben konnte, selbst wenn passende Rampen auf meiner Tour vorhanden gewesen wären).  Interessant war nur, daß der hintere Verschluß des Planenschiebedachs der vorderen Brücke links zu war und rechts offen — das ist eigentlich eine Klappe in Form eines L-Profils, also immer auf beiden Seiten gleich zu oder offen, aber das Teil war halt nun krumm, und rechts hätte es reingeregnet, wenn es geregnet hätte.  Also den Schaden gemeldet und die Geschichte erstmal vergessen, in der folgenden Woche (dieser) würde ich eh was anderes fahren.  Der Brückenzug ging dann am Folgetag in die Werkstatt, und davon wird weiter unten noch zu berichten sein.

Montag.  Mit einer alten Zugmaschine von meinem Arbeitgeber fahre ich zum Zentrallager eines großen Möbelhauses.  Dort soll ich einen beladenen Auflieger von der Spedition, als deren Subunternehmer diese Tour stattfindet, aufnehmen und das dort verladene Zeug (leere Paletten, 561 an der Zahl) zu einem anderen Lager fahren.  Habe ich auch gemacht, aber erst nachdem der Werkstattwagen da war, um den beim Ankuppeln undicht gewordenen Bremsluftschlauch an der Zugmaschine zu ersetzen.  Bis jetzt beteiligt also: vier Fahrzeuge, davon zwei kaputt.

Dienstag.  Mit einem leeren Auflieger dabei (Fahrzeug Nummer 5) steh ich wieder bei dem Zentrallager und tausche ihn gegen einen vollen (Nummer 6), an dem immerhin das ABS-Steuergerät im Eimer ist (Schaden 3).  Kleiner Spoiler: das 1:1-Verhältnis an heilen und kaputten Fahrzeugen bleibt nicht so.

Mittwoch.  Diesmal nichts mit dem Möbelhaus, dafür aber wieder ein Auflieger (Nummer 7) mit ABS-Fehler (Schaden 4), an dem aber auch, wie erst nach dem Entladen beim Kunden feststellbar, das Dach zwei krumme Streben und einen Riß hatte (Schaden 5).  Mangels Alternativen wieder über abwesenden Regen gefreut, auch wegen des fehlenden ABS war das trockene Wetter sehr willkommen, trotzdem die Rückladung gekriegt (Schwein gehabt, der Verlader hätte sich auch weigern können) und den zweiten Tag in Folge einen Reparaturzettel abgegeben bei der Spedition.  Leicht irritierte Blicke dort.

Zwischenzeitlich war der Brückenzug von oben in der Werkstatt repariert, nur um von einem meiner Kollegen beim Abholen von der Werkstatt wegen Bedienerfehler (Luftfederung hochgefahren -> Laster zu hoch) mit dem frischreparierten Dach an der Kante des Werkstattvordachs hängenzubleiben und nicht nur das Dach, sondern auch beide hinteren Türsäulen samt Türen der vorderen Brücke in grotesk verbogenen Schrott zu verwandeln (Schaden 6, wenn ich den einfach mal mitzählen darf).  Nicht mal eine Minute war das reparierte Fahrzeug somit im Einsatz … naja, muß eben der Ersatzwagen (Nummer 8) weiterfahren.  Und auch von dem wird noch zu berichten sein.

Donnerstag.  Ich bekomme wieder einen beladenen Auflieger (Nummer 9) und merke wieder erst beim Entladen beim Kunden, daß eine von dessen seitlichen Dachrungen (der Laie würde wohl eher „Säule“ dazu sagen) sich nicht entriegeln läßt (das macht man, um bei seitlicher Beladung mit dem Stapler überall hinzukommen: die Rungen sind entriegelt verschiebbar.  Verriegelt natürlich nicht.  Schaden 7, übrigens.)  Der Staplerfahrer bei der Entladung nimmts mit Humor und zeigt seine Künste beim Behälter-um-die-Ecke-Schieben: schon wieder Schwein gehabt.  Die Rückladung entfällt wegen Zeitmangel, und so kann ich diesmal einen immerhin leeren Auflieger mit Reparaturbedarf telefonisch ankündigen.  Abgeben aber noch nicht, denn ich schaffe es innerhalb der zulässigen Fahrzeit zwar in die Stadt, aber nicht mehr auf den Hof der Spedition.

