Ein Stück Fleisch von Schwamm

Nicht jeder Name eignet sich zur Benamsung eines jeden Geschäfts.  Hier das heutige Beweisstück:

Da kriegt man doch gleich Appetit auf einen schönen Salat von Feinkost Schneck & Welk, oder?

(Und nein, das da rechts ist kein Malermeister, sondern ein echter Autobahnbul Freund und Helfer. ;-))

Vergeblich …

… mühte ich mich all die Jahre, zu vermeiden, daß der Titel des Blogposts in dem Kasten da rechts zweizeilig werde, und ärgerte mich über jeden Post, dessen Titel dazu zu lang wurde.  Und jetzt erfahre ich, daß meine Posts deswegen sogar uncharmant geworden sind!

Sowas.

Suchgut

Es wurde schon mal hier thematisiert, das Sammelgut, also das gemeinsame Befördern von weniger-als-einer-LKW-ladungsgroßen Sendungen mit derselben Fuhre.  Macht ja auch Sinn und normalerweise auch nicht besonders viel mehr Streß als der Ladungsverkehr.  Ich darf das mal kurz illustrieren:

Wir sehen den Sattelzug in der Draufsicht.  Die hellgrauen Kästchen sind physikalisch nicht da, sondern sogenannte „Stellplätze“, hier im Beispiel 1,0*1,2 m groß (und leider, wie ich beim Schreiben bemerke, zwei zuwenig.  Egal!). Und die bunten Kästchen sind Ladungsstapel für die verschiedenen Kunden.

So wie in den oberen Bildern läuft es dann also normalerweise: Man fährt halt erst zu Mister Red, dann zu Mister Blue und dann zu Mister Green, und jeder kriegt, was ihm zusteht was er bestellt hat.  Und wenn man Pech hat, sammelt man dann anschließend auch noch bei mehreren Kunden ein:

Erst bei Mister Green, und ja, das ist derselbe wie oben, dann bei Mister Yellow (wo man die eine Palette von Mister Green aus ladungssicherungstechnischen Erwägungen nochmal rausnimmt und hinten dranstellt) und zuletzt zu Mister Pink.

Ja.  Toll.  Und wo ist jetzt der Erkenntnisgewinn dieses Artikels?  Das Fazit vorwegnehmend sei gesagt, daß es dazu ausgesprochen hilfreich ist, wenn der Lastwagen auch richtig sortiert beladen ist.  Wenn man seinen Auflieger morgens „vorgeladen“, also von der Nachtschicht des Logistikers, in dessen Auftrag die Tour passiert, beladen übernimmt, kann es durchaus sein, daß das der Fall ist.

Muß aber nicht.

Diesmal dann also nicht, wie mir schon beim Blick durch die zwegens Abfahrkontrolle (ist überhaupt sowas wie Ladungssicherung erkennbar?) geöffneten Türen auffällt.  Ich bin ja kein ganz großer Behälter-nach-Typnummern-Zuordnungs-Experte, aber Stahlwannen von Plastikboxen auf Stahlpaletten mit Plastikdeckel unterscheiden kann sogar ich.  Papiere konsultieren: Ah, anscheinend muß ich dann also erst zu Mister Blue.  Paar Kilometer Umweg, kein Drama.  Dort dann beim Abladen von der linken Seite in Fahrtrichtung, im Bild also unten, noch die kleine Stirnrunzeligkeit eines Frachtbriefs ohne dazugehörig auffindbare Behälter, aber herrjeh, auch das kommt vor.

Also flugs weiter zu Mister Red, der leider lieber von hinten an der Rampe ablädt.  Da die Behälter aber dachhoch gestapelt sind, bleibt nix weiter, als eine Seitenplane zu öffnen und das Dach auf dieser Seite hochzupumpen.  Viertelstunde Arbeit, und danach nochmal zehn Minuten zum Zumachen.  Kein Ding.  Mister Red entlädt dann auch fröhlich, bis er die im Bild grünen Behälter erblickt: „Die sind nicht für mich.“

Was zum …

*papierewälz*  Okay, die sind für Mister Green.  Kannste die eben schnell runternehmen und dann wieder draufstellen?  „Nein,“ sagt er, „bzw. ich kann schon, aber ich darf nicht.“  Versicherungsrechtliche Gründe, wissen schon.  Na toll.

