Freitagstexter XIV

Yay, es geht weiter! \o/  Nachdem es etwas still um den Freitagstexter geworden ist letzten Monat, hat sich der Herr Boomerang der II. freundlicherweise ein Herz gefaßt und den Bewerb gekap^W übernom^W wiederbelebt. Und ratet mal, wer gewonnen hat? Genau: ich! Echt! Wenn ich’s doch sage!

Worum geht’s? Darum, eine Bildunterschrift zu finden, und zwar zu diesem Meisterwerk meiner Händiknipskunst:

Hier könnte Dein Bildtext stehen. Und mit ein bißchen Glück wird er das auch.

Die Regeln sind wie immer dieselben von früher, denn den Freitagstexter gibt es ja schon länger als dieses Blog (wenn auch nicht so lange wie diese Domain): Mitmachen kann jedes Wesen, das einen Blog betreibt oder auf einem solchen als Gastautor im Siegesfalle die nächste Runde ausrichten kann. Zum Teilnehmen genügt es, den eigenen Beitrag als Kommentar zu diesem Artikel zu schreiben. Wer keine Blogadresse angibt, nimmt außer Konkurrenz teil, kann also nicht siegen; wer mag, kann dieses unverständliche Ziel natürlich auch durch den Zusatz „außer Konkurrenz“ oder kurz „a.K.“ kundtun. Ein richtiger Beitrag ist mir natürlich lieber als ein a.K.-Beitrag, aber ein solcher ist immer noch viel besser als keiner! Und wer siegt, bestimmt natürlich der Ausrichter, diesesmal also ich. Weitere Teilnahmebedingungen gibt es nicht, insbesondere nicht was die Länge, den Stil oder was auch immer des gesuchten Bildtexts betrifft, nur legal sein sollte er bitte und frei von Rechten Dritter. Einsendeschluß ist wie immer der Dienstag der Folgewoche, also der 15.12.2020, 23:59 MEZ. Am Mittwoch werden dann Pokale verteilt. Und genauer hat die Regeln dereinst der Herr Wortmischer aufgeschrieben.

Also, Leute, schreibt! Schreibt! Denn wer schreibt, der bleibt!

Update:  Seufz.  Da mal wieder kein Kommentar mit gültiger Blogadresse eingetrudelt ist, verlängere ich den Wettbewerb in leidgeprüft gewohnter Manier bis zum kommenden Dienstag, dem 22.12.2020, 23:59 MEZ. Traut Euch!

Themenmalör

So, die Ursache fürs Kommentarmalör ist gefunden: das Theme, also das Paket aus PHP, CSS und Voodoo, das das Aussehen und auch Teile der Funktionalität dieses Blogs bestimmt, war uralt und räudig und funktionierte mit diesem funkelnagelneuen WordPress nicht mehr richtig.

Jetzt ist fast alles wieder gut (aber noch nicht ganz alles wieder schön).  Wer die ganzen unseligen Details wissen will, kann … Weiterlesen

Kommentarmalör

Wie aufmerksamere Leser als ich vielleicht schon bemerkt haben, hatte dieses Blog bis eben ein kleines technisches Problem: die Kommentare waren kaputt. Also nicht völlig, aber so daß man sie nicht lesen konnte. Schreiben konnte man jederzeit welche, sie wurden auch alle gespeichert und sind in der Datenbank gelandet, aber angezeigt wurden statt n Kommentaren nur n Pings. Unser Team an begnadeten Technikern hat das Problem mittlerweile mit einem Update des Themes gefixt, siehe dazu den Beitrag Themenmalör. (Nur bei Interesse natürlich.)

Die Macht der Gewohnheit

Für diesen Schwank aus alten Zeiten muß ich mal ausnahmsweise auf Umschreibungen der Namen der beteiligten Firmen verzichten.  Es sind dies die Spedition Schnellecke, in deren Auftrag ich unterwegs war und die in grauer Vorzeit, so in den 90ern, noch als Bügler firmierte, zumindest die hier relevante Filiale, und zum anderen das Unternehmen Johnson Controls, das Autobatterien herstellt wie zu Zeiten, als es noch den vertrauteren Namen Varta trug.