Unterdessen hat es übrigens dann der Entlader geschafft, einen Behälter ins Dach des Ersatzwagens für den Brückenzug zu drücken: krumme Streben, gerissene Dachplane, Schaden 8.  Pissedness as usual.

Freitag.  Gestern.  Ich will meinen leeren, kaputten Trailer von Donnerstag gegen einen leeren, heilen tauschen.  Leider sind keine verfügbar.  Die Dispo rotiert, Zettel flattern durch die Luft, Telefondrähte glühen, und ich bekomme stattdessen einen beladenen Auflieger (Nummer 10), der sich aber leider wegen Bremsluftverlust nicht von der Stelle bewegen läßt (Schaden 9).  Erneut Rotation, Flattern und Glühen: Dann soll ich eben mit einem anderen beladenen Auflieger (Nummer 11) auf den Speditionshof kommen, dort entladen und dann leer nach Hamburg, die eigentlich als Rückladung vorgesehen gewesene Ladung abholen.  (Das rechnet sich so bestimmt nicht, aber das kann mir und meinem Arbeitgeber ja egal sein.)  Und ja, auch dieser Auflieger war kaputt: mehrere der Planenspannschnallen an der Seite waren krumm und damit unbenutzbar, eine fehlte sogar ganz, und auch die Plane selber war bei diesem offensichtlichen Rangierstreifschuß in Mitleidenschaft gezogen worden (Schaden 10).  So kam ich zum Abschluß der Schrottwoche in den seltenen Genuß, an einem Tag drei Reparaturzettel ausfüllen zu dürfen … meine persönliche Bestleistung! 🙂 Über den Irritationsgrad der Blicke will ich mal lieber nix sagen, aber immerhin: jetzt hab ich einen Vorrat Reparaturzettelvordrucke in der Schublade und muß nicht jedesmal nachfragen.

Und quasi zur Belohnung gab es dann für die Montagstour einen niegelnagelneuen Auflieger (Nummer 12).  573 km, noch nie beladen und natürlich auch noch nix kaputt.  Ich nehm das mal als Hoffnungsschimmer für nächste Woche.  Vielleicht sind da ja mal nicht über 80% aller Fahrzeuge, mit denen ich es zu tun bekomme, werkstattreif … und wenn, dann hoffentlich auch weiterhin ohne mein Zutun *aufholzklopf*.  Drückt mir mal die Daumen!

Freitagstexter VII

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß es heute leichter ist als früher, einen Freitagstexter-Pokal abzustauben — wie sonst könnte ausgerechnet ich bereits zum siebten Mal mit stolzgeschwellter Brust einen solchen präsentieren?  Diesmal für diesen Beitrag bei Herrn wvs in seinem Blog RelaTIEF, die Siegerehrung ist hier.  Und auch wenn diese Sätze vielleicht nicht danach klingen mögen: ich bin darauf wirklich genauso stolz wie auf den ersten!

Nun aber auf ein Neues:

Ausnahmsweise gibt es heute ein selbstgeschossenes Bild eines spannenden Wetterphänomens.  Retuschiert ist da nur das hintere Kennzeichen des weißen PKW, von dem ich jetzt nach dem Retuschieren gar nicht mehr so genau sagen kann, was für einer es war, vielleicht ne A-Klasse?  Ist aber glaube ich auch egal … neumodischer Plasthaufen halt 🙂