Ich bau also meinen Auflieger wieder in den Fahrzustand um und gurke zu Mister Green, wiederum 20 Kilometer oder so in die Richtung, in der etwas weiter auch Mister Blue sein Domizil hat, leise fluchend ob der Sackratte, die den Trailer beladend offensichtlich die Behälter nach Sorte und nicht nach Adressat sortiert hat.  Bei Mister Green läuft alles normal, aber natürlich wieder mit Plane auf und Dach hoch, obwohl auch er nach hinten entlädt, denn auch seine Behälter sind dachhoch gestapelt — was sie nicht sein müßten: hätte man Mister Blues Blechwannen höher gestapelt, wäre mehr als genug Platz gewesen, die anderen Behälter nur zu zweit übereinanderzustellen.

Bei Mister Green gibt es dann auch die erste Palette der Rückladung, die ich ab jetzt bei jeder weiteren Ladestelle losgurten, rausfahren, reinfahren und wieder festgurten muß.  Aber darauf kommt’s jetzt auch nicht mehr an.

Vorher aber flugs zurück zu Mister Red, der ja noch drei Stapel zu kriegen hat.  Komisch, denk ich mir unterwegs, da stehn doch noch vier Stapel vor der grünen Palette?  Und Tatsache: der vierte ist der vorhin bei Mister Blue vermißte, und er steht natürlich nicht ganz vorn, sondern so, daß er beim Entladen von Mister Reds restlichen drei Stapeln im Weg steht.

Wer jetzt denkt, ich hätte also nochmal zu Mister Blue gemußt, den einen Stapel abgeben, und dann nochmal zu Mister Red, der unterschätzt des letzteren Menschlichkeit: er hat — nach dem dritten Öffnen der Seite und Anheben des Dachs — den einen blauen Stapel dann doch selbst ein Stückchen vorgezogen und seinen letzten Stapel elegant dran vorbei vom Trailer gefahren, so daß ich danach nur noch den Stapel für Mister Blue und die Palette von Mister Green dabeihatte, als ich zum dritten Mal über dieselbe Autobahn nach Westen fuhr, den letzten blauen Stapel auch noch abzugeben.

Aber immerhin: Das Beladen klappte dann ganz nach dem oben schon gezeigten Plan.  Logisch, da war die oben genannte Sackratte ja auch nicht mehr involviert, um mir das Leben schwerzumachen.

Statt Rot – Blau – Grün – Gelb – Pink durfte ich also Blau – RotGrünRot – Blau – Gelb – Pink abklappern und an den kursiv geschriebenen Stellen jeweils nochmal ne knappe halbe Stunde basteln, um die Heckentladung von dachhoch gestapelten Behältern zu ermöglichen.  Das waren locker 100 km und einige Stunden mehr Arbeit als nötig.  Damit ein nicht gerade mit Hirn gesegneter, mir zu seinem Glück unbekannt gebliebener Staplerfahrer vielleicht 10 Minuten weniger Arbeit hat.

Schönen Dank auch, du Arschloch.

Einfach lauter schreien, das hilft

Anmeldefenster bei einer Container-Be-und-Entladefirma in Bremen.  Während ich auf Papiere warte, kommt ein osteuropäischer Kollege rein und fragt den Schaltermenschen, ob er hier richtig sei.  War er nicht: Richtige Firma, falsche Straße.  „Nein, hier falsch, Containerstraße“, entgegnete auch der Schaltermensch so freundlich wie eloquent.  „Wo ist Containerstraße?“, frug sodann der Kollege — eine völlig verständliche Frage also, wie ich sie in seiner Muttersprache nicht zustandegebracht hätte.  Und bekommt zur Antwort was?

„DU — HIER — FALSCH!    FAHREN — CONTAINERSTRASSE!“

Ah, das macht’s doch gleich viel klarer, oder?

Nach weiteren zwei Iterationen dieses erfüllenden Diskurses schalte ich mich ein und bitte den Schaltermenschen um ein Blatt Papiers, auf daß ich dem zunehmend verzweifelten Kollegen aufmalen könne, wie er in die Containerstraße komme.  Und ich kriege auch eins — eine Fotokopie eines Ausschnitts aus Gugelmäpps, den Weg zwischen dem aktuellen Standort und der Containerstraße bereits vor dem Kopieren eingezeichnet.  Trotzdem zeige ich ihn dem Kollegen noch mal — „wir sind hier, ja?  Diese Richtung, dann links, links, rechts am großen Haus vorbei, vor der Schranke links parken, Anmeldung hier“ — und sehe zu, wie er mit Dankesworten zurück zu seinem Lastwagen geht, den wertvollen Zettel in Händen.