Und so stand ich dann bei Varta, wie sie natürlich immer noch genannt wurden und werden, an der Anmeldung und hatte eine falsche Ladenummer. Ergo Anruf bei der Dispo: Ja moin, Schlabonski, ich steh hier bei Varta, kannste mir mal bitte eine richtigere Ladenummer geben?

Und dann blafft mich der Tüp hinterm Tresen an:

Das heißt nicht mehr Varta, wir sind Johnson Controls!

Ja meinetwegen, denke ich und sage nix, während er zum Hörer greift und hineinfragt: Ja, Bügler ist da, soll ich ihn auf die 5 schicken? Und da konnte ich nicht anders und sagte, mit deutlichem Grinsen in der Stimme freilich:

Das heißt nicht mehr Bügler, wir sind Schnellecke!

Zu seiner Ehrenrettung sei berichtet, daß er zumindest auch grinsen mußte.

Mama

Mama konnte nie ruhig schlafen, wenn „das Kind“ unterwegs war.

Früher war das kein Thema. Sie blieb halt wach, bis ich heimkam. Und als ich irgendwann nicht mehr jede Nacht heimkam, lernte ich schnell, daß es eine gute Idee war, sie dann anzurufen. Nicht, daß sie es mir übelgenommen hätte, wenn ich es nicht tat, aber ich sah es an ihren Augenringen.

Als ich dann auszog, zivildienstleistete, studierte und einen Bürojob hatte, geriet das in Vergessenheit. Aber als „das Kind“ dann Fernfahrer wurde, begann es wieder, das Ritual des allabendlichen Telefonats. Es begann immer gleich: Ich sagte „Taaag“, sie sagte „Quaaak“. Ich habe nie erfahren, ob das ein Scherz war oder ob sie mein „Taaag“ falsch verstanden hatte. Ihr Gehör war nicht mehr das beste.

Diese Telefonate hatten wenig Tiefgang. Wie auch? Was täglich passiert, wird Routine. Eine interessante Nachricht vielleicht, ein Scherz, eine Anekdote aus dem Leben. Ein paar Minuten.

Es hat mich tatsächlich nie genervt, diese Telefonate führen zu „müssen“. Ich war nicht der beste Sohn der Welt, aber diese paar Minuten waren schon okay. Ich spürte, wieviel sie ihr bedeuteten. Und ich telefonierte gern mit ihr.

2017 wurde ich langfristig krank und zog wieder bei den Eltern ein. Was sollte ich allein in einem mir immer noch fremden Dorf? Gut ein Jahr zog es sich, gut ein Jahr wohnte ich mit 48 wieder bei meinen Eltern in einem Haus, das ein anderes war und woanders stand als das meiner Kindheit und Jugend.

Im Dezember 2018 versuchte meine Mama, Vaddern und mich zur Anschaffung eines Weihnachtsbaumes zu überreden. Ich denke, spätestens um den 16. rum hätte sie uns soweit gehabt. Sie war immer die einzige von uns dreien, die auf Glitzer und Funkel stand. Leider lebte sie nicht lang genug.

Am frühen Morgen des 12. Dezember 2018 wurde ich durch die Haustürklingel geweckt. Im Halbschlaf wankte ich zur Tür, um das vermutete Paket entgegenzunehmen. Vor der Tür stand aber kein Paketbote, sondern der Rettungsdienst, von Vaddern gerufen. Sie haben dann noch eine Dreiviertelstunde versucht, Mama zu reanimieren — ich vermute bis heute: mehr um Vaddern zu helfen als weil sie da wirklich eine Chance sahen. Fieserweise hatte die Rettungssanitäterin eine sehr ähnliche Stimme wie Mama. Jedesmal, wenn sie was sagte, schöpfte ich unten im Erdgeschoß kurz Hoffnung, obwohl ich eigentlich längst wußte, daß es vorbei war.

Als sie aufgaben, konnte ich nicht weinen.

Die Rettungssanitäterin kam in mein Zimmer und erklärte mir, daß sie tot sei. Sie liege zugedeckt im Bett, mit geschlossenen Augen, und ich könne jetzt Abschied nehmen.

