Hast du etwa nicht mitgezählt?

An einem ganz normalen Dezembertag stand ich mit einem Riesen-Blumenstrauß vor der Tür meiner Freundin. Überraschung, dann die Frage: „Womit hab ich denn das verdient?“

Entsetzter Blick von mir: „Was, hast du etwa nicht mitgezählt? Heute ist unser tausendster Tag!“

Insgesamt wurden es, wie ich für diesen Artikel nachgerechnet habe, nur genau 1.500 Tage. (Zufall. Ehrlich!) Und dieser fünfzehnhunderte und letzte Tag ist heute genau 10.000 Tage her. (Kein Zufall.)

Aber ihr Gesicht an unserem tausendsten Tag, irgendwo zwischen „meint der das ernst?“, ,,verdammt, ich hätte mitzählen sollen?“ und ,,das ist ja niedlich!“, das vergesse ich nie. Und wenn ich noch 20.000 Tage leben sollte.

Zur Nachahmung empfohlen.

Mehr Glück als Verstand

Sechs-Volt-Käfer. Allgemeine Verkehrskontrolle, 1991.

„Waum fahren Sie hier eigentlich mit Standlicht durch die Gegend?“
„Das ist kein Standlicht, das ist Abblendlicht. *klick* DAS ist Standlicht.“
„Ooooch!“

„Und warum haben Sie rote Blinker?“
„Weil ich das darf. StVZO § blablubb.“ {Weiß ich heute nicht mehr auswendig, wozu auch}
„Aber die blinken auch zu langsam.“
„Ich weiß. Hab auch schon ein elektronisches Blinkrelais drin, hat auch was gebracht.“
„Hm.“

Und dann hat er alle Lampen durchgecheckt. Wollte wohl was finden …
„Rückwärtsgang?“
*kronsch*
„Geht nicht.“
„Doch, gehnsemal zur Seite.“
„???“
Motor an, zwei Meter zurückgefahren, Lampe funzelt.
„???“
„Tachowellenschalter. War ab Werk keinen Rückfahrscheinwerfer drin, aber wegen der Sicherheit, Sie verstehen …“
Da mußte er dann auch lachen.

Insgesamt hat mich meine zwei Wochen alte TÜV-Plakette wohl vor einem Mängelschein gerettet, der durchaus berechtigt gewesen wäre. An der Beleuchtung dieses Käfers gab es nicht viel, das nicht mangelhaft war. Das Innenlicht vielleicht. Und die steinalten Diagonalreifen waren auch nicht gerade vertrauenserweckend.

Aber es waren lustige Zeiten.

Versandhinweis: Ich habe hier nur einen Twitter-Thread leicht erweitert für die Nachwelt aufbewahrt.

Das Jahr-ungleich-1999-Problem

Ein Schwank aus uralten Zeiten, als ich, die Treueren unter den Älteren unter den Lesern werden sich erinnern, noch Datenbankprogrammierer war.  Als das letzte Jahrtausend sich nämlich seinem Ende neigte, hub ein großes Zittern in allen EDV-Klitschen des Landes, groß wie klein, an: Fast jeder hatte nämlich irgendwo irgendwann mal das Jahr mit nur zwei Stellen gespeichert, eingelesen, verglichen oder abgefragt.  Warum auch nicht?  Seit der Erfindung des Computers war das doch immer ausreichend gewesen!  Konnte doch keiner ahnen, daß sich das soo plötzlich ändern würde.  Selbst ich habe erst im März 1999 einen Artikel dazu geschrieben.  (Aber schon 1991 ein mittlerweile verschollenes Programm auf dem Atari zusammengebastelt, das nicht nur mit Jahreszahlen jenseits von 1999 klarkam, sondern sogar bis zum 31.12.9999 funktionieren würde und den Wechsel zum 1.1.10000 statt eines Absturzes mit einer sauberen Fehlermeldung quittieren, wenn es denn überhaupt noch irgendwo liefe – dann oder auch nur jetzt.  Aber ich schweife ab.)