„Und“, frage ich den Schaltermenschen, „war das nun so schwer?“  Und er meint allen Ernstes: „Da kommen so viele jeden Tag, die müssen das doch mal lernen!“

Manchmal fehlen dann sogar mir die Worte.

 

Nachtrag: Die gelungenste Erwiderung hatte mal an einem anderen Anmeldeschalter ein anderer, eher südeuropäischer Kollege parat, der auf die übliche Ansage in Nicht-ganz-Babysprache, was er zu tun habe, deutlich akzentgefärbt und nicht ganz grammatisch trittsicher, aber leise und sehr höflich erwiderte:

„Entschuldigung, ich habe nicht verstanden, können Sie bitte wiederholen auf Deutsch?“

Leider weiß ich nach all den Jahren nicht mehr, ob ich selber dabei war und ob, und falls ja wo, das bereits aufgeschrieben wurde, deswegen muß ich es hier leider nacherzählen, statt es zu verlinken.  Hinweise sind willkommen!

Wertvolles Exportgut II

Nach dem Sand neulich hatte ich heute schon wieder faszinierend hochwertige Ladung: Schrott.  In einem großen Industriebetrieb war anscheinend eine größere Maschine demontiert worden, eine Vierpunkt-Kurbelpresse laut Papieren.  Zwei Kollegen haben die beiden großen 20-Tonnen-Brocken bekommen und ich die 22 Tonnen „Klein“-Teile: ein paar Paletten mit öligen Brocken drauf, die dann natürlich gleich inkontinenzbedingt des Trailers Haupt Ladefläche mit Öl gesalbt haben, ein halbes Dutzend Gitterboxen mit Kabeln und Steuerungsteilen, zwei große Pleuel.  Soweit, so unspektakulär — bis aufs Reiseziel: Nicht Schrott-Biskupek im nächsten Industriegebiet, sondern der Bremerhävener Überseehafen.

Zwegens Exports nach Indien.

Das eröffnet nun natürlich zwei mögliche Narrative für das Schicksal der Brocken, ein optimistisches und ein realistisches.

Optimistisch könnte man davon ausgehen, daß die Apparatur in einem indischen Betrieb wieder aufgebaut und in Betrieb genommen wird, um dort noch viele Jahrzehnte gute Dienste zu leisten.

Realistisch denke ich eher, daß die Stahlbrocken in einen indischen Hochofen plumpsen werden und die Kabel an einem lauschigen Lagerfeuer von ihrer Isolierung befreit, auf daß dann zarte Kinderhände am nächsten Tag das wertvolle Kupfer aus der giftigen Asche klauben können.

Egal, welches Szenario nun zutrifft, eins dürfte jedenfalls wieder mal klar sein: Transporte sind viel zu billig!

Mutiger Maler

Seinerzeit zu meiner Zeit gab es mitunter richtig Ärger, wenn man ein gebrauchtes Polizeifahrzeug oder einen selber grünweiß lackierten Altwagen mit Schriftzügen wie „POPELEI“, „POLENTE“ oder auch „BULLIZEI“ zu versehen wagte (passende Fahrzeugtypen seien dem Leser als Übungsaufgabe überlassen) und damit am öffentlichen Straßenverkehr teilnahm.  Begründung: Verwechselungsgefahr mit echten Polizeifahrzeugen, damit Gefahr einer Amtsanmaßung.

Heute ist das anscheinend entspannter …

… und es wirkt zumindest insoweit, daß man dem blausilbergelben Audi instinktiv Platz macht, wenn man ihn aus dem Augenwinkel heranschießen sieht.  Um sich dann anschließend über seine anmaßende Lackierung zu ärgern.  Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich finde sowas nicht werbewirksam und habe deswegen außer dem Kennzeichen auch den URL verpixelt — Strafe muß sein 😉

Rückwärtsfahren will gelernt sein

Wenn man wie ich meistens Sattelzüge fährt, geht einem das Rückwärtsfahren mit denselben natürlich irgendwann in Fleisch und Blut über, und wenn man dann was anderes fährt, tut man sich naturgegeben schwer.  Das andere zerfällt bei normalgroßen Lastzügen in zwei Gruppen: einerseits „richtige“ Hängerzüge mit Deichsel, und andererseits Tandemhängerzüge.  Letztere haben den für Sattelschlepperfahrer unbestreitbaren Vorteil, sich auch rückwärts einigermaßen gleich zu benehmen.