Ich wollte nicht.

Gehen Sie, sagte sie, es wird Ihnen helfen. Ich hatte Angst. Ich hatte noch nie eine Leiche gesehen, und ich befürchtete, den Anblick nie wieder loszuwerden. Aber die Rettungssanitäterin überredete mich geduldig und sanft, doch hineinzugehen. Und Mama sah aus, als ob sie friedlich schlafe. Ich streichelte über ihr fast schon kaltes Gesicht und begriff.

Der Vormittag verging im Nebel. Vaddern lag bei Mama im Ehebett und heulte. Ich saß auf der Treppe und starrte ins Leere. Irgendwann kam der Bestatter. Keiner von uns wollte mitansehen, wie sie Mama vom Ehebett im 1. Stock über die enge Treppe in den schnöden VW Caddy Maxi bugsierten.

Ein paar Tage später war dann der Besuch im Abschiedszimmer des Bestatters. Sie sah immer noch genauso friedlich aus, aber viel schöner angezogen, als ich sie je lebend gesehen hatte. Es fühlte sich falsch an. Aber dann sagte meine Cousine: Schau mal, sie blinzelt! Und tatsächlich: ihr rechtes Augenlid war nicht ganz geschlossen. Klar, sagte Vaddern: Sie muß doch wissen, wer alles gekommen ist. Und dann konnten wir das erstemal lächeln. Kurz. Bevor wir wieder losheulten.

Dieser Moment des Lächelns über etwas, das sie im Leben mit Sicherheit getan hätte, war zurückblickend der Moment, in dem für mich der Schock des Verlustes begann, ganz langsam zu einer Erinnerung umgebaut zu werden. Der Prozeß dieses Umbaus ist heute, mehr als anderthalb Jahre später, noch nicht abgeschlossen — diesen Text zu tippen mußte ich mehrfach unterbrechen, weil Tränen den Blick verschwimmen ließen. Aber es wird.

Es wird.

Hach, Mama. Du fehlst mir immer noch.

Quaaak.

Freitagstexter XIII: Pokalverleihung

Oops, I did it again. Was? Na die Pokalisation des Freitagstexters zu verdaddeln. Tschuldigung, tschuldigung, tschuldiging!

Dabei ist das diesmal ein ziemlich lohnender Freitagstexter gewesen, gab es doch tatsächlich mehrere Bewerber sowohl um den richtigen als auch um den a.K.-Pott. Zu dem weiter unten, hier kommen erstmal die beiden „richtigen“. Und so leid es mir tut, einer (oder eine) muß Zweite(r) sein, und das ist in diesem Fall C. Araxe mit diesem zweiteiligen Text:

Und hier sehen Sie ein gut erkennbares Beispiel für ein von Vorurteilen geprägtes Unterschichten-Bashing. Man sollte jedoch nicht Unterschicht sagen, sondern besser bildungsferne Bevölkerungsgruppe, weil sich das intelligenter anhört und eigentlich noch fieser klingt.

Und Chantal ist auch weg.

Kann man so sehen, klar, war aber nicht meine Assoziation, als ich das Schild auf dem Chaos Communication Congress in Leipzig abgelichtet habe. (Abgelichtet, ist das nicht ein wunderbares altes Wort? Benutzt man viel zu selten.) Aber gut, darum machen wir das hier ja — um andere Perspektiven zu sehen.

Und damit bleibt für den Pokal nur noch Lakritze übrig mit dem treffenden Bildtext:

Man hätte es sich vorher denken können: ohne Dummy keine Crash-Tests. Die Firma war natürlich ruiniert.

Ganz herzliche Glückwünsche!

Und dann ist da ja noch der a.K.-Pokal, also der für die Teilnehmenden, die die nächste Runde nicht ausrichten wollen oder mangels eigenem Blog können. Da kam zum einen der Beitrag von hubbie, „Der große Irrtum des HSV, man hätte Keegan nicht ziehen lassen dürfen“, der möglicherweise urwitzig und total brillant ist, den ich aber mangels Fußballahnung trotzdem nicht verstehe — so spielt das Leben!