Jedenfalls war auch in der EDV-Bude, in der ich damals Datenbank-Frontends strickte, das Beben in der Macht deutlich zu spüren, und spätestens so im September gingen wir aber mal ernsthaft daran, den räudigen Gammel waitukäi-fest zu machen.  Na, aber im Oktober dann wirklich.

Und natürlich haben wir nicht alle Fehler vorher gefunden.  Also doch, schon die meisten, es gab bei unseren Kunden keine nennenswerten Produktionsausfälle deswegen, aber ein paar kleine Hakler und Seltsamkeiten waren dann doch verblieben.   Auch darüber meinte ich damals geschrieben zu haben, aber ich finde den Text nicht wieder – sucht gern selbst, und wer ihn findet, kommentiere bitte die URL!  Am meisten erinnerlich ist mir jedenfalls ein Datum auf einem Anschreiben an unserer Kunden Kunden, das vom 31.12.1999 auf den 1.1.19100 sprang – die 19 war halt hartcodiert und das zweistellige Jahr hintendrangeklöppelt –, und eben die Story mit dem Jahr-ungleich-1999-Fehler.

Der fiel erst Ende März 2000 auf, weil irgendein Dölmer unter den Kollegen (nein, nicht irgendeiner, wir wußten natürlich genau welcher, wofür hat man eine Versionsgeschichte, hallo Ulf, ich sehe Dich!) offensichlich nicht die Funktion aus unserer Standard-Bibliothek gekannt hatte, mit der man aus einem Datum das Quartal ermitteln konnte.  Die war natürlich Jahr-2000-fest, schon seit November, aber Ulfs handgestrickte Eigenlösung …

IF Datum >= 1999-01-01 AND Datum <= 1999-03-31
        THEN Quartal := 1
ELSE IF Datum >= 1999-04-01 AND Datum <= 1999-06-30
        THEN Quartal := 2
ELSE IF Datum >= 1999-07-01 AND Datum <= 1999-09-30
        THEN Quartal := 3
ELSE IF Datum >= 1999-10-01 AND Datum <= 1999-12-31
        THEN Quartal := 4
ENDIF

… war es halt nicht.  Also so gar nicht.  Das wäre uns auch, wenn er es 1993 programmiert hätte, 1994 um die Ohren geflogen.  Und im Nachhinein war es vielleicht nicht die schlaueste denkbare Idee, das dem Kunden auch genau so …

Ja, ich habe den Fehler gefunden. Aber das war kein Jahr-Zweitausend-Problem! Das war ein Jahr-ungleich-1999-Problem.

… zu sagen.  Aber ich konnte nicht widerstehen.  Den Anschiß vom Chef, und den von Ulf, war es mir wert.

Und heute, mehr als 21 Jahre später, kann ich es glaubich dann auch Euch erzählen, ohne noch einen zu riskieren.  Hoffentlich konntet Ihr auch ein bißchen drüber schmunzeln.

Brandenburg

Es gibt Länder, wo’s okay ist
Es gibt Länder, wo’s wirklich okay ist
Und es gibt … Brandenburg
Brandenburg

In Brandenburg, in Brandenburg
Wird die Kitaschließung wieder mal total vergurkt
Was soll man sonst auch machen bei 70, 80 in Brandenburg?

Es ist nicht alles FFP, es sind meistens Netze
Kein Wunder bei sovieler brauner Hetze
In Brandenburg

Da stehn drei Schwurbler vor dem Netto
Und haben nur denselben alten Scheiß in petto
In Brandenburg
Brandenburg
Ich fühl mich heut so krank
Ich fühl mich Brandenburg

Die USA impfen heut zwei Millionen
In Brandenburg mußte da im Heim für wohnen
Brandenburg

Im Westen ist’s zwar nicht entscheidend besser
Aber da lauf ich halt nicht mit Maske voll ins Messer
Wie in Brandenburg

Vakzin!
Halleluja, Vakzin!
Halleluja, Vakzin!
Alle wollen da hin
Und natürlich ich auch

In Brandenburg, in Brandenburg
Ist die Inzidenz schon wieder voll durchs Dach gegurkt
Was soll sie sonst auch machen bei 70, 80 in Brandenburg?

