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Nicht alles Verbrecher

Drüben beim Blick Ableiter habe ich den Link zu einem Rant auf Danika ´ s Blog (nur echt mit Leerzeichen-Akzent-Leerzeichen) gefunden, in dem sie deutliche Worte über einen Speditionsleiter findet, der von seinen Fahren drastisch illegale Aktionen einforderte, und in dem sie schlußfolgert: „Leider gibt es von solchen Verbrechern noch immer zu viele“.

Klar.  Jeder ist einer zuviel.

Aber zur Ehrenrettung der Branche: ich kenne ja nun auch schon einige Speditionen von innen, sowohl deutschlandweit bekannte wie auch kleine Klitschen, und ich habe nie erlebt oder auch nur gerüchteweise vernommen, daß dort ein Fahrer zum Gesetzesbruch genötigt wurde.  Manche der Kollegen haben es trotzdem gemacht, wohl aus falschverstandener Berufsehre der Geschmacksrichtung „wenn ich sage, das bringe ich heute noch dahin, dann mach ich das auch“, aber das geschah auf eigene Kappe.

Was jetzt nicht heißt, daß dort überall alles schnuffig war.  Besonders mein erster Arbeitgeber in dieser Branche hat eine bemerkenswerte Insolvenzverschleppung hingelegt, aus der ich auch ein paar eherne Regeln für die Firmenwahl abgeleitet habe, nämlich: Wenn der neue PKW des Geschäftsführers mehr PS hat als Dein Vierzigtonner; wenn eine Firma nicht mal ihren Namen auf die LKW klebt; wenn eine Tankkarte mangels Deckung nicht funktioniert; wenn Gehalt oder Spesen auch nur eine Woche zu spät überwiesen werden — renn, was das Zeug hält!  Sei die schlaue Ratte, die das sinkende Schiff als erste verläßt!

Aber sonst kann ich, wie gesagt, nur Gutes oder zumindest Gesetzeskonformes berichten.  Klar gabs auch mal nen Anschiß für Verspätungen, wenn die gefühlt von mir zu verantworten waren (und klar gab es über die Schuldfrage auch mal lautere Diskussionen); klar ist nicht jeder Chef verständnisvoll, wenn man irgendwas mit dem LKW angerempelt hat; und ja, klar gibt’s auch mal die Frage, ob man nicht mal die Pause „vergessen“ oder die zulässige Arbeitszeit überziehen könne.  Aber das Entscheidende im letzten Satz ist das Wort „Frage“, denn ja, es war immer eine, und keine rhetorische.

Es gibt zu viele Verbrecher in unserer Branche, keine Frage.  Aber die meisten sind keine.

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