Und auch hier ist damit die Spannung raus, und der Sieger heißt emel, kurz und bündig mit:

….hat wohl geklappt!

Nur was da geklappt haben mag, bleibt unklar. Hat man Kevin wegen der vielen Unfälle gefeuert? Oder hat man gar seinen letzten Unfall so arrangiert, daß Kevin jez halt weg is? Man weiß es nicht. Was aber auf jeden Fall geklappt hat, ist, den a.K.-Pokal zu gewinnen. Da isser:

Vielen Dank allen Teilnehmenden und auf ein Neues — vielleicht schon heute bei Lakritze (nochmal sorry wegen der Verspätung!).

Freitagstexter XIII

Schon zum dreizehnten Mal, die verdaddelte Asylgeschichte neulich mal wohlwollend unter den Teppich des Vergessens zu kehren versuchend, darf ich den Freitagstexter ausrichten. Derchristoph wars, der mir erneut den Pokal verliehen hat für einen nicht für meine, aber für Freitagstexterverhältnisse ungewohnt politischen Rant.

Also auf ein Neues! Die Regeln sind immer noch dieselben: es gibt kaum welche, es wird lediglich ein Bildtext benötigt zum hier gezeigten Bilde und ein Blog, darin im Siegesfalle den nächsten Freitagstexter auszurichten. Um am Wettbewerb teilzunehmen, ist selbiges im Kommentar unter Webseite einzutragen; wer aus welch Gründen auch immer trotz eingetragener URL nicht am Bewerbe teilnehmen mag, kann seinen Beitrag auch als außer Konkurrenz oder „a.K.“ kennzeichnen (wovon ich freilich abrate). Das üblich gewesene Angebot, dies hier als Gastautor tun zu können, ziehe ich nach dem neulichen Fiasko mal lieber zurück, sorry. Der Text, um den es eigentlich geht, darf ausdrücklich alles sein außer illegal. Und in aller denkbaren Ausführlichkeit stehen die Regeln auch heute noch beim Wortmischer.

Genug geschwafelt, Ihr wartet doch alle nur auf das Bild! Bitte recht sehr:

Ich bin ein Bild, betextet mich!

Und jetzt seid Ihr dran! Gebannt harre ich der Kommentare, die da kommen. Hoffe ich jedenfalls.

Freitagstexterasylverdaddelungspokalisation

Nur um auch hier kurz zu offizialisieren, was schon auf Twitter beschlossen und proklamiert wurde: Den Asylfreitagstexter von hubbie hat derchristoph mangels Konkurrenz gewonnen, und weiter geht es ergo bei Boomerang dem Zweiten.

Mir bleibt nur, mich für die Vernachlässigung des Bewerbs zu entschuldigen. Soll nicht wieder vorkommen!

Das P in Coupé steht für Poser

Eine Theorie, warum mich große SUV-„Coupés“ und insbesondere der BMW X6 noch aggressiver machen als große SUV an sich.

Bei „normalen“ großen SUV, also Mercedes GLE oder GLS, Audi Q7, und beim BMW X7 wird’s wohl auch so sein, kann man sich ja noch denken: „Naja, er/sie braucht vielleicht die 7 Sitze, den Laderaum, vielleicht auch die Anhängelast, und hatte halt keinen Bock auf einen Van.“ Ich mein, ich fahr ja auch einen Kombi, wo ein Kleinwagen reichen tät, und hab aber halt keinen Bock auf Kleinwagen. Sprich: ein gewisses Maß an Irrationalität bei der Fahrzeugwahl beanspruche ich auch für mich und kann sie ergo anderen nicht absprechen.

Beim X6 funktioniert das aber nicht mehr. Diese „Coupés“ haben eben keine 7 Sitze und keinen großen Laderaum. Das, was die können, kann auch ein Golf Variant. Meinetwegen ein Tiguan. Aber sie sind trotzdem grotesk groß, schwer und durstig, ohne jeden Anflug einer denkbaren Ausrede dafür – und teurer als ihre technisch gleichen „normalen“ Artgenossen.