Wenn man bei Sattel oder Tandem nämlich beim Rückwärtsfahren nach links lenkt, wandert das Heck des Zuges nach rechts — wie beim PKW-Anhänger.  Beim Deichselhängerzug (oder beim Gigaliner), der ja einen Drehpunkt mehr hat, wandert es nach links — und nein, das macht es nicht leichter.  Deichselhängerzug-Rückwärtsfahren ist die hohe Schule; und ich bin immer voller Bewunderung, wenn ich die DHL-Fahrer mit Deichselhängern ihre Wechselbrücken tauschen sehe — das fühlt sich für mich immer so an, wie sich normale Menschen beim Anblick von Ballett oder Eiskunstlauf fühlen.  Klar, ich würd das mit genug Zeit auch hinkriegen, aber eben ohne jede Eleganz; ich hab das nur in der Fahrschule ein paarmal gemacht, besser als ein blutiger Anhänger konnte ich das damals nicht und könnt ich das heute erst recht nicht mehr.

Sattel hingegen, oder eben auch Tandem: Geht schon.  Lieber fährt man natürlich Sattel, aber eigentlich eher wegen der weniger Arbeit: man muß halt nicht dauernd ab- und anhängen, wenn man von hinten beladen werden soll, sondern nur gelegentlich den Auflieger wechseln.

Bloß beim Rückwärts-an-die-Rampe-Fahren lauert auf den Sattelschlepperfahrer, der jetzt auf einmal Tandem fahren soll, ein unerwartetes Problem.  Mit Anhänger: kein Thema, benimmt sich ja fast wie ein Sattelzug.  Aber ohne Anhänger zwecks Beladens der Ladefläche des Lastwagens ist es unerwartet schwierig.  Da merkt man erstmal, wie sehr da Muskelgedächtnis und Unterbewußtsein übernehmen: das Heck wandert nach rechts von der Sollinie ab, man lenkt automatisch nach rechts (weil es dann mit Auflieger oder Hänger wieder nach links käme), und es wandert stattdessen noch schneller nach rechts!

Mit Auflieger oder Tandemhänger fahr ich meist im ersten oder zweiten, manchmal auch im dritten Versuch rückwärts an die Rampe.  Mit einem Lastwagen ohne Hänger sind fünf Versuche schon wenig.

Das Gespött der Kollegen ist einem da natürlich sicher.  Aber da muß man drüberstehen, auch mit Auflieger oder Tandemhänger übrigens.  Denn immer dran denken: Spott ist nach 5 Minuten vorbei.  Wenn man irgendwas anrempelt, dauert der Schreibkram viel viel länger.

Gelebte Sprachdefizite

Im Freundeskreis haben wir nach dem, ähm, *räusper*, sagen wir mal überholspurbedingten reihenweisen Ableben der Motoren eines gewissen französischen Beinahe-Oldtimers die Erklärung für solch wundersame Schadenshäufung gefunden:

Es gibt kein französisches Wort für „vollgasfest“.

Das Lustige daran ist, daß mir mittlerweile um ein paar Ecken aus muttersprachlicher Quelle zu Ohren kam: Stimmt.  Gibt es wirklich nicht.  Warum auch, so ein Wort braucht man nur in einem Land ohne Tempolimit.  (Oder mit extrem lahmen Autos.)

Was das mit Gummibahn-Cargo zu tun hat?  Nun, nach einem Tag auf der Warschauer Allee (wie man hier in der Gegend die Autobahn 2 aus naheliegenden Gründen auch nennt) habe ich eine neue Theorie:

Es gibt kein polnisches Wort für „Sicherheitsabstand“.

Wertvolles Exportgut

Da steh ich also in einer Sandgrube — nein, nicht festgefahren, sondern zum Beladen — und frage mich, wieso um alles in der Welt ich eigentlich dann gleich 20 Tonnen Sand an die Küste kutschieren soll (naja, fast: Bremerhaven war das Ziel).  Gibt’s da nicht eigentlich Sand wie Sand am Meer?

Stellt sich raus: In Bremerhaven passiert mit dem Sand auch nicht viel, der wird da nur in Container verladen (es handelte sich um gesackten Sand, Sandsäcke quasi, aber letzteres Wort klingt so nach Sturmflut und THW) und nach Kanada verschifft.

Noch mal zum Mitschreiben: Wir. Exportieren. Sand.

Demnächst dann die neuen deutschen Exportschlager: Wasser und Luft.