Es ist nicht wirklich ein Problem, es ist nur die Grippe
Kein Wunder daß die Zahlen nach oben kippeln
In Brandenburg

Wenn man Querdenker an der Kasse sieht
Ist man im Denkbefreiungsgebiet Mark Brandenburg
Brandenburg
Ich fühl mich heut so ausgebrandenburgt

In Neuseeland feiert das pralle Leben
In Brandenburg solls kostenlose Teste geben
Brandenburg

Das halbe Land fährt ans Meer und bräunt sich
Die andern stehn heut an der B 96
Brandenburg

Vakzin!
Halleluja, Vakzin!
Halleluja, Vakzin!
Alle wollen da hin
Und natürlich ich auch

Lassen Sie mich durch, ich bin ein Lurch, ich komm aus Brandenburg
Nimm die Masken mit, wir fahrn nach Brandenburg
Wenn man das Virus will, muß man nach Brandenburg

Mit der fälligen Entschuldigung an Rainald Grebe.

Themenmalör

So, die Ursache fürs Kommentarmalör ist gefunden: das Theme, also das Paket aus PHP, CSS und Voodoo, das das Aussehen und auch Teile der Funktionalität dieses Blogs bestimmt, war uralt und räudig und funktionierte mit diesem funkelnagelneuen WordPress nicht mehr richtig.

Jetzt ist fast alles wieder gut (aber noch nicht ganz alles wieder schön).  Wer die ganzen unseligen Details wissen will, kann … Weiterlesen

Freitagstexter XIV

Yay, es geht weiter! \o/  Nachdem es etwas still um den Freitagstexter geworden ist letzten Monat, hat sich der Herr Boomerang der II. freundlicherweise ein Herz gefaßt und den Bewerb gekap^W übernom^W wiederbelebt. Und ratet mal, wer gewonnen hat? Genau: ich! Echt! Wenn ich’s doch sage!

Worum geht’s? Darum, eine Bildunterschrift zu finden, und zwar zu diesem Meisterwerk meiner Händiknipskunst:

Hier könnte Dein Bildtext stehen. Und mit ein bißchen Glück wird er das auch.

Die Regeln sind wie immer dieselben von früher, denn den Freitagstexter gibt es ja schon länger als dieses Blog (wenn auch nicht so lange wie diese Domain): Mitmachen kann jedes Wesen, das einen Blog betreibt oder auf einem solchen als Gastautor im Siegesfalle die nächste Runde ausrichten kann. Zum Teilnehmen genügt es, den eigenen Beitrag als Kommentar zu diesem Artikel zu schreiben. Wer keine Blogadresse angibt, nimmt außer Konkurrenz teil, kann also nicht siegen; wer mag, kann dieses unverständliche Ziel natürlich auch durch den Zusatz „außer Konkurrenz“ oder kurz „a.K.“ kundtun. Ein richtiger Beitrag ist mir natürlich lieber als ein a.K.-Beitrag, aber ein solcher ist immer noch viel besser als keiner! Und wer siegt, bestimmt natürlich der Ausrichter, diesesmal also ich. Weitere Teilnahmebedingungen gibt es nicht, insbesondere nicht was die Länge, den Stil oder was auch immer des gesuchten Bildtexts betrifft, nur legal sein sollte er bitte und frei von Rechten Dritter. Einsendeschluß ist wie immer der Dienstag der Folgewoche, also der 15.12.2020, 23:59 MEZ. Am Mittwoch werden dann Pokale verteilt. Und genauer hat die Regeln dereinst der Herr Wortmischer aufgeschrieben.

Also, Leute, schreibt! Schreibt! Denn wer schreibt, der bleibt!

Update:  Seufz.  Da mal wieder kein Kommentar mit gültiger Blogadresse eingetrudelt ist, verlängere ich den Wettbewerb in leidgeprüft gewohnter Manier bis zum kommenden Dienstag, dem 22.12.2020, 23:59 MEZ. Traut Euch!