Offensichtlich ist ihr Zweck also das Posen. „Seht her, ich brauche kein großes SUV, aber ich leiste es mir trotzdem. Eure Armut kotzt mich an! Fuck you Greta!!1!!!“

Und klar, nach dem Prinzip funktionier(t)en auch richtige Coupés, also Calibra statt Vectra oder A5 statt A4. Aber die fallen halt eher durch Schönheit auf als durch die Disproportionalität von oberer und unterer Hälfte wie der X6, und nur normalschwer sind sie auch.

Warum hier immer der X6 als Beispiel herhalten muß? Naja, das GLE-„Coupé“ finde ich nicht annähernd so schlimm, und der Audi Q8 scheint mir auch lange nicht so aggressiv. Aber tröstet Euch, BMW-Fans: der X4 ist kaum besser 😉 Aber ein Haßobjekt hab ich noch nicht erwähnt: den aktuellen Touareg. Und diese fette Qualle hat es auch verdient, denn auch den gibt es nicht als Siebensitzer – den viel kleineren Tiguan schon! Damit ist der Touareg also ein „Coupé ehrenhalber“ und guten Gewissens hassenswert. Als ob es dafür außer seiner gigantischen Ausmaße etc. eines Grundes bedürfe.

So. Das mußte raus, jetzt geht’s mir ein bißchen besser. Bis ich den nächsten dieser asozialen Poserkarren sehe jedenfalls.

Nachtrag: Mit der Bezeichnung viertüriger Autos als Coupé, wie sie sich ja auch bei Fahrzeugen wie dem Mercedes CLS oder dem VW CC und seinem Nachfolger Arteon eingebürgert hat, habe ich übrigens überhaupt kein Problem im Gegensatz zu vielen anderen, vor allem US-amerikanischen Autofreaks, die insistieren, ein Coupé habe ein Zweitürer zu sein.

Ausgerechnet die Amis! Dieses kulturlose Volk, das schon beim Wort „Coupé“ nicht nur den Akzent wegläßt, sondern es dann auch gleich wie „Coup“ ausspricht. Woher sollen die also auch wissen, daß das Wort aus dem Französischen stammt und „abgeschnitten“ bedeutet bezogen aufs Dach: Ein Coupé ist ein geschlossener Wagen mit weniger Dach, was unmittelbar einsichtig wird, sieht man sich ältere Vertreter wie Mercedes /8 oder Opel Rekord A an. Aber von zugeschweißten Türen steht da halt nix es heißt Coupé, nicht Soudé. Und ein historisches Vorbild für viertürige Coupés gibt es mit dem Rover P5 ja auch.

Und insofern ist natürlich auch der BMW X6 ein Coupé: ein X5 mit weniger Dach. Das macht ihn allerdings kein bißchen liebenswerter.

Ach, das paßt doch locker!

Liebe Vierrädrige, wir müssen reden.

Es begab sich am heutigen Tage, daß ich mit einem mit Quarzsand bepackten Sattelzuge in die Lieferanteneinfahrt eines Baumarkts zu reversieren hatte.  Das war ansich nicht weiter schwierig — jede Menge Platz zum Manövrieren war jedenfalls vorhanden, und auch ein am Rand der Zufahrt parkierendes Kia-SUV mit Hänger konnte mich nicht wirklich verunsichern.

Leider führte aber diese Zufahrt mitten durch den Strom der Baumarktbesucher bzw. ihrer PKW.  Und da gab es allzuviele, die sich dachten: Hach, nur weil dieser Sattelzug dort rangiert, muß ich ja nicht warten.  Das paßt doch locker, wenn ich da kurz vorbeihusche.  Und ich möchte da auch gar nicht widersprechen: ja, Eure Einschätzung war korrekt, keiner von Euch kam mir und meinem Lastzug gefährlich nahe.

Das Problem ist nur, daß ich das nicht weiß, daß Ihr das korrekt eingeschätzt habt.  Denn es gibt auch genug von Euch, die das nicht können.  Oder nicht wollen.  Oder sich überhaupt nicht bewußt sind, daß es da was einzuschätzen gibt.