Warten auf Hybridlaster

Ja, die elektrische Zukunft hat auch beim LKW längst begonnen.  Und damit meine ich nicht Hirngesprinste wie den Tesla Semi (bei dem das Semi nach meiner Überzeugung nicht für semi tractor, also Sattelzugmaschine, steht, sondern für semirealistisch), sondern ganz konkrete Versuchsfahrzeuge wie zum Beispiel den hier:

Unschwer zu erkennen ein umgebauter MAN TGX mit XLX-Hütte, der aber nun als Framo Eway firmiert.  Eigenwilliger Name, hat er doch mit den einst so benannten Transporterchen nicht viel gemein — aber hey, er fährt, und zwar im produktiven Einsatz rund um ein hier regelmäßig erwähntes, aber nicht benanntes großes Automobilwerk herum.  Die Reichweite ist mit 100 km laut Auskunft des Fahrers nicht eben üppig, aber für die extreme Kurzstrecke in diesem Einsatz ausreichend.

Wobei man sich schon fragt, wo Tesla die achtfache Reichweite unterbringen will.  Aber egal, deren Problem.

Solche Fahrzeuge gibt es mittlerweile von einigen Herstellern, und sicherlich werden über kurz oder lang auch die Glorreichen Sieben (also die sieben großen europäischen LKW-Hersteller: DAF, Daimler, Iveco, MAN, Renault, Scania und Volvo, hier alphabetisch sortiert) sowas unter eigenem Namen anbieten.

Was aber m.E. viel mehr bringen würde als solche vollelektrischen Laster für die letzte Meile, wären hybride Fernlastwagen.  Also ganz normale Diesel-Sattelschlepper mit zusätzlichem E-Motor und gar nicht mal so riesigem Akku, den sie mit dem Diesel aufladen können.

Das würde ganz schön viele Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Man müßte nicht mehr die bergauf mühsam aus Diesel generierte potentielle Energie bergab in Retardern verheizen und dann noch aufwendig wegkühlen, sondern könnte beim Bergab-Bremsen einfach rekuperieren und die Akus wieder füllen.
  • Solcherart gefüllte Akkus würden am nächsten Berg dann auch Zusatzschub liefern können — und schwupps, kann man den Diesel kleiner machen, denn wenn zusätzlich sagenwirmal 300 kW Elektroschub bereitstehen, reichen auch 300 PS aus dem Diesel statt der heutzutage üblichen 400-500.  Verbrauchseinsparungen im zweistelligen Prozentbereich — je bergiger, desto mehr — sollten da nicht lange auf sich warten lassen.
  • Und wenn keine Berge da sind?  Dann ist es vermutlich immer noch effektiver, den Diesel nur ab und zu, aber dann mit ordentlich Last, laufen zu lassen — also beim Fahren in der Ebene mittels Akku-Laden Last zu erzeugen –, denn wie jede Verbrennungskraftmaschine läuft auch der Dieselmotor unter Last deutlich effizienter als im Beinahe-Leerlauf, wo moderne Lastwagen den Großteil ihrer Betriebsstunden zubringen, wenn’s nicht grad in die Berge geht.  Also sagen wir mal 5 min Fahren + Laden mit Diesel, dann 10 min Rollen mit Strom, repeat until angekommen.  Und das Navi, das ja nicht nur weiß, wo es hingeht, sondern heutzutage auch Topographie und Verkehrsverhältnisse kennt, sorgt dafür, daß am Berg, am Ziel, bei Ortsdurchfahren und im Stau der Akku schön voll ist, damit man da den Diesel nicht braucht.
  • Natürlich kann man mit dem zusätzlichen Elektro-Wumms auch schön auf die Autobahn raufbeschleunigen, wenn der Akku voll ist.  Und wenn nicht, dauert das halt ein bißchen länger.  Auch kein Drama.
  • Und wenn man dann am Ziel ist, kann man dann auch leise und schadstoffrei an die Rampe rangieren.  Oder auf dem Weg dorthin durchs Wohngebiet die Nachbarn nicht wecken.
  • Natürlich würde man auch sämtliche Nebenaggregate, vor allem den Luftpresser, elektrisch betreiben — und schon fallen die morgendlichen paar Minuten Leerlauf (oder bei weniger geduldigen Kollegen: Vollgas) mit dank kalter Maschine maximalem Schadstoffausstoß auch noch weg.
  • Wenn der Akku geeignet dimensioniert ist, kann man dann auch gleich noch die Kühlaggregate der entsprechenden Auflieger elektrisch betreiben und ist eine weitere, gar nicht so unbeträchtliche Lärm- und Abgasquelle los.  Ich bin ja ohnehin fest überzeugt davon, daß die Scheißdinger mehr Dreck rausmölmen als der Lastwagen darunter.  Müßte der Akku freilich groß genug sein, um eine Nacht durchzukühlen — aber wenn nicht, herrjeh, dann wirft man eben den Diesel des Sattelschleppers an, leiser und sauberer ist der ja eh.
  • Und schlußendlich wären ein paar hundert kWh im Akku auch eine schöne Sache, um nie wieder Angst vor einer mit Standklima oder -heizung, Fernseher, Kühlschrank und PC leergespielten Starterbatterie haben zu müssen.