Hier könnte Dein Text stehen, wenn dies schon die Siegerehrung wäre 🙂

Fehlt noch wie immer das Regelwerk: Gesucht ist eine Bildunterschrift, mehr nicht.  Ob sie lustig ist oder ernst, wirr, nachdenklich, bizarr oder deprimierend, ob sie aus einem Wort besteht oder aus hunderttausend, ob in Prosa oder Versform, all das ist dem Geschmacke ihres Autors (oder ihrer hier wie immer mitgemeinten Autorin, oder ihres Autorenkollektivs, oder was auch immer) überlassen.  Mir hingegen ist es überlassen und gegeben, am kommenden Dienstag nach Mitternacht (oder vielleicht am Mittwoch tagsüber, mal sehen) völlig uneinklagbar und streng subjektiv den Sieger zu küren.  Und jener ist dann der Ausrichter des nächsten Wettbewerbs am folgenden Freitag, wofür selbstredend ein Blog erforderlich ist, in dem man schreiben darf — es muß ja nicht zwingend das eigene sein, aber es muß zwingend im Kommentar im Feld „Webseite“ eingetragen und damit am Kommentar verlinkt sein.  (Wer das vergißt, kann es aber auch in einem Folgekommentar nachtragen.  Und wer kein eigenes Blog hat und auch keins kennt, der darf auch gern seinen Wettbewerb hier ausrichten.  Und wer nicht am Wettbewerb teilnehmen will, darf das selbstverständlich auch mit einem „a.K.“ wie „außer Konkurrenz“ kundtun und muß also seine Blogadresse nicht weglassen deswegen.)

Sodann, genug sermoniert — die Kommentarspalte harrt Eurer Eingebungen.  Kommet zuhauf!

Elektroklöpse

Im Jahre Neun (oder je nach Zählweise auch Sechs) nach dem Tesla Model S, von dem man ja sagen kann, was man will, aber seine Vorreiterrolle als erstes fernreisetaugliches und begehrenswertes serienmäßiges Elektroauto wird man ihm kaum absprechen können, knapp ein Jahrzehnt später sind nun also auch die traditionellen „Premium“-Autohersteller soweit und kündigen so allmählich auch mal konkrete Produkte an.  Und im Gegensatz zum Tesla Model X, der ja auch als „SUV“ verkauft wird, aber in meinen Augen eher ein höhergelegter Minivan ist, sind diese Neuankündigungen alle natürlich was?  Genau, „richtige“, also aggressive Protz-SUV.

Noch am erträglichsten scheint der Audi e-tron zu werden, irgendwo zwischen A6 allroad und Q5 im Format, einigermaßen schlicht geformt, natürlich trotzdem mit einem beim Elektroauto ja völlig unnötigen Riesen-Kühlerschlund fürs Überholprestige, aber da habe ich schon Schlimmeres gesehen.  Trotzdem stellt sich die Frage, warum es denn ein SUV sein muß — gerade ein reichweitengeplagtes Elektroauto könnte doch vom geringeren Luftwiderstand einer flacheren Form profitieren, der Tesla S macht es vor, und die ohnehin bei den meisten Premium-SUV nur virtuelle Geländetauglichkeit wird’s ja nun nicht sein bei einem Elektroauto, oder?

Auch wenn es geht.  Das macht zumindest heise autos mit dem Jaguar iPace vor, der zumindest eine gewisse Schlechtwegetauglichkeit auch erkennen läßt — fraglich, ob die Zielgruppe das interessiert, wird der Wagen doch in erster Linie als flott zu bewegender Straßenpanzer gesehen und in der Praxis vermutlich ohnehin als Kindertagesstättenbomber genutzt werden.  Auch hier geht’s natürlich wieder nicht ohne Riesen-Kühlermaul, aber zumindest das restliche Design ist, wenn auch modisch, so doch wenigstens einigermaßen inoffensiv.

Was man vom Mercedes EQC so nun nicht sagen kann.  Dieser Protzbrocken hätte in Design und Format 1:1 als Nachfolger des GLE gepaßt, dem zweitgrößten und für europäische Städte schon ziemlich überdimensionierten Mercedes-SUV also.  Nur der Grill ist beim Elektro-SUFF nochmals größer und auffälliger.  Der 2,5-Tonner (nein, nicht Nutzlast: Leergewicht!) verbraucht pro 100 km mehr Strom als ein Singlehaushalt in der Woche und ist wie alle hier erwähnten Autos so ein eher zweifelhafter Beitrag zu Energiesparen und Umweltschutz, aber was will man auch vom ältesten Automobilhersteller der Welt erwarten — Innovation?

Die hätte man schon eher von DS erwartet, dem „Premium“-Label von PSA, also Peugeot-Citroën-Opel, aber auch dort kommt mit dem DS3 Crossback E-Tense als erstes ein ganz normales SUV auf den Markt, zufällig elektrisch angetrieben und DS-typisch designmäßig verschwurbelt, aber ohne irgendwelche erkennbar neuen Ideen.  Der Kühlergrill ist hier aber immerhin nicht ganz so dominant, was insofern wundert, als daß es den DS3 Crossback auch (oder sagen wir lieber: in erster Linie) mit Verbrennungsmotoren zu kaufen gibt.