Und wenn dann ein PKW unvermittelt im Spiegel auftaucht, dann muß ich ergo erstmal annehmen, daß das einer von diesen Fahrern ist, die das nicht können oder nicht wollen oder nicht wissen.  Logische Reaktion: Anker.  Abwarten, bis alles frei ist.  Hoffen, daß in dieser Zeit niemand hinter das Aufliegerheck gefahren ist.  Im Zweifel aussteigen und kucken.

Leute: Haltet doch einfach Abstand, wenn da ein Lastzug rückwärts fährt.  In einer halben oder spätestens einer ganzen Minute ist der sicher im Warenannahmebereich, wo nur suizidale Gabelstapler seinen Weg kreuzen.  Ganz ehrlich: Ihr kommt gerade aus einem verfickten Baumarkt.  Wenn Ihr weniger als 10 min an der Kasse gestanden habt, freß ich einen ihrer überteuerten Besen.  Kommt es wirklich auf die paar Sekunden an, die Ihr weniger auf dem Parkplatz und dafür länger an der Ampel steht?

Bitte. Ein kleines Bißchen mehr Rücksicht. Ganz lieb Bitte. Mit Zucker obendrauf.

Freitagstexter im Asyl

Na, das habe ich ja mal wieder toll hingekriegt.  Da offeriere ich großkotz^H^H^H^Hzügigerweise dem Sieger des letzten Freitagstexters drüben in der Bördebehörde, hubbie mit Namen, diesen meinen Blog hier als Austragungsort des dieswöchigen Bewerbs, bekomme auch ein Bild von ihm und schaffe es dann erst heute, am Montag, es auch ins Blog zu stellen.  (Warum, sei der Phantasie der Leserschaft überlassen.)

Naja.  Hier ist das Bild:

Die Regeln sind wie immer dieselben wie immer: Gesucht ist ein Bildtext, ohne jede anderweitige Einschränkung.  Selbst mit dem Bild zu tun haben muß er strenggenommen nix. Genauer stehen die Regeln traditionell beim Wortmischer.

Update: Da auch bis zum heutigen Mittwoch, also schon dem Folgetage des traditionellen Einsendeschluß‘, leider nur Beiträge außer Konkurrenz eingetrudelt sind, setze ich mal als neuen Einsendeschluß den kommenden Dienstag, den 26.5.2020, 23:59 MESZ fest. Hoffentlich finden sich bis dahin ein paar intelligente, witzige, skurrile oder auch ganz andere Bildtexte, deren Autoren sich auch nicht zu schade sind, den Folgewettbewerb auszurichten. Dazu bedarf es natürlich einer Blogadresse im passenden Feld des Kommentars! Und wie immer gilt: wer kein eigenes Blog hat, der bekommt natürlich genau wie der Ausrichter des aktuellen Bewerbs auch gern hier Asyl, damit die jahrzehntelange Tradition des Freitagstexters nicht an so etwas Banalem wie einem fehlenden Blog scheitere. Too old to fail!

Update zum zweiten: Keine Beiträge, seufz.  Das gebietet eine Fristverlängerung bis zum nächsten Dienstag, den 2.6.2020, 23:59 MESZ. Sollte auch das nichts fruchten, müssen hubbie und ich sich anscheinend was überlegen. Und nein, ich werde nicht teilnehmen, das hätte m.E. doch ein G’schmäckle.

Also ist es an Euch: traut Euch was zu und haut in die Tasten!

Passat

Dieser Passat wurde vor 25 Jahren sich selbst und der Natur überlassen, am Rande eines Dorfes unweit einer Tankstelle mit Werkstatt und mit stetig wechselnden, jüngeren und besser erhaltenen, aber ebenso abgemeldeten Leidensgenossen.

Wie mag es dazu gekommen sein? Da kann man nur spekulieren. Und weil ich dazu Lust habe und seit 25 Jahren alle paar Wochen, wenn ich dran vorbeikomme, darüber sinniere, gibt es jetzt ein paar frei erfundene Mikrogeschichten.