Aber das wiegt doch alles zuviel, höre ich schon den Einwand.  Nun: Der kleinere Dieselmotor, die durch den E-Motor zu ersetzenden Anlasser und Lichtmaschine und nicht zu vergessen der kleinere Tank (dank weniger Verbrauch ohne logistischen Nachteil) sollten die Gewichtsnachteile der Hybridaggregate zumindest teilweise kompensieren können.  Und selbst wenn die Kiste dann ne Tonne mehr wiegt — na und?  Ich hab in meiner Karriere vielleicht zwei Dutzend Touren mit voller Nutzlast gefahren bisher.  Sicher gibt es Branchen, wo das anders ist — aber man könnte ja zum Beispiel auch den Hybridlastern etwas mehr zulässiges Gesamtgewicht zugestehen, so wie man es heute mit den Fahrzeugen des Kombinierten Ladungsverkehrs schon tut.

Und die Kosten?  Naja, wenn wir mal von meiner Schätzung von 10 gesparten Litern Diesels je 100 km ausgehen, wären das bis dahin bestimmt 15 Euro auf 100 km — 15.000 Euro im Jahr bei normaler Fahrleistung.  Selbst wenn die Hardware so viel kostet wie ein Tesla Model S — nach 5 Jahren ist sie amortisiert.  Und dazu gibts dann noch freie Fahrt in alle Umweltzonen, ein gutes Gewissen und ein schönes Motiv für die eigene Imagekampagne geschenkt.

Und wenn dann wirklich dereinst Ladestationen für E-LKW aus dem Boden sprießen oder Oberleitungen über den Autobahnen hängen, kann man beides auch mit den Hybriden mitnutzen.  Ladegerät reinschrauben oder Pantographen aufs Kabinendach und fertig.  Falls man solch Zukunftssicherheit bei den Haltedauern heutzutage überhaupt braucht.

Das einzige, was diesem Konzept im Vergleich zum Vollelektrischen fehlt, ist der Glamour-Faktor.  Damit holste halt bei einer Aktionärsversammlung den Hund nicht hinterm Ofen vor, wenn nebenan Herr Musk seinen Semi-Prototyp hypt.  Aber ganz ehrlich: in der Nutzfahrzeug-Branche zählen Ergebnisse mehr als Hype, und deswegen glaub ich schon, daß es auch in die skizzierte Richtung gehen wird.  Und ich kann es kaum erwarten, daß das endlich kommt.  Nicht nur, wenn ich neben einem lärmenden Kühllaster zu schlafen versuche wie heute.

Na sicher doch

Es gibt da eine Ladestelle, bei der ich jedesmal eine Diskussion über Ladungssicherung hatte.  Das erstemal hatte ich einen älteren Auflieger mit Holzbrettern drin dabei und wurde aufgeklärt, „nee, mit Holzbrettern ist das XL-Zertifikat {welches besagt, daß die Aufliegerseiten die Ladung unter bestimmten Bedingungen auch ohne Gurte zu sichern vermögen} wertlos“, und dann hatte ich nur knapp genug Gurte dabei, ein Riesen-Trara jedenfalls.

Beim zweiten Mal war der Auflieger brandneu, mit nochmal verstärkter Plane und ganz ohne Bretter, weil die nicht mehr zum Sichern gebraucht werden — und mir ward vom selben Mitarbeiter beschieden „nee, die Ware {die gleiche wie das Mal davor} ist schmaler als der Laderaum, die mußt du trotzdem gurten“; immerhin scheiterte es diesmal nicht an der Zahl der Gurte.

Heute war ich wieder da.  Und als ich die Plane geöffnet hatte, bot sich dem Lademeister folgender Anblick:

Keine Bretter, da wieder verstärkte Plane und keine Bretter nötig. Aber dafür elf Gurte, fertig eingehängt und bereit zum Über-die-Ladung-Fieseln.