Die Krönung aller Elektrogrillgeschwüre findet sich aber bei BMW in der Studie iNext, der man auch neue Ideen nicht absprechen mag — nur sind diese Ideen keine guten.  Die klassische BMW-Niere ist mittig zusammengelaufen und so zur Hantel entstellt, und der Rest könnte aus dem Waffenarsenal des Toyota-Designstudios entlaufen sein in seiner schon absurden Aggressivität mit viel zu hohen Schlitzscheinwerfern, seltsamen Kanten, Lufteinlaßattrappen, verglasten B-Säulen und so weiter.  Das Ding sieht aus wie ein Requisit aus einem schlechten 90er-Jahre-Science-Fiction-Film.  Soll das die Zukunft bajuwarischen Premium-Automobilbaus sein?

Es steht zu befürchten.  BMW ist ja immer für eine Design-Überraschung gut, nur eben für keine guten.  Und nein, das ist keine Geschmackssache, zumindest nicht nur — denn die zunehmende Aggessivität im Autodesign ist ja nun nicht zu leugnen, und die damit verbundene Ellenbogenmentalität kann einem durchaus Sorgen machen.  Daß nun ausgerechnet die Elektrofahrzeuge, die ja eigentlich Sinnbild einer neuen, umweltschonenderen, lärmarmen und wenn man so will freundlicheren Zeit sein könnten, besonders aggressiv das Weiter-so, das Platz-da-hier-komme-ich und das Eure-Armut-kotzt-mich-an in den visuellen Kortex des Betrachters brennen, macht klar, daß man in der klassischen Autoindustrie eben nicht verstanden hat, daß es auf die althergebrachte Art nicht ewig weitergehen kann.

Oder man will mit diesem Design eben die Reichen schon mal auf die Panzerfahrzeuge vorbereiten, die sie brauchen werden, wenn die Armen endlich mal aufstehen 😉

Zum Schluß möchte ich aber auch noch einen Hersteller erwähnen, der ein versöhnlicheres Elektroauto-Konzept verspricht: Eine eigene Plattform mit einem Sandwichboden voll Akkus, an jeder Ecke ein Rad, und obendrauf ein Schrägheckauto, ein Kleinbus und — natürlich, kommt man nicht drumrum, aber zumindest wohl nicht als erstes — ein SUV, die aber alle drei freundlich, fast sanft gezeichnet sind.  Es bleibt natürlich noch abzuwarten, wie das dann in der Serie ankommt, aber die Volkswagen I.D.-Palette ist bis jetzt das einzige Konzept eines Traditionsherstellers, das mir Hoffnung macht.  Hoffnung, daß sicherlich nicht alles gut wird, aber daß es zumindest nicht immer nur und immer schneller bergab geht.

Fodavone 4.0

Hier geht’s zu den Prequels: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Daß sie einigermaßen schnell reagieren auf Beschwerden an ihrer (Sc)Heißlinie, das muß man den Dummbratzen bei Fodavone ja wirklich zugutehalten.  Und diesesmal haben sie es auch tatsächlich geschafft, die Vertragsänderung mit den 200 MBit/sec so einzugeben, daß sie es bis auf die Auftragsbestätigung geschafft hat.  Allerdings …

… stehen die 2,99 €/Monat für die WLAN-Option immer noch drauf.

Und ich komme auch immer noch nicht über die schiere Unverschämtheit hinweg, eine Funktion, die den Provider genau gar nichts kostet, von diesem kontrollierbar und kostenpflichtig zu machen.  Was denken sich diese Schweinepriester eigentlich?  Die WLAN-Funktion ist in dem Kabelrouter eingebaut, sie kostet nur ein bißchen Strom (den der Kunde bezahlt), sonst nix.  Vermutlich mußten sie sogar extra Kabelrouter bauen lassen, bei denen der Provider diese Funktion in Geiselhaft nehmen kann, um vom Kunden Schutzgeld dafür zu erpressen — „schönes WLAN haben Sie da! Wäre doch schade, wenn das einfach mal abgeschaltet würde, oder?“  Echt, ich fasse es immer noch nicht.