Da ist Bernd, der den Passat mit durchgeblasener Zylinderkopfdichtung abgestellt hat, „über den Winter, dann mach ich den, der ist doch noch viel zu gut zum Wegschmeißen!“ Seine Freunde sprechen den Satz seit 20 Jahren wortgetreu mit.Oder fand die Polizei den Passat in der nahen Kiesgrube, mit einer Frauenleiche im Laderaum, und stellte ihn nach der Spurensicherung bei der Tankstelle ab, bis der Halter und Mörder ermittelt wäre? Hat ja toll geklappt, Jungs.

Vielleicht war es auch Erwin aus Rostock, der den Wagen 1989 für den Spottpreis von 8000 Mark gekauft hat. 1992 kam dann das dritte Kind, der Ford Galaxy und die Einsicht, daß der VW nur 3000 wert war. Verkaufen? Dafür niemals!

Maurice ist Künstler. Mit seiner Installation „Variant“ will er die Vergänglichkeit aller Dinge darstellen. Seine Freunde lachen ihn aus: „Hätteste mal einen Alfa genommen oder einen Renault! So wird das nix mit der Vergänglichkeit!“

Ja, Karin weiß selbst, daß das Aufbewahren des Autos, in dem sie einst ihre Jungfräulichkeit verlor, völlig bescheuert ist. Aber wenn sie mit ihrem Twingo vorbeifährt, entlockt ihr der gealterte Passat immer noch ein Lächeln.

„Und hier sehen sie unseren Dauertest zur Rostresistenz unter Normalbedingungen.“ – „Der sieht doch gut aus! Mir scheint, wir hatten den Rostschutz damals gut im Griff.“ – „Besser als heute, möchte man sagen.“ – „Ja. Besser als heute.“

Seit ihr Helmut gestorben ist, hat Gertrude seinen Passat nicht bewegt. Wie auch, ohne Führerschein? Aber sie zahlt jeden Monat die Standplatzmiete, genauso unerschütterlich wie die Grabstelle. Ihre Kinder haben längst aufgegeben.

„Meister! Wat wult ji einklich mit den oulen Passat machen?“ – „Och Wäänä, nach den hat seit Johrn keiner mehr gefraacht!“ – „Soll das mal’n Oldtimer wern?“ – „Komm sabbel nich, der Insignia muß heut noch fertich, seh to!“ – „Ja Meister.“

Lumpi

Bin ich wirklich der einzige, der bei der Motorenbezeichnung dieser prachtvollen Kraftwagen …

… immer erstmal „LUMPI“ liest?

Freitagstexter XII: Pokalverleihung

Sorry, ausgerechnet heute fand sich während des gesamten Arbeitstages kein freies Momentchen, um die Pokalifizierung des aktuellen Freitagstexters durchzuziehen, zumal es ja diesmal auch wieder erfreulich viel Auswahl gab — vielen Dank also schon mal allen, die teilgenommen haben!

Nach dem Aussortieren der aus verschiedenen Gründen außerkonkurrenzlichen Beiträge, zu denen mehr unten, blieben immerhin sieben Kontestanten im Rennen.  Ich werde nicht auf alle eingehen, aber ein paar Glanzlichter möchte ich vor der Siegerehrung doch herausgreifen.  Zunächst der Herr wvs, bei dem ich zunächst dachte, er kenne mich besser, als er es eigentlich kann, denn der Emil aus seinem Beiträg könnte auch ich sein: „Da läßt sich doch noch ‚was draus machen!“ dachte Emil und griff zum Telefon. Amüsant auch deschristophs zweiter Beitrag: „Papa, ich hab da beim Einparken einen kleinen Kratzer…“ — „Och komm Bub, wird schon so schlimm schon nicht sein.“  Das ließ mich irgendwie an einige „Nonstop Nonsens“-Folgen mit Didi Hallervorden denken, was den meisten Lesern vermutlich nix sagen wird.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel aber lieferten sich Spraakvansmaak mit dem phantasievollen Speisekartenauszug 40. Knusprige Ente auf verschieden Gemüse mit Reis (scharf). 8,70€ — mjam, ich kriege Hunger –, quercus/Roswitha mit der netten Nachnutzungsidee Das Blech ist ja noch prima, etwas Lack, und es sieht aus wie neu. Dann ein kleines Lifting, und davor spanne ich mein Pony! und Lakritze, die schließlich das Rennen machte:

Marga war da dickköpfig. Wenn sie mal einen Parkplatz hatte, dann gab sie ihn nicht einfach wieder auf.