Und er frug: „Was hast du denn vor?!“ — „Ich habe keine Lust mehr, mit dir über Gurte zu diskutieren.“ — „Was soll’n das heißen?!“

Tja, überleg mal.  Was soll das schon heißen können.  Eigentlich genau das, was ich gesagt habe.

Aber manche Leute können wohl nicht anders — die müssen ein bißchen granteln, sonst sind sie unglücklich.

Landwirtschaftliches Dreirad

Diese landwirtschaftliche Anhänger, der mir vor ein paar Tagen vor die Linse kam (man entschuldige bitte die Bild-„Qualität“, aber für ne Fahraufnahme (im doppelten Wortsinne) finde ich sie gar nicht so schlecht) …

… ist ja schon wegen seines Hinterachsdifferentials interessant: anscheinend ein passend abgelängter Lastwagen — aber besonders lustig finde ich, daß nur drei Räder bis zum Boden reichen.  Sowas hab ich zuletzt bei meinem ersten Käfer gesehen …

…, der rollte aber nicht mehr.  (Leider habe ich davon kein größeres Bild, bis mal das Negativ oder ein Abzug auftauchen in meinem Chaos hier.)

Kommunikationsprobleme

Heute fand ich mich auf einer, nun, wie nennen wir das, Hafenzubringerstraße wieder, die wg. Baustelleritis ein wenig enger war als normal.  Und da von einem Seehafen mitunter auch mal größere Brocken gen Landesinneres zu transportieren sind, war vor mir ein Schwertransport mit Überbreite und Polizeibegleitung.  Jene, in einem Sprinter, fuhr an den engeren Abschnitten meist bis zu deren Ende vor, setzte dort einen Freund-und-Helfer mit Kelle zum Sperren der Straße für den Gegenverkehr ab, fuhr dann zurück und dann mit dem Schwertransport und dessen Begleitfahrzeug (und uns in der Schlange dahinter) gemeinsam durch die Engstelle.  Manchmal blieben sie aber auch am anderen Ende der Engstelle stehen, und der Schwertransport fuhr dann ohne sie durch.  Soweit, so unspektakulär — trotz Krawallbeleuchtung.

Irgendwann schwenkte dann der Schwertransport auf die Linksabbiegerspur, der blausilberne Sprinter war nicht mehr zu sehen, und es gab genug Platz, um mit Ziel geradeaus am Schwertransport vorbeizufahren.  Und was erblicken dann die entzündeten Äuglein nach weiteren vier Kilometern Baustelle mit seltsam wenig entgegenkommendem Verkehr?  Richtig: den Sprinter, der höchst wichtig die Gegenfahrbahn sperrte — nicht nur mit der Kelle, sondern unter vollem Einsatz seiner ganzen drei Tonnen Lebendgewicht, sämtlichen blauen Lampen und roten Leuchtschriftzügen und allen vier Insassen.

Wie lange die da wohl gestanden haben, bis die Sache jemandem komisch vorkam?  Der Stau auf der Gegenfahrbahn reichte jedenfalls schon bis an den Horizont, und zumindest die, die da ganz vorn standen und miterleben durften, wie ein Polizeisprinter mit Leuchtschriftzug „ÜBERBREITE“ anscheinend völlig grundlos minutenlang die Fahrbahn blockierte, waren darüber sicher auch weniger amüsiert als ich …

Über alle Maaßen hirnlos

Da ist der Mann nun also Verfassungsschutzpräsident und fällt mit … eher … weniger verfassungskonformen Äußerungen zwar nicht aus der Rolle, denn so kannten wir ihn schon länger, aber doch unangenehm auf.  So unangenehm, daß unverhofft schnell Einigkeit entsteht: diesen Job soll er nicht weiter machen dürfen.

Das allein war ja schon eine Überraschung.  Seit wann hat denn rechtes Gebrabbel in diesem Land Konsequenzen?

Die zunächst angedachten Konsequenzen — Beförderung zum Staatssekretär im Innenministerium nebst einer Gehaltserhöhung, deren Summe so manchem als Gehalt ganz lieb wär — waren dann schon eher wieder erwartungsgemäß.  Doch oh Wunder, auch dazu sollte es nicht kommen, weswegen schnell ein neues Pöstchen (Sonderberater im Innenministerium) geschaffen werden mußte zwegens Endlagerung zum bisherigen Einkommenssatz.