Aber sie hatten ja versprochen, das in diesem Fall kulanterweise mal kostenlos freizuschalten, weil die Telefonwerberin, die meinen Vadder zu diesem Upgrade überredet hat, „versehentlich“ „vergessen“ hat zu erwähnen, daß das WLAN nun Geld kosten werde.  Daran ein weiteres Mal telefonisch erinnert, wurden wir seitens Fodavone beschieden, es handle sich lediglich um „ein Versehen“, man habe diesen kulanten Verzicht durchaus in den Computer eingegeben, aber der habe das leider „nicht registriert“.  Ja nee, is klar, Leute.  Bin gespannt, wie oft sie noch versuchen werden, Vaddern die 2,99 unterzuschieben in der Hoffnung, daß er endlich aufgibt und es gut sein läßt.  Denn daß das noch ein Versehen ist, Fodavone, das könnt Ihr meiner Großmutter erzählen — denn die ist tot und kann nicht mehr auf Euch schleimiges Gesocks reinfallen.

(Bemerkung am Rande: die Überschrift „Monatliche/Jährliche Kosten“ und darunter dann die monatlich zu zahlenden (stolzen) Preise ohne jeden Hinweis darauf, daß es eben keine jährlichen sind, ist eigentlich auch nicht so ganz koscher, oder?  Aber das wirklich nur nebenbei.)

Ganz ehrlich?  Wenn ich deren Vertragspartner wäre, ich hätte längst gekündigt wegen fortgesetzter vorsätzlicher Kundenverarschung.  Aber was willste machen.

Demnächst also in diesem Theater: Fodavone 5 — A Good Day to Fone Hard.  Mal sehen, ob es die letzte Folge sein wird.

Fodavone 3: Fone Hard With a Vengeance

Ich bin gespannt, ob die Die Hard-Titel für diese Serie reichen.  Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2.

Das WLAN funktionierte dann tatsächlich irgendwann, und auch wenn die versprochenen 200 MBit/sec irgendwie nicht in den Endgeräten ankamen, geriet das Thema hier ein wenig in Vergessenheit.  Irgendwann zwischendurch fiel das WLAN dann nochmal aus, dicht gefolgt von einer …

…, was eine Reiteration des Telefongesprächs aus „Fone Harder“ mit etwas weniger lautem Verlauf und identischem Ergebnis nach sich zog, aber eigentlich war davor und danach alles gut — bis heute.

Da kam nämlich, man ahnt’s, die Auftragsbestätigung.  Und auf der stand zu lesen:

Die 2,99 Euro waren da noch nicht durchgestrichen.  Das erfolgte erst nach dem erneuten Telefonat, in dessen Verlauf Fodavone sich auf den Standpunkt stellte, der Auftrag sei widerrufen, der Vertrag laufe weiter auf 30 MBit/sec, aber die 2,99 €/Monat für die WLAN-Option seien trotzdem zu zahlen, die habe man ja nun dazugebucht.

Das exakte Gegenteil dessen also, was in den vorherigen Telefonaten besprochen worden war.

Nach nicht nur einer wie im letzten Teil, sondern sogar zwei Eskalationen zum Vorgesetzten (mit dem zu sprechen aber natürlich weiterhin verwehrt wurde, was meine Theorie, es handle sich dabei nur um einen Euphemismus für die Hoffentlich-legt-er-bald-auf-Warteschleife, nicht gerade entkräftet) endete aber auch dieses Telefonat mit demselben Versprechen wie alle übrigen: 200 MBit und kostenloses WLAN.

Auf die nächste Auftragsbestätigung darf man wohl gespannt sein.

Fodavone 2: Fone Harder

Zum ersten Teil der Saga bitte hier entlang.

Der Rückbau auf die alte Hardware war nicht von Erfolg gekrönt: Kein Netz, kein Telefon.  Was nun auch mittelerstaunlich ist — kann der neue Router die Konfiguration des Anschlusses dermaßen verkurbeln, daß der alte danach nicht mehr geht?  Oder haben die Fodavone-Techniker nach dem entzürnten Anruf mal eben mit ein paar Mausklicks …?  Man weiß es nicht.