Und damit geht der frischpolierte Pokal auf die Reise. Herzlichen Glückwunsch!

Aber es gibt ja auch noch den a.K.-Pokal zu verleihen, und auch hier waren diesmal zahlreiche Beiträge eingetrudelt — fünf Stück von vier Menschen, es gab Freitagstexter, da wäre man um soviele Teilnehmer insgesamt froh gewesen.  Auch hier war wieder eine Nachnutzungsidee im Spiel, Hubbie schlug es vor, Hassos Motto für seine Hundehütte: „Was nicht passt, wird passend gemacht“.  Fast ein Tränchen verdrücken mußte ich bei Fralas Hab mich lieb! — ja, ich gebe zu, tote Autos gehen mir auch ans Herz.  Schmunzelnd an meine Golf-GTI-Zeiten zurückdenken schließlich mußte ich beim Beitrag eines namenlos gebliebenen Autofans: Seit ich Türen und Frontscheibe ausgebaut habe, kann ich jetzt endlich wieder parken ohne ständig dutzende von diesen „Kaufe ihre Auto – mache gutte Spesialpreis!“ Kärtchen zu bekommen — die haben damals auch mich sehr genervt, aber seit ich BX fahre, hat sich das gelegt.  Aber egal, ehren wir lieber den a.K.-Pokalgewinner!  Es ist Eddy mit dem grandiosen Beim Wiedereintritt in die 30er Zone verglüht. Raumschiff Entenprise at its best, vielen Dank für diesen Lachanfall!

Ja.  Ich darf diesen Bewerb wohl als vollen Erfolg verbuchen, verneige mich in alle denkbaren Raumrichtungen und harre freudig der Dinge, die da kommen — am nächsten Freitag bei der Lakritze!

Freitagstexter XII

Der Herr wvs hat mir mal wieder den Freitagstexter-Pokal zugeschan überreicht, so daß es nach längerer Zeit nun erneut an mir ist, ein zu befreitagstextendes Bild zu zeigen.  Die Wahl fiel auf dieses:

Hier könnte Dein Text stehen, wenn dies schon das Posting mit der Siegerehrung wäre.
Isses aber nicht!

Gesucht ist, wie die Tradition befiehlt, nun ein Bildtext.  Der darf lustig, deprimierend, fröhlich, optimistisch, bizarr, phantasievoll, offensichtlich, ja sogar langweilig sein — nur illegal bitte nicht.  Auch Form und Länge sind nicht limitiert, außer vielleicht durch Einschränkungen in WordPress oder Datenbank, da bin ich nicht informiert.

Und natürlich ist das Ganze ein Wettbewerb.  Zu gewinnen gibt es außer dem Pokal sowie allfälligem Ruhm nebst Ehre die Pficht, im eigenen Blog den nächstwöchigen Freitagstexter ausrichten zu dürfen, was so ganz nebenbei den Teilnehmerkreis auf Bloggende beschränkt — scheinbar!  Denn es muß nicht zwingend das eigene Blog sein, in dem man solches tut, man darf da auch gern gastautorieren.  Wer nicht weiß, wo, der darf auch hier!

Und wer nicht am Bewerbe teilnehmen mag, aber trotzdem einen Bildtext beizusteuern sich bemüßigt fühlt, der möge selbigen mit „a.K.“ wie außer Konkurrenz kennzeichen.  Es reicht aber auch, einfach keine Blogadresse anzugeben in dem Kommentar unter diesem Artikel, der den Textvorschlag beinhaltet.

Ja, das war’s auch schon mit dem Regelwerk.  So lasset die Gedanken frei — aber nicht ganz, denn sie sind natürlich wieder einzufangen und hier zu Kommentar zu geben.  Ich bin gespannt!

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