Kommentarmalör

Wie aufmerksamere Leser als ich vielleicht schon bemerkt haben, hatte dieses Blog bis eben ein kleines technisches Problem: die Kommentare waren kaputt. Also nicht völlig, aber so daß man sie nicht lesen konnte. Schreiben konnte man jederzeit welche, sie wurden auch alle gespeichert und sind in der Datenbank gelandet, aber angezeigt wurden statt n Kommentaren nur n Pings. Unser Team an begnadeten Technikern hat das Problem mittlerweile mit einem Update des Themes gefixt, siehe dazu den Beitrag Themenmalör. (Nur bei Interesse natürlich.)

Die Macht der Gewohnheit

Für diesen Schwank aus alten Zeiten muß ich mal ausnahmsweise auf Umschreibungen der Namen der beteiligten Firmen verzichten.  Es sind dies die Spedition Schnellecke, in deren Auftrag ich unterwegs war und die in grauer Vorzeit, so in den 90ern, noch als Bügler firmierte, zumindest die hier relevante Filiale, und zum anderen das Unternehmen Johnson Controls, das Autobatterien herstellt wie zu Zeiten, als es noch den vertrauteren Namen Varta trug.

Und so stand ich dann bei Varta, wie sie natürlich immer noch genannt wurden und werden, an der Anmeldung und hatte eine falsche Ladenummer. Ergo Anruf bei der Dispo: Ja moin, Schlabonski, ich steh hier bei Varta, kannste mir mal bitte eine richtigere Ladenummer geben?

Und dann blafft mich der Tüp hinterm Tresen an:

Das heißt nicht mehr Varta, wir sind Johnson Controls!

Ja meinetwegen, denke ich und sage nix, während er zum Hörer greift und hineinfragt: Ja, Bügler ist da, soll ich ihn auf die 5 schicken? Und da konnte ich nicht anders und sagte, mit deutlichem Grinsen in der Stimme freilich:

Das heißt nicht mehr Bügler, wir sind Schnellecke!

Zu seiner Ehrenrettung sei berichtet, daß er zumindest auch grinsen mußte.

Mama

Mama konnte nie ruhig schlafen, wenn „das Kind“ unterwegs war.

Früher war das kein Thema. Sie blieb halt wach, bis ich heimkam. Und als ich irgendwann nicht mehr jede Nacht heimkam, lernte ich schnell, daß es eine gute Idee war, sie dann anzurufen. Nicht, daß sie es mir übelgenommen hätte, wenn ich es nicht tat, aber ich sah es an ihren Augenringen.

Als ich dann auszog, zivildienstleistete, studierte und einen Bürojob hatte, geriet das in Vergessenheit. Aber als „das Kind“ dann Fernfahrer wurde, begann es wieder, das Ritual des allabendlichen Telefonats. Es begann immer gleich: Ich sagte „Taaag“, sie sagte „Quaaak“. Ich habe nie erfahren, ob das ein Scherz war oder ob sie mein „Taaag“ falsch verstanden hatte. Ihr Gehör war nicht mehr das beste.

Diese Telefonate hatten wenig Tiefgang. Wie auch? Was täglich passiert, wird Routine. Eine interessante Nachricht vielleicht, ein Scherz, eine Anekdote aus dem Leben. Ein paar Minuten.

Es hat mich tatsächlich nie genervt, diese Telefonate führen zu „müssen“. Ich war nicht der beste Sohn der Welt, aber diese paar Minuten waren schon okay. Ich spürte, wieviel sie ihr bedeuteten. Und ich telefonierte gern mit ihr.

2017 wurde ich langfristig krank und zog wieder bei den Eltern ein. Was sollte ich allein in einem mir immer noch fremden Dorf? Gut ein Jahr zog es sich, gut ein Jahr wohnte ich mit 48 wieder bei meinen Eltern in einem Haus, das ein anderes war und woanders stand als das meiner Kindheit und Jugend.

Im Dezember 2018 versuchte meine Mama, Vaddern und mich zur Anschaffung eines Weihnachtsbaumes zu überreden. Ich denke, spätestens um den 16. rum hätte sie uns soweit gehabt. Sie war immer die einzige von uns dreien, die auf Glitzer und Funkel stand. Leider lebte sie nicht lang genug.