Jedenfalls ging mal wieder ein halber Tag damit drauf, erfolglos zu versuchen, den alten Kram ans Laufen zu bekommen — nur um dann doch wieder den neuen Router anzustöpseln.  Es folgte eine weitere Telefonodysee, in deren Verlauf auf der einen Seite Wörter wie „vergessen mitzuteilen“, „entschuldigen“ und „leider nicht kostenlos möglich“ fielen und auf der anderen solche wie „Unverschämtheit“, „Wucher“ und „Verbraucherzentrale“.  Denn mal im Ernst, 2,99 € im Monat für WLAN?  Das im Router bereits eingebaut ist, zumindest hat er Tasten und LED dafür?  Ich frag mich ja schon, warum Fodavone überhaupt kontrollieren kann, ob der WLAN-Teil des Geräts an ist oder nicht — das hat doch mit deren Ende des Netzes nicht das Geringste zu tun eigentlich.

Das Gespräch eskalierte dann ein wenig — nein, nicht verbal, sondern zum Vorgesetzten der Fodavonikeuse am anderen Ende.  Beziehungsweise sollte es das; nach einer weiteren Warteschleifenpause kam stattdessen selbige doch wieder ans Rohr und meinte, sie habe mit ihrem Vorgesetzten gesprochen und „dürfe“ jetzt doch kostenlos das WLAN freischalten.

Jaja, „nicht möglich“ am Arsch.  Und jede Wette, daß es nie ein Gespräch mit einem Vorgesetzten gab, sondern nur ein vorgeschriebenes Ablaufprotokoll: erst abwimmeln, wenn der Kunde mit „Verbraucherzentrale“ kommt an die Beschwerdestelle verweisen („da müssen Sie aber ganz altmodisch einen Brief schreiben“, na klar, aber bestellen geht telefonisch, versteh schon), und nur wenn der Kunde nach dem Vorgesetzten fragt, halt „aus Kulanz“ die WLAN-Gebühr erlassen, aber nicht ohne ihn vorher noch mit zehn Minuten schlechter Musik und nerviger Werbung in der Warteschleife zu malträtieren — vielleicht legt er ja doch noch auf.

Das Freischalten des WLAN, so hieß es abschließend, werde aber noch bis nach dem Wochenende dauern.  Nee, is klar.  Da muß vermutlich ein Techniker extra mit dem Bulli zu einem Schaltkasten janz weit draußen gurken, um das aufzuschalten.  Bestimmt.  Ganz sicher.

Naja, wir werden sehen. Fortsetzung folgt.  Und die Moral von der Geschicht? Ohne Lautsein geht es nicht.  Herzlichen Glückwunsch, Fodavone, wenn das die Lektion ist, die Ihr Euren Kunden vermitteln wollt …

Könnt Ihr haben.

Wenn die Rechten „Trauer“ tragen

Los, schnell, ohne Googeln: was weißt Du über das Opfer der Messerattacke von Chemnitz?

Genau.  Und jetzt, liebe Pegidioten, liebe Arschgeigen für Doitschland, jetzt erklärt mir mal, warum ihr für so jemanden seit nunmehr über einer Woche Trauermärsche veranstaltet.  Und wieso es zu einem Trauermarsch gehört, johlend ausländisch aussehende Menschen zu jagen und verfassungsfeindliche Parolen zu brüllen.  Sollte man da nicht eher ruhig und in sich gekehrt sein?

Das hat doch nicht das geringste mit dem Opfer zu tun, was da abgeht.

Aber natürlich, ich vergaß, die allermeisten, die da mitlaufen, sind ja keine Nazis, sondern nur „besorgte Bürger“.  Ach ja?  Och ihr Armen, worum sorgt ihr euch denn?  Um die Kriminalität (die niedrigste seit 1992), den Bundeshaushalt (reichlich im Plus), den Ausländeranteil (im unteren einstelligen Prozentbereich)?  Besorgniserregend, fürwahr.  Und selbst wenn ihr diese Sorgen wirklich habt, aber gar nicht rechtsradikal oder ausländerfeindlich seid — wieso marschiert ihr dann mit denen?