So.  Versetzt Euch jetzt mal in Herrn Maaßens Lage.  Ohne Einkommenseinbußen und auch sonst ohne jedwedes blaues Auge aus dem Skandal rausgekommen!  Also wenn das kein Dusel ist, dann weiß ich auch nicht.  Was würdet Ihr in so einer Situation tun?  Ich wüßte, was ich täte: Bloß die Fresse halten, zumindest bis ein bißchen Gras über die Sache gewachsen ist.

Und was macht Hans-Georg Maaßen?  Das nächste Faß auf macht er.

Und dann wurde es sogar seinem designierten Dienstherrn, einem gewissen Heimat-Horst, zu blöd, und Maaßen war sein Pöstchen noch vor Antritt desselben wieder los.  Was eigentlich die noch größere Überraschung ist — seit wann hat denn Herr Seehofer ein Problem mit rechter Hetze?

Es geschehen noch Zeichen und Wunder.  Viel zu selten, aber immerhin.

 

Müllvermeidung, kreativ

An meiner Stammtankstelle gibt es seit einiger Zeit ein tolles tolles Angebot: Wer einen Porzellan-To-Go-Kaffeebecher erwirbt, zum Spottpreis von nur 11,99 €, der bekommt fortan auf jeden To-Go-Kaffee Rabatt.  Und zwar die unglaubliche Summe von vollen 10 Cent!

Kein Witz.  Nach nur 120 Kaffee hat man die Kohle wieder drin.

Nun ist es ja nicht so, daß es nicht auch andere gute Gründe zum Erwerb eines Porzellan-To-Go-Kaffeebechers gäbe.  Steht sogar auf dem anpreisenden Werbeaufsteller: 1. Geld sparen, 2. Genießen, 3. Müll vermeiden.  Und deswegen besitze auch ich seit ein paar Wochen so einen Becher.  Meinen habe ich allerdings nicht an der Stammtankstelle gekauft, sondern an einer solchen des Hoyer-Konzerns, denn dort kostet er erstens ein bißchen weniger (9,50 €), und zweitens gibt es dort dann nicht nur läppische 10 Cent Rabatt, sondern 50.

Prozent.

Damit kostet dann ein Kaffee bei Hoyer … ja, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, denn sein Preis geht beim Kauf von Frühstücksbackwerk im Rauschen unter.  Vielleicht einen Euro oder so.

Aber wie gesagt, es geht ja nicht nur ums Geld.  Und deswegen war ich dann heute morgen mit meinem Hoyer-Becher in meiner Stammtankstelle und wollte einen Kaffee, in selbigen bitte.  Und was sehen meine koffeïnmangelbedingt noch leicht verquollenen Augen?  Die Thekendame stellte einen Pappbecher unter die Maschine, ließ dort den Kaffee hineinlaufen und kippte ihn dann aus dem Papp- in meinen Porzellanbecher.

Als ich die mir fehlenden Worte wiedergefunden und nach dem Sinn der Prozedur gefragt hatte, ward mir beschieden, das sei so Vorschrift, man dürfe aus hygienischen Gründen keine fremden Becher unter die Maschine stellen.

Die zehn Minuten, die ich brauchte, um mich wieder abzuregen, überspringen wir mal.

Dabei ist die Lösung so einfach, daß ich sogar in meiner das logische Denken recht zuverlässig hemmenden Mischung aus Ungläubigkeit, Wut über soviel Dummheit und, ja, ich gebe es zu, perversem Amüsement über die Menschheit an sich nur wenige Minuten brauchte, um drauf zu kommen: Ihre eigenen Porzellantassen zum Hiertrinken dürften sie doch unter die Maschine stellen, oder?  Ja, meinten sie, das dürfen wir.  Schön, sag ich, und warum nehmt ihr dann nicht so eine zum Befüllen mitgebrachter To-Go-Becher?

Die zehn Minuten, bis sie sich von der Erkenntnis erholt hatten, nicht selber drauf gekommen zu sein, überspringen wir mal auch.

Ich bin gespannt, ob diese Idee sich dort auch durchsetzt oder ob man weiterhin Pappbecher spart, indem man sie zum Befüllen von Porzellanbechern benutzt und dann direkt wegwirft, statt sie dem Kunden zu geben.  Ich werde beobachten und berichten.  Und ansonsten soll mir mal bitte jemand das Bakterium oder den Virus zeigen, die es schaffen, den Strahl heißen Kaffees aus dem Becher in die Maschine hochzuschwimmen.  Hygienische Gründe, daß ich nicht lache!

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