Am frühen Morgen des 12. Dezember 2018 wurde ich durch die Haustürklingel geweckt. Im Halbschlaf wankte ich zur Tür, um das vermutete Paket entgegenzunehmen. Vor der Tür stand aber kein Paketbote, sondern der Rettungsdienst, von Vaddern gerufen. Sie haben dann noch eine Dreiviertelstunde versucht, Mama zu reanimieren — ich vermute bis heute: mehr um Vaddern zu helfen als weil sie da wirklich eine Chance sahen. Fieserweise hatte die Rettungssanitäterin eine sehr ähnliche Stimme wie Mama. Jedesmal, wenn sie was sagte, schöpfte ich unten im Erdgeschoß kurz Hoffnung, obwohl ich eigentlich längst wußte, daß es vorbei war.

Als sie aufgaben, konnte ich nicht weinen.

Die Rettungssanitäterin kam in mein Zimmer und erklärte mir, daß sie tot sei. Sie liege zugedeckt im Bett, mit geschlossenen Augen, und ich könne jetzt Abschied nehmen.

Ich wollte nicht.

Gehen Sie, sagte sie, es wird Ihnen helfen. Ich hatte Angst. Ich hatte noch nie eine Leiche gesehen, und ich befürchtete, den Anblick nie wieder loszuwerden. Aber die Rettungssanitäterin überredete mich geduldig und sanft, doch hineinzugehen. Und Mama sah aus, als ob sie friedlich schlafe. Ich streichelte über ihr fast schon kaltes Gesicht und begriff.

Der Vormittag verging im Nebel. Vaddern lag bei Mama im Ehebett und heulte. Ich saß auf der Treppe und starrte ins Leere. Irgendwann kam der Bestatter. Keiner von uns wollte mitansehen, wie sie Mama vom Ehebett im 1. Stock über die enge Treppe in den schnöden VW Caddy Maxi bugsierten.

Ein paar Tage später war dann der Besuch im Abschiedszimmer des Bestatters. Sie sah immer noch genauso friedlich aus, aber viel schöner angezogen, als ich sie je lebend gesehen hatte. Es fühlte sich falsch an. Aber dann sagte meine Cousine: Schau mal, sie blinzelt! Und tatsächlich: ihr rechtes Augenlid war nicht ganz geschlossen. Klar, sagte Vaddern: Sie muß doch wissen, wer alles gekommen ist. Und dann konnten wir das erstemal lächeln. Kurz. Bevor wir wieder losheulten.

Dieser Moment des Lächelns über etwas, das sie im Leben mit Sicherheit getan hätte, war zurückblickend der Moment, in dem für mich der Schock des Verlustes begann, ganz langsam zu einer Erinnerung umgebaut zu werden. Der Prozeß dieses Umbaus ist heute, mehr als anderthalb Jahre später, noch nicht abgeschlossen — diesen Text zu tippen mußte ich mehrfach unterbrechen, weil Tränen den Blick verschwimmen ließen. Aber es wird.

Es wird.

Hach, Mama. Du fehlst mir immer noch.

Quaaak.

Freitagstexter XIII: Pokalverleihung

Oops, I did it again. Was? Na die Pokalisation des Freitagstexters zu verdaddeln. Tschuldigung, tschuldigung, tschuldiging!

Dabei ist das diesmal ein ziemlich lohnender Freitagstexter gewesen, gab es doch tatsächlich mehrere Bewerber sowohl um den richtigen als auch um den a.K.-Pott. Zu dem weiter unten, hier kommen erstmal die beiden „richtigen“. Und so leid es mir tut, einer (oder eine) muß Zweite(r) sein, und das ist in diesem Fall C. Araxe mit diesem zweiteiligen Text:

Und hier sehen Sie ein gut erkennbares Beispiel für ein von Vorurteilen geprägtes Unterschichten-Bashing. Man sollte jedoch nicht Unterschicht sagen, sondern besser bildungsferne Bevölkerungsgruppe, weil sich das intelligenter anhört und eigentlich noch fieser klingt.

Und Chantal ist auch weg.

Kann man so sehen, klar, war aber nicht meine Assoziation, als ich das Schild auf dem Chaos Communication Congress in Leipzig abgelichtet habe. (Abgelichtet, ist das nicht ein wunderbares altes Wort? Benutzt man viel zu selten.) Aber gut, darum machen wir das hier ja — um andere Perspektiven zu sehen.