Nee, Freunde, es bleibt dabei: Wer mit Nazis marschiert, wer ihre Parolen grölt — der ist ein Nazi.  Wenn ihr euch dieses Etikett nicht anheften lassen wollt, dann demonstriert gefälligst gegen die, nicht mit ihnen, ihr Pappnasen.

Politik und Medien natürlich immer fleißig dabei.  Das Wort „Chemnitz“ kommt in den Nachrichten derzeit gefühlt häufiger vor als „der“, „ein“, „heute“ oder „Stau“.  Und immer darf ein Pegidiot, eine Arschgeige für Doitschland seine Meinung kundtun.  Und der Rest empört sich und verurteilt scharf.

Und in Wuppertal machen sie drei Kreuze, daß die feigen Sackratten, die da die 13jährige vergewaltigt haben, anscheinend wenigstens gute doitsche Buben waren.  Sonst wär da auch die Hölle los.

Was für ein Land!

Fodavone

Bei meinen Eltern trudelte neulich ein Angebot ihres Kabelinternetproviders, den ich hier mal „Fodavone“ nennen möchte, ein: wie wäre es denn mit schnellerem Internet?  So 200 MBit statt derer 50, für nur 3 Euro mehr im Monat, wäre das genehm?  Jup, wäre es, so lautete das Verdikt, „machen Sie mal“.  Man erwartet da ja, daß die bei sich in der Konfigurationsmaske einen Schieberegler hochziehen oder ein Häkchen setzen, und schwupp, ist es schnell.

Ja von wegen.

Ein paar Tage später kam ein großes Paket mit einem neuen Router, dessen Anschluß, obschon verkompliziert durch die Tatsache, daß die Erkenntnis, daß das VoIP-Adapterdingsi, welches mit dem alten Router noch erforderlich gewesen war, nun obsolet sein würde, verspätet eintrat, auch relativ schnell erledigt war, drin.  (Doch, der Satz ist korrekt.  Lies nochmal.)

Die Inbetriebnahme hingegen war eine Schleife aus Anleitung lesen, einschalten, warten bis das Geblinke aufhört, testen ob Telefon geht (ja), WLAN einschalten (reagiert nicht), testen ob WLAN geht (nein), LAN-Kabel anschließen, testen ob LAN geht (ja), testen ob Internet über LAN geht (ja), Konfigurationsseite des Routers aufrufen, WLAN-Einstellungen suchen (keine da), Hotline anrufen (voraussichtliche Wartezeit: 90 Minuten), hm, probieren wir es nochmal.  Und da der Kram in einem ziemlich vollgerumpelten Zimmer in der hintersten Ecke steht, ist jeder Weg zum Router beschwerlich.  Naja.

Spätabends war die Hotline dann doch in endlicher Zeit erreichbar — und verkündet etwas, das ich immer noch nicht so ganz glauben kann: Das Freischalten von WLAN auf dem neuen Router kostet 2,99 €.  Pro Monat.

Weil das ja so gut wie kein Kunde braucht?  Keine Ahnung, was die Firma Fodavone sich da denkt — vielleicht wollen sie auch einfach ein paar Kröten nebenbei einsacken als Ausgleich für das Versenden nie bestellter oder gewollter Hardware, man weiß es nicht.  Hat jedenfalls nicht geklappt — während diese Zeilen entstehen, ist Vaddern dabei, den ganzen Kram wieder auf den alten Stand zurückzubauen.  Drückt uns mal die Daumen.

Update: Fortsetzung folgt. 🙁

Zehn-eins-zehn

Nachdem sich die anderen Sprachen von der Begegnung mit der Zählweise von Französisch erholt hatten, erhob sich eine uralte Sprache in einer fleckigen weißen Tunika und verkündete mit krächzender Stimme: „Jetzt werde ich euch Frischlingen mal zeigen, wie man richtig zählt.“