Und damit bleibt für den Pokal nur noch Lakritze übrig mit dem treffenden Bildtext:

Man hätte es sich vorher denken können: ohne Dummy keine Crash-Tests. Die Firma war natürlich ruiniert.

Ganz herzliche Glückwünsche!

Und dann ist da ja noch der a.K.-Pokal, also der für die Teilnehmenden, die die nächste Runde nicht ausrichten wollen oder mangels eigenem Blog können. Da kam zum einen der Beitrag von hubbie, „Der große Irrtum des HSV, man hätte Keegan nicht ziehen lassen dürfen“, der möglicherweise urwitzig und total brillant ist, den ich aber mangels Fußballahnung trotzdem nicht verstehe — so spielt das Leben!

Und auch hier ist damit die Spannung raus, und der Sieger heißt emel, kurz und bündig mit:

….hat wohl geklappt!

Nur was da geklappt haben mag, bleibt unklar. Hat man Kevin wegen der vielen Unfälle gefeuert? Oder hat man gar seinen letzten Unfall so arrangiert, daß Kevin jez halt weg is? Man weiß es nicht. Was aber auf jeden Fall geklappt hat, ist, den a.K.-Pokal zu gewinnen. Da isser:

Vielen Dank allen Teilnehmenden und auf ein Neues — vielleicht schon heute bei Lakritze (nochmal sorry wegen der Verspätung!).

Freitagstexter XIII

Schon zum dreizehnten Mal, die verdaddelte Asylgeschichte neulich mal wohlwollend unter den Teppich des Vergessens zu kehren versuchend, darf ich den Freitagstexter ausrichten. Derchristoph wars, der mir erneut den Pokal verliehen hat für einen nicht für meine, aber für Freitagstexterverhältnisse ungewohnt politischen Rant.

Also auf ein Neues! Die Regeln sind immer noch dieselben: es gibt kaum welche, es wird lediglich ein Bildtext benötigt zum hier gezeigten Bilde und ein Blog, darin im Siegesfalle den nächsten Freitagstexter auszurichten. Um am Wettbewerb teilzunehmen, ist selbiges im Kommentar unter Webseite einzutragen; wer aus welch Gründen auch immer trotz eingetragener URL nicht am Bewerbe teilnehmen mag, kann seinen Beitrag auch als außer Konkurrenz oder „a.K.“ kennzeichnen (wovon ich freilich abrate). Das üblich gewesene Angebot, dies hier als Gastautor tun zu können, ziehe ich nach dem neulichen Fiasko mal lieber zurück, sorry. Der Text, um den es eigentlich geht, darf ausdrücklich alles sein außer illegal. Und in aller denkbaren Ausführlichkeit stehen die Regeln auch heute noch beim Wortmischer.

Genug geschwafelt, Ihr wartet doch alle nur auf das Bild! Bitte recht sehr:

Ich bin ein Bild, betextet mich!

Und jetzt seid Ihr dran! Gebannt harre ich der Kommentare, die da kommen. Hoffe ich jedenfalls.

Freitagstexterasylverdaddelungspokalisation

Nur um auch hier kurz zu offizialisieren, was schon auf Twitter beschlossen und proklamiert wurde: Den Asylfreitagstexter von hubbie hat derchristoph mangels Konkurrenz gewonnen, und weiter geht es ergo bei Boomerang dem Zweiten.

Mir bleibt nur, mich für die Vernachlässigung des Bewerbs zu entschuldigen. Soll nicht wieder vorkommen!

Das P in Coupé steht für Poser

Eine Theorie, warum mich große SUV-„Coupés“ und insbesondere der BMW X6 noch aggressiver machen als große SUV an sich.

Bei „normalen“ großen SUV, also Mercedes GLE oder GLS, Audi Q7, und beim BMW X7 wird’s wohl auch so sein, kann man sich ja noch denken: „Naja, er/sie braucht vielleicht die 7 Sitze, den Laderaum, vielleicht auch die Anhängelast, und hatte halt keinen Bock auf einen Van.“ Ich mein, ich fahr ja auch einen Kombi, wo ein Kleinwagen reichen tät, und hab aber halt keinen Bock auf Kleinwagen. Sprich: ein gewisses Maß an Irrationalität bei der Fahrzeugwahl beanspruche ich auch für mich und kann sie ergo anderen nicht absprechen.