Andere Sprachen: „Denn man los, Oma!“

Alte Sprache: „Eins, eins-eins, eins-eins-eins …“

Andere Sprachen: „…“

Alte Sprache: „… eins-fünf, fünf, fünf-eins, fünf-eins-eins …“

Andere Sprachen: (murmelnd) „Die verarscht uns doch, oder?“

Alte Sprache: „… fünf-eins-eins-eins, eins-zehn, zehn, zehn-eins …“

Italienisch: „Ist ja gut, Oma.  Gaanz ruhig.“

Alte Sprache: „… zehn-eins-eins, zehn-eins-eins-eins, zehn-eins-fünf …“

Andere Sprachen: (führen die Greisin behutsam aus dem Raum)

Alte Sprache: „… zehn-fünf, zehn-fünf-eins, zehn-fünf-eins-eins, zehn-fünf-eins-eins-eins …“, und sie endet mit erhobenem Zeigefinger triumphierend: „… zehn-eins-zehn!“

Französisch: (flüstert) „Wenigstens ist Oma schon so senil, daß sie nicht mehr bis tausend-hundert-fünfhundert-fünfzig-zehn-zehn-zehn-eins-fünf kommt wie letztesmal.“

Niederländisch: „Liegt bei euch in der Familie, was?“

🙂

Vier Zwanzig Zehn Sieben

Französisch: „Also ich zähle so: Eins, zwei, drei …“

Andere Sprachen: „M-hm.“

Französisch: „… sechzehn, zehn sieben, zehn acht …“

Andere Sprachen: (kucken höflich gelangweilt in der Gegend herum)

Französisch: „… zehn neun, zwanzig, zwanzig und eins, zwanzig zwei …“

Andere Sprachen: (runzeln die Stirn, sagen aber nichts)

Französisch: „… sechzig sieben, sechzig acht, sechzig neun, sechzig zehn …“

Andere Spachen: „Moment, was?“

Französisch: „sechzig elf, sechzig zwölf, sechzig dreizehn …“

Andere Sprachen: „Nicht dein Ernst, oder?“

Französisch: „… sechzig sechzehn, sechzig zehn sieben, sechzig zehn acht …“

Andere Sprachen: (massieren sich die Schläfen)

Französisch: „… sechzig zehn neun, vier zwanzig!“

Andere Sprachen: *sprachlos*

Französisch: „Vier zwanzig und eins, vier zwanzig zwei …“

Andere Sprachen: (stöhnen leise vor sich hin)

Französisch: „… vier zwanzig neun, vier zwanzig zehn, vier zwanzig elf …“

Andere Sprachen: (krümmen sich wie unter Krämpfen)

Französisch: „… vier zwanzig sechzehn, vier zwanzig zehn sieben …“

Andere Sprachen: „Okay, was zuviel ist, ist zuviel!“ (verlassen mit heftigem Kopfzucken den Raum)

Was eigentlich ausgesprochen schade ist, denn so konnte Französisch ihnen gar nicht mehr erzählen, daß es in der Westschweiz tatsächlich drei Ausdrücke für „achtzig“ hat, nämlich außer dem üblichen „quatre vingt“ auch noch „huitante“ und „octante“.  Das hätte ihnen den Rest gegeben … (Danke an Axel für den Hinweis! Und meine Inspriationsquelle.)

Konzentriert euch aufs Wesentliche

Es ist heute Donnerstag, und ich denk mir: da könnt man ja allmählich mal kucken, was mit der Montag angekündigten Hermes-Paketsendung ist.  Stellt sich raus:

Die sind seit Dienstagnacht damit beschäftigt, meine Sendung zu sortieren.  Hey Hermes, macht euch mal keinen Kopp über die Unordentlichkeit meines Pakets — schickt es mir einfach so chaotisch, wie es ist, ich sortier das dann schon selber, keine Sorge!

Bargeld

Neulich im Real-Kauf Gifhorn:

Krönung wäre jetzt noch, wenn der Gegenwert der Münzen direkt aufs Konto gutgeschrieben würde. Aber auch so finde ich die Unterscheidung zwischen Münzen einer- und Bargeld andererseits irgendwie … skurril.  Ob ich einem derart kompetent auftretenden Unternehmen meine bare Münze anvertrauen würde, müßte ich nochmal ernsthaft überlegen.

Danke an Axel fürs Bild — mit meinem Uralt-Händi wäre es noch um einiges schlechter geworden 😉

Nachtrag zum Dank: Huch, ein kursives Emoticon?  Ist das jetzt ein Bug oder ein Feature?

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