Beim X6 funktioniert das aber nicht mehr. Diese „Coupés“ haben eben keine 7 Sitze und keinen großen Laderaum. Das, was die können, kann auch ein Golf Variant. Meinetwegen ein Tiguan. Aber sie sind trotzdem grotesk groß, schwer und durstig, ohne jeden Anflug einer denkbaren Ausrede dafür – und teurer als ihre technisch gleichen „normalen“ Artgenossen.

Offensichtlich ist ihr Zweck also das Posen. „Seht her, ich brauche kein großes SUV, aber ich leiste es mir trotzdem. Eure Armut kotzt mich an! Fuck you Greta!!1!!!“

Und klar, nach dem Prinzip funktionier(t)en auch richtige Coupés, also Calibra statt Vectra oder A5 statt A4. Aber die fallen halt eher durch Schönheit auf als durch die Disproportionalität von oberer und unterer Hälfte wie der X6, und nur normalschwer sind sie auch.

Warum hier immer der X6 als Beispiel herhalten muß? Naja, das GLE-„Coupé“ finde ich nicht annähernd so schlimm, und der Audi Q8 scheint mir auch lange nicht so aggressiv. Aber tröstet Euch, BMW-Fans: der X4 ist kaum besser 😉 Aber ein Haßobjekt hab ich noch nicht erwähnt: den aktuellen Touareg. Und diese fette Qualle hat es auch verdient, denn auch den gibt es nicht als Siebensitzer – den viel kleineren Tiguan schon! Damit ist der Touareg also ein „Coupé ehrenhalber“ und guten Gewissens hassenswert. Als ob es dafür außer seiner gigantischen Ausmaße etc. eines Grundes bedürfe.

So. Das mußte raus, jetzt geht’s mir ein bißchen besser. Bis ich den nächsten dieser asozialen Poserkarren sehe jedenfalls.

Nachtrag: Mit der Bezeichnung viertüriger Autos als Coupé, wie sie sich ja auch bei Fahrzeugen wie dem Mercedes CLS oder dem VW CC und seinem Nachfolger Arteon eingebürgert hat, habe ich übrigens überhaupt kein Problem im Gegensatz zu vielen anderen, vor allem US-amerikanischen Autofreaks, die insistieren, ein Coupé habe ein Zweitürer zu sein.

Ausgerechnet die Amis! Dieses kulturlose Volk, das schon beim Wort „Coupé“ nicht nur den Akzent wegläßt, sondern es dann auch gleich wie „Coup“ ausspricht. Woher sollen die also auch wissen, daß das Wort aus dem Französischen stammt und „abgeschnitten“ bedeutet bezogen aufs Dach: Ein Coupé ist ein geschlossener Wagen mit weniger Dach, was unmittelbar einsichtig wird, sieht man sich ältere Vertreter wie Mercedes /8 oder Opel Rekord A an. Aber von zugeschweißten Türen steht da halt nix es heißt Coupé, nicht Soudé. Und ein historisches Vorbild für viertürige Coupés gibt es mit dem Rover P5 ja auch.

Und insofern ist natürlich auch der BMW X6 ein Coupé: ein X5 mit weniger Dach. Das macht ihn allerdings kein bißchen liebenswerter.

Ach, das paßt doch locker!

Liebe Vierrädrige, wir müssen reden.

Es begab sich am heutigen Tage, daß ich mit einem mit Quarzsand bepackten Sattelzuge in die Lieferanteneinfahrt eines Baumarkts zu reversieren hatte.  Das war ansich nicht weiter schwierig — jede Menge Platz zum Manövrieren war jedenfalls vorhanden, und auch ein am Rand der Zufahrt parkierendes Kia-SUV mit Hänger konnte mich nicht wirklich verunsichern.

Leider führte aber diese Zufahrt mitten durch den Strom der Baumarktbesucher bzw. ihrer PKW.  Und da gab es allzuviele, die sich dachten: Hach, nur weil dieser Sattelzug dort rangiert, muß ich ja nicht warten.  Das paßt doch locker, wenn ich da kurz vorbeihusche.  Und ich möchte da auch gar nicht widersprechen: ja, Eure Einschätzung war korrekt, keiner von Euch kam mir und meinem Lastzug gefährlich nahe.

Das Problem ist nur, daß ich das nicht weiß, daß Ihr das korrekt eingeschätzt habt.  Denn es gibt auch genug von Euch, die das nicht können.  Oder nicht wollen.  Oder sich überhaupt nicht bewußt sind, daß es da was einzuschätzen gibt.

Und wenn dann ein PKW unvermittelt im Spiegel auftaucht, dann muß ich ergo erstmal annehmen, daß das einer von diesen Fahrern ist, die das nicht können oder nicht wollen oder nicht wissen.  Logische Reaktion: Anker.  Abwarten, bis alles frei ist.  Hoffen, daß in dieser Zeit niemand hinter das Aufliegerheck gefahren ist.  Im Zweifel aussteigen und kucken.

Leute: Haltet doch einfach Abstand, wenn da ein Lastzug rückwärts fährt.  In einer halben oder spätestens einer ganzen Minute ist der sicher im Warenannahmebereich, wo nur suizidale Gabelstapler seinen Weg kreuzen.  Ganz ehrlich: Ihr kommt gerade aus einem verfickten Baumarkt.  Wenn Ihr weniger als 10 min an der Kasse gestanden habt, freß ich einen ihrer überteuerten Besen.  Kommt es wirklich auf die paar Sekunden an, die Ihr weniger auf dem Parkplatz und dafür länger an der Ampel steht?

Bitte. Ein kleines Bißchen mehr Rücksicht. Ganz lieb Bitte. Mit Zucker obendrauf.

Freitagstexter im Asyl

Na, das habe ich ja mal wieder toll hingekriegt.  Da offeriere ich großkotz^H^H^H^Hzügigerweise dem Sieger des letzten Freitagstexters drüben in der Bördebehörde, hubbie mit Namen, diesen meinen Blog hier als Austragungsort des dieswöchigen Bewerbs, bekomme auch ein Bild von ihm und schaffe es dann erst heute, am Montag, es auch ins Blog zu stellen.  (Warum, sei der Phantasie der Leserschaft überlassen.)

Naja.  Hier ist das Bild:

Die Regeln sind wie immer dieselben wie immer: Gesucht ist ein Bildtext, ohne jede anderweitige Einschränkung.  Selbst mit dem Bild zu tun haben muß er strenggenommen nix. Genauer stehen die Regeln traditionell beim Wortmischer.

Update: Da auch bis zum heutigen Mittwoch, also schon dem Folgetage des traditionellen Einsendeschluß‘, leider nur Beiträge außer Konkurrenz eingetrudelt sind, setze ich mal als neuen Einsendeschluß den kommenden Dienstag, den 26.5.2020, 23:59 MESZ fest. Hoffentlich finden sich bis dahin ein paar intelligente, witzige, skurrile oder auch ganz andere Bildtexte, deren Autoren sich auch nicht zu schade sind, den Folgewettbewerb auszurichten. Dazu bedarf es natürlich einer Blogadresse im passenden Feld des Kommentars! Und wie immer gilt: wer kein eigenes Blog hat, der bekommt natürlich genau wie der Ausrichter des aktuellen Bewerbs auch gern hier Asyl, damit die jahrzehntelange Tradition des Freitagstexters nicht an so etwas Banalem wie einem fehlenden Blog scheitere. Too old to fail!

Update zum zweiten: Keine Beiträge, seufz.  Das gebietet eine Fristverlängerung bis zum nächsten Dienstag, den 2.6.2020, 23:59 MESZ. Sollte auch das nichts fruchten, müssen hubbie und ich sich anscheinend was überlegen. Und nein, ich werde nicht teilnehmen, das hätte m.E. doch ein G’schmäckle.

Also ist es an Euch: traut Euch was zu und haut in die Tasten!

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